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Freitag, 27. Juni 2014

Mittsommerwochenende in Stavanger

Am letzten Wochenende waren wir  einmal mehr in Stavanger zu Besuch. Und das erste Mal überhaupt war das Wetter dort - bis auf den obligatorischen Sturm - besser als bei uns in Schweden. So konnten wir uns dem Wandern, Lachsangeln und dem Spazieren am Strand widmen und zudem noch einen runden Geburtstag nachfeiern. Dank norwegischer Erdbeeren, eichsfelder Rostbratwurst und sherryhaltiger Vorspeisen konnten wir es uns richtig gutgehen lassen. Und auch wenn in Norwegen Mittsommer nicht richtig gefeiert wird, habe ich zur Kompensation einen Blumenkranz geflochten.

Sonntag, 18. Mai 2014

Gartennacht in Uppsala

Zur Zeit feiert ganz Uppsala den Geburtstag eines seinerberühmtesten Söhne, Karl von Linné, dem Begründer der systematischen Botanik. Zu diesem Anlaß gibt es über mehrere Wochen jede Menge Aktivitäten in Uppsalas Parks und botanischen Gärten, sowie in Linnés Landsitz Hammarby und in den Naturreservaten im Umland.
Ein Tulpenmeer im botanischen Garten. Im Hintergrund ein Stand vom Pflanzenflohmark und ein paar der Steine von Prinzessin Estelles eigenem "Berg".
Gestern waren wir bei schönstem Vorsommerwetter im botanischen Garten, haben die Blumenpracht genossen, Prinzessin Estelles "Berg" (einen imposanten Steingarten mit Pflanzen aus den Bergen Skandinaviens) bewundert, ein paar Pflanzen auf dem Flohmarkt erstanden und uns eine Vorführung zum Anlegen eines Steingartens angeschaut.

Trotz meiner eher amatörhaften Gärtnerkünste fühle ich mich jetzt auf jeden Fall etwas besser informiert, wie es mit meiner Steinmauer weitergehen soll.

Dienstag, 31. Dezember 2013

Das war 2013!

Jetzt ist wohl im Allgemeinen die Zeit gekommen, auf das vergangene Jahr zurückzublicken und sich erinnern, was alles passiert ist.

Januar
Der Januar stand auf jeden Fall noch im Zeichen von Renovierung und Umzug, ein wahnsinniger Anstrengungsakt, dem ich im dunklen Winter niemandem empfehlen kann. Da kam auch die Dienstreise in die Slowakei nicht so passend, auch wenn es mir dort ansonsten sehr gut gefallen hat und ich gern nochmal privat hinfahren würde. Freizeittechnisch war also nicht viel los im Januar. Eine der positivsten Überraschungen war da noch die Entdeckung, daß wir eine beleuchtete Skiloipe in der Nachbarschaft haben, die auch prompt ein paar Freunde zu Besuch anlockte.

Februar
Der Februar war so vollgepackt, daß ich gar nicht weiß, wie ich diesen Monat überstanden habe. Gleich zu Anfang ging es für einen Workshop nach Oslo und dann nur wenige Stunden danach zum 2tägigen Einstand meines Führungskräftekurses auf ein Schloß bei Knivsta. Die folgenden Wochen waren voll mit Unterricht inklusive geologischem Kuchen. So ganz nebenbei haben wir im heimischen Chaos noch am Eßzimmer gearbeitet, das nach der Küche die weitaus größte Renovierung nötig hatte.

März
Der März war dagegen beinahe ereignislos, auch wenn auf Arbeit eine Menge los war, inklusive Anträgen, Beitreuung und Meetings. Zu Hause ging es mit der Renovierung des Eßzimmers und des Flures weiter. Rein wettertechnisch ist mir der März noch deutlich in Erinnerung: es war konstant knitterkalt (-15°C) und supersonning, sodaß der Schnee langsam von der Sonne weggefressen wurde und wir in der Fensterbank angefangen haben, Chilisamen auszusähen.
Resorptionsstrukturen im Schnee.
April
Ostern ist hier in Schweden eigentlich immer etwas enttäuschend, da draußen noch immer alles tot und grau ist, nachdem der Schnee so langsam wegtaut. Umso mehr habe ich mich gefreut, wenigstens für ein Wochenende meine Familie in Dresden zu besuchen. Von dort ging es direkt (na ja, mit umsteigen) nach Wien zur alljährlichen Tagung, wenn auch diesmal nur für die Hälfte der Zeit. Und auch da war dieses Jahr noch nichts von Frühling zu sehen. Wieder zu Hause mußten wir noch bis in die zweite Aprilhälfte warten, bis endlich die ersten Frühblüher zum Vorschein kamen.

Mai
Über den 1. Mai war ich mit meinen Schulfreunden an der deutschen Nordseeküste, was wirklich schön war, aber wie immer viel zu kurz. In der darauf folgenden Woche war ich nämlich wieder einmal mit den Stundenten im stockholmer Schärengarten auf Exkursion. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, ganz zur Freude von Studenten und Lehrern. Wieder zu Hause war dann endlich der Frühling da. Die Katzen bekamen einen Freilaufbalkon und ich ein Kräuterbeet im noch immer etwas kahlen Garten. Am Samstag, den 18. Mai, haben wir dann endlich unsere Einweihungsparty gefeiert, zu der die meisten unserer hiesigen Freunde (sogar ein paar aus Oslo) gekommen sind. Bei fast vorsommerlichen Temperaturen haben wir das erste Mal im Garten gegrillt und drinnen Cocktails getrunken und Eurovision Song Contest geschaut. Rein wettertechnisch hat der Mai ansonsten keine Wünsche offengelassen: eine echte Frühlingsexplosion mit allem, was dazugehört.

