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Dienstag, 31. Dezember 2013

Das war 2013!

Jetzt ist wohl im Allgemeinen die Zeit gekommen, auf das vergangene Jahr zurückzublicken und sich erinnern, was alles passiert ist.

Januar
Der Januar stand auf jeden Fall noch im Zeichen von Renovierung und Umzug, ein wahnsinniger Anstrengungsakt, dem ich im dunklen Winter niemandem empfehlen kann. Da kam auch die Dienstreise in die Slowakei nicht so passend, auch wenn es mir dort ansonsten sehr gut gefallen hat und ich gern nochmal privat hinfahren würde. Freizeittechnisch war also nicht viel los im Januar. Eine der positivsten Überraschungen war da noch die Entdeckung, daß wir eine beleuchtete Skiloipe in der Nachbarschaft haben, die auch prompt ein paar Freunde zu Besuch anlockte.

Februar
Der Februar war so vollgepackt, daß ich gar nicht weiß, wie ich diesen Monat überstanden habe. Gleich zu Anfang ging es für einen Workshop nach Oslo und dann nur wenige Stunden danach zum 2tägigen Einstand meines Führungskräftekurses auf ein Schloß bei Knivsta. Die folgenden Wochen waren voll mit Unterricht inklusive geologischem Kuchen. So ganz nebenbei haben wir im heimischen Chaos noch am Eßzimmer gearbeitet, das nach der Küche die weitaus größte Renovierung nötig hatte.

März
Der März war dagegen beinahe ereignislos, auch wenn auf Arbeit eine Menge los war, inklusive Anträgen, Beitreuung und Meetings. Zu Hause ging es mit der Renovierung des Eßzimmers und des Flures weiter. Rein wettertechnisch ist mir der März noch deutlich in Erinnerung: es war konstant knitterkalt (-15°C) und supersonning, sodaß der Schnee langsam von der Sonne weggefressen wurde und wir in der Fensterbank angefangen haben, Chilisamen auszusähen.
Resorptionsstrukturen im Schnee.
April
Ostern ist hier in Schweden eigentlich immer etwas enttäuschend, da draußen noch immer alles tot und grau ist, nachdem der Schnee so langsam wegtaut. Umso mehr habe ich mich gefreut, wenigstens für ein Wochenende meine Familie in Dresden zu besuchen. Von dort ging es direkt (na ja, mit umsteigen) nach Wien zur alljährlichen Tagung, wenn auch diesmal nur für die Hälfte der Zeit. Und auch da war dieses Jahr noch nichts von Frühling zu sehen. Wieder zu Hause mußten wir noch bis in die zweite Aprilhälfte warten, bis endlich die ersten Frühblüher zum Vorschein kamen.

Mai
Über den 1. Mai war ich mit meinen Schulfreunden an der deutschen Nordseeküste, was wirklich schön war, aber wie immer viel zu kurz. In der darauf folgenden Woche war ich nämlich wieder einmal mit den Stundenten im stockholmer Schärengarten auf Exkursion. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, ganz zur Freude von Studenten und Lehrern. Wieder zu Hause war dann endlich der Frühling da. Die Katzen bekamen einen Freilaufbalkon und ich ein Kräuterbeet im noch immer etwas kahlen Garten. Am Samstag, den 18. Mai, haben wir dann endlich unsere Einweihungsparty gefeiert, zu der die meisten unserer hiesigen Freunde (sogar ein paar aus Oslo) gekommen sind. Bei fast vorsommerlichen Temperaturen haben wir das erste Mal im Garten gegrillt und drinnen Cocktails getrunken und Eurovision Song Contest geschaut. Rein wettertechnisch hat der Mai ansonsten keine Wünsche offengelassen: eine echte Frühlingsexplosion mit allem, was dazugehört.

Juni
Neben Mai ist Juni einer meiner Lieblingsmonate in Schweden. Dieses Jahr stand erstmal ein Wochenendbesuch in Stavanger an, bevor es dann ab Mittsommer in den Urlaub ging. Der führte uns und unsere Freunde ein paar tausend Kilometer nach Norden durch Schweden, Finnland und Norwegen zunächst nach Alta und dann an den Lyngenfjord zum Angeln. Sowohl zu Hause als auch bei 70°N war das Wetter einfach nur fantastisch. Ein Sommer, wie man ihn sich besser nicht wünschen kann.

Juli
Als es Anfang Juli aus dem Urlaub wieder zurückging, war der schwedische Sommer noch in vollem Gang. Bei langen Tagen und warmem Wetter machte selbst das Arbeiten Spaß, zumal der ganze Stress von Meetings im Sommer einfach ausfällt. Zu meinem Geburtstag waren wir dann auf Exkursion, um etwas mehr über Schwedens Geologie zu lernen. Die war gefolgt von einem kleinen Stresspeak, da wir auf Arbeit Besuch von einem Kamerateam von Discovery Channel hatten.

August
Der August stand hauptsächlich im Zeichen der Geländearbeit in Island. Neben einem Besuch auf dem Vulkan Hekla, hatten wir noch eine ganze Menge anderer Aufgaben zu erledigen. Unter anderem haben wir eine neue Caldera entdeckt und den schönsten Berg Islands bestiegen. Für mich war die Islandreise nicht zuletzt wegen des außergewöhnlich tollen Wetters der Höhepunkt des Jahres, wenn auch leider das Ende des Sommers.

September
Der September bringt mit dem Anfang des Herbstsemesters immer auch eine riesige Menge Arbeit mit sich. Die ersten zwei Wochen laufe ich generell Stundenten im Wald hinterher, was in der ersten Woche dieses Jahr noch OK war, denn der Sommer war kurzfristig zurück. Ab der zweiten Woche wurde es aber doch sehr herbstlich, was der Motivation der Studenten nicht gerade zuträglich ist. Die schöne Seite des Septembers ist, daß man es sich endlich wieder auch drinnen gemütlich machen kann und im Garten ernten kann, was über den Sommer gewachsen ist.

