Donnerstag, 29. Dezember 2011

Hollywood kopiert Schweden

Nachdem vor einiger Zeit Hollywood über Schweden hergefallen ist, um Stieg Larssons "Verblendung" (im schwedischen Original "Män som hatar kvinnor" und im jetzigen englischsprachigen Original "The girl with the dragon tattoo") nachzudrehen, mußte ich dieses Remake unbedingt sehen, zumal ein kleiner Teil des Films in Uppsala gedreht wurde. Ich bin dem amerikanischen Bedürfnis, das Rad jedes Mal neu zu erfinden, sprich gute und erfolgreiche internationale Filme nochmal nachzudrehen, gegenüber eigentlich skeptisch eingestellt. In diesem Fall konnte ich es erst recht nicht verstehen, weil die original Stieg Larsson Filme sehr, sehr gut gemacht sind. Ich bin also mit einem guten Maß Skepsis ins Kino gegangen.

Ich möchte jetzt auf keinen Fall den Inhalt des Filmes wiedergeben oder die eigentliche Geschichte bewerten. Was viel mehr interessiert, sind die folgenden Fragen:
 
Unterscheidet sich das Remake stark vom Original?
Nun ja, es wurde schon sehr darauf geachtet, den Inhalt nicht so stark zu verändern. Der wesentliche Handlungsverlauf ist gleich. Vielleicht sind es etwas weniger Details. Vor allem gegen Ende nimmt das Tempo stark zu und wirkt etwas gehetzt. Auch wird etwas weniger über die Personen und ihre Hintergründe berichtet.
Der größte Unterschied besteht tatsächlich darin, daß es natürlich andere Schauspieler in den Hauptrollen gibt: Daniel Craig als Journalist Mikael Blomkvist und Rooney Mara als Lisbeth Salander. Die Original-Lisbeth Noomi Rapace ist durch ihre Rolle zur Legende geworden und spielt derzeit die weibliche Hauptrolle im zweiten Sherlock Holmes Film. Sie hat die Rolle derart gut gespielt mit echtem Mut zur Häßlichkeit, daß jede andere Schauspielerin nur eine Kopie sein kann. Und so hat Rooney Mara ihre Sache zwar gut gemacht, aber war irgendwie zu hübsch und zu stylisch. Eine Holywood-Interpretation eben. Da kam ein deutlich normalgewichtigerer (er hat für die Rolle seine Bond-Form weggefuttert) Daniel Craig als Antiheld Mikael realistischer Rüber. Gestört hat nur, daß man mit dem Gesicht immer James Bond assoziiert, was irgendwie seltsam rüberkommt in der Kulisse. Übrigens ist aber der Vorspann des Films sehr Bond-mäßig.

Wie schwedisch ist das Hollywood-Remake des Films denn noch?
Der Film ist überraschend schwedisch. Alles (zumindest die Außenszenen) wurden in Schweden gedreht: recht viel in Stockholm, dann auf der Insel, wobei ich keine Ahnung habe, wo genau die ist, und dann die Szenen in Hedestad, die in Uppsala auf der Drottninggatan unterhalb des Schlosses gedreht wurden. Die Szenerie spielt eine ziemlich große Rolle, weshalb man viele Details sieht wie die U-Bahn in Stockholm, die schwedische Bahn, das Anwesen und das Sommerhaus auf der Insel, Polizeireviere, usw. Auch auf andere Details wurde geachtet: Sämtliche Marken von Kaffee und Brötchen zum Mitnehmen, Kaffeeautomaten, Fernsehsender, Polizeiuniformen sind echt. Für mich ist das etwas seltsam, daß es in einem Hollywoodfilm genauso aussieht wie in meinem Alltag. Vielleicht kennen sich ja Leute mit Tatortkommissaren in ihrer Stadt damit besser aus. Für mich ist es seltsam.
Ach ja, geschätzte 80% der Schauspieler sind Schweden, was außer dem Aussehen im deutschen Kino natürlich nicht auffallen wird. Doch im englischsprachigen Original ist der schwedische Akzent noch ein anderes Detail, daß der Film für mich seltsam surreal ist. Und nochwas: auch die nichtschwedischen Schauspieler sprechen die schwedischen Namen und Ortsbezeichnungen sehr korrekt aus.
 
Lohnt es sich das Hollywood Remake mit Daniel Craig zu sehen, wenn man die Originalfilme kennt?
Meine Meinung: ja. Der Hollywood-Film ist sehr gut gemacht und natürlich von Haus aus eine gute Geschichte. Insgesamt ist er weniger düster und verstörend als das Original. Also viel Spaß beim Kinobesuch.

Samstag, 24. Dezember 2011

Vorsingreflektion

So, mit etwas Abstand kann ich jetzt berichten, wie es am Montag gelaufen ist. Wie man wohl an meinen letzten Einträgen gesehen hat, war ich ganz schön aufgeregt. Deshalb bin ich eigentlich immer froh vor einem Vortrag, wenn es endlich so weit ist und das Warten ein Ende hat.