Juni
Neben Mai ist Juni einer meiner Lieblingsmonate in Schweden. Dieses Jahr stand erstmal ein Wochenendbesuch in Stavanger an, bevor es dann ab Mittsommer in den Urlaub ging. Der führte uns und unsere Freunde ein paar tausend Kilometer nach Norden durch Schweden, Finnland und Norwegen zunächst nach Alta und dann an den Lyngenfjord zum Angeln. Sowohl zu Hause als auch bei 70°N war das Wetter einfach nur fantastisch. Ein Sommer, wie man ihn sich besser nicht wünschen kann.

Juli
Als es Anfang Juli aus dem Urlaub wieder zurückging, war der schwedische Sommer noch in vollem Gang. Bei langen Tagen und warmem Wetter machte selbst das Arbeiten Spaß, zumal der ganze Stress von Meetings im Sommer einfach ausfällt. Zu meinem Geburtstag waren wir dann auf Exkursion, um etwas mehr über Schwedens Geologie zu lernen. Die war gefolgt von einem kleinen Stresspeak, da wir auf Arbeit Besuch von einem Kamerateam von Discovery Channel hatten.

August
Der August stand hauptsächlich im Zeichen der Geländearbeit in Island. Neben einem Besuch auf dem Vulkan Hekla, hatten wir noch eine ganze Menge anderer Aufgaben zu erledigen. Unter anderem haben wir eine neue Caldera entdeckt und den schönsten Berg Islands bestiegen. Für mich war die Islandreise nicht zuletzt wegen des außergewöhnlich tollen Wetters der Höhepunkt des Jahres, wenn auch leider das Ende des Sommers.

September
Der September bringt mit dem Anfang des Herbstsemesters immer auch eine riesige Menge Arbeit mit sich. Die ersten zwei Wochen laufe ich generell Stundenten im Wald hinterher, was in der ersten Woche dieses Jahr noch OK war, denn der Sommer war kurzfristig zurück. Ab der zweiten Woche wurde es aber doch sehr herbstlich, was der Motivation der Studenten nicht gerade zuträglich ist. Die schöne Seite des Septembers ist, daß man es sich endlich wieder auch drinnen gemütlich machen kann und im Garten ernten kann, was über den Sommer gewachsen ist.

Oktober
Den diesjährigen Oktober verbinde ich in erster Linie mit Laubharken und Wintervorbereitungen. Und irgendwo war da auch noch Zeit für Kreativität, sowohl in meinem Führungskräftekurs, als auch zu Hause. Das Wetter war typisch für den Oktober. Bei einem Sturm fiel doch tatsächlich ein Baum in unserem Garten um und verfehlte nur knapp das Haus.

November
Der November ist generell mein am wenigsten geliebter Monat. Aber ein großer Teil der Lehre des Herbstes war vorbei und so beschlossen eine Freundin und ich, übers Wochenende nach Kopenhagen zu fahren, um zu shoppen und uns zu erholen. Außerdem fand noch die 2tägige Abschlußveranstaltung meines Kurses auf dem Rånäs-Schloß statt. Am zweiten Tag bekam ich dann die Nachricht, daß meine zweite Nichte das Licht der Welt erblickt hatte, was den Monat November dieses Jahr auf jeden Fall zu einem der vorderen Plätze verhilft. Mitte des Monats fand dann auf Arbeit noch ein populärwissenschaftliches Kolloquium zum 50. Jubiläum des Vulkanausbruchs, der die Insel Surtsey geschaffen hat, statt. Dort durfte ich auch einen Vortrag halten. Abgesehen davon habe ich dann in der zweiten Hälfte des Monats noch recht viel unterrichtet, was in dem Fall aber wirklich Spaß gemacht hat. Zum Schluß des Monats bin ich dann nach Deutschland zu meinem 12jährigen Klassentreffen gereist. Wow, ein ereignisreicher November!

Dezember
Vom Klassentreffen ging es dann weiter nach Dresden, wo ich meine neue Nichte kennenlernen durfte und mit meiner "alten" Nichte ihren 3. Geburtstag gefeiert habe. Trotz Sturm bin ich nach einer Woche wieder in Schweden angekommen, nur um in der Woche darauf wieder nach Deutschland zu reisen. Das zweite Mal ging es zur diamantenen Hochzeit meiner Großeltern. Ein echter Blitzbesuch übers Wochenende. Am Montag darauf war ich zum Abendessen bei der Unipräsidentin. Und dann war weihnachtsbedingt endlich frei! Ich kann Euch sagen, daß ich nach einem solch rasanten Jahr echt geschafft bin und mich über ein paar freie Tage gefreut habe.

2013 war also ein Jahr voller Ereignisse. Man könnte sagen, es war das Jahr der Kurzreisen und das Jahr, in dem unser Haus ein richtiges Heim geworden ist. Ein tolles Jahr, das wahnsinnig schnell vorbeiging und in dem es eindeutig zu wenig Zeit für Freizeit gab. Ein Jah, an das ich mich auf jeden Fall gern erinnern werde.

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Stuck, Schrotkugeln und Nobelpreisträger

Zum finalen Abschluss meines diesjährigen Führungskräftekurses war ich in der Woche vor Weihnachten zusammen mit den anderen Teilnehmern zum Abendessen bei unserer Unirektorin (in Deutschland entspricht das wohl der Unipräsidentin) eingeladen. Sowas passiert natürlich nicht bei der Rektorin zu Hause.  Dafür gibt es im Hauptgebäude der Uni eine Repräsentationswohnung, die mit antiken Möbeln, Stuck und Gemälden eingerichtet ist.

