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Sonntag, 14. August 2011

2 Jahre Schweden

Als ich in Island war, habe ich doch glatt mein 2jähriges Schwedenjubiläum verpaßt. Deshalb an dieser Stelle eine Gedenksekunde. ...

Das zweite Jahr in einem neuen Land ist eindeutig weniger aufregend als das erste. Alles ist einigermaßen bekannt. Man ist mit den wesentlichen Überlebensregeln vertraut, findet sich im Alltag zurecht und weiß, wo es langgeht, solange sich alles in geregelten Bahnen bewegt. Das führt dazu, daß man im Gegensatz zu den ersten Monaten viel entspannter ist und nicht ständig in gleichem Maße auf der Hut sein muß. Mit anderen Worten: Man hat endlich auch mal genug Sicherheit, nach vorn zu schauen.

Natürlich bekommt man mit mehr und mehr Einblick auch einen Eindruck davon, was nicht so gut läuft und was einen nervt. Ein solches Beispiel ist die Bürokratie, die aber meiner Ansicht nach in Deutschland trotzdem sehr viel schlimmer ist, als in Schweden. Ich denke, es gibt keinen Ort der Welt, an dem man nicht nach einiger Zeit etwas auszusetzen findet. Entscheidend ist die Gesamtzufriedenheit des Lebens an einem Ort, und die ist für mich in Schweden auf jeden Fall größer als in Deutschland.

In meinem Blogeintrag zum ersten Jahr in Schweden hatte ich mir für das zweite Jahr vorgenommen, mein Schwedisch zu verbessern und Kontakt zu "richtigen" Schweden aufzunehmen. Ersteres habe ich dank Einzelunterricht auf  Arbeit ganz gut geschafft. Ich lerne zwar weiterhin, aber ich bin zufrieden mit meinem Fortschritt. Eine echte Freundschaft mit einem Schweden oder einer Schwedin habe ich jedoch noch nicht aufgebaut. Die einzigen Schweden, mit denen ich näheren Kontakt habe, kenne ich nach wie vor von der Arbeit, weshalb wir meistens englisch sprechen. Aber die Geländearbeit mit der neuen schwedischen Doktorandin in Island war schonmal ein Schritt in die richtige Richtung. Und für das dritte Jahr muß ja auch noch was zu tun bleiben.

Apropos drittes Jahr: Ich bin gespannt, was es so bringt.
Und wie schon nach meiner Ankunft und nach einem Jahr in Schweden kann ich auch nach zwei Jahren sagen: Ich lebe noch, es geht mir gut, Schweden ist schön!

Mittwoch, 13. Juli 2011

Schwedisierung: schwedischer Personalausweis

Gestern waren wir beim schwedischen Einwohnermeldeamt/Finanzamt/Krankenkassenbüro (das ist hier alles eins), dem sogenannten skatteverket, um endlich einen schwedischen Personalausweis (id kort) zu beantragen. Dazu braucht man eine Aufenthaltsgenehmigung für Schweden, einen biometrischen Reisepass, um sich auszuweisen, und eine personnummer, ohne die man in Schweden ja ohnehin nicht existent ist. Wir hatten vorschriftsgemäß eine Woche zuvor die Gebühr von 400 SEK pro Person überwiesen und einen Beleg der Überweisung ausgedruckt. 

Damit ging es dann zum skatteverket, das überraschenderweise trotz Sommerferein voll besetzt war. Neuerdings gibt es dort nicht nur einfach einen Apparat zum Nummer ziehen, sondern einen Infoschalter, der sich das Begehren der Leute anhört, die Unvorbereiteten nach Hause schickt und die Vorbereiteten mit einer Nummer zum richtigen Schalter. Nach diesem Filter durften wir nach weiteren 5 min direkt zu einer älteren Dame, die im id kort Büro saß. Die Dame hatte gute Laune, scherzte und überprüfte unsere personnummer, Belege und Pässe, bevor sie die nötigen Formulare ausfüllte. Man selbst muß dann nur seine Körpergröße messen lassen, auf einem Stuhl mit Digitalkamera platznehmen und ein Passfoto machen lassen und auf einem kleinen digitalen Feld unterschreiben. Dann druckt einem die Dame den fertigen Antrag aus und fertig. In 2 bis 3 Wochen (es ist ja Sommer) kommt dann ein Brief, mit dem man die  id kort persönlich abholen kann.

Bleibt die Frage: Warum ein schwedischer Personalausweis, wo doch ein EU-Reisepass in den meisten Fällen ausreicht? Zum einen steht auf dem Reisepass nicht die personnummer, was dazu führt, daß sich manche Leute ganz schön anstellen, wenn man sich ausweisen muß. Das Zauberwort heißt legitimation. Neulich ist es auch das erste Mal passiert, daß wirklich ein schwedisches Ausweisdokument erforderlich war, nämlich beim Finanzkauf bei Mediamarkt. Außerdem kann man die id kort online als e legitimation bei Vertragsabschlüssen und der Steuererklärung verwenden.

Die id kort ist also ein weiterer Schritt Richtung Schwedisierung.

Freitag, 25. Februar 2011

Schwedisierung

Wenn man einen Neuanfang wagt und auswandert, gibt es verschiedene Phasen der Eingewöhnung und Anpassung. Inwieweit jeder einzelne davon betroffen ist, hängt natürlich von einer ganzen Reihe von Faktoren ab, wie z.B. ob man weit wegzieht, wie anders die neue Kultur im Vergleich zur eigenen ist, ob man allein auswandert, wo man wohnt und arbeitet, von den Erwartungen, die man an das neue Leben knüpft, und natürlich von der eigenen Persönlichkeit.

Mein Ziel, als ich nach Schweden gegangen bin, war nicht unbedingt, ein vollständig assimilierter Teil der schwedischen Gesellschaft zu werden. Aber erleben, wie das Leben in Schweden so ist, wollte ich schon.  Ein wichtiger Schritt war natürlich, schwedisch zu lernen, auch wenn es nicht absolut notwendig ist, weil fast jeder englisch spricht. Aber schwedisch zu lernen, war mir von Anfang an wichtig, und das habe ich auch einigermaßen geschafft, was den alltäglichen Umgang z.B mit Papierkram erleichtert. Was die soziale Integration angeht, habe ich, bedingt durch meine Arbeit, hauptsächlich mit anderen Ausländern zutun. Die sind einfach in der gleichen Situation wie ich und deshalb aufgeschlossen und hilfsbereit, sodaß wir alle wie eine große Familie sind. Im Gegensatz dazu ist es schwierig, mit Schweden Freundschaft zu schließen. Die bleiben trotz freundlichen Umgangs auf Arbeit privat unter sich. "Wie lernt man Schweden persönlich kennen?" ist bei meinen Freunden und mir ein häufig diskutiertes Thema, für das wir noch keine zufriedenstellenden Antworten gefunden haben.

Abgesehen von der zwischenmenschlichen Anpassung an Schweden macht man kulturell natürlich mit, was sich so an Gelegenheiten bietet. Dazu gehören nicht nur Feste, sondern auch typisches Essen (ich sag nur surströmming).

Doch so ein paar Dinge habe ich mir bisher immer für Deutschland aufgehoben. Doch da ich ja mitunter monatelang nicht nach Deutschland komme, muß ich diese wohl oder übel angehen. Ob das einfacher wird, als mit einem Schweden Freundschaft zu schließen, wird sich herausstellen. Ich werde berichten.