Um 13:00 war es dann auch endlich Zeit für meine 20minütige Probevorlesung. Der Raum war ziemlich voll mit Kollegen und der Kommission (etwa 8 Leute). Ich schätze, es waren vielleicht 40 oder 50 Leute da, nur leider keine echten Studenten. Die wären bei einer simulierten Probevorlesung echt nützlich gewesen. So mußte ich meine Fragen an das Publikum stellen, was nach ein paar Anlaufschwierigkeiten dann doch funktionierte. Dank der Aufregung war ich auch ein wenig schneller als geplant. Ich war etwa anderthalb Minuten zu früh fertig, aber das liegt schon noch im akzeptablen Bereich. Danach wurden etwa 10 Minuten Fragen zum Inhalt und zur Pädagogik der Vorlesung gestellt: Was ist die Bedeutung des Themas für das Fachgebiet? Welche Art von Übung halte ich zu der Vorlesung für sinnvoll? und so weiter. Ich denke, ich hab die Fragen recht gut beantwortet, auch wenn ich nicht erwartet hatte, daß so detailliert nach dem Inhalt gefragt wird. Irgendwie hat sich da mein brainwash-Pädagogikkurs doch ein bißchen ausgezahlt.
Danach war dann der zweite Bewerber auf die Stelle mit seiner Vorlesung dran. Da durfte ich natürlich nicht dabei sein. Deshalb kann ich auch nicht sagen, ob es für ihn gut oder schlecht gelaufen ist. Ich hab ihm ehrlich gesagt auch nichts Böses gewünscht. So wie ich ihn kenne, hätte ich auch gut mit ihm als neuem Lektor arbeiten können.

Für mich hieß es aber in dem Moment noch mal 30 Minuten warten, eine der magischen Pralinen einzuwerfen, die meine Freundin selbstgemacht und mir zu Weihnachten geschenkt hat (die Gelegenheit rechtfertigte das frühe Öffnen!) und tief durchzuatmen.

Forschungspräsentation und Interview sollten in einem anderen, recht kleinen Raum stattfinden. Als die Kommission, der Präfekt und die Gutachterin dann platzgenommen hatten, war der Raum auch ziemlich voll. Die Luft war schlecht wegen des Beamers und weil der Raum kein Fenster hat, aber daran ließ sich ja nichts ändern. Erstmal stellten sich alle Leute (außer mir natürlich) vor, bevor ich dann meinen 20minütigen zweiten Vortrag halten durfte. Das lief sehr gut. Ich war ziemlich genau im Zeitrahmen und hab alles gesagt, was ich mir zurechtgelegt hatte. Dann kamen natürlich die Fragen, vor denen ich im Vorhinein schon ziemliche Angst hatte. Ich hatte zwar von meinem einen Chef sehr nützliche Hinweise bekommen, was so gefragt werden könnte und daraufhin lange über potentielle Antworten nachgedacht, aber man weiß ja nie, was letztendlich gefragt wird. Was ich auf jeden Fall nicht erwartet hatte, war, daß die Leute so freundlich sein würden. Irgendwie hatte ich mir das eher wie ein Verhör vorgestellt. Wie das nach Prüfungen aber im allgemeinen so ist, konnte ich mich selbst kurz danach nicht mehr an alle Fragen und Antworten erinnern. Ich weiß noch, daß jede Frage so ziemlich drei Fragen in einer waren, was es natürlich nicht so einfach macht, beim Antworten die anderen Teilfragen zu vergessen. Auf jeden Fall wurde gefragt, warum ich denke, daß ich für die Stelle geeignet bin, wie mein Forschunsnetzwerk (nationale und internationale Zusammenarbeit) aussieht, wofür ich in der Wissenschaft am besten bekannt bin, worauf ich am stolzesten bin und wofür man mich in den nächsten 10 Jahren kennen wird, wie ich mir meine Lehrtätigkeit auf dem Fachgebiet vorstelle, welche Forschungsgelder ich ganz allein und welche ich mit Kollegen zusammen eingeworben habe. Es waren noch mehr Fragen, aber ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern. Die 25 Minuten gingen jedenfalls ziemlich schnell vorbei. Draußen saß, als ich rauskam, der andere Kandidat und wartete auf sein "Verhör".

Ich war jedenfalls zufrieden, wie es gelaufen ist. Ich hatte meine Vorträge gut geschafft, die Fragerunde ist gut gelaufen, und insgesamt kann ich wohl sagen, daß ich mein Bestes gegeben habe. Deshalb war ich am Montag Abend einfach nur froh, daß es vorbei war, auch wenn ich das Ergebnis erst am Dienstag erfahren sollte. Ich freute mich nach dem ganzen Streß auf Normalität und Ruhe.

Dienstag mußte ich dann leider extra früh zur Arbeit erscheinen, um Studenten bei einer Kursevaluation im Computerraum zu beaufsichtigen. Aber welcher Student kommt in der Woche vor Weihnachten um 8:15 zur Uni, um eine Evaluation auszufüllen, die er auch zu jedem anderen Zeitpunkt zu Hause ausfüllen kann? Also war niemand da und ich hab dann um etwa halb 9 die Email von der Kommission gelesen: Ich bin in ihrer Stellenbesetzungsempfehlung auf Platz 1!

Wie gehts jetzt weiter? Nun erstmal wurde dieses Ergebnis gestern an alle Bewerber geschickt. Die haben eine 3wöchige Beschwerdefrist. Danach, so denn keine begründete Beschwerde eingegangen ist, wird mir die Stelle offiziell von Seiten der Uni angeboten. Ich kann noch ein wenig über Startförderung und Gehalt verhandeln, und dann wird der Arbeitsvertrag fertiggemacht und unterschrieben. Doch jetzt passiert erstmal nichts. Es ist Weihnachten. Niemand ist auf Arbeit. Stille. Erholung. Und Nachdenken über meine Strategie für die Zukunft.