Die Rektorin muß wahrscheinlich öfter solche repräsentativen Abendessen abhalten, als ihr lieb ist, Smalltalk und Reden halten und wichtige und weniger wichtige Leute treffen. Meine Gruppe war diesen Monat jedenfalls nicht der Höhepunkt, denn der Gästebucheintrag auf der Seite vor der, auf der wir unterschrieben war von den diesjährigen Nobelpreisträgern, die am Freitag zuvor Uppsala besucht hatten.

Doch auch wenn wir nicht die wichtigsten Besucher waren, bekamen wir hervorragendes Essen. Zum Hauptgang gab es Wildente (inklusive Schrotkugel), was dem Geschmack aber keinen Abbruch tat.

Punkt 20 Uhr war der Ball, äh das Abendessen jedenfalls vorbei, und ich ließ mich von meiner blauen Kutsche abholen.

Dienstag, 24. Dezember 2013

Die Regeln des schwedischen Weihmachtsessens

Mittlerweile war ich schon auf diversen julbord (schwedischen Weihnachtsessen), doch es hat bis zu diesem Weihnachten gebraucht, um endlich herauszufinden, welche Regeln bei diesem traditionellen Festessen gelten.
Dies ist einer der 4 Tische, durch die man sich kämpfen kann/muß.
Wie man auf dem Bild gut erkennen kann, ist der Tisch mit den verschiedensten Gerichten voll beladen. Wie soll man sich da entscheiden? Zum Glück gibt es dafür Richtlinien, an die man sich halten kann, wenn man traditionsbewußt ist. Diese Richtlinien sehen 5 verschiedene Gänge vor:
  1. Der erste Gang besteht aus eingelegtem Hering in allen Varianten, zusammen mit Brot (süß oder Knäckebrot).
  2. Darauf folgt ein Gang mit geräuchertem, gebeiztem, gekochtem usw. Lachs, Lachpastete und halben gekochten Eiern mit Kaviar.
  3. Bei Gang Nummer 3 gibt es dann endlich was Substanzielles: Sülze, Pasteten, Würstchen, Roastbeef, Hirsch, geräuchertes Fleisch und Julschinken.
  4. Wer jetzt immer noch nicht genug hat, kann sich beim 4. Gang mit Weihnachtswürstchen, Auflauf, Omelette, Rippchen, Rotkohl und in Lauge gekochtem Trockenfisch (lutfisk) und Fleischbrühe mit eingetunktem Brot.
  5. Völlig fertig darf man sich beim 5. Gang endlich den süßen Dingen des Lebens widmen, dem Nachtisch. Der besteht typich schwedisch aus Reisbrei mit Schlagsahne (ris a la Malta), knuspriges Waffelgebäck, Bonbons und Pralinen, Käse und Cracker, sowie natürlich der obligatorische Kaffee.
Das julbord stammt aus ärmeren Zeiten, in denen die Bauern im Winter alles aufgefahren haben, was sie hatten. In Michel aus Lönneberga gibt es eine Szene, in der Michel die Armen des Dorfes zum julbord einlädt. Heutzutage ist ein solch überschwängliches Essen natürlich nicht mehr richtig mit unserem Lebenstil zu vereinbaren. Deshalb halte ich mich beim Arbeitsweihnachtsessen an die Sachen, die ich mag, zum Beispiel warmgeräucherten Lachs, geräucherte Entenbrust und Julschinken. Das macht es deutlich leichter, nach dem Essen, nicht als Kugel zurück auf Arbeit rollen zu müssen.

Einige der Gerichte habe ich übrigens zu meinem Foodblog voracious silence verlinkt, solltet Ihr jetzt Appetit haben. Frohes Nachkochen!

Montag, 16. Dezember 2013

Diamanten, Plätzchen und Harzkäse

Am Wochenende waren wir auf Blitzbesuch in Deutschland zur diamantenen Hochzeit meiner Großeltern. Für alle, die wie ich vor ein paar Wochen nicht wussten, was das ist: diamantene Hochzeit feiert man nach 60 Jahren Ehe. Wahnsinn! 

Das Wochenende war also sehr kurz und intensiv mit gerade genug Zeit, um unsere Harzkäse- und Kaffeevorräte aufzustocken und dann mit der Familie im Dorf meiner Großeltern bei Kaffee und Plätzchen (und Kuchen) und dann später beim Abendessen zu feiern. Es war schön, mal wieder etwas Zeit mit Verwandten zu verbringen, die schon Jahre nicht gesehen habe.

Sonntag Mittag saßen wir dann auch schon wieder im Flieger zurück nach Schweden. Für mich war das dieses Jahr übrigens mein 21. Flug (Verbindungsflüge einzeln gezählt). Das reicht wohl.

Freitag, 13. Dezember 2013

Happy Lucia allerseits!

Heute ist nicht nur Freitag, der 13., sondern auch das schwedische Lichterfest zu Ehren der heiligen Lucia. Zudem waren heute auch fünf der diesjährigen Nobelpreisträger in Uppsala, um nach alter Tradition Vorlesungen zu halten. Und trotz der ganzen Action bin ich gerade auf dem Weg nach Deutschland.

Grüße aus 10 km Höhe, besonders an meine Nichte, die heute Namenstag hat

Freitag, 21. Juni 2013

Doppeltes Midsommar

Dieses Jahr haben wir gleich zweimal eine Mittsommerfeier besucht: eine am Freitag zum midsommarafton und eine heute am mitdsommardagen, eine komplett authentische bei uns im Dorf und eine etwas touristische im Freilichtmuseum Disa Gården in Gamla Uppsala mit unserem Besuch aus Norwegen.

