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Freitag, 27. Juni 2014

Mittsommerwochenende in Stavanger

Am letzten Wochenende waren wir  einmal mehr in Stavanger zu Besuch. Und das erste Mal überhaupt war das Wetter dort - bis auf den obligatorischen Sturm - besser als bei uns in Schweden. So konnten wir uns dem Wandern, Lachsangeln und dem Spazieren am Strand widmen und zudem noch einen runden Geburtstag nachfeiern. Dank norwegischer Erdbeeren, eichsfelder Rostbratwurst und sherryhaltiger Vorspeisen konnten wir es uns richtig gutgehen lassen. Und auch wenn in Norwegen Mittsommer nicht richtig gefeiert wird, habe ich zur Kompensation einen Blumenkranz geflochten.

Dienstag, 17. Juni 2014

Abstecher zur Himmelsscheibe

Auf dem Weg von der Hochzeit zum Flughafen haben wir am Sonntag noch einen Abstecher zum Himmelsscheibenmuseum in Nebra gemacht. Nebra liegt im Burgenland inmitten von Feldern und Hügeln und wäre wahrscheinlich immer noch ein verschlafenes Nest, wenn es nicht vor einigen Jahren archäologischen Weltruhm erlangt hätte.

Auf einem Berg in der Nähe wurde nämlich von Grabräubern eine Broncescheibe gegunden, die sich nach einigen Jahren auf dem Schwarzmarkt als der älteste astronomische Kalender der Menschheit herausstellte. Die Scheibe ist 3600 Jahre alt und zeigt Sonne, Mond und Sterne sowie Horizontbögen aus Gold.

Schon als die Himmelsscheibe gerade erst entdeckt war, habe ich ihre Entdeckungsgeschichte und die Deutung mit Spannung in National Geographic verfolgt. Das Museum eröffnete aber erst, als ich schon in Schweden wohnte. Also war das Museum ein schönes Ausflugsziel. Dort gibt es eine Ausstellung zur Fundgeschichte, zu den Rohstoffen der Scheibe, der Gesellschaft in der Bronzezeit und noch vieles mehr. Das Highlight ist wahrscheinlich die Vorführung zur Verwendung der Scheibe im Planetarium.

Mir hat unser Besuch im Himmelsscheibenmuseum sehr gefallen. Schade, daß wir nicht so viel Zeit hatten. Man kann dort locker mehrere Stunden verbringen.

Montag, 16. Juni 2014

Hochzeit auf dem Kyffhäuser

Am Wochenende haben zwei liebe Freunde von mir auf dem Kyffhäuser ihre Hochzeit gefeiert. Die Feier war wunderschön, mit ca. 75 Gästen genau die richtige Größe. Und so gut wie alle meine Freunde waren da (bis auf einen, der ausgerechnet am Tag der Hochzeit im Interesse der Nation in Mali gebraucht wurde!). Es war so schön, alle wiederzusehen und mit ihnen einen so besonderen Tag zu feiern. 

Danke für die Einladung! Alles Gute für die Zukunft! Ich vermisse Euch jetzt schon.

Donnerstag, 29. Mai 2014

Meeting auf der Insel Gotland

Am Freitag war ich für ein Meeting auf Schwedens größter Insel, Gotland. Gotland liegt vor der Südostküste in der Ostsee, und vor etwa einem Jahr hat mein Arbeitgeber, Uppsala Universität, die Fachhochschule auf Gotland übernommen. Seitdem wird viel zwischen Uppsala und Campus Gotland hin- und hergereist.
Ich war Freitag das erste Mal auf Gotland. Von Arlanda gehen täglich mehrere Flüge, die einen in 35 min nach Gotland uns wieder zurück bringen. Ich bin zum Beispiel kurz nach 8 geflogen und war ca. 17:30 wieder da. Zwischendurch war in fur das Meeting im Norden der Insel auf einen Forschungsstation. Bei 27°C und Ostseeblick war es fast schon ein bißchen Urlaubsfeeling, wäre da nicht das Meeting gewesen.
Aber wenigstens weiß ich jetzt, warum Gotland das liebste Urlaubziel - übrigens auch der Ort mit den meisten Sonnenstunden - der Schweden ist. Mein nächstes Meeting auf Gotland ist im Oktober. Aber vielleicht reise ich ja auch mal privat auf die Insel.
Der stockholmer Schärengarten aus dem Flugzeug gesehen.
Am Strand an der Nordküste Gotlands.

