Sonntag, 26. Februar 2012

Apfelciderproduktion

Gestern haben wir endlich unseren letzten Cider der Herbstäpfel von 2011 abgefüllt. Nach 5 Monaten ist der Cider jetzt fast fertig. Grund genug, mal zu berichten, wie man eigentlich Cider herstellt.

Zubehör
Weinbalon
Gummistopfen mit Loch
Gärröhrchen
Schlauch
Trichter
Flaschen
Kronkorken
Verkorker
lebensmittelsicheres Desinfektionsmittel
Refraktometer zur Zuckerbestimmung

Zutaten
Apfelsaft ohne Konservierungsmittel
Weinhefe, z.B. Burgunder
Zucker
Zubereitung
1. Wir lassen unseren Apfelsaft aus eigenen Äpfeln in einer Mosterei pressen. Dort bekommen wir den Saft unserer eigenen Äpfel ohne irgendwelche Zusatzstoffe. Für einen 20 l Weinbalon braucht man, wie der Name schon sagt, 20 l Apfelsaft, welchen man in den Balon füllt. Mit Hilfe eines Refraktometers kann man den Zuckergehalt des Saftes bestimmen, was wichtig ist, wenn man später den Alkoholgehalt des Ciders zu kontrollieren.
2. Als nächstes stellt man einen Gärstarter aus Hefe - wir verwenden Trockenhefe - und einem Glas Apfelsaft her. Beides mischt man zusammen und läßt es einige Stunden (mindestens 3) stehen, bis die Gärung beginnt (das ganze wird schaumig und "wächst").
3. Den Gärstarter gibt man dann zum Saft und verschließt den Weinbalon mit einem Stopfen und setzt ein Gärröhrchen auf den Stopfen. Das Gärröhrchen füllt man vorher mit Wasser, damit die Gärgase raus- aber keine Luft reinkommen kann.
4. Jetzt heißt es warten und die Gärung beobachten. Am besten wäre es, den Weinbalon in einem Raum mit gleichmäßiger Temperatur zu platzieren. Die Hefe setzt den Zucker im Apfelsaft in Alkohol um. Dabei wird Kohlendioxid freigesetzt, das aus dem Gärröhrchen blubbert. Wenn das Blubbern aufhört, heißt das, daß kein Zucker mehr im Saft ist.
5. Je nach gewünschtem Alkoholgehalt (Alkhol ist auch ein Konservierungsmittel für den Cider) gibt man schrittweise noch Zucker zu. Man sollte nich zu viel Zucker auf einmal zugeben, weil das Stress für die Hefe bedeutet. Die Menge hängt vom ursprünglichen Zuckergehalt des Apfelsaftes ab (dafür das Refraktometer). Wir haben verschiedene Weinbalons angesetzt mit unterschiedlichen Hefen. Die meisten haben wir dann so weit nachgezuckert, daß der finale Alkoholgehalt 8% beträgt. Der Cider, den wir gestern abgefüllt haben, hat einen Alkoholgehalt von 10%.
6. Die Gärung erreicht ihren Höhepunkt meist nach 2-3 Tagen und dauert einige Wochen bis zu 2 Monaten. Das hängt auch etwas von der Raumtemperatur ab. Im Allgemeinen schadet es nicht, den Weinbalon noch etwas länger stehenzulassen. 
7. Mit dem Abfüllen sollte man warten, bis sich fast alle Trübstoffe am Boden des Weinbalons abgesetzt haben.