Oktober
Den diesjährigen Oktober verbinde ich in erster Linie mit Laubharken und Wintervorbereitungen. Und irgendwo war da auch noch Zeit für Kreativität, sowohl in meinem Führungskräftekurs, als auch zu Hause. Das Wetter war typisch für den Oktober. Bei einem Sturm fiel doch tatsächlich ein Baum in unserem Garten um und verfehlte nur knapp das Haus.

November
Der November ist generell mein am wenigsten geliebter Monat. Aber ein großer Teil der Lehre des Herbstes war vorbei und so beschlossen eine Freundin und ich, übers Wochenende nach Kopenhagen zu fahren, um zu shoppen und uns zu erholen. Außerdem fand noch die 2tägige Abschlußveranstaltung meines Kurses auf dem Rånäs-Schloß statt. Am zweiten Tag bekam ich dann die Nachricht, daß meine zweite Nichte das Licht der Welt erblickt hatte, was den Monat November dieses Jahr auf jeden Fall zu einem der vorderen Plätze verhilft. Mitte des Monats fand dann auf Arbeit noch ein populärwissenschaftliches Kolloquium zum 50. Jubiläum des Vulkanausbruchs, der die Insel Surtsey geschaffen hat, statt. Dort durfte ich auch einen Vortrag halten. Abgesehen davon habe ich dann in der zweiten Hälfte des Monats noch recht viel unterrichtet, was in dem Fall aber wirklich Spaß gemacht hat. Zum Schluß des Monats bin ich dann nach Deutschland zu meinem 12jährigen Klassentreffen gereist. Wow, ein ereignisreicher November!

Dezember
Vom Klassentreffen ging es dann weiter nach Dresden, wo ich meine neue Nichte kennenlernen durfte und mit meiner "alten" Nichte ihren 3. Geburtstag gefeiert habe. Trotz Sturm bin ich nach einer Woche wieder in Schweden angekommen, nur um in der Woche darauf wieder nach Deutschland zu reisen. Das zweite Mal ging es zur diamantenen Hochzeit meiner Großeltern. Ein echter Blitzbesuch übers Wochenende. Am Montag darauf war ich zum Abendessen bei der Unipräsidentin. Und dann war weihnachtsbedingt endlich frei! Ich kann Euch sagen, daß ich nach einem solch rasanten Jahr echt geschafft bin und mich über ein paar freie Tage gefreut habe.

2013 war also ein Jahr voller Ereignisse. Man könnte sagen, es war das Jahr der Kurzreisen und das Jahr, in dem unser Haus ein richtiges Heim geworden ist. Ein tolles Jahr, das wahnsinnig schnell vorbeiging und in dem es eindeutig zu wenig Zeit für Freizeit gab. Ein Jah, an das ich mich auf jeden Fall gern erinnern werde.

Dienstag, 24. Dezember 2013

Die Regeln des schwedischen Weihmachtsessens

Mittlerweile war ich schon auf diversen julbord (schwedischen Weihnachtsessen), doch es hat bis zu diesem Weihnachten gebraucht, um endlich herauszufinden, welche Regeln bei diesem traditionellen Festessen gelten.
Dies ist einer der 4 Tische, durch die man sich kämpfen kann/muß.
Wie man auf dem Bild gut erkennen kann, ist der Tisch mit den verschiedensten Gerichten voll beladen. Wie soll man sich da entscheiden? Zum Glück gibt es dafür Richtlinien, an die man sich halten kann, wenn man traditionsbewußt ist. Diese Richtlinien sehen 5 verschiedene Gänge vor:
  1. Der erste Gang besteht aus eingelegtem Hering in allen Varianten, zusammen mit Brot (süß oder Knäckebrot).
  2. Darauf folgt ein Gang mit geräuchertem, gebeiztem, gekochtem usw. Lachs, Lachpastete und halben gekochten Eiern mit Kaviar.
  3. Bei Gang Nummer 3 gibt es dann endlich was Substanzielles: Sülze, Pasteten, Würstchen, Roastbeef, Hirsch, geräuchertes Fleisch und Julschinken.
  4. Wer jetzt immer noch nicht genug hat, kann sich beim 4. Gang mit Weihnachtswürstchen, Auflauf, Omelette, Rippchen, Rotkohl und in Lauge gekochtem Trockenfisch (lutfisk) und Fleischbrühe mit eingetunktem Brot.
  5. Völlig fertig darf man sich beim 5. Gang endlich den süßen Dingen des Lebens widmen, dem Nachtisch. Der besteht typich schwedisch aus Reisbrei mit Schlagsahne (ris a la Malta), knuspriges Waffelgebäck, Bonbons und Pralinen, Käse und Cracker, sowie natürlich der obligatorische Kaffee.
Das julbord stammt aus ärmeren Zeiten, in denen die Bauern im Winter alles aufgefahren haben, was sie hatten. In Michel aus Lönneberga gibt es eine Szene, in der Michel die Armen des Dorfes zum julbord einlädt. Heutzutage ist ein solch überschwängliches Essen natürlich nicht mehr richtig mit unserem Lebenstil zu vereinbaren. Deshalb halte ich mich beim Arbeitsweihnachtsessen an die Sachen, die ich mag, zum Beispiel warmgeräucherten Lachs, geräucherte Entenbrust und Julschinken. Das macht es deutlich leichter, nach dem Essen, nicht als Kugel zurück auf Arbeit rollen zu müssen.

Einige der Gerichte habe ich übrigens zu meinem Foodblog voracious silence verlinkt, solltet Ihr jetzt Appetit haben. Frohes Nachkochen!

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Achtung, Baum fällt!

