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Montag, 16. Juni 2014

Hochzeit auf dem Kyffhäuser

Am Wochenende haben zwei liebe Freunde von mir auf dem Kyffhäuser ihre Hochzeit gefeiert. Die Feier war wunderschön, mit ca. 75 Gästen genau die richtige Größe. Und so gut wie alle meine Freunde waren da (bis auf einen, der ausgerechnet am Tag der Hochzeit im Interesse der Nation in Mali gebraucht wurde!). Es war so schön, alle wiederzusehen und mit ihnen einen so besonderen Tag zu feiern. 

Danke für die Einladung! Alles Gute für die Zukunft! Ich vermisse Euch jetzt schon.

Sonntag, 16. Februar 2014

Hej då Octavia! Hej hej Octavia!

Heute haben wir unser altes Auto gegen ein neues eingetauscht. Nun ja, nicht wirklich getauscht und nicht wirklich neu. Der Neue ist auch ein Octavia. Aber natürlich jünger, von 2008, und mit nur 68000 km. Gekauft haben wir ihn in Västerås, eine Stunde Fahrt von hier, von einem Gebrauchtwagenhändler, der unseren alten in Zahlung genommen hat. Der Händler hat auch gleich Ummeldung und Versicherung für uns geregelt. Das Kennzeichen behalten Autos in Schweden ja ihr Leben lang. Also war der Autotausch ziemlich einfach. Ist aber schon ein bisschen komisch, daß jetzt kein blaues Auto mehr vorm Haus steht, sondern ein graues. Und ein bisschen wehmütig wird einem auch. Gleichzeitig ist es aber auch schön, ein neues Auto zu haben.

Dienstag, 31. Dezember 2013

Das war 2013!

Jetzt ist wohl im Allgemeinen die Zeit gekommen, auf das vergangene Jahr zurückzublicken und sich erinnern, was alles passiert ist.

Januar
Der Januar stand auf jeden Fall noch im Zeichen von Renovierung und Umzug, ein wahnsinniger Anstrengungsakt, dem ich im dunklen Winter niemandem empfehlen kann. Da kam auch die Dienstreise in die Slowakei nicht so passend, auch wenn es mir dort ansonsten sehr gut gefallen hat und ich gern nochmal privat hinfahren würde. Freizeittechnisch war also nicht viel los im Januar. Eine der positivsten Überraschungen war da noch die Entdeckung, daß wir eine beleuchtete Skiloipe in der Nachbarschaft haben, die auch prompt ein paar Freunde zu Besuch anlockte.

Februar
Der Februar war so vollgepackt, daß ich gar nicht weiß, wie ich diesen Monat überstanden habe. Gleich zu Anfang ging es für einen Workshop nach Oslo und dann nur wenige Stunden danach zum 2tägigen Einstand meines Führungskräftekurses auf ein Schloß bei Knivsta. Die folgenden Wochen waren voll mit Unterricht inklusive geologischem Kuchen. So ganz nebenbei haben wir im heimischen Chaos noch am Eßzimmer gearbeitet, das nach der Küche die weitaus größte Renovierung nötig hatte.

März
Der März war dagegen beinahe ereignislos, auch wenn auf Arbeit eine Menge los war, inklusive Anträgen, Beitreuung und Meetings. Zu Hause ging es mit der Renovierung des Eßzimmers und des Flures weiter. Rein wettertechnisch ist mir der März noch deutlich in Erinnerung: es war konstant knitterkalt (-15°C) und supersonning, sodaß der Schnee langsam von der Sonne weggefressen wurde und wir in der Fensterbank angefangen haben, Chilisamen auszusähen.
Resorptionsstrukturen im Schnee.
April
Ostern ist hier in Schweden eigentlich immer etwas enttäuschend, da draußen noch immer alles tot und grau ist, nachdem der Schnee so langsam wegtaut. Umso mehr habe ich mich gefreut, wenigstens für ein Wochenende meine Familie in Dresden zu besuchen. Von dort ging es direkt (na ja, mit umsteigen) nach Wien zur alljährlichen Tagung, wenn auch diesmal nur für die Hälfte der Zeit. Und auch da war dieses Jahr noch nichts von Frühling zu sehen. Wieder zu Hause mußten wir noch bis in die zweite Aprilhälfte warten, bis endlich die ersten Frühblüher zum Vorschein kamen.

