= "Weihnachtstisch", Weihnachtsfeier
Gerade sind wir von unserer ersten Weihnachtsfeier diesen Jahres zurückgekommen und zwar in unserem Dorf. Wir sind eigentlich hingegangen, um uns mit unseren Nachbarn bekannt zu machen, also sehen und gesehen werden. Was wir zu erwarten hatten, wußten wir nicht so richtig. Ich hatte uns nur letzte Woche per Telefon angemeldet.
Da es weniger als 1 km von unserem Haus bis zum Gemeindehaus ist, sind wir also vorhin kurz vor 5 mit der Taschenlampe losgegangen. Dort angekommen wurde bezahlt und noch 2 Lose für die Lotterie gekauft. Dann wurden wir, weil wir wohl schon ein bißchen spät dran waren an einen der 4 langen Tische gesetzt. Dann ging es auch schon los. Wir verhielten uns nach dem Prinzip: immer schön nachmachen, was die anderen an unserem Tisch tun. Das hieß, aufstehen und zum Buffet gehen, wenn alle anderen gehen. Das Lustige war, daß das alles tischeweise ablief, also zuerst der eine Tisch, dann, wenn sich die Schlange aufgelöst hatte, der nächste, in einer scheinbar festgelegten Reihenfolge.
Das julbord (im eigentlichen Sinne das Buffet) bestand aus scheinbar traditionellen kalten und warmen Speisen, z.B. Weihnachtsschinken (sowas wie Kassler), köttbullar, kleinen Würstchen, Rote-Beete-Salat, Heringssalat mit halben Zwiebeln und halben Heringen, diverse pastetenartige Wurstspezialitäten, schwedischem Brot (süßlich), Knäckebrot und Salten und schwedischem Senf. Am Ende der Schlange durfte man sich für eine Flasche julmust (ein typisches, limonadenartiges Getränk, das etwas malzig und gewürzig schmeckt) oder ein lettöl (Leichtbier) entscheiden. Man durfte sich auch nachnehmen, was irgendwie aucht tischeweise passierte.
Zwischendurch gab es Musik von zwei älteren Herren, die auf der Bühne mit Gitarre und Akkordeon schwedische Weihnachtslieder gesungen haben. Dazu gab es auch ein Heftchen mit den Texten. Der Text von "Rudolph the red nose reindeer" auf schwedisch ist schön...
Nach dem Essen wurde das Geschirr abgeräumt, bevor es am Buffet Nachtisch gab: Reisbrei und Erdbeer-Rote-Grütze. Danach wurde wieder abgeräumt, und es gab Kaffee und julkaka (Weihnachtskuchen), bevor es an die Verlosung bei der Lotterie ging. Zum Glück haben wir nichts gewonnen. Zum einen wäre es peinlich gewesen, zum anderen gab es fast nur bestickte Weihnachtsdeckchen und Porzellanweihnachtsmänner zu gewinnen.
Insgesamt war es etwas unausgelassen. Man hätte auch snapps (Übersetzung nicht notwendig ;-)) haben können für 40 Kronen haben können, aber das wurde überraschend wenig in Anspruch genommen. Wir sind kurz nach 8 gegangen, weil dann auch ein Großteil der anderen Gäste gegangen ist. Die beiden Männer haben immer noch gesungen, ein paar Leute sind auch noch sitzen geblieben, aber es war abzusehen, wie es weitergeht...
Nun ja, wir haben wenigstens unsere Mission erfüllt.