In Disa Gården waren wir ja vorher schon zweimal zum midsommarafton, letztes Jahr und vor drei Jahren. Beide Male waren schön, aber es ist dort schon sehr sehr voll. Dieses Mal war etwas Besonderes, da normalerweise am Samstag nicht um die Mittsommerstange getanzt wird. Das wird vom örtlichen Traditionsverein für die Touristen nochmal wiederholt, was sich gut trifft, wenn man die Feierlichkeiten am Freitag verpaßt hat wie unser Besuch. Zudem werden die Tänze auch ein bißchen mehr erklärt.

Wir waren am Freitag Nachmittag zur Feier auf dem Sportplatz in unserem Dorf. Dort waren wir erstmal überrascht, wieviele Leute hier im Einzugsgebiet so wohnen. Es waren bei dem herrlichen Sommerwetter bestimmt 400 Leute gekommen, um zu picknicken, um die midsommarstång zu tanzen, Oldtimer zu bestaunen, Luftgewehr zu schießen, an der Schnitzeljagd teilzunehmen, Tombolalose zu kaufen und in der Sonne zu sitzen. Was wie immer auffiel, waren die vielen Kinder. Wir waren in unserem Alter wohl die einzigen ohne. Unter Nachwuchsproblemen leidet unser Dorf jedenfalls nicht. Ansonsten war diese Mittsommerfeier sehr viel authetischer: Zu Anfang wurde die midsommarstång von in Trachten gekleideten Frauen und Mädchen herangetragen und aufgestellt. Dann wurde die Nationalhymne gesungen (das erste Mal, daß ich sie gehört habe). Die Lieder und Tänze wurden nur angesagt, alle wissen, was gesungen und getanzt wird. Mittlerweile erkenne ich auch die meisten Lieder und verstehe, wovon sie handeln, sofern sie einen logischen Text haben.

Der feuchtfröhliche Teil von Mittsommer, der in der IKEA-Werbung angedeutet wird, findet übrigens abends beim Grillen zu Hause statt und kann sich in einer Mittsommernacht schonmal ziemlich lange hinziehen. Es wird schließlich nicht dunkel.

Donnerstag, 20. Juni 2013

Endlich Urlaub

Mir fiel gerade auf, daß ich in diesem Monat erst einmal was gepostet habe. Das ist doch sonst gar nicht meine Art. Ich schiebe das jetzt mal darauf, daß hier in Schweden mit dem Beginn der allgemeinen Stilllegung des Landes ab Mittsommer natürlich auch eine gewisse Geschäftigkeit verbunden ist. Dinge müssen schnell zuendegebracht, Kursnoten eingereicht, Arbeiten abgegeben, Halbjahresbuchführungen durchgerechnet und Paper eingereicht werden. All das bringt es mit sich, wenn man einfach mal ein ganzes Land für 10 Wochen zum Stillstand bringt.

Ich habe deshalb die letzten Wochen eine Menge Meetings gehabt, Bachelor- und Masterstudenten betreut, Kursnoten zusammengestellt, an diversen Papern gearbeitet, Umzugspläne für unser Institut geschmiedet und Geländearbeit geplant. Irgendwie hält einen der Sommeranfang selbst dann auf Trab, wenn man nicht den ganzen Sommer Urlaub macht.

Aber jetzt machen wir tatsächlich Urlaub: Ab Montag gehts 2 Wochen nach Nordnorwegen!

Donnerstag, 30. Mai 2013

Zwischen Traubenkirsche und Flieder

Augenblicklich befinden wir uns hier in Schweden, zumindest in unserer Gegend, gerade in einem Teil des Vorsommers, den man "zwischen Traubenkirsche und Flieder" (mellan hägg och syren) nennt. Beide Pflanzen blühen mit einem Abstand von ungefähr einer Woche, und um diese Zeit findet dieer explosionsartige Wechsel von Frühling auf Sommer statt, in der alles innerhalb kürzester Zeit grün wird und blüht.

Das Sprichwort mellan hägg och syren handelt im Prinzip davon, daß man in dieser Zeit die Arbeit ruhen lassen soll, um den Frühling zu genießen, und geht darauf zurück, daß Handwerksmeister in der Vergangenheit tatsächlich ihre Werkstättet geschlossen haben, um diese Zeit nicht zu verpassen.

Gerade nach diesem langen Winter kann ich das gut nachvollziehen.

Mittwoch, 29. Mai 2013

Eine fast schwedische Doktorfeier

Am Freitag Abend fandt die Doktorfeier einer guten Freundin statt, die ein halbes Jahr vor mir hierher nach Uppsala gekommen ist. Sie gehört also wirklich zu meiner internationalen Familie hier, und es ist ein bißchen schockierend, wie schnell die Zeit doch vergangen ist.

Während ich an anderer Stelle schon berichtet habe, wie hier eine typische Verteidigung aussieht, ist es jetzt wohl an der Zeit, mal eine schwedische Doktorfeier zu beschreiben, oder besser eine internationale Adaption einer schwedischen Doktorfeier - meine Freundin ist Katalonierin.

Im Allgemeinen sind Doktorfeiern hier wesentlich formalisierter und finden am Abend der Verteidigung statt. Der Doktorand lädt am Tag des spikning zur Feier ein. Gäste müssen dann ca. 300 Kronen als Beitrag für Essen und Getränke bezahlen. Der Doktorand organisiert einen Ort, wo die Party stattfindet, sowie Essen und Getränke. Nicht nur aufgrund der hohen Preise für Alkohol deckt der Gastbeitrag die Kosten für die Feier eigentlich nicht mal im Ansatz. Für die Organisation der Party holt sich der Doktorand dann Hilfe von einem oder zwei Masters of ceremony (MC), die auch dafür sorgen, daß während der Party alles glatt läuft und daß sich der frisch gebackene Doktor auf Gäste und Programm konzentrieren kann.