Abfüllen
Beim Abfüllen ist Sauberkeit von größter Wichtigkeit. Bei uns hat sich folgendes Verfahren bewährt:
1. Bierflaschen gründlich reinigen. Die Etiketten lassen sich am besten nach einem Schnellwaschgang ohne Trocknen in der Spülmaschine entfernen. Dann noch von innen und außen gründlich putzen.
2. Eine Lösung aus Wasser und lebensmittelsicherem Desinfektionsmittel herstellen. Die Flaschen damit füllen und 5 min einwirken lassen. Dann die Flaschen entleeren und gründlich ausspülen. Dann den letzten Rest Wasser ausschütten.
3. Den Schlauch ebenfalls gründlich ausspülen und desinfizieren.
4. Den Weinbalon auf den Tisch oder einen Stuhl stellen. Die Flaschen auf dem Boden aufreihen. Mit dem Schlauch die Flüssigkeit aus dem Balon ansaugen und die Flaschen bis einige cm unter dem Rand befüllen. Dabei darauf achten, daß das Schlauchende oberhalb des Bodensatzes bleibt.
5. In jede Flasche etwas Zucker füllen: ca. 4 g auf eine 0,33l Flasche und bis zu 8 g auf eine 0,5l Flasche. Dieser Zucker sorgt nach dem Verkorken dafür, daß die Hefe noch einmal zu arbeiten anfängt und Kohlensäure produziert.
6. Die Flaschen verkorken, von außen abwischen und beschriften.
7. Dann können die Flaschen z.B. im Keller für mindestens 1 Monat gelagert werden. Die Flaschen sollten noch 2-3 mal gedreht werden, damit sich der Zucker ordentlich auflöst.

Unsere Ciderproduktion ist mittlerweile in ihren 2. Jahrgang eingetreten, und wir haben im Vergleich zum ersten Mal natürlich auch dazugelernt und das Verfahren verfeinert. Zum Beispiel haben wir mit verschiedenen Apfelsorten und Hefearten experimentiert, und festgestellt, daß beides einen großen Einfluß auf das Ergebnis hat. Unser derzeitiger Favorit ist Champagnerhefe.

Cider selber zu machen ist ein langwieriges und teilweise zeitintensives Hobby. Die Anschaffungskosten sind überschaubar, zumal man die Teile jedes Mal wiederverwenden kann. Ansonsten beschränken sich die Kosten auf Saft, Hefe, Zucker und Kronkorken. Damit kommen wir auf etwa 30 bis 50 cent pro 0,5 l Flasche. Der Zeiteinsatz ist schwer abzuschätzen, am längsten dauert wohl das Abfüllen.

Und das ist ja für diese Saison erstmal geschafft. Im Keller ruhen jetzt ca. 50 l Apfelcider und warten auf warme Tage.

Donnerstag, 23. Februar 2012

Studentenperspektive - Teil 2

Heute und morgen sitze ich mal wieder in dem Kurs für Betreuung von Doktoranden, der vor einem Monat angefangen habe. Heute geht es um Diversität. Ein Doktor der Theologie, der hier in der Pädagogik arbeitet, spricht über Diversität und Diskriminierung. Was ein bißchen seltsam ist, ist, daß er sich eingangs geweigert hat, diese Begriffe zu definieren. In der Gruppe waren wir uns einig, daß dies eine sehr geisteswissenschaftliche Herangehensweise ist.

Mittlerweile haben wir eine sehr lebhafte Diskussion darüber, wie man einen Doktoranden auswählt, ohne zu diskriminieren. Z.B. wenn man jemanden für eine Doktorarbeit mit Mikroskoparbeit sucht, und es bewirbt sich jemand, der rotgrünblind ist. Wenn man ihn daraufhin nicht zum Vorstellungsgespräch einlädt, dann ist das Diskriminierung aufgrund einer Behinderung.

Ist schon interessant, nur wie immer steht meine eigentliche Arbeit nicht still. Deshalb sitze ich hier ein bißchen ruhelos rum, schaue aufs Schloß draußen und denke darüber nach, was ich nachher noch zutun habe. Gleich gibt es Mittagessen. Wenigstens ist das Essen im Kurs enthalten, und heute gibt es wie jeden Donnerstag in ganz Schweden Erbsensuppe mit Thymian und Senf (ärtsoppa) und zum Nachtisch Pfannkuchen (pannkakor) mit Schlagsahne und Himbeermarmelade. Ich weiß aber noch nicht, ob ich das esse. Das ist nämlich so schwer, daß es einen Mittagschlaf erfordert, was mitten im Kurs ziemlich schwierig werden könnte. Ich bin also gespannt, was es zu essen gibt.