Donnerstag, 3. Februar 2011

1,5 Jahre Schweden

Heute ist mein 1,5jähriges Schwedenjubiläum. Ja, wie eigentlich überall vergeht auch hier die Zeit schnell, und man gewöhnt sich an so vieles. Eigentlich ist das schade, denn Gewöhnung heißt ja irgendwie auch Abstumpfung. Und wenn ich an meine ersten Tage und Wochen und auch Monate hier zurückdenke, dann bin ich durchaus irgendwie abgestumpft. Anfangs war ich voller Neugier und Faszination für die Unterschiede zwischen der deutschen Kultur und der schwedischen. Ich habe alles Neue auf mich wirken lassen und war erstaunt über so vieles.

Dagegen kenne ich mich heute eben gut genug aus, um nicht alles in Frage zu stellen. Man hat sich eben eingerichtet in seinem Leben und macht meist Tag für Tag die gleichen Sachen, trifft die gleichen Leute, kauft im Supermarkt die gleichen Dinge. Im Vergleich zu unserer neuen Doktorandin hier (auch eine Deutsche) bin ich eine alte Häsin, was das Leben in Schweden angeht. Das ist ja auch gut so, denn diesen Dauerbeschuß mit Eindrücken wie am Anfang und auch die eigene Beeindruckbarkeit kann man auf Dauer nicht so richtig gut verkraften. Deshalb ist der Mensch eben ein Gewohnheitstier. Man braucht einfach eine gewohnte Umgebung, um sich sicher zu fühlen.

Trotzdem trauere ich den ersten Tagen der Faszination ein bißchen nach. Deshalb werde ich mich in Zukunft wieder um ein wenig mehr Neugier (auf schwedisch nyfikenhet) bemühen. Versprochen.

Montag, 1. November 2010

Ein Monat Depression

Der November ist da und damit der schlimmste Monat des ganzen Jahres. Das sagen alle. Schon als ich letztes Jahr im August hier ankam, mußte ich mir anhören, wie schlimm es doch im November werden würde. Von mehreren Seiten wurde mir empfohlen, Schweden im November zu verlassen, wenn das möglich ist.

Der November letztes Jahr war tatsächlich ein schlimmer Monat, mein schlimmster Monat überhaupt. Im Allgemeinen ist das Wetter hier im November ähnlich wie in Deutschland: grau, kalt, naß. Dazu kommt hier noch dunkel. Nach der Zeitumstellung wird einem das so richtig bewußt. Letztes Jahr hatten wir hier keine 12 Sonnenstuden im November. Und selbst wenn mal die Sonne scheint, hat man nicht viel davon, da mal ja zu der Zeit arbeitet. Schnee gibt es meist auch noch nicht dauerhaft, und die bunten Blätter an den Bäumen sind seit Wochen schon zu einer braunen Masse auf den Gehwegen geworden.

Das schlägt aufs Gemüt. Und so laufen die Leute deutlich grimmiger durch die Gegend, sind schneller gestreßt und weniger gesellig.

Für mich persönlich war der letzte November wirklich furchtbar: Ich saß allein in einem kalten Haus ohne Möbel (mit nur wenigen Lampen) und ohne Bad. Dann gab es da noch die ihrerseits extrem anstrengende Katzenüberführung, sowie den Umzug in der letzten Novemberwoche. Da hätte ich einen mehrwöchigen Urlaub in der Sonne gut gebrauchen können.

Da ist es natürlich verständlich, daß ich nicht die allerhöchsten Erwartungen an den November habe. Aber mal ehrlich, es kann dieses Jahr nur besser werden!

Dienstag, 3. August 2010

Mein 1. Schwedenjubiläum!

Bevor ich heute irgendetwas arbeite, muß ich kurz dieses denkwürdigen Anlasses gedenken: Heute vor einem Jahr bin ich in Schweden angekommen. Gerade mußte ich noch einmal meinen Blogeintrag zu meiner Ankunft hier lesen. Die Zeit vergeht wirklich wie im Flug, nicht wahr? Aus einschlägigen Sendungen zum Thema Auswandern im TV weiß man ja: Wenn man es 1 Jahr aushält, hat man es geschafft.

Dabei würde ich nicht mal von Aushalten sprechen. In Schweden läßt es sich mehr als nur aushalten. In dem einen Jahr ist sooooo viel passiert, aber ich kann jetzt aus Erfahrung berichten, daß es auch fast ein Jahr dauert, bis man wirklich angekommen ist. Es gibt einfach zu viele neue, d. h. ungewohnte Dinge:
  • eine neue Sprache
  • neue Kollegen, Bekannte und Freunde
  • ein neuer Jobb mit neuen Aufgaben, Methoden etc.
  • ein neues Heim
  • eine neue Umgebung, inklusive anderem Klima, anderer Natur, anderer Architektur etc.
  • neue Behörden, Banken, Versicherungen
  • neue Essensangebote
  • ...
All das hat man in gewissem Maße auch, wenn man innerhalb Deutschlands in eine andere Stadt umzieht, aber definitiv nicht in derart geballter Form. Auswandern ist also ein Langzeitprojekt, das viel Kraft, Ausdauer, Offenheit, Initiative, Zeit und auch sehr viel Geld erfordert. Ein wirklich einschneidender Punkt im Leben, der bestimmt vergleichbar ist mit Familiengründung.

Nach einem Jahr kann ich auch sagen, daß ich immer noch am Anfang stehe. Zwar bin ich mit den wesentlichen Dingen des Alltags vertraut, ich spreche einigermaßen fließend schwedisch, ich habe Freunde (90% davon sind keine Schweden), ein Zuhause und bin mit meiner Arbeit zufrieden, aber das bedeutet nicht, daß es nicht noch Raum gibt für Verbesserungen. Es erfordert definitiv Überwindung, am Telefon einen Termin zu machen z.B. mit der Autowerkstatt. Ich bin mit meinem Schwedisch noch nicht so zufrieden, wie ich es gern wäre. Ich wäre gern in der Lage, richtigen small talk zu machen, so höflich zu sein, wie ich es für angemessen erachte, meine Lehrveranstaltungen wenigstens teilweise auf schwedisch zu halten. Außerdem hätte ich gern Kontakt zu echten Schweden in meiner Umgebung, mit denen ich nicht zur Not englisch sprechen kann. Dazu muß ich mir ein Hobby suchen oder irgendwie Kontakt zu meinen Nachbarn knüpfen, was beides nicht einfach ist und Überwindung verlangt. Aber all das sind wenigstens Ziele, die ich in meinem 2. Jahr in Schweden angehen kann.

Es gilt also noch immer, was ich vor einem Jahr sagte: Ich lebe noch, es geht mir gut, Schweden ist schön!

Sonntag, 7. Februar 2010

Inflyttningsfest in der Villa Kunterbunt


Nachdem wir nun seit mehr als 2 Monaten richtig mit Möbeln und allem drum und dran hier wohnen haben wir gestern endlich unsere Einweihungsparty gegeben. Das ganze hatte sich etwas verzögert, da erst Weihnachten dazwischengekommen war, dann einige Tagungen, auf denen immer gleich mehrere meiner Kollegen verschwunden waren, eine Disputation und schließlich weil eine Kollegin und Freundin bis Donnerstag auf Forschungsreise war. Doch nun haben wir es endlich wahr gemacht.