Die Party selbst ist im Prinzip erst einmal ein recht formelles Abendessen. Man trägt Abendgarderobe und die Tische sind festlich dekoriert. Eine wichtige Institution während jeder Doktorfeier sind kurze Ansprachen. Der Opponent, die anderen Kommitteemitglieder, Familienmitglieder, Freunde, der Betreuer und jeder, der sich berufen fühlt, kann beim MC Bescheid sagen, der dann für Aufmerksamkeit sorgt und den Redner ankündigt. Der toastet dann dem Doktoranden zu, erzählt eine Anekdote oder überreicht ein Geschenk. Hier ist es üblich, daß sich Doktorand und Doktorvater beschenken. Außerdem organisieren auch die Freunde ein Geschenk, das im Laufe des Abends übberreicht wird.

Da sich in Schweden wahrscheinlich niemand amüsieren würde, gibt es noch eine wichtige Tradition, die auf keiner Doktorfeier fehlen darf: das Singen. Neben dem MC gibt es auch noch einen songmaster, der ein Heftchen mit Liedtexten zusammenstellt. Hin und wieder kündigt der songmaster dann an, welches Lied gesungen wird und stimmt es an. Die ganze Festgesellschaft singt mit und prostet sich dann am Ende zu. Die meisten Lieder sind nämlich Trinklieder.

Außerdem gibt es ein Lied, daß nach jeder Rede gesungen wird. Es ist eine Art Frage- und Artwortspiel zwischen dem Redner und den Zuhörern und läuft natürlich auch auf Trinken hinaus (ich hab leider nur den Schlager bei youtube gefunden, und der ist niemandem zuzumuten).

In unserer internationalen Adaption einer schwedischen Doktorfeier gab es natürlich verschiedenste Lieder, u.a. ein katalonisches und ein slowakisches. Außerdem hatten wir uns ein T-Shirt designt, daß wir alle anhatten und dann unserer Freundin geschenkt haben. Es gab ein Spiel, bei dem sie Cocktails erraten mußte. Und einen Vulkankuchen (kommt im nächsten Post). Die Spiele sind immer auf die jeweilige Person zugeschnitten. Wir hatten schon mal ein "Rate den Pfannkuchen"-Spiel, bei dem die Doktorin Pfannkuchenvariationen aus den zehn Ländern erraten mußte, in denen sie während der Doktorarbeit war. Wir hatten einen flashmob mit einstudierter Choreographie, verschiedene Quizze. Dabei ist natürlich ein großer Teil des Spaßes, all das im Geheimen vorzubereiten und dann während der Feier damit zu überraschen.

Alles in allem ist eine schwedische Doktorfeier also ziemlich anders als in Deutschland.

Mittwoch, 22. Mai 2013

Clichés über Schweden - aus schwedischer Sicht

Spätestens seit dem Eurovision Song Contest dieses Jahr verwechselt keiner mehr Schweden mit der Schweiz (eine Verwechslung, die laut den Schweden häufig vorkommt). Ich habe dieses Mal nur teilweise mitgeschaut, den besten Teil habe ich jedoch gesehen: das smörgåsbord*-Ballett, bei dem die Gastgeberin Petra Mede 6 Minuten lang Clichés über Schweden vortanzt. Grund genug, mal ein paar davon aufzugreifen.

Tanzende Elche. das Aushängeschild Schwedens, König des Waldes, der mit seiner absonderlichen Anatomie in dichter besiedelten Gegenden der Welt eindeutig keine Chance hätte.

Recycling im Blut. Früher dachte ich immer, die Deutschen wären pendantisch mit dem Müll trennen. Die Schweden setzen dem ganzen echt die Krone auf: zehn verschiedene Behälter für z.B. Hartplastik, weiches Plastik und Karton, sind meist nicht einmal genug.

Den Regeln folgen und Schlange stehen. In Schweden ist wirklich alles sehr organisiert. In dier Schlange vordrängeln gibt es nicht. Nur die Zettel mit den Nummern, wann man dran ist, die es wirklich überall gibt, wurden nicht besungen.

Bloß keine Emotionen zeigen. Die kühlen Schweden sind schon etwas zurückhaltend, was die Zurschaustellung von Gefühlen angeht, aber so furchtbar anders als Norddeutsche sind sie ehrlich gesagt nicht.

Im Bus bloß mit niemandem reden! Das stimmt allerdings. Da kam ich mir in Deutschland im Bud schon komisch vor, als mir jemand mit dem Gepäck geholfen hat.

Blonde Bikiniträgerinnen unter der Mitternachtssonne. Schweden sind Sonnenanbeter, alle miteinander. Und sie zeigen Haut, sobald das Thermometer mehr als -10°C zeigt. Schutz vor Sonnenbrand ist bei den blonden Schweden verpönt. Man könnte ja nicht braun genug werden, bevor der Winter wieder anfängt.

Pipi Langstrumpf. Angeblich eine Vorreiterin der modernen schwedischen Frauenbewegung.

Wikinger vs. stillende Papas. Angeblich durften ja schon die Wikinger nur so richtig die Sau rauslassen, wenn sie auf ihren Raubzügen unterwegs waren, während zu Hause die Frauen die Hosen anhatten. Heute sind die Männer die Raubzüge los, schieben artig Kinderwägen, übernehmen ihren Teil der 18 Monte Elternzeit und sind auch sonst die perfekten Hausfrauen, nur stillen können sie noch nicht.

Die Frauen haben die Bälle/Eier. Nicht nur im Frauenfußball.