Mai
Über den 1. Mai war ich mit meinen Schulfreunden an der deutschen Nordseeküste, was wirklich schön war, aber wie immer viel zu kurz. In der darauf folgenden Woche war ich nämlich wieder einmal mit den Stundenten im stockholmer Schärengarten auf Exkursion. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, ganz zur Freude von Studenten und Lehrern. Wieder zu Hause war dann endlich der Frühling da. Die Katzen bekamen einen Freilaufbalkon und ich ein Kräuterbeet im noch immer etwas kahlen Garten. Am Samstag, den 18. Mai, haben wir dann endlich unsere Einweihungsparty gefeiert, zu der die meisten unserer hiesigen Freunde (sogar ein paar aus Oslo) gekommen sind. Bei fast vorsommerlichen Temperaturen haben wir das erste Mal im Garten gegrillt und drinnen Cocktails getrunken und Eurovision Song Contest geschaut. Rein wettertechnisch hat der Mai ansonsten keine Wünsche offengelassen: eine echte Frühlingsexplosion mit allem, was dazugehört.

Juni
Neben Mai ist Juni einer meiner Lieblingsmonate in Schweden. Dieses Jahr stand erstmal ein Wochenendbesuch in Stavanger an, bevor es dann ab Mittsommer in den Urlaub ging. Der führte uns und unsere Freunde ein paar tausend Kilometer nach Norden durch Schweden, Finnland und Norwegen zunächst nach Alta und dann an den Lyngenfjord zum Angeln. Sowohl zu Hause als auch bei 70°N war das Wetter einfach nur fantastisch. Ein Sommer, wie man ihn sich besser nicht wünschen kann.

Juli
Als es Anfang Juli aus dem Urlaub wieder zurückging, war der schwedische Sommer noch in vollem Gang. Bei langen Tagen und warmem Wetter machte selbst das Arbeiten Spaß, zumal der ganze Stress von Meetings im Sommer einfach ausfällt. Zu meinem Geburtstag waren wir dann auf Exkursion, um etwas mehr über Schwedens Geologie zu lernen. Die war gefolgt von einem kleinen Stresspeak, da wir auf Arbeit Besuch von einem Kamerateam von Discovery Channel hatten.

August
Der August stand hauptsächlich im Zeichen der Geländearbeit in Island. Neben einem Besuch auf dem Vulkan Hekla, hatten wir noch eine ganze Menge anderer Aufgaben zu erledigen. Unter anderem haben wir eine neue Caldera entdeckt und den schönsten Berg Islands bestiegen. Für mich war die Islandreise nicht zuletzt wegen des außergewöhnlich tollen Wetters der Höhepunkt des Jahres, wenn auch leider das Ende des Sommers.

September
Der September bringt mit dem Anfang des Herbstsemesters immer auch eine riesige Menge Arbeit mit sich. Die ersten zwei Wochen laufe ich generell Stundenten im Wald hinterher, was in der ersten Woche dieses Jahr noch OK war, denn der Sommer war kurzfristig zurück. Ab der zweiten Woche wurde es aber doch sehr herbstlich, was der Motivation der Studenten nicht gerade zuträglich ist. Die schöne Seite des Septembers ist, daß man es sich endlich wieder auch drinnen gemütlich machen kann und im Garten ernten kann, was über den Sommer gewachsen ist.

Oktober
Den diesjährigen Oktober verbinde ich in erster Linie mit Laubharken und Wintervorbereitungen. Und irgendwo war da auch noch Zeit für Kreativität, sowohl in meinem Führungskräftekurs, als auch zu Hause. Das Wetter war typisch für den Oktober. Bei einem Sturm fiel doch tatsächlich ein Baum in unserem Garten um und verfehlte nur knapp das Haus.

November
Der November ist generell mein am wenigsten geliebter Monat. Aber ein großer Teil der Lehre des Herbstes war vorbei und so beschlossen eine Freundin und ich, übers Wochenende nach Kopenhagen zu fahren, um zu shoppen und uns zu erholen. Außerdem fand noch die 2tägige Abschlußveranstaltung meines Kurses auf dem Rånäs-Schloß statt. Am zweiten Tag bekam ich dann die Nachricht, daß meine zweite Nichte das Licht der Welt erblickt hatte, was den Monat November dieses Jahr auf jeden Fall zu einem der vorderen Plätze verhilft. Mitte des Monats fand dann auf Arbeit noch ein populärwissenschaftliches Kolloquium zum 50. Jubiläum des Vulkanausbruchs, der die Insel Surtsey geschaffen hat, statt. Dort durfte ich auch einen Vortrag halten. Abgesehen davon habe ich dann in der zweiten Hälfte des Monats noch recht viel unterrichtet, was in dem Fall aber wirklich Spaß gemacht hat. Zum Schluß des Monats bin ich dann nach Deutschland zu meinem 12jährigen Klassentreffen gereist. Wow, ein ereignisreicher November!