Apropos ungemütlichesHerbstwetter: Heute stürmt es ganz schön und läßt die letzten Blätter durch die Luft wirbeln, was ganz schön ist, wenn ich hier von meinem Heimarbeitsplats nach draußen schaue. Gegen 10 heute morgen gab es allerding ein etwas beunruhigenderes Sturmgeräusch, das sich überraschenderweise als Resultat eines umgefallenen Baumes herausstellte.
Der Baum, eine Birke, stand auf unserer Grundstücksgrenze an der Straße zur örtlichen Grundschule. Vorher war die Birke etwa 10 m hoch, jetzt is sie in etwa 2,5 m abgebrochen, und der Rest ist in unseren Garten gefallen. Einer unserer Apfelbäume hat ein paar Äste dabei verloren. Dennoch war es Glück im Unglück, denn die Baumkrone hat unsere Südfassade mit Flur- und Wohnzimmerfenster nur um einen halben Meter verfehlt.
Da liegt er, der Baum, einmal quer über die Wiese südlich des Hauses. Fenster, Dachrinne und Fassade hat er knapp verfehlt.
Nun wissen wir nicht mal, ob der Baum uns oder der Kommune gehört. Jedenfalls kommt wohl demnächst das Baumräumkommando vorbei. Das hat heute bestimmt so einiges zutun.
Leon begutachtet aus dem Flurfenster den grausigen Anblick.

Sonntag, 6. Oktober 2013

Eichhörnchenfütterstation

Um im Winter zur allgemeinen Katzenunterhaltung beizutragen, haben wir eine Eichhörnchenfütterstation gebaut, die wir in den nächsten Tagen an einem der vielen großen Bäume im Garten anbringen wollen. Die Anleitung für die Fütterstation kommt von dieser Website, wo man sich sehr viele Gedanken über die Bedürfnisse der kleinen Puschel gemacht hat. So gibt es eine Plexiglasscheibe, durch die Nüsse leicht gesehen werden können, eine nicht zu schwere Klappe, die Hörnchen hochheben, sich aber nicht darin einklemmen kann, Wasserablauf, eine kleine Plattform zum Sitzen und Knabbern. Bevor die Fütterstation aufgehängt wird, habe ich sie heute nochmal mit Leinöl eingerieben, um das Holz auf ungiftige Weise zu schützen. Heute Morgen war auch ein Eichhörnchen im Garten unterwegs. Ich hoffe nur, daß es sich auch willkommen fühlt, wenn die Fütterstation erst hängt.
Ja, der Herbst ist da. Zeit, alles für den Winter vorzubereiten.

Montag, 30. September 2013

Weintrauben und Hopfen

Es ist Herbst, und das bedeutet hier wie überall Erntezeit. Dabei ist es mitunter überraschend, was man hier auf 60°C Nord so alles ernten kann. 

Heute haben wir sowohl Hopfenblüten als auch fast zweieinhalb Kilo blaue Weintrauben in unserem Garten geerntet. Die Trauben wachsen an der Südfassade des Hauses und das Ergebnis eines fantastischen Sommers. 

Mal sehen, was wit mit dem Hopfen und den Trauben anfangen.

Samstag, 3. August 2013

4 Jahre Schweden

Heute vor 4 Jahren bin ich nach Schweden gekommen! 
 
Gewöhnlich philosophiere ich ja zu meinem Jahrestagen immer, was sich seit dem Anfang und seit dem letzten Jubiläum so ereignet hat. Nach einem Jahr fühlte ich mich noch immer, als stände ich am Anfang. Nach zwei Jahren fand ich mich einigermaßen zurecht. Nach drei Jahren fühlte ich mich hier zu Hause. Was kann sich da nach einem weiteren Jahr schon noch getan haben?

Der wahrscheinlich größte Unterschied zum letzten Mal ist wohl, daß ich in meinem eigenen Haus sitze und blogge. Das ist schon ein riesiger Schritt. Und rein arbeitstechnisch habe ich mich recht gut eingefunden in meine Stelle, die seit letztem September ja auch teilweise eine Führungsrolle im Institut beinhaltet. Beides, das eigene Haus und meine Arbeit, hat irgendwie dazu geführt, daß ich näher als je zuvor am Eingang zur schwedischen Kultur stehe. 
 
Ich bilde mir ganz und gar nicht ein, daß ich tatsächlich einen echten Einblick habe. Bisher habe ich wirklich nur beobachtet. Ich kenne wenige Schweden privat, und es fehlt mir einfach an einem Hund oder Kind, um wirklich Kontakt aufnehmen zu können. Trotzdem habe ich im letzten Jahr noch einmal wahnsinnige Fortschritte beim schwedisch Sprechen gemacht. Ich kann jetzt richtig small talk halten. Vor einer halben Stunde habe ich doch tatsächlich mit unserer Nachbarin geredet, sie überredet unsere Katzen zu füttern und ihr beim Stachelbeeren pflücken geholfen. Das ist für mich ein Meilenstein der Kontaktaufnahme. Mittlerweile sind schwedische Konversationen um mich herum oder im Radio auch nicht mehr nur Hintergrundrauschen. 
 
Vielleicht wird Jahr 5 ja das Jahr der echten Kontaktaufnahme. Wer weiß? Ich bin gespannt.

Samstag, 20. April 2013

Gestatten, unser Garten

Endlich, endlich! Seit vorgestern ist hier bei uns offiziell Frühling. Das heißt, die Durchschnittstemperatur liegt 7 Tage in Folge über dem Gefrierpunkt. Der Schnee im Garten ist aich schon fast weg, und vorgestern haben wir das erste Schneeglöckchen entdeckt.

Eine völlig neue Welt, einen Garten zu haben, der nicht unter einem halben Meter Schnee versteckt ist. Zwar haben wir den Garten damals im September bei der Hausbesichtigung sozusagen in seiner herbstlichen Pracht gesehen, aber seit wir am 3. Dezember eingezogen sind, lag immer Schnee.

Jetzt kann die Entdeckungsreise beginnen. Ich bin schon gespannt, was so alles zum Vorschein kommt. Natürlich geht jetzt auch die Gartenarbeit so richtig los. Heute haben wir erst einmal die ganzen Äste vom letzten Sturm eingesammelt und trockene Blumen und Laub zusammengeharkt. 

Es steht jetzt schon fest, daß wir keine Vollzeitgärtner werden wollen. Mit ein paar Beerenbüschen und unseren 5 Apfelbäumen haben wir bestimmt auch so eine Menge zutun. Ansonsten würde ich bloß noch gerne einen kleinen Kräutergarten anlegen. Ich werd mich gleich mal an die Recherche begeben, was man dafür alles beachten muß.