Montag, 19. Dezember 2011

Liveticker zum heutigen Vorsingen

9:23 Sitze im Büro. Das Schwerste heute morgen war nicht, aus dem Bett, sondern mit dem Auto vom Grundstück zu kommen. Erforderte Anschieben. Ansonsten ist es toll mit so viel Schnee draußen. Jetzt sitze ich im Büro. Emails sind gelesen. Daumendrück-SMS von meinem Chef bekommen. Nur noch 3,5 Stunden. Wie oft kann ich da wohl noch üben? Ich checke mal den Raum, in dem der eine Vortrag stattfindet.

12:45 Gleich geht die Probevorlesung los. Der Raum ist noch besetzt. Mist. Hätte ja gern schonmal alles aufgebaut. Das Institut ist ganz schön leer heute. Fast keiner da. Ich hoffe, es kommen auch ein paar richtige Studenten. Wäre blöd, wenn wirklich nur das Kommittee und Kollegen da wären.

15:00 Es ist gelaufen. Probevorlesung, Forschungspräsentation und Interview sind gut gelaufen. Entscheidung kommt morgen.

Sonntag, 18. Dezember 2011

Leicht verkorkstes Wochenende

Das Wochenende hätte so schön sein können, hätte ich nicht am Montag ein monströs wichtiges Vorstellungsgespräch, für das ich zwei Vorträge üben müßte, und wäre nicht am Samstag Morgen unsere Wasserpumpe ausgefallen. Die Wasserpumpe hat schon lange Probleme gemacht, weil sie den Druck nicht gehalten hat und das Wasser dann immer mal minutenlang weg war. Unser Vermieter ist auch eher einer von der Sorte, die Symptome bekämpft (Druck nachpumpen war sein Rat), statt die Ursachen zu beseitigen. Und natürlich ist am Wochenende in Schweden kein Klempner aufzutreiben ist (Ich hab zwar am Telefon einen netten Österreicher kennengelernt, aber der ist gerade krangeschrieben). Also hatten wir bis heute Nachmittag das ganze Wochenende lang kein fließendes Wasser. Und Nudeln kochen mit Sprudelwasser ist auch keine dauerhafte Lösung, zumal uns irgendwann ja auch die Töpfe ausgehen. Jetzt ist die Pumpe notdürftig repariert und wir haben wieder Wasser, weil unser Vermieter zu Glück einen handwerklich begabten Kumpel hat. Doch das war natürlich alles nochmal extra Stress, den ich dieses Wochenende einfach nicht brauchen kann.
Leon guckt schon ganz sauer, weil sein Katzenbrunnen nicht nachgefüllt wurde.
Wie gesagt, es hätte so schön sein können, denn seit gestern schneit es endlich. Die Welt ist weiß und nicht mehr grau. Doch nun muß wieder daran gedacht werden, daß ich morgen unbedingt nach Uppsala zu meinem Vorstellungsgespräch muß, was natürlich jede Menge Schneeschaufeln bedeutet. Trotzdem will ich mich mal zufrieden geben, denn immerhin haben wir wieder Wasser.
Endlich Schnee!

Lucia

Mit etwas Verspätung kommen hier ein paar Eindrücke vom diesjährigen Lucia-Fest hier in Schweden. Dieses Mal lasse ich den Chor der Upplands Nation (einer Studentenverbindung) für mich sprechen. Ansonsten gibt es hier Hintergründe und hier meinen Erfahrungsbericht zu Lucia letztes Jahr.
Lussekatter und lussebullar. Das Rezept gibts hier.
Zum Luciafika gab es pepperkaka mit alkoholfreiem glögg, Rosinen und Mandeln.

Sonntag, 11. Dezember 2011

Einstellungssache - Teil 4

Irgendwie nimmt es kein Ende: Wie bereits erwähnt, hatte ich mich im August auf zwei Stellen als Lektor beworben, eine hier in Uppsala, eine in Stockholm. Dank des Erfolgs meines Antrags beim schwedischen Wissenschaftsrat, habe ich ja ab 1. Dezember wieder einen richtigen Vertrag. Da war es auch nicht weiter schmerzhaft, daß ich eine Absage auf die Bewerbung in Stockholm bekommen habe. Da man in Schweden zu solchen Gelegenheiten auch alle Gutachten (auch die aller anderen Bewerber) zu lesen bekommt, war klar, daß ich im Vergleich zu den anderen Bewerbern zu wenig Erfahrung habe und auch nicht so richtig auf die Stelle gepaßt habe.

Für die Stelle hier in Uppsala bin ich dagegen zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Schon der Gedanke daran, läßt mich nervös werden., auch wenn es sowas wie ein Heimspiel ist. Am 19. Dezember muß ich zunächst einmal eine 20minütige Probevorlesung geben. Dann halte ich noch einen 20minütigen Vortrag über meine Forschung, bevor mich die Kommission dann 20 Minuten lang interviewt. Außer mir ist nur noch ein weiterer Kandidat eingeladen. Zufällig kenne ich ihn auch noch. Ein sehr netter Typ. Ich bin ganz schön aufgeregt, zumal ich in der Kommission nur zwei Leute kenne und mir bewußt bin, daß ich nicht genug Erfahrung habe für die Stelle. In dem Fall profitiere ich eben mal vom Heimvorteil (obwohl sowas natürlich auch nach hinten losgehen kann, denn verbergen läßt sich im eigenen Institut nichts).