Circa 15 Leute hatten sich auf den Weg gemacht, um unser Häuschen zu besuchen. Zum Auftakt gab es deutschen Glühwein, Kartoffel- und Gulaschsuppe und selbstgebackenes deutsches Brot. Andere Getränke waren auch in Fülle vorhanden, nachdem wir am Freitag noch im systembolaget waren. 750 Kronen für 2 Paletten Bier tun ganz schön weh, wenn man weiß, was das Ganze in Deutschland kosten würde. Aber es hat sich gelohnt. Es war eine tolle Party. Ich wußte vorher nicht, daß unser Wohnzimmer groß genug zum Tanzen ist. Außerdem hat Ginny nach einer Vorführung ihrer Tricks eine ganze Fangemeinde im Sturm erobert. Und selbst Leon war untypisch unschüchtern beim Anblick so vieler Leute.

Wir hatten dann noch 4 Übernachtungsgäste, die heute morgen bei herrlichstem Sonnenschein mit uns gefrühstückt haben (mit heißen Brötchen und Frühstückseiern), bevor wir uns dann ans Aufräumen begeben haben. Dabei wurde glücklicherweise das meiste vom Geschirrspüler verrichtet.

Jetzt sind wir also offiziell eingezogen und besuchbar. Es gibt auch Frühstückseier.

6 månader Sverige

Diese Woche war etwas stressig, weshalb ich nicht dazu gekommen bin, am 3. Februar mein Resumé über meine ersten 6 Monate in Schweden zu posten. Hier also der Nachtrag:

6 Monate! Die Zeit vergeht wirklich wie im Flug, besonders wenn man sich seine Alltagsroutine aufgebaut hat. Mittlerweile bin ich wirklich so richtig angekommen. Die Arbeit läuft. Das Heim ist eingerichtet. Es gibt keine großen Überraschungen mehr. Ich mache immer noch meinen Schwedischkurs. Mittlerweile bin ich sogar ganz zufrieden mit meinem Kurs, meiner Lehrerin und meinen Fortschritten - auch wenn ich schneller sein könnte, wenn ich mehr Zeit hätte zum Lernen. Ende diesen Monats ist dann auch die nationale Prüfung für den Kurs. Danach geht es weiter mit dem aufbauenden Kurs. Nach ca. 4 Monaten bin ich aber schon ganz zufrieden mit meinem Schwedisch. Ich verstehe Fernsehen und Radio ganz gut und Gespräche auch. Ich muß halt noch ein paar Vokabeln lernen und sprechen üben. Aber das ist ja generell so bei Sprachen. Also für den Hausgebrauch reicht es, sprich am Telefon Termine machen, nach dem Weg fragen, mit Kollegen plauschen, im Geschäft nach irgendwas fragen, im Internet Rezepte oder irgendwelche Informationen suchen,... Trotzdem werde ich den Kurs weitermachen. Er nimmt zar immer noch viel Zeit in Anspruch (5 Zeitstunden Unterricht allein plus online-Aufgaben und Hausarbeiten), aber er ist kostenlos und bringt wirklich was. Warum also nicht.

Abgesehen vom Schwedischkurs verbringe ich meine Wochentage natürlich mit Arbeiten. Über Langeweile kann ich mich dort auch nicht beklagen. Nächste Woche habe ich mal wieder 2 Stunden Lehre. Ansonsten gehts nach Ostern auf eine Tagung in Frankfurt und im Mai mit den Studenten auf eine Insel. Außerdem hält mich mein Chef auch so ganz gut auf Trab.

Neben Arbeit und Schwedischkurs bleibt dann nicht mehr viel Zeit für irgendwelche anderen Aktivitäten in der Woche. Am Wochenende gehen wir dann schon eher mal raus, neuerdings langlaufen, was sich hier in der Umgebung irgendwie anbietet: Viel Schnee, keine Berge, jede Menge Platz und Wege. Wir müssen nicht mal irgenwo hinfahren.

Es ist tatsächlich erstaunlich, wie wenig Spannendes ich nach einem halben Jahr noch zu berichten habe. Es ist alles irgendwie alltäglich geworden. Man findet nicht mehr alles so faszinierend wie am Anfang. Dabei war das schön und aufregend. Man betrachtete irgendwie alles wie ein Kind. Vielleicht sollte ich mich doch bemühen, wieder ein bißchen genauer hinzuschauen. Immerhin ist es schön und aufregend, hier zu leben! Also Augen auf!

Sonntag, 15. November 2009

Neues aus der Villa Kunterbunt

Um den immer lautstarker werdenden Forderungen nach Fotos in Blog nachkommen zu können, hab ich mich heute schon zeitig von Ginny und Leon wecken lassen. (Leon sagt dazu: "96+", was auch immer er damit meint.) Ja, den Übersiedlern gehts gut. Sie haben sich gut eingelebt, wenn auch der Kratzbaum und der gewohnte Teppich fehlen. Aber das ist ja nur für ganz kurz.

Hier also endlich ein paar Eindrücke der beiden:
Leon oben am Fenster im 1. Stock, von dem aus man die Straße, den vorderen Teil des Gartens, die Einfahrt und die Wiese mit dem Wald auf der anderen Straßenseite beobachten kann. Perfekt zum Überwachen also.Ginny und Leon auf der (noch nicht ganz fertigen) Treppe. Eine Treppe hatten sie bisher noch nicht. Gibt auf jeden Fall ein gutes Trainingsgerät ab, um ein bißchen in Form zu kommen.
Von all den vielen Eindrücken und dem ständigen Treppensteigen muß man sich auch mal ausruhen. Leon bevorzugt das Regal unterm Stromkasten, während es sich Ginny auf der Decke neben dem Fenster gemütlich macht.

Montag, 9. November 2009

Cat Transfer - danach

Nun kommt endlich der Bericht zum Cat Transfer. Ich muß schon sagen, es war ein aufregendes Wochenende mit Martinsgansessen am Freitag und Familie besuchen am Samstag und definitiv zu wenig Zeit in Deutschland, von der mir auch noch 50 Minuten durch eine Streckensperrung auf der Zugfahrt von Hannover nach Göttingen gestohlen wurden. Nun ja, der eigentliche Zweck meiner Reise war ja der Cat Transfer, dem nach der rechtzeitigen Ankunft der Ergebnisser der Blutuntersuchung nichts mehr im Wege stand. Trotzdem war es eine aufregende Sache vor allem für Ginny und Leon, die keine großen Fans von Reisen sind.

Am Freitag war ich erstmal froh, meine beiden Raubtiere nach 3 Monaten wiederzusehen. Glücklicherweise hatten sie mich nicht vergessen. Mein Leon mußte das in der Nacht mit einer leidenschaftlichen Schmuseorgie beweisen. Meine Wohnung kam mir dagegen schon irgendwie fremd vor, auf jeden Fall kleiner, als ich sie in Erinnerung hatte, und natürlich irgendwie unheimelich. Doch wenigstens hatten die meisten meiner Pflanzen überlebt, und der Berg von Post war auch schnell durchgeschaut. Martinsgansessen war dann ein echter Höhepunkt. Ich sag nur: Freunde, tolles Essen (wenn jemand den ganzen Tag am Herd steht, schmeckt man das abends), Fotos, Neuigkeiten austauschen... Ach ja, in 3 Monaten passiert eine Menge, obwohl es war, als hätten wir letzte Woche erst zusammengesessen.