Donnerstag, 8. Mai 2014

Mal wieder Utö

Es ist Anfang Mai, und das bedeutet wie jedes Jahr eine Woche mit den Bachelorstudenten auf Exkursion auf der Schäreninsel Utö. Wie immer spielt das Wetter eine entscheidende Rolle. Diese Woche ist es in erster Linie kalt gewesen, aber bis auf heute sind wir wenigstens trocken geblieben. Ansonsten waren diesmal nur wenige, dafür aber umso motiviertere Studenten dabei. Das ist sogar noch wichtiger als das Wetter.

Sonntag, 4. Mai 2014

Mal wieder Wien

Diese Woche war ich mal wieder in Wien auf der EGU-Konferenz. Wie schon die beiden Jahre zuvor habe ich auch diesmal eine Session mit einigen Kollegen. Ansonsten habe ich ein Poster von zweien meiner Masterstudenten präsentiert und mich mit Kollegen aus Oslo, Potsdam usw. getroffen. Mein Besuch war dieses Jahr ziemlich kurz: von Dienstag Mittag bis Freitag Morgen, was das ganze nicht entspannter gemacht hat. Und dank Feiertag konnte ich nicht mal Kaffee kaufen :-( 

Aber eigentlich ging es ja wie immer um sehen und gesehen werden, und das hab ich erledigt :-)
Bei der Postersession: Jede Menge interessierte Besucher, also keine Zeit zum Luftholen oder für Langeweile :-)

Donnerstag, 3. April 2014

Gran Canaria - Teil 2

So, wir sind wieder da! Also gibt es hier schnell die zweite Hälfte des Urlaubsberichtes zu Gran Canaria.

Tag 5: Heute soll es dann doch noch klappen mit dem Wandern und wir fahren hoch auf den Paß Cruz de Tejeda. Von dort aus geht es durch Wälder, vorbei an Obstplantagen, und steile Wanderwege vom Wahrzeichen Gran Canarias, dem Roque Nublo, vorbei hinab ins Dörfchen La Culata. Und weil es immer wieder hoch gehen muß, wenn man runtergegangen ist, dann auch wieder hoch. 13 km und einige hundert Höhenmeter später kommen wir im Nebel wieder oben auf dem Paß an. Eine schöne Wanderung für einen Sonntag. Zur Belohnung essen wir kanarische Tappas in einer Palmenoase unterhalb von Fataga. Als einzige Gäste bekamen wir vom holländischen Kellner auch eine Sonderbehandlung ;-)

Tag 6: Heute ist ein Rumfahrtag, in zweierlei Hinsicht: Zum einen geht es in Europas einzige Rumbrennerei nach Arucas, wo wir an einer Führung teilnehmen und die Palette der Spirituosen durchprobieren und kaufen können. Die Stadt Arucas selbst ist übrigens sehr hübsch! Mittagspause machen wir an der Nordküste auf einer Bank an der Mohle. Kurz vorm Einpacken werden wir leider von einer Welle unfreiwillig geduscht. Nur gut, daß es 25°C sind! Weiter geht's entlang der Nordküste nach Agaete, eine niedliche Stadt mit kleinem botanischen Garten und leckerem und billigen Kaffee im La Esquina. Dann ein Abstecher zur Küste, wo die Fähre nach Teneriffa ablegt. Die Fischrestaurants merken wir uns für den nächsten Tag. Dann geht die Umrundung der Insel (es ist ja ein Rumfahrtag) weiter entlang der Westküste über kurvige Straßen, ein halbes Auge auf imposante Gelogie gerichtet, um dann irgendwann wieder in Maspalomas anzukommen. Einmal rum eben!

