Nun also Teil 2 zur Marathonhochzeit - bevor alle Erinnerungen verblaßt sind und alle Kuchenkalorien wieder abtrainiert.
Am
Samstagmorgen ging die Hochzeit glücklicherweise langsam in ihre
nächste Runde. Dank Unterbringung auf der Burg Bodenstein konnten wir
gemütlich frühstücken (inklusive Geburtstagstorte mit Nougat) und uns
dann langsam anziehen.
Die
kirchliche Trauung fand dann am frühen Nachmittag in der St.
Antoniuskirche in Worbis statt. Das war nicht nur meine erste
katholische Hochzeit, sondern auch mein erster katholischer
Gottesdienst. Als unqualifizierte Beobachterin konnte ich manchmal nur
bedingt folgen, wobei ich mich am besten an den Liedern des
breitenworbiser Kirchchores orientieren. Nach Trauung, Segen, Kommunion,
Kerze, Segenswünschen, Aufstehen, Knien und Hinsetzen zog dann ein
strahlendes Brautpaar aus der Kirche aus, wo pünktlich auch die Sonne
wieder strahlte.
Nach
Glückwünschen von Familien, Bekannten und Freunden setzte sich eine
Kolonne von Autos in Richtung Burg in Bewegung. Im Burghof wartete der
Schützenverein des Bräutigams für Salutschüsse und der obligatorische
Baumstamm zum Durchsägen. Als echter Nordmann und Nordfrau machte das
Brautpaar dabei selbstverständlich eine super Figur. Beim folgenden
Sektempfang mußte deshalb auch erst einmal eine Stärkung in Form von
knusperwarmen Bretzeln her. Mmmmmhh...
Dann
ging es auch schon zum Kaffeetrinken in den Burgsaal vorbei am üppigen
Kuchenbuffet mit etwa 20 Torten neben der Hochzeitstorte. Da war es
unmöglich, von allem zu probieren. Anschließend gab es für die Gäste
verschiedene Aktivitäten zur Auswahl, während das Brautpaar draußen sein
Hochzeitsfotoshooting absolvierte: Man konnte entweder eine Burgführung
machen oder einem Orgelkonzert in der Burgkapelle beiwohnen. Wir hatten
eine Extraaufgabe: In der gemütlichen Bibliothek der Burg durften wir
die Gästefotos machen. Das war echt ein Spaß! Vor allem nachdem meine
Freundin eine Reihe lustiger Cowbowhüte aus ihrem Zimmer hervorzauberte.

Das
Abendessen war sehr lecker: 4 Gänge, darunter Hochzeitssuppe, Wachtel
auf Salat, heimischer Hirschrollbraten mit thüringer Klößen und Rotkohl,
sowie Erdbeeren mit Vanilleeis. Besonders der Hauptgang hat mir
gefallen, wo der Hirsch doch aus dem Heimatdorf des Bräutigams kam.
Ansonsten
war der Abend gesprenkelt mit schönen, kleinen Showeinlagen ohne
peinliche Spiele. Mein Lieblingsbeitrag war eine Playbackaufführung des
norwegischen Lieblingsliedes des Bräutigams durch seine und ihre
Schwestern, dicht gefolgt vom mittelalterlichen Minnelied, das der Vater
der Braut geschrieben und von der Familie der Braut aufgeführt wurde.
Alles in allem eine wahnsinnstolle Hochzeit mit viel Tradition aber ohne Kitsch.
(P.S.
Um das ganze mal zum Abschluß zu bringen: Wir sind am nächsten Tag nach
dem Frühstück zu unseren Freunden in Hannover gefahren, wo wir abends
noch mit einem gemeinsamen Studienfreund gegrillt haben. Am Montag haben
wir dann einen Ausflug zum neuen Rathaus in Hannover gemacht, von wo
aus wir einen grandiosen Ausblick über ganz Hannover hatten. Dann ging
es mit dem Auto nach Berlin und von dort mit dem Flieger nach Schweden.
Puh! Was für ein Wochenende!)