Dezember
Vom Klassentreffen ging es dann weiter nach Dresden, wo ich meine neue Nichte kennenlernen durfte und mit meiner "alten" Nichte ihren 3. Geburtstag gefeiert habe. Trotz Sturm bin ich nach einer Woche wieder in Schweden angekommen, nur um in der Woche darauf wieder nach Deutschland zu reisen. Das zweite Mal ging es zur diamantenen Hochzeit meiner Großeltern. Ein echter Blitzbesuch übers Wochenende. Am Montag darauf war ich zum Abendessen bei der Unipräsidentin. Und dann war weihnachtsbedingt endlich frei! Ich kann Euch sagen, daß ich nach einem solch rasanten Jahr echt geschafft bin und mich über ein paar freie Tage gefreut habe.

2013 war also ein Jahr voller Ereignisse. Man könnte sagen, es war das Jahr der Kurzreisen und das Jahr, in dem unser Haus ein richtiges Heim geworden ist. Ein tolles Jahr, das wahnsinnig schnell vorbeiging und in dem es eindeutig zu wenig Zeit für Freizeit gab. Ein Jah, an das ich mich auf jeden Fall gern erinnern werde.

Sonntag, 1. Dezember 2013

Jahrgangstreffen 12 Jahre nach dem Abitur

Gestern fand in einem kleinen Restaurant in meiner Heimatstadt ein Treffen meines Abiturjahrgangs statt, zu dem aber nur etwa ein Viertel gekommen sind. Trotzdem war es mal interessant herauszufinden, was aus allen so geworden ist.

Nach 12 Jahren gibt es natürlich einiges zu berichten in den Kategorien "mein Haus, mein Auto, meine Pferdepflegerin". Allerdings klangen die tatsächlichen Berichte eher nach "mein Beruf, meine Kinder, und ich wohne in Hannover". Die wenigsten haben tatsächlich die Berufe ergriffen, die sie damals im Jahrbuch als Berufswunsch angegeben haben. Einige haben schon richtig große Kinder, andere haben Tschibofilialen oder ein Priestergelübde. Einer war neulich im Fernsehen. Einer ist ein Aussteiger. Eine wohnt in den USA. Einer ist gerade wieder bei Mami eingezogen.

Es war sogar eine Lehrerin da, meine Klassenlehrerin in der 11. und 12. Klasse. Auf die hätte ich wirklich verzichten können.

Irgendwie hat mich im Vorhinein der Gedanke an so ein Jahrgangstreffen mental wieder zurückversetzt in die Schulzeit, in der man sich an der Meinung der Mitschüler mißt. Doch beim Treffen wurde mir klar, daß auch die anderen Falten bekommen haben und daß ich auf meiner Pferdepflegerinnenliste genau da bin, wo ich sein will.

Montag, 12. August 2013

Live aus Island: Abenteuer Geländearbeit

Endlich bin ich wieder in  Reichweite der digitalen Welt, um mich aus Island melden  zu können. Seit Freitag Nachmittag sind wir beide zurück in Island für zwei Wochen "multifunktionale" Geländearbeit. Das heißt, wir haben eine ganze Reihe von Aufgaben für unterschiedliche Projekte zu erledigen. Das führt uns von Reykjavik einmal auf die andere Seite des Landes mit ein paar Zwischenstopps. Die logistische Planung war nicht einfach, aber es fühlt sich einfach toll an, wieder hier zu sein und alt bekannte Orte wieder zu sehen und neue zu entdecken.

Die Fotos zeigen mich bei einer kurzen, aber obligatorischen Pause am Jökullsárlon, der berühmten Gletscherlagune, und vor dem Hoffelsjökull, bei einem kurzen Nostalgiestopp an meinem Diplomarbeitsvulkan.

Mittwoch, 29. Mai 2013

Eine fast schwedische Doktorfeier

Am Freitag Abend fandt die Doktorfeier einer guten Freundin statt, die ein halbes Jahr vor mir hierher nach Uppsala gekommen ist. Sie gehört also wirklich zu meiner internationalen Familie hier, und es ist ein bißchen schockierend, wie schnell die Zeit doch vergangen ist.