Auf jeden Fall habe ich ein paar Stunden des heutigen Tages am Rechner verbracht, um meine Vorlesung und meine Forschungspräsentation vorzubereiten. Leider bin ich noch weit davon entfernt, fertig zu sein, was mich extra nervös macht. Dabei bin ich ja nicht auf diese Stelle angewiesen, jedenfalls momentan nicht wirklich; es wäre nur eine monströse Beförderung und die Rettung aus dem Befristungskreislauf der Wissenschaft, ein echter Traum weniger als 4 Jahre nach dem Doktor!

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Familienwochenende in Dresden

Und noch ein Wochenendtrip, dieses mal nach Dresden zur Familie meiner Schwester. wie bereits bemerkt, feierte meine kleine Nichte ihren ersten Geburtstag. Es war echt schön, dabei zu sein, zumal ich normalerweise trotz wöchentlichem Telefonieren schon sehr viel davon verpasse, wie sie wächst und sich entwickelt. Das ist schon ein Nachteil des Auswanderns.

Ansonsten war es auch mal wieder interessant, in Dresden zu sein. Dresden ist einfach eine sehr schöne Stadt, wenn sie auch dank Weihnachtstrubel unglaublich überlaufen war an diesem Wochenende. Den Strietzelmarkt haben wir deshalb wegen Überfüllung gemieden. Stattdessen waren wir im Deutschen Hygienemuseum und haben uns die Ausstellung zur menschlichen Anatomie angeschaut.
Wärmebild meiner Dresdner Familie. Selbst in Thermo ist meine Nichte niedlich.
Neben ausgiebigem Spielen mit meiner Nichte war das Wochenende dem leiblichen Wohl gewidmet. Unter anderem gab es die berühmten hausgemachten Buletten und Putenröllchen, Birnenlebkuchen und Eisschollenplätzchen, von denen ich die Rezepte auch sehr gern auf voracious silence sehen möchte, um sie nachzukochen. Und dann gab es natürlich noch extra leckeren, außen knusprigen und innen saftigen Geburtstagskuchen. Folglich heißt es jetzt wohl Diät halten bis Weihnachten, zumal wir ja das Wochenende vorher schon gemästet worden sind.
Superleckerer Geburtstagskuchen.
Natürlich durfte auch das obligatorische Deutschlandshopping nicht zu kurz kommen. Dabei haben sich die Produkte, die unbedingt bei jedem Deutschlandbesuch eingekauft werden müssen auf ein paar Basics reduziert, die es in Schweden einfach nicht gibt: Senseo Kaffeepads, Elmex und Harzkäse. Außerdem haben wir die deutsche Lebkuchen-, Stollen- und Gummibärchenindustrie unterstützt. Haribo Goldbären schmecken nämlich im Ausland anders als in Deutschland. So waren die Taschen auf dem Rückflug auch gut gefüllt.

Alles in allem war es sehr schön in Dresden mit der Familie. Vielen Dank für die schöne Zeit!

Montag, 5. Dezember 2011

1. Geburtstag

Heute feiert meine kleine Nichte ihren ersten Geburtstag. Es gab Geburtstagskuchen und jede Menge Geschenke.
Herzlichen Glückwunsch, kleine Rennsemmel!

Mittwoch, 30. November 2011

Novemberdepression? Keine Zeit!

Der November ist ja mit Abstand der trostloseste Monat in Schweden. Während hier normalerweise sehr oft schönes Wetter ist (jedenfalls öfter als in Göttingen), ist der November generell bedeckt, regnerisch, stürmisch und zu allem Überfluß dunkel. Jetzt Ende November geht die Sonne schon 14:55 unter. Und vor dem 1. Advent, wenn alle Schweden ihre Lichterdeko aufhängen, und dem ersten Schnee ist es wirklich unglaublich dunkel. Da wundert es nicht, daß einen generell alle vor dem November warnen. Dieser Monat ist prädestiniert für jahreszeitlich bedingte Depressionen.

Doch dieses Jahr hatte ich einfach keine Zeit, überhaupt über so etwas nachzudenken. Viel zu viel zutun. Außerdem hat mir ein Kollege einen guten Rat gegeben, als ich ihn eines regnerischen Montag Morgens an der Kaffeemaschine traf: Mach Deine Laune nicht vom Wetter abhänging.  
Da hat er wohl recht.

Orkanwochenende in Stavanger

Häuser am Hafen von Stavanger.
Am Wochenende waren wir für einen Blitzbesuch bei unseren besten göttinger Freunden im norwegischen Stavanger. Von Uppsala ist das sozusagen um die Ecke. Und wir mußten uns ja auch davon überzeugen, daß es unseren Freunden in Erdölcity gutgeht und sie sich dort auch zu Hause fühlen. Leider zeigte sich da Wetter von seiner stürmischen Seite: ein Orkan fegte von der Küste über Skandinavien und hat Flugzeuge, Häuser und uns ganz schön durchgepustet. Da mußten wir uns dann aufs Schlechtwetterprogramm verlegen. Das ließ aber keine Wünsche offen: Ölmuseum, Stadtspaziergang, Inselhopping und strom watching am Strand. Auch die Verpflegung war exzellent: Shrimps, Lachs und Quarkkuchen Stavanger Art.... Lecker! Ich hoffe, ein paar der Rezepte, wird es demnächst auf voracious silence geben.
Eingang zum Ölmuseum.
Frage: Was machen Norweger bei Orkan? Antwort: Sie fahren an den Strand. Das sorgt dann schon mal für Verkehrsstaus in der Pampa.
Die berühmte Altstadt von Stavanger. Zu dieser Jahreszeit niedlich und ganz für uns.
Auf dem Turmberg in Stavanger mit Blick auf den Hafen und die Altstadt.
Das Ölmuseum am Stavanger Hafen.