Tag 7: Eine letzte Wanderung steht an: das Agaete-Tal. Wir starten mit einem Kaffee im La Esquina und beginnen gegen 10 die Wanderung, die uns über einen Pilgerpfad vorbei an Gärten und Stauseen hinauf auf das Tabadaba-Massiv führt. Wir laufen lange durch flechtenverhangene Nebenwälder und blicken irgendwann wieder auf den Ausgangspunkt ganz weit unter uns zurück. Die letzten Kilometer geht es leider nur noch steil bergab, aber dafür vorbei an ehemals von den Ureinwohnern geschaffenen Höhlen und sonnige Steilhänge voller Blumen. Nach etwa 17 km und 1300 Höhenmetern erreichen wir nach 7 Stunden wieder das Auto. Wir lassen uns ins Tal hinunterrollen, wo wir im La Esquina noch einen cafe con leche schlürfen. Dann geht's noch weiter runter an die Küste zum Fisch essen. Na wenn das mal kein würdiger Abschluß für einen letzten Urlaubstag war!

Tag 8: Packen, auschecken und ein letzter Einkauf, um uns mit Verpflegung für den Flug und Leckerlies für zu Hause einzudecken. Dann sitzen wir auch schon auf dem scheinbar endlosen Flug zurück nach Schweden. Nach einer Woche ist es komisch, daß im Flugzeug nur noch schwedisch gesprochen wird :-)

Fazit: Gran Canaria ist toll! Tolle Geologie. Tolles Essen. Frühling mit Blumen und Sonne ist wunderbar, wenn man um die Zeit aus Schweden kommt. Charterreisen sind anstrengend und zähren an der Erholung. Keine E-Mails lesen oder an Arbeit denken für eine Woche, unbezahlbar!

P.S.: Fotos kommen demnächst.

Samstag, 29. März 2014

Gran Canaria - Teil 1

Ein kleiner Bericht aus dem Urlaub auf Gran Canaria, wo wir für eine Woche mit TuiFly Nordic über ein Last Minute-Angebot Urlaub machen.
Pause im Schatten eines Löwenzahns.
Tag 1: Der Flug von Schweden ist laaang! Fünfeinhalb Stunden. Umso schöner ist es, wenn man endlich da ist, und es sind 20°C mehr als zu Hause. Die Unterkunft ist ein Bungalow ohne große Extras. Doch dank Mietwagen sind wir wohl eh nur zum Schlafen hier. Zum Abendessen gibt es kanarisches Essen: Schrumpelkartoffeln und Fisch bzw. Ziegenfleisch.

Tag 2: Nach einem frisch gepressten Fruchtsaft geht es auf eine Wanderung hoch in den Bergen. Herrliche Calderastrukturen überall! Und Blumen. Nur an die Sonne sind wir irgendwie noch nicht gewöhnt. Am späten Nachmittag sind wir fix und fertig zurück am Auto nach nur fast 6 Stunden wandern und 15 km. Zum Abschluß des Tages geht's noch in den Kakteengarten bei Aldea de San Nicolas.

Tag 3: Die Füße tun immer noch weh von gestern und die Nase hat Sonnenbrand. Wir entscheiden uns also für einen Tag in der Hauptstadt Las Palmas de Gran Canaria. Dort laufen wir durch die Straßen, schauen die hübschen Häuser an, besuchen das kanarische Museum und das Museum Elder, ein Wissenschaftsmuseum, sowie den Stadtstrand und die deutsche Bäckerei. Bevor es zurückgeht, schauen wir noch in den jardín canario, den riesigen botanischen Garten, im Nordosten der Insel. Zurück in Maspalomas ist sogar noch ein Strandspaziergang drin.