Samstag, 26. Januar 2013

Ein Samstag der Überraschungen

Überraschung Nr. 1
Gestern bekam ich einen Anruf von einer Floristin im Nachbarort, die sagte, es gäbe eine Blumenstraußlieferung für uns. Von wem? Warum? Und wer kennt schon unsere neue Adresse? Heute kam dann der Blumenstrauß, ein hüscher mit lila und roten Blumen. Und er ist...tada: von unserer Maklerin. Gestern kam nämlich der Brief mit der Bestätigung, daß wir jetzt als Hausbesitzer im Grundbuch eingetragen sind. Damit ist der Hauskauf abgeschlossen.

Überraschung Nr. 2
Nachdem wir auf Arbeit von unserer persönlichen Langlaufloipe erzählt hatten, wollte uns dieses Wochenende ein befreundetes Pärchen besuchen, um mit uns eine Runde Ski zu laufen, Kaffee zu trinken und unser Haus anzuschauen. Heute Mittag kam dann leider ein Anruf vom ihm, daß sie erkältet ist und deshalb nur er kommen würde. Mehr Kuchen pro Person, dachte ich mir dann beim Kuchenbacken. Als der Kuchen dann so gut wie fertig war, bekam ich noch einen Anruf: Überraschung! Vier andere Freunde, die von unserer Loipe gehört hatten, waren unterwegs zu uns zum Skifahren. Es geht doch nichts über Überraschungsbesuch.

Montag, 21. Januar 2013

Positives übers Umziehen

Beim Rumsurfen habe ich neulich diese Seite entdeckt, die - man lese und staune - die positiven Seiten des Umziehens diskutiert. Ich persönlich verliere ja beim Umziehen meinen ansonsten unzerstörbaren Optimismus und wünsche mir jedes Mal danach, nie wieder umziehen zu müssen. Aber vielleicht kann ich mich ja mit den "positiven Sseiten des Umziehens" umstimmen - nicht daß ich in nächster Zeit irgendwohin ziehen wollen würde!

Also hier die Punkte und meine persönliche Erfahrung bei diesem Umzug:
  1. Organisation - in einem neuen Zuhause kann man alles von Anfang an neu organisieren: Ja, das stimmt wohl zumindest im Prinzip. Im neuen Haus habe ich zum Beispiel ein Näh- und Bastelzimmer, sodaß meine Bastelaktionen nicht mehr im Wohnzimmer oder am Küchentisch stattfinden und all mein Material in einem Regal Platz gefunden hat. Außerdem sind die Bücher jetzt an logischeren Stellen verteilt: Kochbücher in der Küche, Reiseführer und Bildbände im Wohnzimmer und Fotohobbybücher zum Beispiel im zukünftigen Arbeitszimmer.
  2. Das Wiederfinden lang verschollener Dinge: Spontan fällt mir nur meine Regenhose ein, die ich vor 2 Jahren für immer verloren geglaubt habe, und die doch tatsächlich in meiner Komode war. Also hab ich jetzt eben zwei Regenhosen. Aber es sind bestimmt noch andere Dinge wieder aufgetaucht, die mir jetzt nicht einfallen.
  3. Alles ist sauber: Nun ja, noch ist nicht alles sauber. Dafür gibt es noch zu viele Baustellen. Aber die Motivation, meine neue Küche, das tolle Bad und das gemütliche Wohnzimmer zu putzen sind erheblich höher als im alten Haus. Früher oder später wird also alles hoffentlich sauber sein.
  4. Ein Neuanfang: OK, das neue Haus ist nur 2 km vom alten entfernt, aber trotzdem sind wir in eine neue Umgebung und sozusagen ein neues Umfeld gezogen, denn vorher haben wir sozusagen im Wald gewohnt. Es gab eigentlich außer der Kirche nichts. Wir hatten eigentlich nichts mit unseren Nachbarn zutun. Jetzt wohnen wir im Zentrum des richtigen Dorfes und können von den Annehmlichkeiten der Zivilisation profitieren und vielleicht sogar ein paar Nachbarn kennenlernen.
  5. Zeit zum Ausmisten: Ja, ein Umzug ist eine perfekte Gelegenheit zum Aussortieren und Wegwerfen. Wenn man allerdings nur einen Katzensprung weit wegzieht, kommt dieser Aspekt ein bißchen zu kurz. Ich hab lediglich ein paar alte Klamotten aussortiert, die ich aber noch in die Altkleidersammlung geben muß.
  6. Zeit für ein Upgrade: Wenn der Umzug eines gebracht hat, dann ein Upgrade: größeres, schöneres Haus mit bequemerer Heizung, neuem Bad und jetzt auch neuer Küche!
Vielleicht kann ich dem Umziehen ja doch noch was abgewinnen... aber erst einmal nur für diesen Umzug und für die nächsten paar Jahre.

Sonntag, 2. Dezember 2012

Der Winter ist eingebrochen

Seit etwa vorgestern hat sich der Winter eingestellt, und zwar als ob jemand einen Schalter umgelegt hätte. Plötzlich ist es draußen weiß und kalt, einfach fantastisch! Denn mit dem Schnee ist endlich die Dunkelheit besiegt. Ach, war das heute morgen schön mit Schnee und Sonnenschein vor dem Fenster aufzuwachen. 
Ein bisschen Schnee schieben musste schon sein, schließlich müssen wir ab Montag Kisten aus dem Haus, dem Gästehaus, dem Holzschuppen und aus der Garage ins Auto schleppen. Trotzdem war heute Mittag noch Zeit bei einem Abschiedsspaziergang durch unser "Dorf" ein paar Sonnenstrahlen zu tanken. Winter kann echt schön sein, auch wenn's heute Nacht gleich bis -22°C abkühlen soll.
Ach so, noch ein Nachtrag zum Thema Dunkelheit besiegen: In Nordschweden haben die öffentlichen Verkehrsbetriebe Lichttherapielampen in die Bushaltestellen und die Busse eingebaut. Wenn das mal nicht ne tolle Idee ist.