Mittsommer. Das wichtigste schwedische Fest überhaupt.

Homoehe. Ein sehr politisches Statement für einen Eurovision Song Contest, aber eindeutig nicht gelogen für Schweden: Homosexualität ist deutlich akzeptierter als in Deutschland.

Köttbullar mit einem Hauch von Pferd. Bloß eine kleine Anspielung.

Milchprodukte. Ja, essen die Schweden viel.

Ansonsten müssen natürlich ABBA, IKEA, Volvo, eine frühere ESC-Gewinnerin und so einige weitere Kleinigkeiten wenigstens kurz erwähnt werden.

*smörgåsbord = setzt sich aus smörgås = belegtes Butterbrot und bord = Tisch zusammen, bezeichnet wörtlich eine Art Buffet mit belegen Broten, Lachs, Hering usw., hat aber als Begriff für ein reichhaltiges Angebot verschiedener Dinge/Möglichkeiten/etc. seinen Eingang in die englische Sprache gefunden.

Montag, 1. April 2013

Påsk - Ostern auf schwedisch

Viele der schwedischen Feiertagstraditionen stammen aus dem deutschen Raum, zum Beispiel der Weihnachtsbaum. Auch die Ostertraditionen ähneln den deutschen. Doch es gibt da ein paar interessante Unterschiede, wenn es um das schwedische påsk im Vergleich zum deutschen Osterfest geht.

Hexen statt Hasen
Das Symbol des Osterhasen findet man hier höchstens in Form eines Lind-Schokoladenosterhasen. Der Hase ist als Ostersymbol eindeutig nicht so verbreitet in Schweden. Stattdessen fielen mir am Gründonnerstag die vielen als Hexe verkleideten Kinder auf, die mit Kopftuch und rot gemalten Wangen überall herumsprangen. Nach etwas Recherche habe ich herausgefunden, daß sich die Kinder als påstkärring oder Osterhexe verkleidet hatten. Angeblich gehen diese kleinen Hexen in ihrer Nachbarschaft ganz ähnlich wie beim amerikanischen Halloween von Tür zu Tür und bieten selbstgemalte Bilder gegen Süßigkeiten zum Tausch an.

Federn statt Blüten
Den typischen Anblick des deutschen Vorgartens mit blühenden Forsythienbüschen voller Plastikeier oder bemalter ausgeblasener Eierschalen sucht man in Schweden vergebens. Zum einen blüht hier noch rein gar nichts. Nicht einmal die Krokusse haben es geschafft dieses Jahr. Und statt Eierdeko sind die Spitzen der Büsche mit bunten Federn geschmückt. Was es damit auf sich hat, ist mir ein Rätsel. Als wir am Samstag bei unserem französichen Freund zum Kaffee waren, fragte ich kurzerhand seinen 9jährigen in Schweden aufgewachsenen Sohn. Der erklärte mir: Ist doch klar. Die Federn kommen von den Hühnern!
Godis, Påsköl und Påskmust
Natürlich gibt es auch in Schweden typische Spezialitäten, die es nur zu Ostern gibt. So sind zum Beispiel die Supermärkte gerade voll mit Ostersüßigkeiten: Marzipaneier, Schokoeier usw. Es gibt auch solche ungefähr straußeneigroßen bunten Pappeier aus zwei Hälften, die mit Süßigkeiten gefüllt sind. påsköl ist ein Bier und påskmust eine Art Faßbrause, die es beide nur zu Ostern gibt. Das traditionelle Osteressen ist übrigens wie in Deutschland auch Lamm.

Das war es mit Ostern aber für dieses Jahr auch schon wieder. Die Schulkinder haben zwar diese Woche noch Ferien, aber ich muß morgen wieder auf Arbeit.

Dienstag, 1. Januar 2013

Das war 2012

Wieder mal ein Jahr vorbei, und entgegen meiner Gewohnheit habe ich dank Umzug wenig bis gar nicht darüber nachgedacht, was mir 2012 so gebracht hat. Das will ich jetzt wenigsten ins Kurzform nachholen.
 
Mein großer und fast einziger Vorsatz war, mit meinem neuen Job und den damit verbundenen Herausforderungen klarzukommen. Da ich noch immer am leben bin, keine meiner Lehrveranstaltungen zum Disaster geworden ist und ich auch noch nicht von meinen 5 Angestellten gelyncht wurde, verbuche ich meinen Vorsatz mal als erfüllt. Bis zu diesem Punkt, war es ein ganz schön stressiges Jahr, das aber auch ein paar Highlights hatte, auf die ich mich lieber konzentrieren möchte. Also hier bitte:
 
Meine Highlights 2012 und zwar ohne Ranking, sondern chronologisch rückwärts:
Ich wünsche Euch allen ein aufregendes und erfolgreiches neues Jahr 2013!

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Verspätete Festtagswünsche

Eigentlich wollte ich gestern Abend noch in letzter Minute einen Weihnachtsgruß nachreichen. Leider hatten wir ab 15 Uhr für insgesamt 10 Stunden keinen Strom mehr (so wie auch tausende andere schwedische Kunden von Vattenfall). Nun ja, besser spät als nie: ganz liebe Weihnachtswünsche an Euch alle. Vielen Dank für Karten, Geschenke, Emails und freundliche Gedanken. Hoffentlich hattet Ihr ein paar schöne Feiertage mit der Familie, Freunden und leckerem Essen.


Montag, 26. November 2012

Allergisch auf dunkel

Heute war der erste Tag, an dem ich mich wirklich nach November gefühlt habe. Das ist tatsächlich verhältnismäßig spät, was wohl an der Südafrikareise und gelegentlichen sonnigen Tagen hier liegen mag. Doch langsam geht es mir in diesem schlimmsten aller Monate in Schweden etwas auf die Nerven, daß es so dunkel und grau ist.