Tag 4: Eigentlich wollten wir wieder wandern und fahren hoch in die Berge. Doch es nieselt und die Einheimischen veranstalten eine Ralley auf den engen kurvigen Straßen. Also schauen wir uns das Bergdörfchen Tejeda an, kaufen Kuchen in der Dolceria und trinken cafe con leche. Dann winden wir uns die Kurvenstraßen auf der anderen Seite der Berge wieder hinunter und schauen uns noch ein Städchen an. Mehr ist wohl auch nicht drin an einem Samstag. Soll ja auch Urlaub bleiben.

Das war erstmal Teil 1.

Sonntag, 9. Februar 2014

Skiwochenende in Norwegen

Eine Sportart, die ich erst in Schweden för mich entdeckt habe, ist das Skilanglaufen. Bei unserer flachen Landschaft und den normalerweise großen Schneemengen ist Langlauf nun mal eine gute Möglichkeit im Winter etwas raus zu kommen und sich zu bewegen.
Einer der Berge auf der Skitour, vor denen ich kapituliert habe.
Letztes Wochenende waren wir dann das erste Mal außerhalb Schwedens skilaufen. Unsere Freunde aus Stavanger hatten uns für ein Wochenende eingeladen, weil sie zufällig gerade die Firmenskihütte zur Verfügung hatten. Die Hütte (eigentlich ein Apartment) liegt im südnorwegischen Sinnes Skigebiet in den Bergen und bietet eine gute Auswahl an Loipen und auch Abfahrtspisten.

Mir waren ehrlich gesagt schon die Langlaufloipen bergig genug. Da ich hier in Schweden nie Hügel habe, auf denen ich das Runterfahren üben kann, war die Strecke, die wir uns für den Samstag ausgesucht haben, schon eine ziemliche Herausforderung. Ich hab mir bei meinem ersten Sturz auch das Knie verdreht, was wirklich nicht schön war. Das Wetter hat sich mit Windstärken von 12 m/s auch eher von seiner unfreundlichen Seite gezeigt. Trotzdem war unsere 13 km Tour am Samstag toll, zumal es danach in der Hütte einen warmen Kamin, Sauna und leckeren aus Deutschland importierten Glühwein gab.
Auf der Rückfahrt an die Küste aus dem Autofenster.
Der Sonntag war leider warm und naß, sodaß wir uns wieder auf den Rückweg nach Stavanger gemacht haben. Da waren wir sogar noch am Strand spazieren. Das ist ein echter Vorteil von Norwegen: man hat sowohl die Berge als auch das Meer immer in der Nähe. Nur das Wetter ist bei uns normalerweise besser, wenn es hier auch seit einer Woche taut. Da hat sich das Skifahren in Norwegen doch echt mal gelohnt, falls es jetzt echt vorbei sein sollte mit dem Schnee.

Sonntag, 12. Januar 2014

Konferenz in Edinburgh

Um nach der langen Feiertagszeit wieder in Gang zu kommen, beziehungsweise um gar nicht erst so richtig einzurosten, ging es diese Woche zu Tagung der Volcanic and Magmatic Studies Group (VMSG) der Londoner Geologischen Gesellschaft. 
Blick auf den erloschenen Vulkan neben dem Konferenzzentrum in Edinburgh
Die Tagung, die dieses Jahr ihr 50. Jubiläum feierte, findet jedes Jahr in einer anderen Stadt in Großbritannien und Irland statt. Dieses Jahr war sie in Edinburgh in einem Tagungszentrum am Fuße eines alten Vulkans, welch passender Ort für eine Vulkanologietagung! Die Veranstalter haben zudem wirklich tolle Arbeit geleistet und sowohl die eigentlichen Tagungskomponenten (Vorträge und Poster), als auch das Drumherum hervorragend organisiert. So gab es eine Menge Twittergewitter und Blogs, die simultan berichteten, sowie einen "Vulkanausbruch" kombiniert mit einem Quietscheentchenrennen, bei dem die Enten der Teilnehmerunis auf spektakuläre Art und Weise in die Luft gejagt wurden. Das Konferenzdinner fand im "Our Dynamic Earth" Museum statt und beinhaltete die ein oder andere schottische Spezialität, unter anderem mit Häggis gefüllte Hähnchenbrust. Nach dem Essen gab es ein sogenanntes Ceilidh, eine Art Squaredance mit schottischer Volksmusik.
Vor dem Konferenzdinner im Our Dynamic Earth Museum.
Der Besuch der Konferenz diente natürlich in erster Linie der Arbeit. Die Vorbereitung der Vorträge und Poster hat durchaus einige Stunden unserer Weihnachtsferien in Anspruch genommen. Nur gut, daß sie auch gut ankamen. Zum Poster meines einen Doktoranden wurden wir sogar von Deadline News interviewt. Den etwas sensationsjournalistischen Nachrichtenartikel dazu gibt's hier.