Wir kommen auf jeden Fall wieder, und dann ziehen wir das Gutwetterprogramm durch!

Mittwoch, 16. November 2011

Marathonwoche - Teil 3

Eingang zur Messe.
Schwedens höchstes Gebäude.
Tag 3 der Marathonwoche ist im Gange. Gerade warte ich auf den  Zug von Upplands Väsby nach Uppsala. Ich bin auf dem Weg zurück vom ersten Tag einer 2tägigen Messe über Gesellschaftsicherheit (samhällssäkerhet) in Kista, einem Vortort von Stockholm. Ich besuche diese Messe in meiner Funktion als Kommunikationsbauftragte des Zentrums für Naturkatastrophenforschung. Es ist schon recht interessant zu sehen, welche Behörden, Universiteten und Firmen mit Sicherheitsfragen im Krisenfall zutun haben. Andererseits brennt wie gesagt auf Arbeit die Luft, sodaß ich mich nach meiner Pflichtzeit am Poster des Katastrophenzentrums auf den Rückweg begeben habe. Das heißt, ich treffe hoffentlich gegen 16 Uhr auf Arbeit ein, um dort in der Schlußphase des Artikelschreibens und -abschickens behilflich zu sein. Morgen muß ich dann nochmal zur Messe nach Stockholm. Was für eine Woche!
Beim Warten auf den Zug.

Marathonwoche - Teil 2

Wie Marathonwochen das so an sich haben, habe ich es gestern nicht geschafft vom 2. Tag zu berichten. Alle meine Pläne wurden durcheinandergeworfen. Eigentlich sollte ich ja 6 Stunden lang ein Praktikum unterrichten. Aber es stellte sich heraus, daß der Helfer des Systemadministrators trotz mehrerer Nachfragen die benötigte Software nicht auf den Rechnern im Computerkabinett installiert hatte. Also wurde mein Praktikum abgesagt, was leider eine Menge Scherereien nach sich zieht. Mein Chef ist zwar 2 Stunden eingesprungen, aber ich muß jetzt einen oder mehrere neue Termine finden, die den Stundenten passen und an denen der Raum frei ist. Außerdem sollte gestern in der ersten Unterrichtsstunde ein Mentor hospitieren, mit dem ich seit Wochen einen Termin ausgemacht habe. Das ist meine letzte Aufgabe für den Pädagogikkurs. Nun muß ich alles umplanen.

Jedenfalls hatte ich gestern ausreichend Zeit, meinen wissenschaftlichen Aufgaben nachzugehen, das heißt momentan, daß ich an einem Artikel über den Vulkanausbruch auf El Hierro arbeite. Das ganze ist sehr dringend und hat mir in den letzten Wochen schon unzählige Überstunden eingebracht. Ich verspreche, ich liefere hier demnächst noch einen genaueren Bericht dazu ab, wenn der Artikel abgeschickt ist. Das sollte in den nächsten Tegen, vielleicht sogar heute, geschehen. Jedenfalls hoffe ich, daß es heute nicht schon wieder in solchen Stress ausartet wie gestern, wo ich mich dann um 19 Uhr ausgeklinkt habe, um nach Hause zu fahren.

Montag, 14. November 2011

Marathonwoche Teil 1

Gerade bin ich auf dem Weg nach Oslo mit Norwegian airline. Erfreulicherweise gibt es w-lan an Bord. Nicht so erfreulicherweise haben wir 25 min Verspätung. Mal sehen, wie sich der Tag so entwickelt.

So, auf dem Rückweg. Mein Meeting mit Vulkanologen aus Norwegen,Dänemark, Schweden und Island war definitiv erfolgreich und sehr konstruktiv. So konstruktiv, daß wir jetzt (19:00) schon zurückfliegen Das heißt, wir haben umgebucht, was uns 2,5 Stunden eher nach Hause bringt.

Zu Hause und im Bett mit reichlich Verspätung dank Zwischenstopp beim Chef. Jetzt (23:40) wird geschlafen. Morgen geht der Marathon weiter.

Donnerstag, 3. November 2011

Einstellungssache - Teil 3

3,148 Millionen schwedische Kronen. Das ist die Summe dessen, was mir der schwedische Wissenschaftsrat heute genehmigt hat, und zwar von 2012 bis 2015. Ich habe jede Krone bewilligt bekommen, die ich beantragt hatte. Das ist wirklich ein Riesenerfolg! Nächste Woche habe ich ein Treffen mit meinem Chef, um die genaue Zusammensetzung meines Arbeitsvertrages auszuhandeln.

Ansonsten weiß ich gerade nicht so richtig, wo mir der Kopf steht. Aufgrund der momentanen Eruption vor der Insel El Hierro habe ich zusätzlich zu meinen anderen tausend Aufgaben noch mit Presse und Proben zutun, da mein anderer Chef gerade auf El Hierro ist. Das bedeutet jede Menge Aufregung, was ja irgendwie schon cool ist, aber auch eine Menge Überstunden und die auch am Wochenende. Dabei bin ich seit 1. November nicht mal angestellt. Gestern und heute hatte ich dann auch noch meine zwei letzten Tage beim Pädagogikkurs, was natürlich noch zusätzlich Stunden meiner Arbeitszeit in Anspruch genommen hat.