Sonntag, 19. Februar 2012

Kreativprojekt E-Book-Reader-Taschen-Tasche

Ich gebe zu, ich bin mitunter etwas ungeduldig, wenn es darum geht, vom Anfänger zum Fortgeschrittenen zu werden. Meine E-Book-Reader-Taschen-Tasche (EBRTT) ist ein Beispiel dafür. Die Tasche ist etwa 25 x 18 x 6 cm groß und enthält 3 Innenfächer für meinen E-Book-Reader in seinem Etui, einen Kopfhörer mit Bügel, das Datenübertragungskabel und die Klemm-LED-Lampe, sowie ein Deckelfach mit Reißverschluß für Batterien für die Lampe. Innen ist die EBRTT rot. Die Fächertrennwände und die Außenseite sind schwarz mit weißem Muster. Die Kante des Deckels ist gesäumt von einem breiten, roten Filzband.
Links ist ein Fach für die Klemm-LED-Lampe, deren Hals in schwarz rüber in das Fach des Kopfhörers reicht. Das Kopfhörer- und das Reader-Fach sind beide jeweils etwa 20 cm lang und 2,5 cm breit. Aus Ermagelung einer dritten Hand konnte ich die Tasche leider nicht richtig für das Foto "aufspannen". Die rechte Seite ist natürlich genauso breit wie die linke.
Auch wenn man nur etwa 1 Quadratmeter Innen- und Außenstoff, sowie das Band für die Kante und den kleinen Reißverschluß neben Garn und Stecknadeln benötigt, ist die Tasche alles andere als simpel zu nähen. Ich habe einige Stunden mit der Planung und noch mehr Stunden mit der Durchführung verbracht. Nähen erfordert einiges an 3D-Vorstellungsvermögen, da man ja irgendwie alle Teile "rückwärts" und möglichst von links zusammennäht. Im Fall der EBRTT fängt man mit den Trennwänden der Fächer an, näht dann die Reißverschlußtasche, die dann auf die Innenseite des Deckels genäht wird. Dann näht man die Innentasche und die Fächer nach und nach zusammen, bevor man schließlich die "Außenhaut" links herum mit der Innentasche zusammennäht. Am Ende krämpelt man alles auf rechts, sodaß nur noch die Kante des Deckels offensteht. Dort schlängt man dann die Säume nach innen, wickelt das Filzband herum und vernähnt alles mit 2 parallelen Nähten.
Mein Plan, wie die Tasche zusammenzubauen ist. Hinzu kam ein Schnittmuster, das ich nach dem Plan angefertigt habe.
Klingt kompliziert? Ist es auch. Ich hatte einige Knoten im Hirn während des Zusammennähens. Umso stolzer bin ich auf das Ergebnis.

Kreativprojekt Katzenkissen

Material:
ca. 1 x 1,5 m Stoff
Polyesterflocken, z.B. aus einem alten Kissen oder einem neuen (für 70 Cent bei IKEA zu haben)
Garn in einer passenden Farbe
Stecknadeln

1. Stoff zuschneiden: je nach gewünschter Größe, zwei kreisförmige Stoffstücke und ein langes schmales Stück, das in seiner Länge dem Umfang des Kissens und in seiner Breite der Höhe des Kissens entspricht.
2. Alle Teile mit Stecknadeln Stück für Stück zusammenstecken und nach dem "Tortenprinzip" linksrum zusammennähen. Eine kleine Öffnung zum Befüllen und Umdrehen lassen.
 3. Den Kissenbezug auf rechts drehen.
 4. Mit Polyesterflocken befüllen.
5. Die Öffnung verschließen, in dem man den Stoff nach innen umklappt und dann über die Kante nähnt.
6. Fertig. Ginny ist begeistert

Schwierigkeitsgrad: ** (von 5)
Kosten: ca. 5 €
Zeitaufwand: ca. 30 min

Samstag, 18. Februar 2012

Neues altes Hobby

Ja, ich habe jetzt eine Nähmaschine. Das fügt ein weiteres biederes Hobby zu meinem Repartoire hinzu. Eigentlich habe ich als Kind schon auf unserer alten Singer genäht. Aber im Gegensatz zu meiner unglaublich kreativen und in allen Künsten versierten Schwester habe ich meine Kreativität seit Schulzeiten ziemlich verkümmern lassen. 