Während ich an anderer Stelle schon berichtet habe, wie hier eine typische Verteidigung aussieht, ist es jetzt wohl an der Zeit, mal eine schwedische Doktorfeier zu beschreiben, oder besser eine internationale Adaption einer schwedischen Doktorfeier - meine Freundin ist Katalonierin.

Im Allgemeinen sind Doktorfeiern hier wesentlich formalisierter und finden am Abend der Verteidigung statt. Der Doktorand lädt am Tag des spikning zur Feier ein. Gäste müssen dann ca. 300 Kronen als Beitrag für Essen und Getränke bezahlen. Der Doktorand organisiert einen Ort, wo die Party stattfindet, sowie Essen und Getränke. Nicht nur aufgrund der hohen Preise für Alkohol deckt der Gastbeitrag die Kosten für die Feier eigentlich nicht mal im Ansatz. Für die Organisation der Party holt sich der Doktorand dann Hilfe von einem oder zwei Masters of ceremony (MC), die auch dafür sorgen, daß während der Party alles glatt läuft und daß sich der frisch gebackene Doktor auf Gäste und Programm konzentrieren kann.

Die Party selbst ist im Prinzip erst einmal ein recht formelles Abendessen. Man trägt Abendgarderobe und die Tische sind festlich dekoriert. Eine wichtige Institution während jeder Doktorfeier sind kurze Ansprachen. Der Opponent, die anderen Kommitteemitglieder, Familienmitglieder, Freunde, der Betreuer und jeder, der sich berufen fühlt, kann beim MC Bescheid sagen, der dann für Aufmerksamkeit sorgt und den Redner ankündigt. Der toastet dann dem Doktoranden zu, erzählt eine Anekdote oder überreicht ein Geschenk. Hier ist es üblich, daß sich Doktorand und Doktorvater beschenken. Außerdem organisieren auch die Freunde ein Geschenk, das im Laufe des Abends übberreicht wird.

Da sich in Schweden wahrscheinlich niemand amüsieren würde, gibt es noch eine wichtige Tradition, die auf keiner Doktorfeier fehlen darf: das Singen. Neben dem MC gibt es auch noch einen songmaster, der ein Heftchen mit Liedtexten zusammenstellt. Hin und wieder kündigt der songmaster dann an, welches Lied gesungen wird und stimmt es an. Die ganze Festgesellschaft singt mit und prostet sich dann am Ende zu. Die meisten Lieder sind nämlich Trinklieder.

Außerdem gibt es ein Lied, daß nach jeder Rede gesungen wird. Es ist eine Art Frage- und Artwortspiel zwischen dem Redner und den Zuhörern und läuft natürlich auch auf Trinken hinaus (ich hab leider nur den Schlager bei youtube gefunden, und der ist niemandem zuzumuten).

In unserer internationalen Adaption einer schwedischen Doktorfeier gab es natürlich verschiedenste Lieder, u.a. ein katalonisches und ein slowakisches. Außerdem hatten wir uns ein T-Shirt designt, daß wir alle anhatten und dann unserer Freundin geschenkt haben. Es gab ein Spiel, bei dem sie Cocktails erraten mußte. Und einen Vulkankuchen (kommt im nächsten Post). Die Spiele sind immer auf die jeweilige Person zugeschnitten. Wir hatten schon mal ein "Rate den Pfannkuchen"-Spiel, bei dem die Doktorin Pfannkuchenvariationen aus den zehn Ländern erraten mußte, in denen sie während der Doktorarbeit war. Wir hatten einen flashmob mit einstudierter Choreographie, verschiedene Quizze. Dabei ist natürlich ein großer Teil des Spaßes, all das im Geheimen vorzubereiten und dann während der Feier damit zu überraschen.

Alles in allem ist eine schwedische Doktorfeier also ziemlich anders als in Deutschland.

Dienstag, 30. April 2013

Grüße von der Nordseeküste

Statt Postkarte an dieser Stelle viele liebe Grüße von der deutschen Nordseeküste, wo sich über den 1. Mai eine ganze Reihe neuerdings 30jähriger Freunde von mir zum Feiern eingefunden haben. In der Schule hatte mein Klassenlehrer ja behauptet, wir hätten mit 30 keinen Kontakt mehr zueinander. Ätsch, denkste, Herr O!

Jedenfalls ist es schade, daß ich Donnerstag Nachmittag schon wieder auf Arbeit sein muß.

