Nach einer ziemlich arbeitsreichen Woche mit viel Spanisch und leider wenig Zeit für meine Disputationsvorbereitung und noch weniger Zeit für solche Dinge wie Blogs kann ich jetzt endlich ein wenig von meinem Urlaub letzte Woche auf Lanzarote berichten. Da es sich ja um eine Pauschalreise handelte, kam ich zur Abwechslung mal in den Genuß des puren Tourismus - mit Bungalowanlage und Chartermaschine und jeder Menge deutscher und britischer Rentner.
Lanzarote ist wirklich durch und durch Touristeninsel, besonders natürlich in den Tourismushoch-burgen im Süden der Insel. Allerdings ist das Tourismuskonzept insgesamt ausgeklügelt und von einem Künstler namens César Manrique bestimmt, der die meisten Sehenswürdigkeiten der Insel gestaltete. Sein zum Surrealismus zählender Stil verbandt Natur und Kunst, indem er die Gesteine der Insel sowie den Wind und Pflanzen mit in seine Werke einbezog (Das Foto zeigt einen Teil der Mühle des Jardín de Cactus). Dieses Gesamtkonzept ist meiner Ansicht nach wesentlich angenehmer als das architektonische und künstlerische Durcheinander auf den anderen Inseln.Lanzarote ist also durchaus bewußt dem Tourismus verschrieben, auch wenn ihr dank Manrique das Durcheinander, die Neonreklame und sonstige Bausünden, die zum Beispiel den Süden Teneriffas kennzeichnen, erspart geblieben sind. Nichtsdestotrotz trifft man auf einer Touristeninsel selbst in der Nebensaison nun mal überall Touristen, was rein gar nicht meinem Geschmack entsprach. Alles war auf die Touristen ausgelegt, überall sprach man englisch und deutsch und fast nirgends konnte man Einblick in das normale Leben der Lanzarotenos gewinnen oder mit ihnen ins Gespräch kommen.

Allerdings ist es auf den zweiten Blick doch nicht ganz so schwierig, den übrigen Touristen zu entkommen, denn die sind per Definition lauffaul. Deshalb braucht es nur eine kleine Wanderung, um sie für eine Weile hinter sich zu lassen. Und dank des nicht zum Baden geeigneten Wetters waren auch nicht alle Strände mit solchen Touristen belegt, die sich wie Walrösser nur alle 15 Minuten von einer Seite auf die andere drehen. Was Strände angeht, hat Lanzarote wirklich einiges an Abwechslung zu bieten, zum Bespiel den Strand südlich von Caleta de Famara.