Jedenfalls war die VMSG-Tagung ein toller Start ins neue Jahr. Und die ersten 4 Flüge sind auch schon wieder auf dem Flugkonto.

Dienstag, 31. Dezember 2013

Das war 2013!

Jetzt ist wohl im Allgemeinen die Zeit gekommen, auf das vergangene Jahr zurückzublicken und sich erinnern, was alles passiert ist.

Januar
Der Januar stand auf jeden Fall noch im Zeichen von Renovierung und Umzug, ein wahnsinniger Anstrengungsakt, dem ich im dunklen Winter niemandem empfehlen kann. Da kam auch die Dienstreise in die Slowakei nicht so passend, auch wenn es mir dort ansonsten sehr gut gefallen hat und ich gern nochmal privat hinfahren würde. Freizeittechnisch war also nicht viel los im Januar. Eine der positivsten Überraschungen war da noch die Entdeckung, daß wir eine beleuchtete Skiloipe in der Nachbarschaft haben, die auch prompt ein paar Freunde zu Besuch anlockte.

Februar
Der Februar war so vollgepackt, daß ich gar nicht weiß, wie ich diesen Monat überstanden habe. Gleich zu Anfang ging es für einen Workshop nach Oslo und dann nur wenige Stunden danach zum 2tägigen Einstand meines Führungskräftekurses auf ein Schloß bei Knivsta. Die folgenden Wochen waren voll mit Unterricht inklusive geologischem Kuchen. So ganz nebenbei haben wir im heimischen Chaos noch am Eßzimmer gearbeitet, das nach der Küche die weitaus größte Renovierung nötig hatte.

März
Der März war dagegen beinahe ereignislos, auch wenn auf Arbeit eine Menge los war, inklusive Anträgen, Beitreuung und Meetings. Zu Hause ging es mit der Renovierung des Eßzimmers und des Flures weiter. Rein wettertechnisch ist mir der März noch deutlich in Erinnerung: es war konstant knitterkalt (-15°C) und supersonning, sodaß der Schnee langsam von der Sonne weggefressen wurde und wir in der Fensterbank angefangen haben, Chilisamen auszusähen.
Resorptionsstrukturen im Schnee.
April
Ostern ist hier in Schweden eigentlich immer etwas enttäuschend, da draußen noch immer alles tot und grau ist, nachdem der Schnee so langsam wegtaut. Umso mehr habe ich mich gefreut, wenigstens für ein Wochenende meine Familie in Dresden zu besuchen. Von dort ging es direkt (na ja, mit umsteigen) nach Wien zur alljährlichen Tagung, wenn auch diesmal nur für die Hälfte der Zeit. Und auch da war dieses Jahr noch nichts von Frühling zu sehen. Wieder zu Hause mußten wir noch bis in die zweite Aprilhälfte warten, bis endlich die ersten Frühblüher zum Vorschein kamen.