So ergeht es wohl nicht nur mir. Deshalb wurde zum Beispiel im Zentrum von Uppsala ein "Lichtspaziergang" eingerichtet, ein Pfad aus Lichtinstallationen an verschiedenen Stellen in der Stadt. Und auch die normalen Uppsalenser und Landbewohner können es kaum noch erwarten, daß sie am 1. Advent die Weihnachtsbeleuchtung anbringen dürfen und erliegen glücklicherweise vielerorts der Versuchung.
   
Lichtspiele am Fluß.
Und noch eine Lichtinstallation: Geister an der Islandbrücke.

Montag, 30. Juli 2012

Hochzeitsmarathon - Teil 2

Nun also Teil 2 zur Marathonhochzeit - bevor alle Erinnerungen verblaßt sind und alle Kuchenkalorien wieder abtrainiert.
Am Samstagmorgen ging die Hochzeit glücklicherweise langsam in ihre nächste Runde. Dank Unterbringung auf der Burg Bodenstein konnten wir gemütlich frühstücken (inklusive Geburtstagstorte mit Nougat) und uns dann langsam anziehen.

Die kirchliche Trauung fand dann am frühen Nachmittag in der St. Antoniuskirche in Worbis statt. Das war nicht nur meine erste katholische Hochzeit, sondern auch mein erster katholischer Gottesdienst. Als unqualifizierte Beobachterin konnte ich manchmal nur bedingt folgen, wobei ich mich am besten an den Liedern des breitenworbiser Kirchchores orientieren. Nach Trauung, Segen, Kommunion, Kerze, Segenswünschen, Aufstehen, Knien und Hinsetzen zog dann ein strahlendes Brautpaar aus der Kirche aus, wo pünktlich auch die Sonne wieder strahlte.

Nach Glückwünschen von Familien, Bekannten und Freunden setzte sich eine Kolonne von Autos in Richtung Burg in Bewegung. Im Burghof wartete der Schützenverein des Bräutigams für Salutschüsse und der obligatorische Baumstamm zum Durchsägen. Als echter Nordmann und Nordfrau machte das Brautpaar dabei selbstverständlich eine super Figur. Beim folgenden Sektempfang mußte deshalb auch erst einmal eine Stärkung in Form von knusperwarmen Bretzeln her. Mmmmmhh...

Dann ging es auch schon zum Kaffeetrinken in den Burgsaal vorbei am üppigen Kuchenbuffet mit etwa 20 Torten neben der Hochzeitstorte. Da war es unmöglich, von allem zu probieren. Anschließend gab es für die Gäste verschiedene Aktivitäten zur Auswahl, während das Brautpaar draußen sein Hochzeitsfotoshooting absolvierte: Man konnte entweder eine Burgführung machen oder einem Orgelkonzert in der Burgkapelle beiwohnen. Wir hatten eine Extraaufgabe: In der gemütlichen Bibliothek der Burg durften wir die Gästefotos machen. Das war echt ein Spaß! Vor allem nachdem meine Freundin eine Reihe lustiger Cowbowhüte aus ihrem Zimmer hervorzauberte.
Das Abendessen war sehr lecker: 4 Gänge, darunter Hochzeitssuppe, Wachtel auf Salat, heimischer Hirschrollbraten mit thüringer Klößen und Rotkohl, sowie Erdbeeren mit Vanilleeis. Besonders der Hauptgang hat mir gefallen, wo der Hirsch doch aus dem Heimatdorf des Bräutigams kam.

Ansonsten war der Abend gesprenkelt mit schönen, kleinen Showeinlagen ohne peinliche Spiele. Mein Lieblingsbeitrag war eine Playbackaufführung des norwegischen Lieblingsliedes des Bräutigams durch seine und ihre Schwestern, dicht gefolgt vom mittelalterlichen Minnelied, das der Vater der Braut geschrieben und von der Familie der Braut aufgeführt wurde.

Alles in allem eine wahnsinnstolle Hochzeit mit viel Tradition  aber ohne Kitsch.

(P.S. Um das ganze mal zum Abschluß zu bringen: Wir sind am nächsten Tag nach dem Frühstück zu unseren Freunden in Hannover gefahren, wo wir abends noch mit einem gemeinsamen Studienfreund gegrillt haben. Am Montag haben wir dann einen Ausflug zum neuen Rathaus in Hannover gemacht, von wo aus wir einen grandiosen Ausblick über ganz Hannover hatten. Dann ging es mit dem Auto nach Berlin und von dort mit dem Flieger nach Schweden. Puh! Was für ein Wochenende!)

Montag, 23. Juli 2012

Hochzeitsmarathon - Teil 1

Die Hochzeit unserer besten Freunde war das gesellschaftliche Großereignis dieses Sommers. Ein wirklicher Marathon aus Familie, Tradition und jede Menge leckerem Essen und das in insgesamt zwei Schlössern.