Vor ein paar Jahren habe ich mir dann aufgrund kreativer Verwahrlosung das Stricken wieder beigebracht (meine beiden Omas sind in meiner Kinderzeit mehrfach an dem Versuch gescheitert). Beim Stricken habe ich es mittlerweile den Schritt von glatt gestrickten Schals über Socken zu Mützen und Handschuhen mit Zöpfen und mehreren Farben gebracht. Ich versuche mich halt nach und nach zu steigern.
Mein monumentaler Schal mit Zopf- und Sternchenmuster mit dazu passender Mütze. Wahrscheinlich der einzige Schal, der in 3 Ländern gestrickt wurde.
Meine fingerlosen Handschuhe hatte ich ja schon im Herbst fertiggestellt. Da aber noch so viel Wolle übrig war, habe ich im gleichen Muster noch eine Mütze gestrickt, letztere ging überraschend schnell: der Großteil entstand auf dem Flug nach Island im Januar.
Jetzt fange ich also wieder an zu Nähen. Ich erinnere mich dunkel an ein paar Sachen, zumal die W6 vom Prinzip her ähnlich funktioniert wie die alte Singer. Ich muß mich halt wie beim Stricken von simpelsten Nähstücken (hab einen Vorhang rumgenäht) langsam zu schwierigeren Sachen hocharbeiten. Zu Übungszwecken habe ich deshalb die beiden Kissenbezüge auf dem Bild oben aus aussortierten Klamotten genäht. Und die Einsteckvariante mit Überschlag statt Knopfleiste, wie es bei der schwedischen Bettwäsche üblich ist, ist auch recht einfach zu machen. Als nächstes ist ein Kissen für den Katzenkorb dran.

Donnerstag, 16. Februar 2012

Dozentenperspektive

Heute habe ich endlich meine Lehre in diesem Winter hinter mich gebracht. Ich habe zum ersten Mal ein Praktikum zur Analyse geologischer Karten in einem Kurs über Strukturgeologie unterrichtet. Dieser umfaßte insgesamt 21 Unterrichtsstunden aufgeteilt auf 7 Nachmittage mit jeweils 3 Stunden. Da so ein Kurs auch vorbereitet werden muß, habe ich auch die ein oder andere Stunde (nicht zu wenige davon waren auch an Abenden und Wochenenden) mit dem Computer, Millimeterpapier, Geodreieck und Taschenrechner zugebracht. Zum Glück habe ich noch guten Kontakt zu einem Kollegen, der mich 2002 in Göttingen in diesem Fach unterrichtete. Der hat mir sein Lehrmaterial zur Verfügung gestellt, was mir eine unglaubliche Hilfe war. Ein großes Danke geht deshalb nach Göttingen!

Den Kurs besuchten insgesamt 23 Studenten des 6. Semesters im Bachelorstudiengang Geowissenschaften. Die meisten waren tatsächlich aus Schweden. Außerdem waren auch ein paar Austauschstudenten dabei: eine Italienerin, ein US-Amerikaner, eine Kroatin, ein Kanadier und ein Franzose. Deshalb kam auch nicht das Bedürfnis auf, den Kurs auf schwedisch abzuhalten.

Im Rückblick muß ich sagen, daß ich zufrieden bin damit, wie meine Planung aufgegangen ist, wie die Studenten reagiert und gelernt haben und wie ich alles überstanden habe. Trotzdem bin ich nach wie vor der Meinung, daß Unterrichten als Sport anerkannt werden sollte. Das ist echt anstrengend, vor allem so 3 Stunden am Stück. Deshalb bin ich jetzt auch erst mal froh, daß es überstanden ist. Den Studenten steht noch die Klausur bevor, die ich dann noch korrigieren muß. Trotzdem habe ich in nächster Zeit hoffentlich ein bißchen weniger Stress.

Sonntag, 5. Februar 2012

In, um und auf dem See

Endlich ist der Winter auch in Schweden angekommen. Wie im Rest Europas hat auch uns das Russland-Tief fest im Griff. Aber nach dem enttäuschenden Wetter der letzten Monate sind -15°C  und 10 cm geradezu schön. Da nimmt man auch Nächte mit -23°C in Kauf. Wir haben diesen Winter im Vergleich zum letzten schon eine Menge Strom und Holz gespart, da machen ein zwei Monate mit winterlichen Temperaturen nicht so viel aus.