Mittwoch, 27. März 2013

Bizarrer Traum

Letzte Nacht hatte ich den wahrscheinlich bizarrsten Traum meines Lebens, so bizarr, daß ich ihn an dieser Stelle aufschreiben möchte.

Wer mich aus meinen Doktorzeiten kennt, weiß, daß ich kein gutes Verhältnis zu meinem ehemaligen, aus Island stammenden Chef, dem Betreuer meiner Diploarbeit, habe. Und das ist sehr milde ausgedrückt. Wenn ich ihn einmal im Jahr in Wien von Weitem sehen muß, wird mir noch immer ganz anders. Und auch wenn er in meinem Fachgebiet international erfolgreich und einflußreich ist, würde ich mich nicht freiwillig mit ihm an einen Tisch setzen.

Jedenfalls träumte ich letzte Nacht, daß mich eben dieser Mann besuchte, um mir mitzuteilen, daß ich eine Stelle für 5 Jahre in Island bekommen hätte und dort in den nächsten 10 Tagen einen Workshop zum Thema Tiefbohrungen besuchen müßte. Ich erinnere mich nicht mehr an sehr viele Details, aber ich weiß noch, daß ich meinte, ich hätte keine Zeit für den Workshop. Und: mein ehemaliger Chef war entgegen seiner tatsächlichen Art solariumsgebräunt und mit Goldkettchen behangen. 

Wahrscheinlich liest sich das alles komplett unspektakulär, wenn man ihn nicht kennt und wenn man damals nicht dabei gewesen ist. Und bei Träumen ist es ja so oft auch eher das Gefühl, das man hat und das meistens länger anhält als der Traum selbst. Auf jeden Fall ist dieser Traum für mich so eine Art "Snape im Kleid von Neville Longbottoms Oma"-Situation.

Dienstag, 1. Januar 2013

Das war 2012

Wieder mal ein Jahr vorbei, und entgegen meiner Gewohnheit habe ich dank Umzug wenig bis gar nicht darüber nachgedacht, was mir 2012 so gebracht hat. Das will ich jetzt wenigsten ins Kurzform nachholen.
 
Mein großer und fast einziger Vorsatz war, mit meinem neuen Job und den damit verbundenen Herausforderungen klarzukommen. Da ich noch immer am leben bin, keine meiner Lehrveranstaltungen zum Disaster geworden ist und ich auch noch nicht von meinen 5 Angestellten gelyncht wurde, verbuche ich meinen Vorsatz mal als erfüllt. Bis zu diesem Punkt, war es ein ganz schön stressiges Jahr, das aber auch ein paar Highlights hatte, auf die ich mich lieber konzentrieren möchte. Also hier bitte:
 
Meine Highlights 2012 und zwar ohne Ranking, sondern chronologisch rückwärts:
Ich wünsche Euch allen ein aufregendes und erfolgreiches neues Jahr 2013!

Donnerstag, 3. Februar 2011

1,5 Jahre Schweden

Heute ist mein 1,5jähriges Schwedenjubiläum. Ja, wie eigentlich überall vergeht auch hier die Zeit schnell, und man gewöhnt sich an so vieles. Eigentlich ist das schade, denn Gewöhnung heißt ja irgendwie auch Abstumpfung. Und wenn ich an meine ersten Tage und Wochen und auch Monate hier zurückdenke, dann bin ich durchaus irgendwie abgestumpft. Anfangs war ich voller Neugier und Faszination für die Unterschiede zwischen der deutschen Kultur und der schwedischen. Ich habe alles Neue auf mich wirken lassen und war erstaunt über so vieles.

Dagegen kenne ich mich heute eben gut genug aus, um nicht alles in Frage zu stellen. Man hat sich eben eingerichtet in seinem Leben und macht meist Tag für Tag die gleichen Sachen, trifft die gleichen Leute, kauft im Supermarkt die gleichen Dinge. Im Vergleich zu unserer neuen Doktorandin hier (auch eine Deutsche) bin ich eine alte Häsin, was das Leben in Schweden angeht. Das ist ja auch gut so, denn diesen Dauerbeschuß mit Eindrücken wie am Anfang und auch die eigene Beeindruckbarkeit kann man auf Dauer nicht so richtig gut verkraften. Deshalb ist der Mensch eben ein Gewohnheitstier. Man braucht einfach eine gewohnte Umgebung, um sich sicher zu fühlen.

Trotzdem trauere ich den ersten Tagen der Faszination ein bißchen nach. Deshalb werde ich mich in Zukunft wieder um ein wenig mehr Neugier (auf schwedisch nyfikenhet) bemühen. Versprochen.