Nach einer zu kurzen Nacht gings dann zu den Eltern und weiter zu den Großeltern. Da gabs natürlich wieder eine Menge zu Essen, aber nach 3 Monaten Kloßentzug war das einfach wunderbar (auch wenn es am Abend vorher auch Klöße gab). Auch der Besuch ging zu schnell vorbei. Aber ich hab es mir nicht nehmen lassen, einen dm aufzusuchen. Warum gibt es in Schweden eigentlich keine Drogerien?

Abends hab ich dann die Sachen der Katzen gepackt, damit wir am nächsten Morgen auch pünktlich los konnten. 2 Stunden vor Abfahrt mußte ich dann kurzfristig aufstehen, um den Raubtieren ihre Beruhigungstabletten zu geben. Das ging zum Glüc problemlos. Bei der Abfahrt waren die beiden leider nicht wirklich eingeschlafen, wenn auch ziemlich neben sich stehend. Leon mußte deshalb auf der Autofahrt die ganze Zeit leise jammern. Doch das war nichts gegen sein übliches Geweine. Am Flughafen waren die Katzen und ich dann auch uns gestellt. Einchecken ging problemlos. Ich frage mich, ob die Katzenbeförderung von meinem Konto abgezogen wird. Eigentlich sollte ich am Schalter bezahlen, aber da hat keiner was gesagt. Katzen sind übrigens Sperrgepäck, zumindest die Katzenboxen. Aber beim Gepäckdurchleuchten mußte ich sie dann rausnehmen und hinter dem Scanner wieder in ihre Boxen setzen. Dabei haben sie sich vorbildlich verhalten. Dann mußte ich sie leider mit den Gepäckleuten gehen lassen, denn sie mußten im Bauch vom Flugzeug reisen, während ich im Passagierraum schlafen durfte und sogar ein Wasa bekommen habe.

Am Gepäckband hatte ich dann doch ziemliche Angst, daß sie einfach mit den Koffern rausgefahren kommen, denn das hätte einen etwa 1 m Sturz aufs Band bedeutet. Doch dann waren sie nicht da. Schon mit leichter Panik hab ich dann einen Sicherheitsmenschen gefragt. Der zeigte nur neben den Ausgang, und da standen sie. Die beiden waren wach und ziemlich ängstlich. Sie haben sich aber gefreut, mich zu sehen. Eigentlich hätten wir dann durch den Zoll gemußt wegen der Impfungen usw., aber der Zoll war zu. War ja Sonntag! Also gings direkt zum Ausgang, die Einreise war geglückt. Meine Kollegin kam uns dann mit meinem Auto abholen, und nach nicht mal 1 Stunde hatten sie es dann geschafft.

Wir waren im neuen Zuhause angekommen, und sie durften endlich aus den Boxen raus. Dann war erstmal Neugierde angesagt. Es gab ja eine Menge zu erkunden. Und abends im Bett wurde dann ganz viel geschmust. Meine armen, weit gereisten Katzen!

Donnerstag, 5. November 2009

3 månader Sverige

3 Monate Schweden, ja, so lange bin ich schon wieder hier. Es ist kaum zu glauben, wie die Zeit vergeht und was sich in den 3 Monaten alles getan hat:
  • Ich bin von der unbezahlten Gastwissenschaftlerlin, zur stundenweise bezahlten Arbeitskraft zur richtigen Mitarbeiterin "befördert" worden.
  • Nachdem ich im August bei Kollegen zu Gast war, habe ich im September zur Zwischenmiete gewohnt, um ab Oktober ein eigenes Haus zu mieten.
  • Ich bin von einer reinen Fahrradfahrerin über das Stadium des täglichen Überlandbusreisens zur Autobesitzerin geworden.
  • Ich bin aus dem Gästebüro erst diese Woche in mein eigenes Büro umgezogen und habe seit gestern sogar Telefon.
  • Von Schwedisch-einigermaßen-verstehen-aber-nicht-wissen-was-ich-antworten-soll, bin ich mittlerweile zu ziemlich-gut-verstehen-und-holprige-Konversationen-führen-können fortgeschritten.
  • Die schönen Sommertage mit Sonnenschein bis 10 Uhr abends sind leider Schnee und Dämmerung ab 3 Uhr nachmittags gewichen.
Gut, mehr fällt mir gerade nicht ein. Das sind ja doch ganz beachtliche Fortschritte (bis auf den letzten Punkt). Ich bin aber nach wie vor sehr zufrieden, hierhergekommen zu sein. Natürlich gibt es noch so einige Baustellen (nicht zuletzt das Bad), aber die sind in Arbeit. Diesen Monat habe ich Großes vor (umziehen und Cat Transfer). Und mein Ziel ist, daß bis Ende des Jahres so etwas wie Normalität eingekehrt ist. Das ist doch ein guter Vorsatz.


Montag, 5. Oktober 2009

Das Abenteuer "schwedisches Landleben" beginnt

Mein erstes Wochenende im neuen Haus ist vorüber, und ich muß davon berichten, bevor ich mich nicht mehr so daran erinnern kann, wie ich es in dem Moment empfunden habe. Leider habe ich noch etwa 10 Tage kein Internet zu Hause, sodaß ich nur rückblickend berichten kann. Doch wo soll ich anfangen...?

Am besten am Anfang, oder wenigstens Samstag. Eine wichtige Aufgabe, die ich mir für dieses Wochenende gestellt hatte, hieß: Holz bestellen. Doch um das wenigstens noch ein bißchen hinauszuzögern, bin ich erst einmal ums und durchs Haus gelaufen und hab den Rest des schönen Wetters genutzt, um Fotos zu machen. Ein Kollege hatte mir freundlicherweise seine Kamera geliehen.

Doch ewig dauert so eine Fotosession ja auch nicht, denn so ein Haus hält ja schön still. Außerdem war es etwas kalt, sodaß ich mich dann doch ins Dorf aufgemacht habe. Mein Vermieter hatte mir gezeigt, zu wem ich gehen muß, um Holz zu kaufen. Ich hab mir also ein Herz gefaßt und hab an der entsprechenden Haustür geklingelt. Und dann habe ich tatsächlich ein längeres Gespräch mit dem Herrn auf schwedisch geführt. Ich habe ihm gesagt, was ich will - Holz kaufen -, wo ich wohne, gefragt, ob ers liefern kann. Dann haben wir noch klargemacht, daß er es nicht kleinmachen muß für mich, weil ich eine Säge (mit dem Haus mitgemietet) habe. Er wird es also in 2 bis 3 Wochen liefern und mir als Haufen auf den Hof schütten. Ich muß es dann sägen uns hacken, ist billiger so. Aber für sofort hatte ich noch einen Kubikmeter Kleinholz bestellt, damit ich bis dahin nicht erfrieren oder - noch schlimmer - mit Strom heizen muß. Wir haben dann noch diskutiert, wie klein er es machen soll, weil ich nicht sicher war, ob die großen Stücke auch in den Ofen passen. Zu Testzwecken hat er mit dann ein "Probeholz" mitgegeben. Hätte es nicht gepaßt, wäre ich zurückgegangen. Dann war das Gespräch zuende, und obwohl ich hin und wieder fragen mußte, ob er einen Satz nochmal wiederholen könnte, war ich enorm stolz auf mich. Also lief ich dann stolz wie Oskar mit einem ziemlich großen Holzstück durchs Dorf zurück zum Haus.

