Freitag, 31. Juli 2009

Mein Juli

Ja, der Juli ist schon wieder vorbei, und irgendwie hatte ich den Eindruck, es war viel los. Immerhin gab es:
  • 1 Doktorurkunde
  • 2 Disputationen
  • 1 Doktorparty
  • 3 Geburtstage
  • 1 Hochzeit
  • 1 Friseurtermin
  • 2 Besuche in der Autowerkstatt
  • 1432 km (mindestens) unterwegs durch Deutschland
  • 2 Kinobesuche
  • und unzählige Kartons, die jetzt teilweise gepackt sind.
Insgesamt war dieser Monat also ziemlich ereignisreich. Es wäre bestimmt auch schön gewesen, ein paar ganz ruhige Wochen zu haben, bevor es im August in einen neuen Lebensabschnitt geht, aber so hatte ich wenigstens Gelegenheit, viele meiner Freunde wiederzusehen und mich zu verabschieden.

Heute Abend fange ich dann auch mal ernsthaft an zu packen. Es wird langsam Zeit. Irgendwie habe ich schon jetzt den Eindruck, die Hälfte vergessen zu haben.

Dienstag, 28. Juli 2009

Abschiedswoche

Meine letzte Woche in heimischen Landen ist angebrochen, bevor es am Montag nach Schweden geht; und ich habe verständlicherweise einiges zutun: vorwiegend packen, aber eben auch Abschied nehmen von dem Ort, an dem ich die letzten 8 Jahre gelebt habe.

Zum Abschied gehört neben einem Kaffee-und-Kuchen-Nachmittag heute mit meinen Kollegen und einem Gläschen Sekt am Freitag mit anderen Kollegen, einem französischen Käseabend mit Freunden, Kino am Donnerstag und Essen gehen mit der Familie am Wochenende auch, daß ich nochmal die ganz alltäglichen Dinge genieße, die ich an meinem Leben hier so mag, z.B.
  • sonntags morgens aufstehen und mit meiner National Geographic auf dem Balkon frühstücken
  • beim Bäcker um die Ecke mein übliches halbes Landbrot für 1,38€ kaufen
  • meine Jogging-Runde oben auf dem Niko-berg
  • Schnitten-Hüpfen im Uni-Sport
  • die tägliche Kaffeepause mit meiner Freundin
  • spielen mit meinen Raubtieren
  • ...

Montag, 27. Juli 2009

Und sie lebten glücklich und zufrieden...

Am Samstag war ich auf einer Hochzeit: der erste meiner alten Freunde aus der Schulzeit hat sich getraut! Und es war nicht nur deshalb eine ganz besondere Hochzeit. Es wurde in großem Stil zelebriert. Nicht genug, daß die Trauung in der wunderschönen Stabskirche in Hahnenklee stattfand; nein, es waren auch fast 100 Leute zur Feier eingelanden, unter anderem auch unser Freundeskreis (insgesamt 17 von uns waren anwesend).

(Das Foto hat freundlicherweise mein Freund Dudi von 2 is not binary zur Verfügung gestellt.)

Da es seit Monaten keine anderen Themen gab als Kleidung, Frisuren, Geschenke, waren wir alle hervorragend vorbeireitet und auf Hochglanz poliert, als es am Nachmittag endlich losging. Nach der Trauung gab es zuerst ein Gruppenfoto mit allen Gästen, bevor wir dann an den Ort der Feier zurückgefahren sind. Dort gab es ein weiteres Fotoshooting für die Gäste, während das Brautpaar ihre Hochzeitsbilder an der Kirche machen ließ.

Im Folgenden wurde natürlich alles an Traditionen aufgefahren, was eine Hochzeit so ausmacht: Baumstamm-Sägen, Spiele, Sketche, Geschenke, Torte, Walzer. Es war einfach ein wunderbarer Abend. Kein Wunder, daß ich es erst gegen 3 ins Bett geschafft habe.

Bleibt, den frisch gebackenen Eheleuten ein gemeinsames Leben voller Glück zu wünschen und sich zu fragen, ob das Eis jetzt gebrochen ist und wen es als nächsten treffen wird.

Freitag, 24. Juli 2009

It's Doktor-Time... again

Heute ist es wieder so weit, die nächste Charge frischer Doktoren darf das Gänseliesel besteigen. Diesmal ist meine beste Freundin dabei. Der Doktorhut ist auch schon fertig gebastelt, der Doktorwagen geschmückt. In 18 Minuten gehts los: Wir ziehen Richtung Innenstadt. Drücken wir die Daumen, daß das Wetter trocken bleibt für den Rest des Tages.

Vielleicht hab ich ja Zeit für ein Update, wenn ich wieder hier bin für die Party.

UPDATE: Es ist 23:54, die Party ist noch im Gange. Das Wetter - und die Frisur - haben gehalten. Es wurde fleißig geküßt, gratuliert, geschoben, gegrillt, gefeiert, geprostet, geredet, gegessen und sich geamüsiert (in ungeordneter Reihenfolge). Da ich morgen aber auf eine Hochzeit muß, werde ich mich bald verabschieden.

Fotoupdate: Das Gänseliesel in voller Blumenpracht kurz vorm nächsten Kuß.


Dienstag, 14. Juli 2009

Ich habs immer gewußt


Jetzt ist es auch wissenschaftlich bestätigt: Unsere Katzen manipulieren uns! Nicht, daß wir das nicht schon immer gewußt haben, aber jetzt wurde das Werkzeug unserer plüschigen Haustyrannen zweifelsfrei enttarnt: Wie Spiegelonline gestern berichtete, haben die Verhaltensbiologen McComb et al. einen drängenden Unterton im Betteln der Fellmonster nachgewiesen, der im Frequenzbereich von Babygeschrei liegt. In Kombination mit dem dem Schnurren ähnlichen Wünschlaut, den die vierbeinigen Suggesteure zu verschiedenen Gelegenheiten äußern, entsteht eine Aufforderung, der der zuständige Dosenöffner nicht widerstehen kann.