Mittwoch, 26. Januar 2011

Verpaßtest Jubiläum

Da hab ich doch glatt den 2jährigen Blog-Geburtstag verpaßt. Na ja, immerhin hab ich mich noch im Januar dran erinnert. Auf ins nächste Jahr.

Freitag, 31. Dezember 2010

2010 - der große Jahresrückblick

Wann, wenn nicht heute, ist die Zeit, einen kleinen Rückblick zu bloggen. Also auf geht's:

Januar
  • Silvester mit unserem Besuch aus Göttingen bei Freunden hier in Uppsala, ein würdiger Start.
  • Wintersport im schwedischen Winter.
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
  • Sommerzeit, Gartenzeit.
  • Besuch aus Basel.
  • Besuch aus Martfeld.
August
September
Oktober
November
Dezember
So, das war mein Jahr. Mit sera und hiergiltdiestfu kann ich da natürlich nicht mithalten, aber es war ein gutes, ruhiges Jahr - genau das, was ich mir gewünscht habe.

Dienstag, 3. August 2010

Mein 1. Schwedenjubiläum!

Bevor ich heute irgendetwas arbeite, muß ich kurz dieses denkwürdigen Anlasses gedenken: Heute vor einem Jahr bin ich in Schweden angekommen. Gerade mußte ich noch einmal meinen Blogeintrag zu meiner Ankunft hier lesen. Die Zeit vergeht wirklich wie im Flug, nicht wahr? Aus einschlägigen Sendungen zum Thema Auswandern im TV weiß man ja: Wenn man es 1 Jahr aushält, hat man es geschafft.

Dabei würde ich nicht mal von Aushalten sprechen. In Schweden läßt es sich mehr als nur aushalten. In dem einen Jahr ist sooooo viel passiert, aber ich kann jetzt aus Erfahrung berichten, daß es auch fast ein Jahr dauert, bis man wirklich angekommen ist. Es gibt einfach zu viele neue, d. h. ungewohnte Dinge:
  • eine neue Sprache
  • neue Kollegen, Bekannte und Freunde
  • ein neuer Jobb mit neuen Aufgaben, Methoden etc.
  • ein neues Heim
  • eine neue Umgebung, inklusive anderem Klima, anderer Natur, anderer Architektur etc.
  • neue Behörden, Banken, Versicherungen
  • neue Essensangebote
  • ...
All das hat man in gewissem Maße auch, wenn man innerhalb Deutschlands in eine andere Stadt umzieht, aber definitiv nicht in derart geballter Form. Auswandern ist also ein Langzeitprojekt, das viel Kraft, Ausdauer, Offenheit, Initiative, Zeit und auch sehr viel Geld erfordert. Ein wirklich einschneidender Punkt im Leben, der bestimmt vergleichbar ist mit Familiengründung.

Nach einem Jahr kann ich auch sagen, daß ich immer noch am Anfang stehe. Zwar bin ich mit den wesentlichen Dingen des Alltags vertraut, ich spreche einigermaßen fließend schwedisch, ich habe Freunde (90% davon sind keine Schweden), ein Zuhause und bin mit meiner Arbeit zufrieden, aber das bedeutet nicht, daß es nicht noch Raum gibt für Verbesserungen. Es erfordert definitiv Überwindung, am Telefon einen Termin zu machen z.B. mit der Autowerkstatt. Ich bin mit meinem Schwedisch noch nicht so zufrieden, wie ich es gern wäre. Ich wäre gern in der Lage, richtigen small talk zu machen, so höflich zu sein, wie ich es für angemessen erachte, meine Lehrveranstaltungen wenigstens teilweise auf schwedisch zu halten. Außerdem hätte ich gern Kontakt zu echten Schweden in meiner Umgebung, mit denen ich nicht zur Not englisch sprechen kann. Dazu muß ich mir ein Hobby suchen oder irgendwie Kontakt zu meinen Nachbarn knüpfen, was beides nicht einfach ist und Überwindung verlangt. Aber all das sind wenigstens Ziele, die ich in meinem 2. Jahr in Schweden angehen kann.

Es gilt also noch immer, was ich vor einem Jahr sagte: Ich lebe noch, es geht mir gut, Schweden ist schön!

Freitag, 19. März 2010

Ein Jahr danach

Ich hatte es im Gefühl, daß da was war im März. Und doch hab ich mich erst zu spät erinnert: gestern vor einem Jahr war meine Verteidigung. Meine Güte, die Zeit vergeht wirklich wie im Flug. Und bis auf mein Leben hat sich eigentlich nichts verändert. Da soll noch einer sagen, der Doktor wäre nicht lebensverändernd.