Dort fing ich dann mit der 2. großen Aufgabe des Wochenendes an: Renovieren. Da man in Schweden beim Ausziehen nicht streichen muß, hatte mein Vormieter den Flur so belassen, wie er war, das heißt mit ziemlich angegrabbelten Wänden. Am Freitag hatte ich in weiser Voraussicht schonmal einen Besuch im Baumarkt eingeschoben, sodaß ich bestens vorbereitet war. Also habe ich mich gegen Mittag an die Arbeit gemacht. Nach einer Weile wurde ich aber erst einmal vom Traktor des Holzmannes unterbrochen, der mir meinen Kubikmeter Kleinholz lieferte. Da es regnen sollte, mußte ich erstmal das Holz stapeln und eine Plane drüberplatzieren. Trotzdem war ich sehr zufrieden, wie gut das alles geklappt hat.

Am frühen Nachmittag hatte sich außerdem mein Vermieter angekündgt, um mir noch ein paar Sachen am Haus zu zeigen und das Bad zu vermessen. Das wird nämlich nächste Woche renoviert. Ich durfte mir auch die Farben für Wände und Decke aussuchen. Mittwoch fahre ich dann mit meinem Vermieter neue Badmöbel einkaufen. Ach, ist das schön, wenn jemand anders bezahlt, wenn wohl auch von meiner Miete. Trotzdem bin ich sehr froh, daß das Bad gemacht wird. Momentan ist es noch, sagen wir rustikal. Ich zeige bei Gelegenheit Vorher-Nachher-Bilder.

Dann habe ich weiter den Flur gestrichen, bis es zu dunkel wurde, um weiß und dreckigweiß zu unterscheiden. Die Lampensituation im Haus ist augenblicklich noch etwas eingeschränkt. Deshalb mußte ich am Sonntag dann auch ein paar Stellen etwas nachstreichen, was ja nicht das Problem war, denn Sonntag war der Flur im Untergeschoß dran. Außerdem habe ich dann noch die Wohnzimmerdecke weiß gestrichen. Die Wände hatte mein Vermieter schon frisch gestrichen, aber das leider noch unterstrichen, daß die Decke nicht mehr ganz weiß war. Also habe ich auch die Decke gestrichen, um dann zu dem Teil zu kommen, den ich mir für den Schluß aufgehoben hatte: Eine Wand im Wohnzimmer sollte Farbe bekommen. Da ich leider nicht halb so mutig bin wie meine Schwester, was Farbe an der Wand angeht, habe ich ein neutral schönes Hellgraubraun mit dem schönen Namen Stone ausgesucht. Die Farbe ähnelt in etwa Milchkaffee. Ich muß sagen, mit dem Ergebnis dieser Farbaktion und mit der Flurrenovierung bin ich extrem zufrieden. Und ich kann Euch sagen, es ist ein sehr schönes Gefühl, wenn man die Freiheit hat, seine Wohnung so zu gestalten, wie man will. Dann renoviert es sich doch gleich mit viel mehr Motivation. Trotzdem war es ganz schön anstrengend, sodaß ich jetzt erstmal wieder eine Woche auf Arbeit brauche, um mich auszuruhen ;-)


Donnerstag, 24. September 2009

Ich hab ein Haus!!!

Ja, endlich hat das Suchen ein Ende. Ich habe ein Haus gefunden. Ein kleines Häuschen auf dem Lande, 81 Quadratmeter, Wohnfläche mit Küche, Bad, Wohnzimmer im Erdgeschoß und 2 Schlafzimmern im Obergeschoß. Das Häuschen ist nicht ganz neu, aber ich kann es mieten, so lange ich will - eine echte Rarität!

Doch bevor ich ins Detail gehe, hier erstmal, wie es dazu gekommen ist: Letzte Woche sind diese 2 Häuser im gleichen Ort bei den Anzeigen aufgetaucht. Der Link zur Anzeige ist vielleicht noch freigeschlatet. Der Ort heißt Järlåsa und liegt etwa 25 km westlich meiner Arbeit auf dem Lande. Ich dachte, daß das vielleicht der Schlüssel zum Erfolg ist: außerhalb wohnen. In der Stadt ist es, wie schon mehrfach beschrieben, unmöglich, etwas zu finden. Da ich ja in Göttingen auch außerhalb gewohnt habe, macht es mir nichts aus, nicht mitten in der Stadt zu wohnen. Warum also nicht mein Glück versuchen? Ich habe also eine Nachricht an beide Vermieter geschrieben. Das eine der beiden Häuschen durfte ich dann am Dienstag anschauen. Der Hausbesitzer hat mich sogar hier an meiner Arbeit abgeholt und ist mit mir rausgefahren. Er ist Marokkaner, lebt aber seit 26 Jahren in Schweden. Doch wie sich herausgestellt hat, hat er vorher auch eine Weile in Deutschland gewohnt, was man als Pluspunkt für mich verbuchen konnte, denn er mag Deutsche.

Die Besichtigung war lang aber aufschlußreich. Hier also mal ein Foto (das Foto ist Eigentum meines Vermieters):

Wie man sieht, ist das Haus nicht neu, aber ein guter Anfang. Außerdem gehört zum Haus noch ein Garten mit Apfelbäumen, eine Garage, ein Holzschuppen, ein Gästezimmer im Anbau an die Garage, ein kleines Gewächshaus und eine Menge Rasen.

Dank meiner Staatsbürgerschaft hatte ich also die Gelegenheit, das Haus einen Tag vor den anderen Interessenten zu sehen. Gut für mich, denn dadurch konnte ich trotz Beratung mit dem Freund und Bedenkzeit zusagen, bevor die anderen es überhaupt gesehen hatten.

Und heute hab ich schon den Mietvertrag unterschrieben. Ein Kollege und Freund war so nett, mitzukommen und mir das, was ich nicht verstehe, zu übersetzen. Jetzt hab ich den Schlüssel und muß nur noch einen Stromanbieter auswählen und versuchen, Interne zu bekommen. Nächste Woche ziehe ich auch schon ein, erstmal in ein leeres Haus (bis auf die Küchenausstattung). Aber jetzt kann endlich der Umzug geplant werden. Und noch was Gutes: Meine Raubtiere können nach Schweden ziehen und echte Waldkatzen werden. Hinterm Haus ist Wald!

An dieser Stelle wollte ich allen danken, die die Daumen gedrückt haben. Es hat geholfen!

Mittwoch, 2. September 2009

Die September-Wohnung

Da ich jetzt leider etwas unfreiwillig Zeit habe (ich bin krank), dachte ich, ich nutze die Gelegenheit und schreibe kurz etwas zu meiner September-Wohnung. Ich glaube, ich habe schon beschrieben, wie ich dazu gekommen bin. Der Einzug und die Wohnung selbst sind aber auf jeden Fall nochmal einen post wert.