Letztes Wochenende, das ich hauptsächlich mit Arbeiten verbracht habe, waren wir dann für einen längeren Spaziergang bei/an/auf/um unserem Haussee. Der ist nämlich komplett zugefroren. Außerdem haben die Anwohner Spuren für Skilanglauf und Schlittschuhlaufen in den Schnee auf den See gefahren.

Deshalb konnte ich es in der stressigen Woche auch kaum erwarten, daß wieder Wochenende ist, damit wir Skilaufen können. Das haben wir dann gestern und heute auch gemacht. Jeweils eine Runde auf der 4,75 km langen Runde. Das war trotz -11°C sehr schön. Endlich mal wieder rauskommen!

Loipe, Eislaufbahn und Spazierstrecke in einem.
Aus dieser Perspektive haben wir unseren See vorher noch nie gesehen.
Ja, die Sonne steht immer noch ganz schön tief am Himmel. Aber sie wärmt sogar schon wieder ein bißchen.
Ein Anwohner, der mit den typischen schwedischen Schlittschuhen unterwegs ist.
Gestern beim Skifahren.
Parkplatzmangel gibt es bis Ende März auf jeden Fall keinen.

Freitag, 3. Februar 2012

Supervulkane im tödlichen Würgegriff der Physik

Am 1. Februar ist im berühmten Wissenschaftsjournal Nature ein Artikel über Magmenentwicklung im Santorin-Vulkan in Griechenland erschienen. Solche Nature-Artikel erhalten immer eine Menge Aufmerksamkeit von Seiten der Presse. Dieses Mal wurde auch mein Chef interviewt, und zwar zum einen von einem Journalisten von Spiegel Online und zum anderen von einer schwedischen Journalistin vom Wissenschaftsradio. Da es der Presse irgendwie nie schnell genug gehen kann, wurde auch mein kompletter Arbeitsalltag durcheinander gewirbelt, weil ich helfen  mußte, die Antwort an den deutschen Journalisten zu formulieren, und beim Interview mit der schwedischen Radiotante dabei war. Nun ja, ein bißchen Abwechslung hat noch keinem geschadet. Ich mußte nur leider meinen Friseurtermin verschieben.

Zwei Tage später erschien dann sowohl das Radiointerview als auch der Spiegel-Artikel. Letzterer ist ganz schön reißerisch ausgefallen. Irgendwie hatte es der Spiegel-Journalist mit seinen Fragen auch darauf abgesehen, eine Sensationsstory zu schreiben. Zum Beispiel war eine seiner Fragen, ob es denn jetzt überhaupt keine Vorwarnzeiten vor einem großen Ausbruch eines Supervulkans gäbe. Dazu muß man sagen, daß in dem Artikel von der minoischen Eruption auf Santorin vor 3600 Jahren handelt. Dieser Ausbruch war zwar groß und hat zum Niedergang der minoischen Kultur geführt, das macht Santorin aber noch lange nicht zum Supervulkan. Außerdem sprechen die Autoren des Artikels von erhöhter Aktivität innerhalb von etwa 10 Jahren vor dem Ausbruch. Das sollte doch etwas Zeit zum Kofferpacken lassen. Die Effekthascherei des Spiegel-Journalisten ist übrigens auf Ironie von Seiten der Leser gestoßen. Besonders gelacht habe ich über den Kommentar von Robert_Rostock: "Vulkan-Kraft, nein danke! Dann wird es allerhöchste Zeit für einen Vulkanausstieg! Zumal es ja für die Endlagerung des ganzen Magmas ja noch keinerlei Konzepte gibt"
Auch der Kommentar von Jens Schuetz auf die Frage "Kann ich mich gegen Supervulkane versichern?" war nicht schlecht: "Vulkane sind in meiner Versicherung mit drin, wenn auch nur begrenzt auf zwei Eruptionen pro Woche, sind es drei wird der Schaden von der dritten nicht uebernommen... Da Supervulkane nur eine Unterkategorie der ganzen Vulkanklasse sind muessten die mit abgedeckt sein." Köstlich.
Ansonsten sind einige Kommentare einfach nur Schwachsinn. Ich sage nur "Im tödlichen Würgegriff der Physik"