Es tut mir ja leid, daß ich hier in letzter Zeit nur über meinen Streß jammere, aber irgendwie wird es nicht besser, sondern immer mehr. Und wenn ich dann abends zu Hause bin, habe ich verständlicherweise keine Lust auf gar nichts mehr. Ich hoffe, ich komme nächste Woche mal ein bißchen zu Rande, denn in der Woche danach wird erst recht die Hölle losbrechen.

Ich freu mich schon auf Ende November und Anfang Dezember, wenn es wenigstens übers Wochenende mal raus geht zu Freunden und Familie. Aber Ich glaube, Weihnachten werde ich einfach komplett durchschlafen, hoffentlich eingeschneit bis zum Obergeschoß.

Sonntag, 30. Oktober 2011

Fotografischer Herbst

Hier kommen ein paar herbstliche Eindrücke aus Schweden. Gestern waren wir mal im Wald zum Pilze sammeln. Die tiefstehende Sonne war nicht nur gut für die Vitamin-D-Produktion, sondern auch für schöne Waldfotos. Doch zunächst kommen ein paar Makrofotos aus dem Garten.
Der Wald an unserem Skifahrsee.
Zwei Pfifferlinge im Sonnenschein.
Sogenannte Trichterpfifferlinge. Die gibts jetzt zu Hauf.

Und wer jetzt Lust auf ein leckeres Pilzrezept hat, dem empfehle ich einen Blick auf voracious silence.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Einstellungssache - Teil 2

Heute um ca. 17:55 habe ich erfahren, daß mein Antrag an die schwedische Forschungsgemeinschaft bewilligt wurde. Das ist eine offizielle Mitteilung, die ich sehe, wenn ich mich in das Antragssystem einlogge. Da steht dann: beviljat. Also: Hurrah!

Was ich erst nächste Woche erfahre, wenn alle Ergebnisse öffentlich gemacht werden, ist, wieviel von dem Geld, das ich beantragt habe, tatsächlich bewilligt wurde. Wie gesagt, habe ich ein Projekt beantragt, das 75% meiner Stelle für 4 Jahre beinhaltet. Darüber hinaus natürlich Sachmittel für meine Arbeit in dem Projekt. Forschungsanträge haben es aber nunmal an sich, daß sie oft stark gekürzt werden, um Geld zu sparen. Wir werden also sehen, wieviel es gibt.

Heute habe ich außerdem das Angebot bekommen, bis zu 50% für das Zentrum für Naturkatastrophenforschung zu arbeiten. Ich bin gerade mal 2 Wochen dabei, und schon will man mehr von mir. Dabei bin ich mit meinen 20% auch schon ganz gut beschäftigt. 
 
Und irgendwo würde ich in Zukunft auch gern ein bißchen Lehre machen, vielleicht 5 oder 10%. Macht unterm Strich 135%. Mal sehen, wo ich da Abstriche mache. Auf jeden Fall bin ich mit meinen 75% in einer sehr guten Position und kann ziemlich frei entscheiden.

Außerdem heißt das natürlich: Uppsala und Schweden dürfen mich noch bis mindestens Ende 2015 behalten.

Montag, 24. Oktober 2011

Einstellungssache

Das hier ist eine Entschuldigung für meine momentane Kontaktunfreudigkeit und Bloggfaulheit. Und das hier ist die Erklärung: Augenblicklich bin ich ein bißchen angespannt, was meine Jobsituation abgeht. Im August sind meine 2 Jahre Postdocstelle zuendegegangen, und aufgrund einer Gewerkschaftsregelung darf man in Schweden nicht für länger als 2 Jahre einen befristeten Vertrag haben. Das heißt, die Uni muß mich entweder auf Dauer einstellen, oder ich bin raus als Uniangestellte. Dumm genug, daß ich eigentlich selbst genug Geld in meinem Projekt habe, um mein Gehalt bis zum Ende des Jahres. Ich kann also mein Büro und Telefon bezahlen, darf aber nicht angestellt sein. Im September und Oktober war ich deshalb auf Stundenbasis angestellt (Hiwi sozusagen) und aus meinem eigenen Projekt bezahlt. Man darf aber nur 2 Monate pro Jahr auf Stundenbasis arbeiten. Damit ist heute meine vorerst letzte Gehaltsabrechung der Uni Uppsala eingetroffen.

Wie geht's jetzt also weiter?
Nun, es gibt mehrere Optionen. Ich habe mich sowohl in Uppsala als auch in Stockholm auf eine permanente Stelle an der Uni in meinem Fachgebiet beworben. Die Entscheidung darüber dauert in beiden Fällen wohl bis Jahresende. Dann warte ich auf die Entscheidung zu einem Forschungsantrag, der 75% meiner Stelle auf 4 Jahre abdecken würde. Diese Entscheidung kommt am 3. November. Die restlichen 25% würden von meiner Abteilung übernommen und zum Beispiel durch Lehre abgedeckt. Möglicherweise könnte ich auch bei mir in der Abteilung als Labormanagerin zumindest einen Teil meiner Stelle abdecken.
Eine Teiloption, die sich erst vor zwei Wochen eröffnet hat, ist, daß mir eine 20% unbefristete Stelle im Zetrum für Naturkatastrophenstudien (CNDS) als kommunikatör angeboten wurde. Das beinhaltet die Betreuung der Webseite des CNDS, sowie die Kommunikation mit Behörden und der Regierung und das Verfassen eines Newletters zweimal im Jahr. Diesen Monat arbeite ich schonmal in dieser Funktion und mache mich mit meinen Aufgaben und der Webseite bekannt. Unter der Voraussetzung, daß es demnächst für mich weitergeht, sind die 20% wie gesagt unbefristet, was aber auch bedeutet, daß ich perfekt schwedisch lernen muß.