Sonntag, 7. Oktober 2012

3jähriges Schwedenhaus-Jubiläum

Jetzt Anfang Oktober sind es 3 Jahre her, seit ich in unser jetziges Zuhause eingezogen bin. Eine ganz schön lange Zeit! Das diesjährige Jubiläum ist aber auch ein ganz besonderes, weil der Mietvertrag gekündigt ist und wir Ende des Jahres ausgezogen sein werden. Das ist schon ein komisches Gefühl, weil das Leben in einem Häuschen auf dem Lande auch einen großen Einfluß auf unseren Lebenstil hier hat. Der wird sich zwar in unserem neuen Haus auch nicht ändern, aber viele Hobbies haben sich hier in unserem Schwedenhaus entwickelt. Zum Beispiel das Ciderbrauen und das Schneeschippen.
 
Da stellt sich natürlich die Frage, warum wir von hier wegziehen oder nicht gar das Haus gekauft haben, in dem wir jetzt wohnen. Ich glaube, ich habe bereits erwähnt, daß das Haus nicht nur zu klein und unmodern ist (nur ein winziges Bad, völlig überholte Stromleitungen etc.), sondern daß unser Vermieter auch in den 3 Jahren, in denen wir das Haus mieten sowie auch in vielen Jahren zuvor nichts am Haus gemacht hat. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis mal etwas Größeres kaputtgeht. Und bei der Art und Weise, wie sich unser Vermieter bisher verhalten hat, wenn mal eine kleinere Reparatur anstand, möchten wir dann möglichst nicht mehr hier wohnen.

Das 3jährige Jubiläum ist also zu Recht das letzte.


Mittwoch, 1. August 2012

Die Bärenjagd ist eröffnet

Auch wenn der Sommer bisher eher zu wünschen übrig läßt, gibt es einen Lichtblick bei all dem Regen und den mittelmäßigen Temperaturen: dieses Jahr ist ein perfektes Bären-, äh Beerenjahr. Wir erinnern uns: auf schwedisch heißen Beeren bär. Es gibt momentan jede Menge riesengroße Blaubeeren im Wald. Außerdem sind im Garten die Johannisbeeren und die Stachelbeeren reif. Zum ersten Mal gibt es auch nennenswerte Mengen an Himbeeren, die in den letzten Jahren eigentlich immer vertrocknet sind. Einen Grund zum Meckern gibt's aber doch schon wieder, wenn auch mit Augenzwinkern: alles wird gleichzeitig reif! Also muß alles gleichzeitig geerntet und verarbeitet werden. 
Blaubeeren, Himbeeren, Stachelbeeren und Johannisbeeren und eine leicht genervt guckende Katze.
So haben wir auch jetzt schon einige Stunden im Wald und im Garten mit Beerenpflücken verbracht. Im Falle der Blaubeeren gibt es da zum Gluck ein sehr hilfreiches Instrument, das hier in Schweden in keiner Blaubeersaison fehlen darf: der bärplockare (Beerenpflücker), eine Art Kamm, mit dem man die Blaubeeren aus den Büschen kämmen kann, ohne die Beeren zu zerquetschen und der Pflanze dabei zu schaden. Damit geht das Ernten echt einigermaßen schnell. dann braucht man noch ein spezielles Sieb, um die Blätter auszusieben und schon hat man seine Blaubeeren geputzt.

In nächster Zeit gibt es also auch wieder das ein oder andere Kuchen- und Marmeladenrezept auf voracious silence, zum Beispiel:
Geburtstagskuchen mit Erdbeeren und Blaubeeren
Blaubeer-Johannisbeermarmelade
Waldbeermarmelade mit Blaubeeren, Walderdbeeren und Himbeeren
Stachelbeer-Johannisbeermarmelade
Pinke Sommerbeerenmuffins
Die Rezepte werden dann verlinkt, sobald sie fertiggepostet sind.

Sieben.
Ein bißchen sortieren.


Fertig.

Sonntag, 22. Juli 2012

30 über Nacht

Man wird ja auch nicht jünger. Ich auch nicht. Und so hat auch mich die böse 3 eingeholt. Aber so schlimm ist das eigentlich nicht. Ich bin ganz zufrieden mit dem, was ich in den 30 Jahren erreicht habe. Da kann ich mich auch mit meinem Alter anfreunden.
Mein Geburtstagskuchen. Rezept gibt's demnächst auf voracioussilence.blogspot.com.
Ansonsten war heute ein schöner Tag: eine Homage an das schöne Landleben hier mit allem, was ich hier gern tue: Mitternachtscocktail, gemütlich frühstücken, wandern, Blaubeeren pflücken, Pilze (die ersten Pfifferlinge!) sammeln, Kuchen backen, spazieren gehen und lecker kochen.

Ach ja, und natürlich Geschenke auspacken. An dieser Stelle vielen Dank für die Glückwünsche und die Geschenke. Ich freu mich total!
Die Blaubeeren sind reif!!!
Wandern auf dem Upplandsleden.
Wandern am Siggeforasjön.

Freitag, 29. Juni 2012

Freitagabendpech ist Donnerstagmorgenglück

Es ist Freitag Abend,um 17:15 sind wir von der Arbeit aufgebrochen,um unseren Wocheneinkauf zu erledigen, nur um 20:30 unverrichteter Dinge zu Hause anzukommen. Alles, was wir bekommen haben, sind 3 kg schwedische Erdbeeren. Und die sind wohl unserem Auto zum Verhängnis geworden. Denn auf dem Parkplatz beim Erdbeerstand wollte es dann einfach nicht mehr anspringen. Nicht einen Muks machte es mehr. Die Batterie ist es nicht. Die Sicherungen auch nicht.

Was also tun? Wir haben einen guten Freund angerufen, der in der Nähe wohnt und mit mir zur nächsten Werkstatt gefahren ist. Unglücklicherweise war die nicht nur an diesem Abend geschlossen, sondern ist auch noch bis August im Urlaub. Das Stichwort hier ist sommarstängt (geschlossen für den Sommer). Reparaturen jeder Art (Auto, Klempner etc.) sind der Albtraum in Schweden im Sommer.