Mai
Über den 1. Mai war ich mit meinen Schulfreunden an der deutschen Nordseeküste, was wirklich schön war, aber wie immer viel zu kurz. In der darauf folgenden Woche war ich nämlich wieder einmal mit den Stundenten im stockholmer Schärengarten auf Exkursion. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, ganz zur Freude von Studenten und Lehrern. Wieder zu Hause war dann endlich der Frühling da. Die Katzen bekamen einen Freilaufbalkon und ich ein Kräuterbeet im noch immer etwas kahlen Garten. Am Samstag, den 18. Mai, haben wir dann endlich unsere Einweihungsparty gefeiert, zu der die meisten unserer hiesigen Freunde (sogar ein paar aus Oslo) gekommen sind. Bei fast vorsommerlichen Temperaturen haben wir das erste Mal im Garten gegrillt und drinnen Cocktails getrunken und Eurovision Song Contest geschaut. Rein wettertechnisch hat der Mai ansonsten keine Wünsche offengelassen: eine echte Frühlingsexplosion mit allem, was dazugehört.

Juni
Neben Mai ist Juni einer meiner Lieblingsmonate in Schweden. Dieses Jahr stand erstmal ein Wochenendbesuch in Stavanger an, bevor es dann ab Mittsommer in den Urlaub ging. Der führte uns und unsere Freunde ein paar tausend Kilometer nach Norden durch Schweden, Finnland und Norwegen zunächst nach Alta und dann an den Lyngenfjord zum Angeln. Sowohl zu Hause als auch bei 70°N war das Wetter einfach nur fantastisch. Ein Sommer, wie man ihn sich besser nicht wünschen kann.

Juli
Als es Anfang Juli aus dem Urlaub wieder zurückging, war der schwedische Sommer noch in vollem Gang. Bei langen Tagen und warmem Wetter machte selbst das Arbeiten Spaß, zumal der ganze Stress von Meetings im Sommer einfach ausfällt. Zu meinem Geburtstag waren wir dann auf Exkursion, um etwas mehr über Schwedens Geologie zu lernen. Die war gefolgt von einem kleinen Stresspeak, da wir auf Arbeit Besuch von einem Kamerateam von Discovery Channel hatten.

August
Der August stand hauptsächlich im Zeichen der Geländearbeit in Island. Neben einem Besuch auf dem Vulkan Hekla, hatten wir noch eine ganze Menge anderer Aufgaben zu erledigen. Unter anderem haben wir eine neue Caldera entdeckt und den schönsten Berg Islands bestiegen. Für mich war die Islandreise nicht zuletzt wegen des außergewöhnlich tollen Wetters der Höhepunkt des Jahres, wenn auch leider das Ende des Sommers.

September
Der September bringt mit dem Anfang des Herbstsemesters immer auch eine riesige Menge Arbeit mit sich. Die ersten zwei Wochen laufe ich generell Stundenten im Wald hinterher, was in der ersten Woche dieses Jahr noch OK war, denn der Sommer war kurzfristig zurück. Ab der zweiten Woche wurde es aber doch sehr herbstlich, was der Motivation der Studenten nicht gerade zuträglich ist. Die schöne Seite des Septembers ist, daß man es sich endlich wieder auch drinnen gemütlich machen kann und im Garten ernten kann, was über den Sommer gewachsen ist.

Oktober
Den diesjährigen Oktober verbinde ich in erster Linie mit Laubharken und Wintervorbereitungen. Und irgendwo war da auch noch Zeit für Kreativität, sowohl in meinem Führungskräftekurs, als auch zu Hause. Das Wetter war typisch für den Oktober. Bei einem Sturm fiel doch tatsächlich ein Baum in unserem Garten um und verfehlte nur knapp das Haus.

November
Der November ist generell mein am wenigsten geliebter Monat. Aber ein großer Teil der Lehre des Herbstes war vorbei und so beschlossen eine Freundin und ich, übers Wochenende nach Kopenhagen zu fahren, um zu shoppen und uns zu erholen. Außerdem fand noch die 2tägige Abschlußveranstaltung meines Kurses auf dem Rånäs-Schloß statt. Am zweiten Tag bekam ich dann die Nachricht, daß meine zweite Nichte das Licht der Welt erblickt hatte, was den Monat November dieses Jahr auf jeden Fall zu einem der vorderen Plätze verhilft. Mitte des Monats fand dann auf Arbeit noch ein populärwissenschaftliches Kolloquium zum 50. Jubiläum des Vulkanausbruchs, der die Insel Surtsey geschaffen hat, statt. Dort durfte ich auch einen Vortrag halten. Abgesehen davon habe ich dann in der zweiten Hälfte des Monats noch recht viel unterrichtet, was in dem Fall aber wirklich Spaß gemacht hat. Zum Schluß des Monats bin ich dann nach Deutschland zu meinem 12jährigen Klassentreffen gereist. Wow, ein ereignisreicher November!