Nun ja, jedenfalls sind meine beiden bisherigen Chefs zuversichtlich, daß sich eine dauerhafte Lösung finden läßt. Das finde ich sehr beruhigend, wenn es natürlich auch keine vollkommene Garantie ist. Offensichtlich habe ich sie aber von mir überzeugt.

Wieso also die Funktstille?
Nun, mit mittlerweile drei Chefs kann ich mich über einen Mangel an Aufgaben nicht beschweren. Gerade kümmere ich mich um die Betreuung zweier französischer Praktikantinnen, helfe einer Freundin bei der Organisation unseres wöchtlichen Forschungsseminars, betreue die Webseite, bereite einen Messeauftritt vor, trage zu allen möglichen Projekten von Kollegen und Chefs bei, mache meinen Pedagogikkurs, betreue 2 Masterstudentinnen und 2 Doktoranden, lerne schwedisch, schreibe Anträge usw. Was ich nicht tue, ist meine eigene Forschung. Aber das wird sich hoffentlich demnächst wieder ändern.

Montag, 17. Oktober 2011

Vulkansprechstunde: El Hierro

Auf speziellen Wunsch von gallinaenana kommt hier eine Vulkansprechstunde über den derzeitigen Ausbruch im Meer südlich der Kanareninsel El Hierro.
Ein Bild der Wasseroberfläche über dem Ausbruch. Bild: AFP/Desiree Martin. Hier gibt es mehr.
Fakt ist, daß am 10. Oktober eine Eruption am Meeresboden südlich der Insel begonnen hat und bis heute andauert. Da sich das alles unter Wasser und nicht in der Nähe der Oberfläche abspielt, kann man den Ausbruch bisher hauptsächlich über die damit verbundene Erdbebenaktivität (Seismik) verfolgt werden. Das übernimmt auf den Kanaren das spanische Instituto Geográfico Nacional. Die seismische Aktivität, die der Eruption vorherging, deutete schon seit Wochen (soweit ich mich erinnere, seit etwa Juli oder August) auf einen Ausbruch hin.

Warum gibt es überhaupt Vulkane auf den Kanaren?
Die Frage sollte eher heißen: Warum gibt es die Kanaren? Denn die Kanareninseln sind Vulkane. Ohne Vulkanismus keine Kanaren. Die Inselgruppe gehört zu einem sogenannten hot spot (heißer Fleck), an dem heißes Material aus dem Erdmantel nach oben steigt. Der erhöhte Wärmefluß und die Druckentlastung führen zur Bildung von Magma an der Grenze zwischen dem Erdmantel und der Kruste. Von dort steigt das Magma auf und erreicht gelegentlich die Erdoberfläche, zunächst also den Ozeanboden. Langsam bildet sich ein großer Unterwasservulkan und irgendwann eine Insel. Diese Insel wächst, im Falle der Kanaren sogar sehr schnell. Es bilden sich große Vulkane mit steilen Hängen, die gelegentlich so steil werden, daß eine ihrer Flanken ins Meer rutscht und einen großen Tsunami auslöst. Was bleibt ist eine "Narbe" in der Insel, die aussieht, als hätte jemand ein Stück herausgebissen. Alle Kanareninseln haben solche Narben, El Hierro ganz besonders.

Die Vulkane von El Hierro
El Hierro ist die jüngste Kanareninsel. Die ältesten Gesteine sind nur eine halbe Millionen Jahre alt. Dennoch hat die Insel die meisten jungen Krater aller Kanareninseln. In historischer Zeit, also seit Beginn der Zivilisation, hat es vielleicht einen Ausbruch gegeben und zwar 1793 (laut Global Volcanism Program).

Ist der Ausbruch jetzt gefährlich?
Nun, ausschließen will das natürlich niemand, aber nach der geologischen Geschichte El Hierros zu urteilen, nicht unbedingt. Die Eruption, die gerade im Gange ist, wird wahrscheinlich direkt aus dem Mantel gespeist. Darauf deuten die tiefen Erdbeben hin. Solches Mantelmagma, das da aufsteigt, bezeichnen Vulkanologen als primitiv. Das bedeutet, es ist dünnflüssig und wenig explosiv. In Verbindung mit Wasser kann es zwar in der Nähe der Oberfläche durchaus zu Explosionen kommen, aber nicht so gewaltigen mit einer Menge Asche. Man nennt eine solche Eruption surtseyanisch, nach der isländischen Insel Surtsey, die in den 1970ern aus dem Ozean aufgetaucht ist. Solche Eruptionen sind auf den Kanaren nicht ungewöhnlich, es ist prinzipiell die Art und Weise, wie solche Inseln wachsen.