Also zurück zum Auto. Der nächste Lösungsansatz war schieben, was uns aber auch nicht weiter brachte als bis zum nächsten Parkplatz, auf dem man auch nur während der Öffnungszeiten des Supermarktes und nur für 2 Stunden parken darf.

Mittlerweile war auch unser Freund schon eine Stunde da. Zum Glück bestand er darauf, es nochmal mit anschieben zu versuchen. Das Auto sprang tatsächlich an! Und wir konnten nach Hause fahren.

So auf der positiven Seite haben wir: Wir sind zu Hause. Wir mußten nicht Bus fahren und dann 2,6 km in den falschen Schuhen und ohne Jacke bei heraufziehendem Gewitter nach Hause laufen. Und die ganze Sache ist nicht gestern früh passiert, wo wir zum Flughafen mußten.

Auf der Negativseite steht: Das Auto ist noch immer kaputt und steht auf der Straße. Wenn wir es zur Werkstatt fahren wollen, müssen wir wieder schieben. Wir haben nichts zu essen eingekauft. Die einzige Werkstatt, von der wir wissen, daß sie in nächster Zeit wieder öffnet, macht am Dienstag auf. Der Schulbus, der sonst morgens vor unserer Tür hält, fährt nicht wegen Sommerferien.

Trotzdem würde ich sagen: besser Freitag Abend als Donnerstag Morgen.

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Samstag, 26. Mai 2012

Der Frühling, der ein Sommer war

Momentan hält es mich eigentlich kaum drinnen im Haus. Es ist einfach zu schön draußen im Garten. In den letzten 2 Wochen hat es vielleicht 2x geregnet. Die Sonne scheint jetzt fast 20 Stunden am Tag. Und es sind auch schon mal 20°C im Schatten. 
Hausfoto am 1. Mai 2012.
Am 26. Mai.
Und alles verändert sich so unglaublich schnell. Anfang Mai blühten gerade noch die Krokusse und die Tulpen schauten als Blätter aus dem braunen, toten Gras vom letzten Jahr. Jetzt ist alles grün und rot und gelb und weiß. Das Gras wuchert, sodaß man jede Woche mähen muß. Die Tulpen sind leider schon wieder am verblühen. Die Apfelbäume blühen, als wollten sie sich für die mittelmäßige Ernte des letztes Jahres entschuldigen. Und heute ist Premiere: die Rhabarbersaison wird eröffnet. Kuchenrezept gibts auf voracious silence.

Sonntag, 26. Februar 2012

Apfelciderproduktion

Gestern haben wir endlich unseren letzten Cider der Herbstäpfel von 2011 abgefüllt. Nach 5 Monaten ist der Cider jetzt fast fertig. Grund genug, mal zu berichten, wie man eigentlich Cider herstellt.

Zubehör
Weinbalon
Gummistopfen mit Loch
Gärröhrchen
Schlauch
Trichter
Flaschen
Kronkorken
Verkorker
lebensmittelsicheres Desinfektionsmittel
Refraktometer zur Zuckerbestimmung

Zutaten
Apfelsaft ohne Konservierungsmittel
Weinhefe, z.B. Burgunder
Zucker
Zubereitung
1. Wir lassen unseren Apfelsaft aus eigenen Äpfeln in einer Mosterei pressen. Dort bekommen wir den Saft unserer eigenen Äpfel ohne irgendwelche Zusatzstoffe. Für einen 20 l Weinbalon braucht man, wie der Name schon sagt, 20 l Apfelsaft, welchen man in den Balon füllt. Mit Hilfe eines Refraktometers kann man den Zuckergehalt des Saftes bestimmen, was wichtig ist, wenn man später den Alkoholgehalt des Ciders zu kontrollieren.
2. Als nächstes stellt man einen Gärstarter aus Hefe - wir verwenden Trockenhefe - und einem Glas Apfelsaft her. Beides mischt man zusammen und läßt es einige Stunden (mindestens 3) stehen, bis die Gärung beginnt (das ganze wird schaumig und "wächst").
3. Den Gärstarter gibt man dann zum Saft und verschließt den Weinbalon mit einem Stopfen und setzt ein Gärröhrchen auf den Stopfen. Das Gärröhrchen füllt man vorher mit Wasser, damit die Gärgase raus- aber keine Luft reinkommen kann.
4. Jetzt heißt es warten und die Gärung beobachten. Am besten wäre es, den Weinbalon in einem Raum mit gleichmäßiger Temperatur zu platzieren. Die Hefe setzt den Zucker im Apfelsaft in Alkohol um. Dabei wird Kohlendioxid freigesetzt, das aus dem Gärröhrchen blubbert. Wenn das Blubbern aufhört, heißt das, daß kein Zucker mehr im Saft ist.
5. Je nach gewünschtem Alkoholgehalt (Alkhol ist auch ein Konservierungsmittel für den Cider) gibt man schrittweise noch Zucker zu. Man sollte nich zu viel Zucker auf einmal zugeben, weil das Stress für die Hefe bedeutet. Die Menge hängt vom ursprünglichen Zuckergehalt des Apfelsaftes ab (dafür das Refraktometer). Wir haben verschiedene Weinbalons angesetzt mit unterschiedlichen Hefen. Die meisten haben wir dann so weit nachgezuckert, daß der finale Alkoholgehalt 8% beträgt. Der Cider, den wir gestern abgefüllt haben, hat einen Alkoholgehalt von 10%.
6. Die Gärung erreicht ihren Höhepunkt meist nach 2-3 Tagen und dauert einige Wochen bis zu 2 Monaten. Das hängt auch etwas von der Raumtemperatur ab. Im Allgemeinen schadet es nicht, den Weinbalon noch etwas länger stehenzulassen. 
7. Mit dem Abfüllen sollte man warten, bis sich fast alle Trübstoffe am Boden des Weinbalons abgesetzt haben.