Ach ja, mein 4jähriges Diplomjubiläum letzte Woche hab ich auch verpennt.

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Südpaket

Heute gabs eine ganz tolle Überraschung, als wir nach Hause kamen: ein Südpaket mit essentiellen Zutaten für ein ganz schönes, eingeschneites Wochenende. Nach einen Spaziergang zum See wird es also am Samstag Glühwein aus original Göttinger Weihnachtsmarkttassen und eine DVD geben. Wir haben uns riesig gefreut. Vielen, vielen Dank!

Dienstag, 1. Dezember 2009

Flyttning - Teil 1

So, nachdem nun alles vorueber ist, möchte ich endlich vom Umzug berichten. Im Nachhinein kommt es mir vor, als wäre ich eine Woche aus der Realität ausgeklinkt worden, und ich finde mich erst langsam wieder zurueck. Es ist so viel passiert in der einen Woche, dass ich es wohl kaum schaffen werde, alles jetzt zu bloggen. Aber ich fange erstmal an.

Preflyttning: Donnerstag & Freitag vorletzte Woche

Nachdem ich am Abend zuvor meine Katzen in die Obhut zweier Kollegen gegeben hatte, konnte die Reise im Prinzip losgehen. Zuvor musste ich jedoch noch mein Auto zum schwedischen TUV (eigentlich mit Punktchen drueber, aber hat die schwedische Tastatur leider nicht), dem sogenannten bilprovning. Die besiktning ist jährlich fällig und musste jetzt unbedingt gemacht werden. Zum Glueck hatte mir mein Vermieter noch einen Termin besorgt fuer Donnerstag 8:20. Leider hat er mir die falsche der beiden Stationen genannt, sodass ich erst noch in 10 Minuten durch die ganze Stadt fahren musste, um die andere zu suchen. Dann ging es aber ganz einfach: die Anmeldung erfolgt durch Eingabe des Nummernschildes ueber einen Touchscreen. Dann fährt man auf den Warteplatz vor die Tore und wartet, bis man reinfahren darf, entrichtet einen Betraf von 300 SEK und wartet, bis die Herren das Auto ueberprueft haben. Dabei werden Lichter, Bremsen, Stossdämpfer etc. geprueft. Urteil war gut. Nur die Radlager sind nicht in Ordnung und hinten haben 2 Lichter die falsche Farbe. Insgesamt hat die besiktning aber nur 20 Minuten gedauert.

Dann habe ich mich von meiner Katzensitterin mit meinem Auto zum Flughafen fahren lassen, wo ich noch einiges an Zeit hatte, bis mein Flug ging. Der Flug selbst und die Zugfahrt nach Göttingen waren gluecklicherweise ereignislos, abgesehen von der bemerkenswert guten Laune des Piloten, der beim Landanflug gleich noch ein paar touristische Hinweise ueber die Stadt Celle und beim Aussteigen einen Kommentar ueber das grandiose Wetter in Niedersachsen loswerden musste. Das Wetter war aber auch wirklich phantastisch: Sonne, 12 Grad und hell bis halb 6 abends!

In Göttingen angekommen, hab ich mich am Bahnhof gleich mit einer sehr guten Feundin zum Kaffee getroffen, während ich auf meinen Friseurtermin gewartet habe. Einfach mal wieder ein bisschen quatschen und lecker Kaffee trinken. Und dann war ich bei meiner Stammfriseurin. Ach ist das schön, endlich wieder eine Frisur zu haben! Glaubt mir, man möchte bei einer empfindlichen Sache wie der Frisur seine Wuensche in seiner Muttersprache erklären können. Noch dazu ist ein Haarschnitt in Schweden wesentlich teurer.

Ansonsten gab es dann am Donnerstag nur noch einen gemuetlichen Abend, sozusagen um die Ruhe vor dem Sturm auszunutzen.

Am nächsten Morgen ging es dann mit dem Zug ueber NDH nach Sondershausen und weiter zu meinen Grosseltern. Endlich wieder Hausmannskost! Und Familie nicht zu vergessen! Felix abends war auch grandios. Ich hätte nicht gedacht, dass so viele kommen. Ich hab mich jedenfalls riesig gefreut und hatte eine Menge Spass - auch danach noch im CC, auch wenn ich den Schlaf dringend gebraucht hätte. Danke, dass Ihr alle da wart! Wir sehen uns dann am 25.12. an gleicher Stelle wieder. Der Tisch ist ja schon bestellt.