Kann der Ausbruch gefährlich werden?
Was nicht auszuschließen ist, ist, daß sich ein neuer Krater an Land bildet. Es scheint eine Menge Magma aus der Tiefe aufzusteigen. An Land wäre das dann eine typische Spalteneruption mit relativ kleinen Vulkankegeln. Es kann Lavaströme geben, aber auch kleine Explosionen, wenn Magma in Kontakt mit Grundwasser kommt. Natürlich sollte man nicht gerade sein Haus im Weg stehen haben, aber fürchterlich gefährlich sind solche Eruptionen nicht. Sie haben lokale Auswirkungen. Ich würde also nicht mit einer großen Gefahr für die Lokalbevölkerung und die Touristen rechnen.

Solltet Ihr mehr Fragen zur Eruption bei El Hierro haben, zögert nicht, mich zu fragen.
P.S. Sobald die Eruption an Land geht, werden übrigens drei meiner Kollegen unverzüglich nach El Hierro fliegen, um Proben zu nehmen.

So, nun noch ein paar visuelle Eindrücke von kleinen Vulkanen auf den Kanaren, also solchen, die sich im Falle eines Ausbruchs an Land auf El Hierro bilden könnten:
Eine Eruptionsspalte mit einem kleinen Vulkankegel (Berg). Der Ausbruch fand 1949 auf La Palma statt. Die Lava floß in nach links auf dem Bild und sammelte sich in einem Lavasee, bevor es den Hang hinabfloß.
1949 fand auf La Palma nich ein weiterer Ausbruch statt, bei dem die Lava auf der anderen Seite den Hang hinabfloß (man sieht die graue Spur im Wald und die Lava im Vordergrund). Der Lavastrom verschonte übrigens eine Kirche.
2007 am Rande eines Kraters, der zur Teneguíaeruption 1971 auf La Palma gehört. Aus dem Gebiet wird heute sehr viel Wein angebaut.
Lavafeld der Timanfayaeruption von 1974 auf der Insel Lanzarote. Das Gebiet ist heute ein Nationalpark, in dem die Wiederbesiedlung der Lava durch Pflanzen und Tiere untersucht wird.
Und zu guter letzt Gran Canaria. Hier sieht man einen Teil eines kleinen Vulkankegels, von dem die nahe gelegene Stadt Geröll abgebaut hat. Die Studenten auf dem Bild suchen übrigens nach Kristallen.

Sonntag, 9. Oktober 2011

Herbst in vollem Gange

Der Herbst ist eingekehrt. Und auch wenn laut Wetterdienst der Herbst noch nicht offiziell begonnen hat, hatten wir schon zwei Tage in Folge Nachtfrost bis -2,5°C. Die Tage werden auch rapide kürzer, und man zieht sich instinktiv in die Gemütlichkeit des Hauses zurück. Doch andererseit bedeutet Herbst hier auf dem Land auch, daß es eine Menge vorzubereiten gibt für den kommenden Winter.

Gestern haben wir zum Beispiel die Winterreifen aufgezogen. Dann gibt es natürlich auch eine Menge zu ernten im Garten, auch wenn wir gar nicht viel anbauen. Aber Äpfel gibt es natürlich nach wie vor einzusammeln. Dann gibt es Pfefferminze für leckeren Tee und Mangold und Frühlingszwiebeln für Kochexperimente zu ernten. Außerdem ist die Trockenmaschine unermüdlich im Einsatz, um Pilze und Apfelringe zu trocknen.
Getrocknete Pfefferminzblätter.
Der Anbau von Frühlingszwiebeln war nur mäßig erfolgreich.
Getrocknete Pilze. Beim Spazierengehen gesammelt.
Mangold. Vorm Einfrieren.
Dann gibt es auch noch 12 Kubikmeter Holz, die gehackt werden müssen, damit wir es im Winter schön warm haben. Holz hacken nimmt deshalb einen Großteil der Wochenenden in Anspruch. Deshalb bin ich auch generell für die Einführung des 3-Tage-Wochenendes.
Der Holzschuppen. Langsam füllt er sich. Nur die Stapel mit noch nicht gehackten Baumstücken werden irgendwie nicht kleiner.
Um noch nicht ganz Abschied vom Sommer nehmen zu müssen, habe ich ein paar Kräuter aus dem Garten in Töpfe gepflanzt und sie auf einem neu installierten Regalbrett vorm Fenster platziert: Thymian, Basilikum, Salbei, Pfefferminze und Petersilie.

Das Kräuterregal vorm Küchenfenster. Natürlich mußte es einen Katzenplatz haben. Leon ist begeistert.
Außerdem kann ich jetzt, wo es draußen kalt wird, wieder einem meiner biederen Hobbier nachgehen: stricken.Doch bevor ich mich neuen Projekten widme, mußte ich erstmal die zweiten Exemplare von im letzten Winter angefangenen Handschuhen fertigstellen.
Handschuhe und Fäustlinge. Ich bin für den Winter vorbereitet.
Und noch was Gutes im Herbst: Oktoberfestbier.
Hier das Ergebnis einer nahezu wissenschaftlichen Beprobung des Angebots an Oktoberfestbier im systembolaget.

Sonntag, 2. Oktober 2011

2 Jahre Villa Kunterbunt

Das zweite Jahr in meinem kleinen schwedischen Landhaus ist wie im Flug vergangen. Wieder habe ich jeden Monat ein Foto gemacht, genau wie im ersten Jahr. Ich bin selbst immer wieder überrascht, wie ungalublich unterschiedlich das Leben hier mit den Jahreszeiten variiert. Wenn man vom letzten Winter ausgeht, steht uns demnächst schon wieder eine Menge Schnee bevor.

Welchen Monat findest Du am schönsten?