Abfüllen
Beim Abfüllen ist Sauberkeit von größter Wichtigkeit. Bei uns hat sich folgendes Verfahren bewährt:
1. Bierflaschen gründlich reinigen. Die Etiketten lassen sich am besten nach einem Schnellwaschgang ohne Trocknen in der Spülmaschine entfernen. Dann noch von innen und außen gründlich putzen.
2. Eine Lösung aus Wasser und lebensmittelsicherem Desinfektionsmittel herstellen. Die Flaschen damit füllen und 5 min einwirken lassen. Dann die Flaschen entleeren und gründlich ausspülen. Dann den letzten Rest Wasser ausschütten.
3. Den Schlauch ebenfalls gründlich ausspülen und desinfizieren.
4. Den Weinbalon auf den Tisch oder einen Stuhl stellen. Die Flaschen auf dem Boden aufreihen. Mit dem Schlauch die Flüssigkeit aus dem Balon ansaugen und die Flaschen bis einige cm unter dem Rand befüllen. Dabei darauf achten, daß das Schlauchende oberhalb des Bodensatzes bleibt.
5. In jede Flasche etwas Zucker füllen: ca. 4 g auf eine 0,33l Flasche und bis zu 8 g auf eine 0,5l Flasche. Dieser Zucker sorgt nach dem Verkorken dafür, daß die Hefe noch einmal zu arbeiten anfängt und Kohlensäure produziert.
6. Die Flaschen verkorken, von außen abwischen und beschriften.
7. Dann können die Flaschen z.B. im Keller für mindestens 1 Monat gelagert werden. Die Flaschen sollten noch 2-3 mal gedreht werden, damit sich der Zucker ordentlich auflöst.

Unsere Ciderproduktion ist mittlerweile in ihren 2. Jahrgang eingetreten, und wir haben im Vergleich zum ersten Mal natürlich auch dazugelernt und das Verfahren verfeinert. Zum Beispiel haben wir mit verschiedenen Apfelsorten und Hefearten experimentiert, und festgestellt, daß beides einen großen Einfluß auf das Ergebnis hat. Unser derzeitiger Favorit ist Champagnerhefe.

Cider selber zu machen ist ein langwieriges und teilweise zeitintensives Hobby. Die Anschaffungskosten sind überschaubar, zumal man die Teile jedes Mal wiederverwenden kann. Ansonsten beschränken sich die Kosten auf Saft, Hefe, Zucker und Kronkorken. Damit kommen wir auf etwa 30 bis 50 cent pro 0,5 l Flasche. Der Zeiteinsatz ist schwer abzuschätzen, am längsten dauert wohl das Abfüllen.

Und das ist ja für diese Saison erstmal geschafft. Im Keller ruhen jetzt ca. 50 l Apfelcider und warten auf warme Tage.

Sonntag, 5. Februar 2012

In, um und auf dem See

Endlich ist der Winter auch in Schweden angekommen. Wie im Rest Europas hat auch uns das Russland-Tief fest im Griff. Aber nach dem enttäuschenden Wetter der letzten Monate sind -15°C  und 10 cm geradezu schön. Da nimmt man auch Nächte mit -23°C in Kauf. Wir haben diesen Winter im Vergleich zum letzten schon eine Menge Strom und Holz gespart, da machen ein zwei Monate mit winterlichen Temperaturen nicht so viel aus.

Letztes Wochenende, das ich hauptsächlich mit Arbeiten verbracht habe, waren wir dann für einen längeren Spaziergang bei/an/auf/um unserem Haussee. Der ist nämlich komplett zugefroren. Außerdem haben die Anwohner Spuren für Skilanglauf und Schlittschuhlaufen in den Schnee auf den See gefahren.

Deshalb konnte ich es in der stressigen Woche auch kaum erwarten, daß wieder Wochenende ist, damit wir Skilaufen können. Das haben wir dann gestern und heute auch gemacht. Jeweils eine Runde auf der 4,75 km langen Runde. Das war trotz -11°C sehr schön. Endlich mal wieder rauskommen!

Loipe, Eislaufbahn und Spazierstrecke in einem.
Aus dieser Perspektive haben wir unseren See vorher noch nie gesehen.
Ja, die Sonne steht immer noch ganz schön tief am Himmel. Aber sie wärmt sogar schon wieder ein bißchen.
Ein Anwohner, der mit den typischen schwedischen Schlittschuhen unterwegs ist.
Gestern beim Skifahren.
Parkplatzmangel gibt es bis Ende März auf jeden Fall keinen.

Freitag, 6. Januar 2012

Schwedenupdate im neuen Jahr

Zwar gibt es hier im dunklen, schwedischen Wald nicht wirklich etwas Neues, aber mitunter vergißt man ja, die alltäglichen Befindlichkeiten zu berichten, wenn man gefragt wird, was es so gibt. Hier also ein kleines Update des Alltäglichen.

Die Feiertage haben wir dieses Mal hier in Schweden verbracht und es einfach mal ruhig angehen lassen. Nach dem Streß der letzten Monate hatte ich das wirklich dringen nötig. Heilig Abend und Silvester waren wir bei Freunden, die seit August Nachwuchs haben. Entsprechend ging es ruhig zu, was aber nicht reichliches Essen ausschloß. Zu Weihnachten gab es typisch polnische Spezialitäten, zum Beispiel Borscht. Für mich das erste Mal, der/die/das Borscht. Silvester gab es dann italienische Speisen, da kann man ja nichts falsch machen. Neujahr ging es dann wie im letzten Jahr auch schon zu meinem Chef zum Mittagessen, wo entsprechend fränkischer Tradition Sauerkraut und Würstchen auf den Tisch kamen. Sauerkraut zu Neujahr zu essen, bringt angeblich Geldsegen für das neue Jahr.
Borscht mit pilzgefüllten Teigtaschen.

Ansonsten wurde nicht wenig gearbeitet, was irgendwie ganz schön war, da fast niemand auf Arbeit war. Endlich konnte ich mich mal den Dingen widmen, für die ich sonst zu wenig Zeit habe. Und überhaupt ist es manchmal ganz schön, mal einen Moment innezuhalten und zu überlegen, was denn in den nächsten Monaten so anliegt und wohin es denn gehen soll.

