Heute vor 4 Jahren bin ich nach Schweden gekommen!
Gewöhnlich philosophiere ich ja zu meinem Jahrestagen immer, was sich seit dem Anfang und seit dem letzten Jubiläum so ereignet hat. Nach einem Jahr fühlte ich mich noch immer, als stände ich am Anfang. Nach zwei Jahren fand ich mich einigermaßen zurecht. Nach drei Jahren fühlte ich mich hier zu Hause. Was kann sich da nach einem weiteren Jahr schon noch getan haben?
Der wahrscheinlich größte Unterschied zum letzten Mal ist wohl, daß ich in meinem eigenen Haus sitze und blogge. Das ist schon ein riesiger Schritt. Und rein arbeitstechnisch habe ich mich recht gut eingefunden in meine Stelle, die seit letztem September ja auch teilweise eine Führungsrolle im Institut beinhaltet. Beides, das eigene Haus und meine Arbeit, hat irgendwie dazu geführt, daß ich näher als je zuvor am Eingang zur schwedischen Kultur stehe.
Ich bilde mir ganz und gar nicht ein, daß ich tatsächlich einen echten Einblick habe. Bisher habe ich wirklich nur beobachtet. Ich kenne wenige Schweden privat, und es fehlt mir einfach an einem Hund oder Kind, um wirklich Kontakt aufnehmen zu können. Trotzdem habe ich im letzten Jahr noch einmal wahnsinnige Fortschritte beim schwedisch Sprechen gemacht. Ich kann jetzt richtig small talk halten. Vor einer halben Stunde habe ich doch tatsächlich mit unserer Nachbarin geredet, sie überredet unsere Katzen zu füttern und ihr beim Stachelbeeren pflücken geholfen. Das ist für mich ein Meilenstein der Kontaktaufnahme. Mittlerweile sind schwedische Konversationen um mich herum oder im Radio auch nicht mehr nur Hintergrundrauschen.
Vielleicht wird Jahr 5 ja das Jahr der echten Kontaktaufnahme. Wer weiß? Ich bin gespannt.