Das ist bestimmt nur eine von vielen revolutionär evolutionären Entwicklungen, seit sich vor etwa 4500 Jahren die erste langschwänzige Mäusefängerin entschlossen hat, daß es sich in Gegenwart eines Menschen ja so viel bequemer lebt. Augenscheinlich haben unsere hochmanipulativen Mitbewohner seit damals einiges dazugelernt, was menschliche Psychologie und Manipulation angeht. So gesehen, sind wir als Dosenöffner selbst verantwortlich.

Wie McComb et al. herausfanden, entwickelt sich dieses Manipulationsgeräusch nach und nach, wenn die vermeintlich gezähmten Raubtiere feststellen, daß sie ihre zweibeinigen Knechte damit gefügig machen können. So kommt ein solches Manipulationsverhalten vor allem in Haushalten vor, in denen es eine Bezugsperson gibt und den Marotten der pelzigen Psychoterroristen mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, daß besagter Laut äußerst penetrant und nur sehr schwer zu ignorieren ist. Leider setzt Löwenkind Leon in etwas inflationär ein, weshalb ich nicht immer zuordnen kann, was er gerade wünscht.

Freitag, 10. Juli 2009

Irgendwo in der Cordillera de Domeyco

Ich finde, es ist wieder einmal an der Zeit für ein Bild aus meinem Geoversum (wenn sich momentan schon nichts Spannendes ereignet bei mir).

Hier befinden wir uns inmitten der Cordillera de Domeyco in den zentralen Anden. Die rötlichen bis mattgrünen Schichten bestehen aus kretazischen bis frühtertiären Metasedimenten des Backarcs, die bis zum Alttertiär verfaltet wurden. Die gelblichen Gesteine weiter oben stellen granitische Intrusionen dar, die um 40 Millionen Jahre in die Metasedimente intrudierten. Die Auffaltung war eine Folge der schrägen Subduktion entlang der Anden zu dieser Zeit.

So weit die leicht abgeschwächte Expertenerklärung. Vom Standpunkt des unbedarften Betrachters sind einfach die Farben und die Berge überwältigend. Die Landschaft ist einmalig, auch wenn die Chilenen das weniger interessiert. Für die zählen eher wirtschaftliche Argumente. Doch auch die haben vor Ort sehr viel mit der Geologie zutun. So befindet sich die Cordillera de Domeyco zwischen zwei großen Verwerfungen, die die schräge Komponente der Subduktion aufgefangen haben. Entlang dieser Störungen entstanden in Graniten die größten Kupfer- und Molybdänlagerstätten der Erde. Diese Lagerstätten werden in Chile seit Jahrzehnten abgebaut.

Ein Beispiel ist Chuquicamata, die größe Kupfermine der Welt. Ein Blick von Google Earth lohnt sich: Chuquicamata ist das größte Loch der Welt, knapp 1 km tief. Als ich im letzten Jahr dort war, konnte ich mich davon persönlich überzeugen.


Derzeit begräbt die Mine mit ihrem Abraum die eigentliche Stadt Chuquicamata. Dort leben seit einigen Jahren keine Arbeiter mehr. Die wurden auch aus gesundheitlichen Gründen ins nahegelegene Calama umgesiedelt. Calama ist, so kann ich aus eigener Erfahrung berichten, ein ziemlich langweiliges Nest in der Wüste. Doch sollte es einen mal da hin verschlagen, kann man vor Ort Touristentouren nach Chuqui buchen. Ein staubiges, aber einmaliges Vergnügen!

Sonntag, 5. Juli 2009

4...

... Dinge, die ich heute gemacht habe:
  • Spinnweben entfernt
  • Kirschen gegessen
  • Katzen gefüttert
  • "Lautlos" gelesen
... Punkte auf meiner To-do-Liste:
  • staubsaugen
  • zum Friseur gehen
  • Jacke kaufen für eine Hochzeit Ende Juli
  • Auswanderungsvorbereitungen
... "guilty pleasures" (Dinge, auf die ich nicht unbedingt stolz bin, die ich aber trotzdem nicht lassen kann, weil sie Spaß machen):
  • Geld ausgeben beim Internetshopping
  • Gummibärchen
  • sammeln, horten und nichts wegwerfen
  • für alles Listen machen
... zufällige und seltsame Fakten über mich:
  • ich bin furchtbar langweilig und liebe mein Alltagsleben
  • es ist das Größte für mich, an einem Ort zu sein, wo noch nie jemand vorher war
  • ich habe einen grünen Daumen
  • ich singe laut Lieder mit,... aber nur, wenn mich keiner hört
Die Vorlage für diese Liste habe ich aus dem Blog My so called life von Catrine.

Freitag, 3. Juli 2009

Noch 1 Monat

Heute in einem Monat werde ich um diese Zeit gerade in Stockholm-Arlanda angekommen sein. Das gibt mir noch 4,5 Wochen, um mich vorzubereiten und mich von meinem Leben hier zu verabschieden. Einerseits kann ich es kaum erwarten, andererseits fällt mir jeden Tag auf, wieviele Dinge ich vermissen werde. *seufz*

Donnerstag, 2. Juli 2009

Sommer

Mittlerweile sollte diese Blaubeere in Schweden schon etwas blauer geworden sein. Und wenn sie reif ist, bin ich da, um sie zu pflücken. Nur der Schmetterling wird bis dahin wohl davongeflogen sein.