Die Wohnung selbst befindet sich in einer Reihe neugebauter und z.T. noch unfertiger Blocks und zwar in dem ersten Block, der letztes Jahr im Mai fertig geworden ist. Die Wohnungen sind daher sehr modern - zu modern. Warum, erkläre ich gleich. Jeder Block ist nach dem Baukastenprinzip gebaut. Die Wohnungen (übrigens alle aus Holz) wurden vorgefertigt und dann wie Legosteinchen aufeinander gestapelt. Eine Wohnung hat ca 20 Quadratmeter und besteht aus Flur, Küchenbereich und Wohn/Schlafbereich ohne Türen, aber mit Trennwänden dazwischen, und dem Bad. Das Bad ist gefliest, aber ansonsten typisch skandinavisch: die Dusche hat keine Wanne oder sonstige Abtrennung zum Rest, sodaß ich erstmal lernen muß, zu duschen ohne das gesamte Bad zu fluten. Ebenfalls typisch für Schweden - und ein großer Vorteil gegenüber Deutschland - ist die Einrichtung: Es gibt 3 große Schränke, Kühl- und Gefrierschrank und eine voll eingerichtete Küche mit Herd, Backofen und Schränken.

Ebenfalls typisch für Schweden: In der Miete sind Heizung und kaltes Wasser enthalten. Ich bezahle nur noch extra für Internet, warmes Wasser und Strom. Den Verbrauch der letzten beiden Posten kann ich (und jeder andere auch) übrigens täglich auf der Website der Firma, die diese Wohnungen vermietet, verfolgen. Und das ist nur der Anfang der technischen Wunderwelt dieser Wohnung.

Hier funktioniert nämlich nichts mit Schlüssel. Nein! Es gibt einen Chip, den man für alles braucht, angefangen von der Haustür unten, dem Briefkasten, der tvättstuga (Waschmaschinenraum) und schließlich auch für die Wohnungstür. Möchte man zum Beipsiel Wäsche waschen, geht man zu dem Monitor vor der tvättstuga und bucht entweder 2 oder 3 Stunden, wann immer der Raum frei ist. Man kommt auch nur zu diesen Zeiten rein, was wohl schon zu mehreren Einbruchsversuchen geführt hat. Drinnen gibt es mehrere Waschmaschinen, Trockner und Trockenschränke (für die Wäsche, die nicht in den Trockner darf). Diese sind natürlich auch brandneu und können ca. 8 verschiedene Sprachen.

Wie bereits erwähnt, ist das alles etwas zu modern, denn hier wurden teilweise unerprobte Technologien zum ersten Mal eingesetzt. Dementsprechend schlecht funktionieren sie. Zum Beispiel der Briefkasten. Mit dem Chip sollte sich das Magnetschloß eigentlich ohne Weiteres öffnen lassen. Tut es nur nicht. Da es aber ein Magnetschloß ist, kann man mit ein bißchen Übung den Magneten so nach oben fummeln, daß sich die Tür öffnet. Toll, oder?

Doch damit nicht genug. Am Samstag wollten ein paar Leute aus dem Institut zu IKEA, was mir natürlich sehr gelegen kam, da ich außer einem geborgten Bett, Sessel, Tisch und Stuhl nichts weiter für die Wohnung hier habe. Also habe ich allerhand Kleinkram gekauft, z.B. Besteck, Geschirr, eine Lampe, einen Duschvorhang etc. Im zweitgrößten IKEA der Welt einkaufen zu gehen, wäre bestimmt ein größerer Spaß gewesen, wenn ich eine dauerhafte Wohnung hätte :-(
So war es in erster Linie anstrengend, sodaß ich ganz froh war, als mich mein Kollege mit meinen Sachen vor der September-Wohnung absetzte. Mein vermietender Kollege hatte mich, als er mir die Wohnung gezeigt hatte, schon gewarnt, daß das Schloß nicht immer funktioniert. Normalerweise sollte eine rote LED anzeigen, wenn abgeschlossen ist, eine grüne, wenn offen ist. Nur wenn es eine Fehlfunktion gibt, sollte es piepsen und rot blinken. Und genau das tat es! Also stand ich da mit meinen Sachen vor der Tür, kam nicht rein, konnte nicht weg, und zu allem Überfluß war auch noch mein Handyakku alle. Zum Glück war der Kollege, mit dem ich bei IKEA war, noch da. Also haben wir erstmal versucht, meinen Vermieter zu erreichen. Der war mit dem 2. Chip ca 1 Stunde vorher in der Wohnung gewesen, um mir eine Matratze zu hinterlegen. Doch leider war er nicht erreichbar (später stellte sich heraus, daß sein Handyakku alle gewesen ist), nur seine Freundin, die auch nicht wußte, wo er gerade war. Deshalb habe ich den Service angerufen, der für solche Störfälle zuständig ist und nach ca 20 Minuten da war. Nun ergab sich aber noch ein weiteres Problem: Ich als Untermieterin konnte natürlich vor Ort nicht beweisen, daß ich dort wohne. Wer hat schon seinen Mietvertrag immer dabei? Außerdem bin ich ja nur Untermieterin. Die Wohnung an sich war auch leer, sodaß nichts darin war, um meinen Anspruch zu beweisen. Zum Glück rief in dem Moment mein Vermieter von seiner Freundin aus zurück. Nach weiteren 15-20 Minuten war er dann auch da - mit Mietvertrag und Ausweis.
Es stellte sich heraus, daß der Chip, den ich bekommen hatte nur in etwa 3 von 10 Fällen funktioniert, der andere in 8 von 10 Fällen. Jetzt hab ich beide Chips, und auch wenn es nicht immer sofort klappt, komm ich irgendwie rein.
Ich kann meinem Kollegen nur danken, daß er so viel Geduld hatte und mich von A nach B nach C kutschiert hat. Wir waren jedenfalls beide total fertig. Nachdem er mich danach auch noch bei der Post vorbeigefahren hatte, konnte ich mich aufs Fahrrad schwingen und war nach ca 45 Minuten zurück in bei meinen Gastgebern, wo ich den ganzen August gewohnt habe. Ich wollte mich eigentlich nur hinlegen und vor der Party am Abend noch ein bißchen schlafen, aber siehe da: der Tisch im Garten war gedeckt und es sollte gerade Abendessen geben. Ich habe es dann doch noch geschafft, eine Stunde zu schlafen. Und es hat sich auch gelohnt. Die Party war toll, auch wenn ich keinen Tropfen Alkohol getrunken habe: Ich war die Fahrerin. Somit hab ich auch meine Volvo-Premiäre gehabt.

Sonntag gabs dann nach Brunch im Garten ein paar Stunden Pilze- und Bärensammeln (hab ganz viele Preiselbeeren, die demnächst nach Dresden reisen wollen), bevor ich dann mit meinen Sachen in die Septemberwohnung umgezogen bin. Montag bin ich dann mit Kopfschmerzen aufgestanden und mit Halsschmerzen abends zurückgekommen. Dienstag ging so gut wie gar nichts mehr, sodaß ich 15 Uhr schon wieder von der Arbeit zurück war. Zum Glück hab ich von Kollegen/Freunden polnische Grippetabletten bekommen (Paracetamol und noch so ein paar andere Sachen). Heute hab ich dann den Großteil des Tages verschlafen. Die Halsschmerzen sind fast weg, nur der Kopf tut noch weh. Es ist aber defintiv keine Schweine-Grippe. Ich hab kein Fieber. Ist aber schon komisch, denn ich bin nicht die einzige, die es hat. Und es ist seltsam, weil es vorgestern das erste Schweinegrippeopfer Schwedens ausgerechnet in Uppsala gab und überall im Institut Desinfektionsmittel rumstehen und Warnhinweise rumhängen. Ich hoffe, ich bin bald wieder OK. Was mich nämlich am meisten beunruhigt, ist, daß ich nicht krankenversichert bin momentan. Aber daran kann ich so schnell nichts ändern. Deshalb geh ich jetzt mal zurück ins Bett.