Montag, 9. November 2009

20 Jahre danach

Auch wenn ich mich sonst nicht sonderlich für Politik interessiere, muß ich heute mal eine Ausnahme machen. Schließlich gab es heute vor 20 Jahren das politische Ereignis, das mein Leben und das meiner Familie und vieler meiner Freunde auf lange Sicht hin für immer verändert hat: der Mauerfall. Ich war zwar damals gerade in die Schule gekommen, aber schon damals begriff ich, daß da etwas Besonderes geschehen war.

Im Nachhinein kann ich kaum ermessen, wie sich mein Leben entwickelt hätte, wenn die Mauer damals nicht gefallen wäre. Ganz sicher ist: Ich hätte wohl nicht studiert. Ich hätte bestimmt nicht "im Westen" studiert. Ich wäre ganz sicher nicht so weit gereist, wie ich das bisher schon getan habe. Und ich würde heute garantiert nicht in Schweden wohnen.

Ich kann nur spekulieren, daß sich mein Leben wohl "ganz normal" gestaltet hätte: Nach der 10. Klasse hätte ich wohl eine Lehre gemacht, gearbeitet, dann irgenwann geheiratet, einen Trabi gekauft, Kinder bekommen und in einer Wohnung im Plattenbau in meiner Heimatstadt gewohnt. Und das alles schon vor Jahren. In meinem Alter hätte ich wohl schon 2 Kinder im Kindergarten, würde wieder arbeiten und im Sommer an die Ostsee fahren. Diese Vision gründet sich natürlich darauf, wie ich es in meiner Kindheit beobachtet habe, und beinhaltet nicht die Option, das sich das Leben in der DDR weiterentwickelt hätte. Was ich beschrieben habe, ist das Leben der Generation meiner Eltern, die am 9. November 1989 28 und 30 Jahre alt waren.

Macht schon ziemlich nachdenklich, gerade weil dieses alternative Leben so greifbar und vorstellbar ist.

Freitag, 31. Juli 2009

Mein Juli

Ja, der Juli ist schon wieder vorbei, und irgendwie hatte ich den Eindruck, es war viel los. Immerhin gab es:
  • 1 Doktorurkunde
  • 2 Disputationen
  • 1 Doktorparty
  • 3 Geburtstage
  • 1 Hochzeit
  • 1 Friseurtermin
  • 2 Besuche in der Autowerkstatt
  • 1432 km (mindestens) unterwegs durch Deutschland
  • 2 Kinobesuche
  • und unzählige Kartons, die jetzt teilweise gepackt sind.
Insgesamt war dieser Monat also ziemlich ereignisreich. Es wäre bestimmt auch schön gewesen, ein paar ganz ruhige Wochen zu haben, bevor es im August in einen neuen Lebensabschnitt geht, aber so hatte ich wenigstens Gelegenheit, viele meiner Freunde wiederzusehen und mich zu verabschieden.

Heute Abend fange ich dann auch mal ernsthaft an zu packen. Es wird langsam Zeit. Irgendwie habe ich schon jetzt den Eindruck, die Hälfte vergessen zu haben.

Dienstag, 28. Juli 2009

Abschiedswoche

Meine letzte Woche in heimischen Landen ist angebrochen, bevor es am Montag nach Schweden geht; und ich habe verständlicherweise einiges zutun: vorwiegend packen, aber eben auch Abschied nehmen von dem Ort, an dem ich die letzten 8 Jahre gelebt habe.

Zum Abschied gehört neben einem Kaffee-und-Kuchen-Nachmittag heute mit meinen Kollegen und einem Gläschen Sekt am Freitag mit anderen Kollegen, einem französischen Käseabend mit Freunden, Kino am Donnerstag und Essen gehen mit der Familie am Wochenende auch, daß ich nochmal die ganz alltäglichen Dinge genieße, die ich an meinem Leben hier so mag, z.B.
  • sonntags morgens aufstehen und mit meiner National Geographic auf dem Balkon frühstücken
  • beim Bäcker um die Ecke mein übliches halbes Landbrot für 1,38€ kaufen
  • meine Jogging-Runde oben auf dem Niko-berg
  • Schnitten-Hüpfen im Uni-Sport
  • die tägliche Kaffeepause mit meiner Freundin
  • spielen mit meinen Raubtieren
  • ...