Dazu gibt es natürlich die ein oder andere Sache, die schon geplant sind für 2012. Nächste Woche bin ich erstmal für eine Konferenz in Reykjavik. Ich hab zwar nicht so richtig Lust zu verreisen momentan, und schon gar nicht an einen Ort, an dem es dunkel und naß und kalt ist, aber in dem Fall geht es um networking, vom Chef verordnet. In der dritten Januarwoche beginnt dann ein Kurs über die Betreuung von Doktoranden für mich, der ein paar Tage im Januar und dann hin und wieder im Februar, März und Mai stattfindet. Ende Januar und Mitte Februar unterrichte ich dann einen Kurs in geologischer Kartenanalyse. Den muß ich demnächst auch erstmal richtig vorbereiten. Dank dieses Kurses fällt leider auch unser geplanter Thailandurlaub ins Wasser. Dabei würd ich so gern Urlaub machen und die Sonne sehen. Bis auf eine Woche Urlaub in Island und ein paar einzelne Tage, als der Besuch aus Dresden da war und als wir übers Wochenende in Stavanger und Dresden waren, gabs 2011 keinen Urlaub. Mal sehen, was sich dann 2012 so an Urlaub einrichten läßt. Urlaubsreif bin ich jetzt schon. Abgesehen davon geht es im März nach Deutschland. Vor Ostern findet in Kiel eine Tagung statt, bei dem wohl auch einige Kollegen aus Göttingen sein werden. Apropos Tagung: Im April ist dann auch wieder die EGU in Wien. Diesmal muß ich unbedingt einen Kaiserschmarrn essen. Und dann heiraten im Juli unsere besten Göttingen/Stavanger-Freunde. Da muß ich mich langsam mal auf Kleidsuche begeben.

Vieles ist aber auch noch ungeplant, vor allem was meine Stelle angeht. Da bisher alle im Urlaub waren, hat sich da nicht nichts getan. Na ja, das Leben in Schweden wird ab nächste Woche schon wieder losgehen. Diese Woche ist jedenfalls schon wieder vorbei, weil morgen Feiertag ist, nein, nicht Knut, sondern der 13. Tag nach Weihnachten. Am 20., dem Namenstag von Knut, werden hier in Schweden traditionell die Weihnachtsbeleuchtung und der -schmuck entfernt. Frei ist deshalb nicht.

Noch was: Neujahrsvorsätze. Die fallen dieses Jahr bescheiden aus. Vor allem aber: so weitermachen wie bisher und mit allem Neuen klarkommen.

Sonntag, 9. Oktober 2011

Herbst in vollem Gange

Der Herbst ist eingekehrt. Und auch wenn laut Wetterdienst der Herbst noch nicht offiziell begonnen hat, hatten wir schon zwei Tage in Folge Nachtfrost bis -2,5°C. Die Tage werden auch rapide kürzer, und man zieht sich instinktiv in die Gemütlichkeit des Hauses zurück. Doch andererseit bedeutet Herbst hier auf dem Land auch, daß es eine Menge vorzubereiten gibt für den kommenden Winter.

Gestern haben wir zum Beispiel die Winterreifen aufgezogen. Dann gibt es natürlich auch eine Menge zu ernten im Garten, auch wenn wir gar nicht viel anbauen. Aber Äpfel gibt es natürlich nach wie vor einzusammeln. Dann gibt es Pfefferminze für leckeren Tee und Mangold und Frühlingszwiebeln für Kochexperimente zu ernten. Außerdem ist die Trockenmaschine unermüdlich im Einsatz, um Pilze und Apfelringe zu trocknen.
Getrocknete Pfefferminzblätter.
Der Anbau von Frühlingszwiebeln war nur mäßig erfolgreich.
Getrocknete Pilze. Beim Spazierengehen gesammelt.
Mangold. Vorm Einfrieren.
Dann gibt es auch noch 12 Kubikmeter Holz, die gehackt werden müssen, damit wir es im Winter schön warm haben. Holz hacken nimmt deshalb einen Großteil der Wochenenden in Anspruch. Deshalb bin ich auch generell für die Einführung des 3-Tage-Wochenendes.
Der Holzschuppen. Langsam füllt er sich. Nur die Stapel mit noch nicht gehackten Baumstücken werden irgendwie nicht kleiner.
Um noch nicht ganz Abschied vom Sommer nehmen zu müssen, habe ich ein paar Kräuter aus dem Garten in Töpfe gepflanzt und sie auf einem neu installierten Regalbrett vorm Fenster platziert: Thymian, Basilikum, Salbei, Pfefferminze und Petersilie.

Das Kräuterregal vorm Küchenfenster. Natürlich mußte es einen Katzenplatz haben. Leon ist begeistert.
Außerdem kann ich jetzt, wo es draußen kalt wird, wieder einem meiner biederen Hobbier nachgehen: stricken.Doch bevor ich mich neuen Projekten widme, mußte ich erstmal die zweiten Exemplare von im letzten Winter angefangenen Handschuhen fertigstellen.
Handschuhe und Fäustlinge. Ich bin für den Winter vorbereitet.
Und noch was Gutes im Herbst: Oktoberfestbier.
Hier das Ergebnis einer nahezu wissenschaftlichen Beprobung des Angebots an Oktoberfestbier im systembolaget.

Sonntag, 2. Oktober 2011

2 Jahre Villa Kunterbunt

Das zweite Jahr in meinem kleinen schwedischen Landhaus ist wie im Flug vergangen. Wieder habe ich jeden Monat ein Foto gemacht, genau wie im ersten Jahr. Ich bin selbst immer wieder überrascht, wie ungalublich unterschiedlich das Leben hier mit den Jahreszeiten variiert. Wenn man vom letzten Winter ausgeht, steht uns demnächst schon wieder eine Menge Schnee bevor.

Welchen Monat findest Du am schönsten?