Montag, 31. August 2009

Mein erster Monat in Schweden

OK, wenn man ehrlich zählt, ist mein erster Monat erst am 3. September vorbei. Aber heute ist der letzte Tag im August, und das zählt doch auch irgendwie. Zeit, um kurz eine Bilanz zu ziehen, auch wenn ich besser nach Hause fahren sollte, denn es wird langsam dunkel.

Deshalb nur kurz: Ich hatte einen guten ersten Monat in Uppsala. Ich bin herzlich empfangen worden. Die Arbeit ist sehr gut. Ich hab schon eine Menge geschafft...

So, jetzt bin ich in meiner September-Wohnung (mehr dazu später). Also kann es weitergehen.

Ich finde die Leute hier sehr, sehr nett. Vor allem die Zugezogenen halten sehr eng zusammen und unternehmen viel gemeinsam. Ich denke, man kann unter ihnen gute Freunde finden. Sozial gibt es also keine Schwierigkeiten mich hier einzugliedern.

Mit dem Leben in Schweden kann ich mich, denke ich, auch ganz gut anfreunden. Die Sache mit der Transparenz (siehe personnummer) ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber die Lebensweise an sich ist schon sehr schön hier. Nur die Wohnungssituation ist ein echtes Manko, das ich einfach nicht akzeptieren kann.

Alles in allem (Arbeit, Soziales, Leben) bin ich also zufrieden hier. Ich hab mich eingelebt, soweit das in einem Monat überhaupt möglich ist. Bin gespannt, wie es nächsten Monat so weitergeht. Das Abenteuer hat gerade erst angefangen!

Mittwoch, 26. August 2009

Fortschritte

Nachdem mein Besuch heute morgen wieder abgereist ist und ich meine stressige Arbeitsphase beinahe hinter mir habe (morgen ist deadline und ich bin so gut wie fertig mit meinen Sachen), habe ich endlich Zeit für ein kleines Update. Allerdings muß ich einen längeren Bericht über letztes Wochenende noch etwas nach hinten verschieben. Das würde meinen zeitlichen Rahmen sprengen.

Doch nun zurück zum Thema. Bis gestern abend war der Stand der Dinge in etwa so: keine Wohnung, keine personnummer und leichte Frustration. Ich hatte eigentlich vor, für September und vielleicht Oktober das Sommerhaus im Garten der Nachbarn meiner jetzigen Gastgeber zu mieten, um abzuwarten, daß sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt etwas entspannt. Es ist nämlich immer noch katastrophal momentan.

Am Wochenende hatte ich meine erste Wohnungsbesichtigung: 2 Zimmer, 40 Quadratmeter, möbliert, zentrumsnah, aber 6000 SEK (etwas mehr als 600 €) und noch dazu nicht gerade modern. Ich war ziemlich desillusioniert und frustriert, zumal einem hier jeder dazu rät, alles zu nehmen, was man kriegen kann. Wie bereits erwähnt, zieht hier jeder mehrere Male um, bis er nach einigen Monaten eine permanente Wohnung gefunden hat. Aber ich habe 1. noch 3 Monate Miete für meine Göttinger Wohnung zu zahlen und 2. ein paar geringe Ansprüche an eine Wohnung, die ich mir einfach nicht austreiben lassen will: sowas wie Sauberkeit, Ruhe und ein bißchen Platz für meine Sachen und irgendwann auch meine Katzen. So verzweifelt bin ich noch nicht, daß ich diese Mindestansprüche vergesse!

Heute änderte sich bezüglich der Situation einiges, denn *trommelwirbel* meine personnummer ist da!!! Am Montag habe ich im skatteverket angerufen, woraufhin mir mitgeteilt wurde, daß es mindestens noch eine Woche dauern würde. Also habe ich mir keine großen Hoffnungen mehr gemacht. Doch heute morgen war der Brief da! Jetzt kann es losgehen: Verwaltungskram, Schwedischkurs, Konto eröffnen etc. Auf jeden Fall kommt jetzt eine Menge auf mich zu. Aber das meiste habe ich aufgrund der Menge an Arbeit, die ich gerade habe, auf morgen verschoben. Heute Abend muß ich mir erst einmal eine Liste machen, was ich alles zutun habe.

Doch das ist noch nicht alles. Ein weiterer Beweis, warum es wichtig ist, soziale Kontakte zu Kollegen zu pflegen, ereignete sich heute in der Mittagspause: Wir unterhielten uns über Wohnungen, Umziehen usw. - ein ergiebiges Thema, wie man sich vorstellen kann -, als jemand am Tisch meinte, er hätte aufgrund von Kündigungsfristen eine 1-Zimmer-Wohnung bis Ende September zu vermieten. Da konnte ich doch gar nicht anders, als zuschlagen, da ich wegen des Sommerhauses auch noch nichts unternommen hatte. Und billiger als letzteres ist die Wohnung auch noch.

Manchmal geht es eben doch ganz schnell.

Mittwoch, 19. August 2009

Der Sommer zu Besuch

Nach den letzten Tagen mit viel Arbeit, nassen Schuhen (es hat furchtbar geregnet), keiner personnummer und keiner Wohnung ist der Sommer zurück in Uppsala und ich bekomme meinen ersten Besuch von zu Hause!

Das ist nicht nur schön, sondern auch unheimlich praktisch. Wir wissen noch nicht so ganz, was wir in der nächsten Woche alles unternehmen wollen (mal abgesehen von arbeiten), aber ich werde endlich auch eine Kamera haben, um Bilder zu machen. Der Blog ist wirklich etwas textlastig diesen Monat. Außerdem bekomme ich ein paar mehr Klamotten, vor allem meine Regenhose und Geländesachen, und diverse Kleinigkeiten, die mir in den letzten 2,5 Wochen gefehlt haben, z.B. eine Creme gegen Mückenstiche ;-)

Ich freu mich so! Auf in eine sonnige Zeit mit Fotos!

Donnerstag, 13. August 2009

Aller Anfang...

Also, ich muß mal rein philosophischerweise anmerken, daß ich Veränderungen im Leben grundsätzlich gut finde. Irgendwie ist es aufregend, wenn man einen gewissen Fortschritt bemerkt, bzw. wenn man das Gefühl hat, daß man Einfluß auf sein Schicksal hat. Soweit die Philosophie. In der Praxis finde ich Neuanfänge zwar aufregend, aber irgendwie auch sehr anstrengend. Ich denke, die wenigsten können mit so viel Selbstsicherheit an eine neue Lebenssituation herangehen, daß sie sich nicht wenigstens hin und wieder einschüchtern lassen.

In meinem Fall heißt das: Ich finde es toll, hier zu sein. Ich weiß, es war die richtige Entscheidung. Ich fühle mich willkommen und kann mich demnach nicht beklagen. Allerdings wünschte ich, ich wäre nicht in dieser seltsamen Anfangssituation, in der ich mich zwangsläufig befinden muß. Ich meine, ich bin überall die Neue, ich kenne mich noch nicht gut aus damit, wie viele Dinge hier laufen, wo sie laufen, was zutun ist und wie man mit bestimten Dingen umgeht. Das ist einfach Teil der Situation, und ich muß sagen, ich halte mich ganz gut, lasse mir meine Verunsicherung nicht unbedingt anmerken und versuche, offen an alles heranzugehen. Aber ich wünsche mir doch, daß sich bald eine gewisse Routine ergibt, die mir ein bißchen Sicherheit gibt.