Los ging's am Donnerstag Nachmittag auf der Burg in Nörten-Hardenberg bei Göttingen. Schon beim Betreten des Geländes wird man vor den ernsten Konsequenzen der Ehe gewarnt.
Das Burgtor.
Die standesamtliche Trauung fand in einem geschmackvoll beleuchteten Gewölbe statt, das das Standesamt Nörten-Hardenberg für standesamtliche Trauungen zur Verfügung stellt. Die Trauung selbst war sehr schön mit einer romantischen, persönlichen und auch manchmal lustigen Ansprache der Standesbeamtin. Als Trauzeugen durften wir ganz vorn das Brautpaar flankieren. Die Adressen, sowohl die des Brautpaares in Norwegen, als auch unsere in Schweden, trieben die Standesbeamtin zwar ein wenig zur Verzweiflung, aber sie nahm es mit Humor. Und so stand einer erfolgreichen Eheschließung kraft des deutschen Staates nichts mehr im Wege.
Schöne Ringe!
Das Wetter an diesem Tag war leider wenig festlich. Dem Gewittersturm fiel leider auch das Partyzelt im Garten der Braut zum Opfer. Zum Glück war dann aber der Rest des Abends sonnig und schön, perfekt für den Polterabend. Der hatte es allerdings in sich, nicht zuletzt wegen der 100 Würstchen oder wegen der 20 Flaschen Likör, die die Schwestern des Bräutigams den ganzen Abend lang verteilten.
Die besten Bratwürstchen der Welt!
Nur gegrillt sind sie noch schöner.
Gepoltert wurde natürlich auch.
Nach dem feuchtfröhlichen Polterabend waren alle beteiligten froh, daß es erst am Samstag wieder weitergehen würde. Für uns bot der Freitag die Möglichkeit, meine Großeltern zum Kaffee zu besuchen. Das war wirklich schön, wenn auch kurz, denn wir mußten zum Abendessen auf der Burg Bodenstein sein, wo die Hochzeitsfeier stattfinden sollte.
Burg Bodenstein: das Turmzimmer ist übrigens die Honeymoonsuite mit grandiosem Blick.
Die Burg tront oberhalb der Stadt Worbis über das Eichsfeld und innen erst kürzlich renoviert worden. Mit einer ganzen Reihe von Zimmern und einem schönen Saal, sowie Catering ist die Burg perfekt für Familienfeiern. Und daß wir dort übernachten konnten, war total toll. Da konnten wir am Freitag Abend noch gemütlich zusammensitzen und in den Geburtstag einer ebenfalls als Gast geladenen Freundin reinfeiern.

So, das war Teil 1 über die Hochzeit. Ein solcher Marathon erfordert 2 Teile.

Sonntag, 22. Juli 2012

30 über Nacht

Man wird ja auch nicht jünger. Ich auch nicht. Und so hat auch mich die böse 3 eingeholt. Aber so schlimm ist das eigentlich nicht. Ich bin ganz zufrieden mit dem, was ich in den 30 Jahren erreicht habe. Da kann ich mich auch mit meinem Alter anfreunden.
Mein Geburtstagskuchen. Rezept gibt's demnächst auf voracioussilence.blogspot.com.
Ansonsten war heute ein schöner Tag: eine Homage an das schöne Landleben hier mit allem, was ich hier gern tue: Mitternachtscocktail, gemütlich frühstücken, wandern, Blaubeeren pflücken, Pilze (die ersten Pfifferlinge!) sammeln, Kuchen backen, spazieren gehen und lecker kochen.

Ach ja, und natürlich Geschenke auspacken. An dieser Stelle vielen Dank für die Glückwünsche und die Geschenke. Ich freu mich total!
Die Blaubeeren sind reif!!!
Wandern auf dem Upplandsleden.
Wandern am Siggeforasjön.

Dienstag, 10. Juli 2012

sommarstängt

sommarstängt, für den Sommer geschlossen, ist wohl das Motto für diesen Monat. Das tägliche Leben ist zum Erliegen gekomment, und selbst der Sommer hat irgendwie geschlossen. Auf Arbeit sieht man außer den unfreiwillig diensthabenden Sekretärinnen, die die meiste Zeit über Kaffeepause machen, eigentlich nur Nicht-Schweden. Auf dem Weg zur Arbeit sieht man eher niemanden und im Supermarkt nur fremde Gesichter an der Kasse - Studenten, die  hier in den Ferien arbeiten. Mit unserem Auto hatten wir nochmal Glück: unsere Werkstatt hat im Gegensatz zu allen anderen Werkstätten im Land wenigstens an 3 Tagen pro Woche geöffnet. 

Irgendwie kann man sich da nur wundern, wie die schwedische Wirtschaft diesen 2monatigen Stillstand überleben kann. Die beste Antwort bisher ist: Weil alle (na ja fast alle) mitmachen.

Und so ist das Leben ruhig und fließt zähflüssig wie Sirup dahin. Das ist irgendwie ja auch angenehm, denn endlich kommen mal nicht 50 sondern vielleicht nur 5 Emails pro Tag an. Es gibt in Schweden auch keine Lehrveranstaltungen während des Sommers. Und meine Studenten sind auch gerade alle fertig bzw. im Urlaub. So kann ich mich wirklich mal um meine Wissenschaft kümmern, Manuskripte zusammenschreiben und über zukünftige Forschung und Lehre nachdenken. Arbeiten, wenn andere Urlaub machen.

Schön wäre es aber trotzdem, wenn es draußen ein bißchen sommerlicherer wäre. Dann hätte man auch mal was von den langen, hellen Tagen außer schlaflosen Nächten.

Unsere Haussuche ist gerade auch in eine unfreiwillige Sommerpause eingetreten. Es kommen einfach kaum neue Häuser rein. Das letzte Haus, das wir besichtigen wollten, wurde noch dazu schon vorher unter der Hand verkauft.

Morgen entfliehen wir dann aber für ein paar Tage dem schwedischen Sommervakuum: es geht zur Hochzeit unserer besten, ehemals göttinger Freunde nach Deutschland. Hier und da wird noch der ein oder andere Besuch bei Familie und Freunden und eine Kaffeepadeinkaufsorgie dazwischengeschoben. Und Montag Abend geht's auch schon wieder zurück in die Ruhe und Abgeschiedenheit der schwedischen Heimat.