Ein Anfang wäre echt, wenn ich bald meine personnummer bekäme, denn ohne die kann ich weder eingestellt werden, noch ein Bankkonto eröffnen. Ich bin einfach ein niemand. Allerdings will ich mich noch nciht beklagen, immerhin habe ich die Nummer erst letzten Dienstag beantragt, und das ist ja noch keine Zeit, besonders wenn man bedenkt, daß noch immer Urlaubszeit ist.

Und dann ist da noch ein zweiter (und der einzige weitere) Punkt, der mir Sorgen bereitet: die Wohnungssuche. Die Wohnungssituation hier ist wie in allen Universitätsstädten Schwedens eine Katastrophe. Es gibt einfach nicht genug Mietobjekte, um alle Leute aufzufangen. Hier ist es nicht so schlimm wie in Lund zum Beispiel, wo sie zum Semesteranfang ernsthaft Zelte für die Studenten zur Verfügung stellen wollen. Aber es ist auch hier nicht gerade einfach, etwas zu finden. Der größte online-Anzeigenmarkt blocket veröffentlicht täglich etwa 5 neue Wohnungsangebote für Uppsala, von denen ca. Zimmer für Studenten sind, eins ist einfach zu weit außerhalb und das andere wahrscheinlich absolut überteuert. Und so kommt es, daß die meisten mal ein paar Monate hier wohnen, dann ein paar Monate da. Mein Kollege, der mit mir momentan das Büro teilt, ist in dem Jahr, das er jetzt hier ist, schon 3 mal umgezogen. Und das scheint normal zu sein. Ich bin zwar erst seit ca. einer Woche auf der Suche, bin aber schon jetzt frustriert, denn man kann auch nichts anderes machen, als den Leuten, die die Anzeige aufgeben, Nachrichten zu schicken, und zu hoffen, daß sie einen interessant und passend finden und einen kontaktieren. Bisher hat mir nur eine Person geschrieben, und die Wohnung war viel zu teuer. Ich hoffe wirklich, daß ich bald was finde. Wie sonst, soll ich mich hier irgendwann zu Hause fühlen?

Ich will mich wirklich nicht beklagen. Mir gehts gut. Es gibt wirklich keinen Grund zur Panik. Ich denke, das gehört alles zu einem Neuanfang dazu.

Montag, 10. August 2009

svensk helg

Die Woche hat begonnen, dabei hätte das Wochenende noch wesentlich länger sein können. Das Wetter war so schön, daß ich kaum drinnen war. Von Samstag habe ich ja schon berichtet. Mein Sonntag war aber auch sehr schön und relativ schwedisch:

Nach einem gemütlichen Frühstück im Garten, habe ich mich mit dem Fahrrad zum See aufgemacht. Es gibt abgesehen von dem am Wochenende natürlich viel zu vollen Strand in Sunnasta (wo ich derzeit wohne) noch ein paar Strände entlang der östlichen Seeseite. Dorthin führen ein paar schöne Wanderpfade durch den Wald. Ich habe mir dort eine kleine Bucht gesucht und bin erstmal schwimmen gegangen. Das Wasser ist bestimmt 20°C warm, aber es war mir zu windig und mit den ganzen Booten zu wellig, um lange drinzubleiben. Also hab ich mir den Rest der Zeit damit vertrieben, ein paar Kapitel Eclypse zu lesen, Pilze zu sammeln und Blaubeeren zu pflücken, mich gegen Mücken zu wehren und Zecken von meinen Beinen zu wischen.

Gegen Abend kamen dann noch ein Kollege, der hier mit mir im Zimmer sitzt, und seine Frau zum Grillen vorbei. Die Schweden können zwar keine Bratwurst, auch wenn sie sie "Bratwurst" nennen, aber wir hatten finnisches Bier aus Dosen und GammelDansk, einen dänischen Bitter, was will man mehr? Da aber am nächsten Morgen (also heute) wieder Arbeit angesagt war, ging die ganze Sache nur bis halb 11, und ich hab danach geschlafen wie ein Stein.

Nun ist meine zweite Woche hier angebrochen, eine Woche, von der ich mir ein bißchen mehr Action verspreche. Hab heute schon eine Einführung in die Probenaufbereitung bekommen, mit meinem Chef zu Mittag gegessen und für morgen ein Treffen mit meinen beiden Chefs ausgemacht, um mein Projekt zu besprechen. Ich gucke auch weiterhin nach Wohnungen und warte auf meine personnummer. Mal sehen, was noch so passiert.

Samstag, 8. August 2009

Eine Woche Uppsala

So, meine erste Woche ist bis auf das Wochenende rum, und ich wollte die Gelegenheit nutzen, ein paar generelle Beobachtungen meines Starts hier zusammenzufassen. Bin auch extra außerhalb der Arbeitszeiten ins Institut geradelt, um mein Privatkommunikation zu machen.

Also, mein Start hier war so gut, wie er nur sein konnte. Ich bin hier mitten in den Sommerferien gelandet, was Vor- und Nachteile hat. Nachteile sind, daß ganz Schweden im Urlaub ist. Also geht alles etwas langsamer, z.B. Einstellungen, Verwaltungssachen usw. Es gibt deshalb auch kaum Wohnungsangebote. Aber dazu bei Gelegenheit mehr. Vorteil ist, daß ich die vielen Leute hier am Institut langsam und in verarbeitbaren Anzahlen kennenlernen kann. So gab es zwar eine Menge neuer Leute, aber ich wurde nicht überrannt. Überhaupt sind alle hier sehr freundlich. Es gibt sehr viele Nicht-Schweden, darunter auch bemerkenswert viele Deutsche, während echte Schweden eher in der Minderheit sind. Ansonsten wissen natürlich alle, wie es ist, neu hierherzukommen, was eine enorme Hilfe ist. Man kann immer jemanden Fragen, wenn man etwas wissen will.

Das Wetter ist bisher ein Traum, weshalb ich auch die Mütze, die Sera mir gestrickt hat, noch nicht aufsetzen konnte. Es ist jeden Tag sonnig bis etwa 25°C, nur gestern hat es mal für 1 Stunde geregnet. So kann ich auch jeden Tag mit dem Fahrrad fahren, was bei dem Wetter sehr schön ist, zumal ich auch noch nicht rausgefunden habe, wie man mit seinem Handy Bustickets kaufen kann.

Zum Thema Handy: Vorhin war ich in der Stadt und habe mir eine schwedische Prepaid-Karte gekauft. Ich muß sie nur noch aktivieren und bin dann auch hier mobil... So, fertig. Das war einfach.

Den Rest des Wochenendes wollte ich mich dann noch etwas ausruhen, Pilze sammeln, vielleicht im See schwimmen, auf jeden Fall den Sommer genießen, solange er noch da ist. Nächste Woche wird dann ernsthaft gearbeitet, Wohnung gesucht und mein Email-Problem gelöst (ich kann immernoch nicht schicken). Also, soweit meine Woche.