Dezember
Vom Klassentreffen ging es dann weiter nach Dresden, wo ich meine neue Nichte kennenlernen durfte und mit meiner "alten" Nichte ihren 3. Geburtstag gefeiert habe. Trotz Sturm bin ich nach einer Woche wieder in Schweden angekommen, nur um in der Woche darauf wieder nach Deutschland zu reisen. Das zweite Mal ging es zur diamantenen Hochzeit meiner Großeltern. Ein echter Blitzbesuch übers Wochenende. Am Montag darauf war ich zum Abendessen bei der Unipräsidentin. Und dann war weihnachtsbedingt endlich frei! Ich kann Euch sagen, daß ich nach einem solch rasanten Jahr echt geschafft bin und mich über ein paar freie Tage gefreut habe.

2013 war also ein Jahr voller Ereignisse. Man könnte sagen, es war das Jahr der Kurzreisen und das Jahr, in dem unser Haus ein richtiges Heim geworden ist. Ein tolles Jahr, das wahnsinnig schnell vorbeiging und in dem es eindeutig zu wenig Zeit für Freizeit gab. Ein Jah, an das ich mich auf jeden Fall gern erinnern werde.

Montag, 16. Dezember 2013

Diamanten, Plätzchen und Harzkäse

Am Wochenende waren wir auf Blitzbesuch in Deutschland zur diamantenen Hochzeit meiner Großeltern. Für alle, die wie ich vor ein paar Wochen nicht wussten, was das ist: diamantene Hochzeit feiert man nach 60 Jahren Ehe. Wahnsinn! 

Das Wochenende war also sehr kurz und intensiv mit gerade genug Zeit, um unsere Harzkäse- und Kaffeevorräte aufzustocken und dann mit der Familie im Dorf meiner Großeltern bei Kaffee und Plätzchen (und Kuchen) und dann später beim Abendessen zu feiern. Es war schön, mal wieder etwas Zeit mit Verwandten zu verbringen, die schon Jahre nicht gesehen habe.

Sonntag Mittag saßen wir dann auch schon wieder im Flieger zurück nach Schweden. Für mich war das dieses Jahr übrigens mein 21. Flug (Verbindungsflüge einzeln gezählt). Das reicht wohl.

Freitag, 13. Dezember 2013

Happy Lucia allerseits!

Heute ist nicht nur Freitag, der 13., sondern auch das schwedische Lichterfest zu Ehren der heiligen Lucia. Zudem waren heute auch fünf der diesjährigen Nobelpreisträger in Uppsala, um nach alter Tradition Vorlesungen zu halten. Und trotz der ganzen Action bin ich gerade auf dem Weg nach Deutschland.

Grüße aus 10 km Höhe, besonders an meine Nichte, die heute Namenstag hat

Freitag, 6. Dezember 2013

Familienurlaub mit Neubekanntschaft

Jeder Auswanderer wird es einem bestätigen: Besuche in der Heimat werden nie wieder erholsam sein, wenn man erstmal im Ausland wohnt. Dann muß man nämlich Familie und Freunde in kürzester Zeit besuchen.

Gerade sitze ich nach einem sechstägigen Deutschlandbesuch auf dem schönefelder Flughafen und hoffe, daß Orkan Xaver mir nicht die Heimreise verdirbt. Bis jetzt waren meine 6 Tage in Deutschland nämlich sehr schön. Ich habe meine Klassenkameraden aus der Schulzeit und meine alten Freunde getroffen, hab meine Eltern und Großeltern gesehen und hab dann 4 Tage mit der Familie meiner Schwester verbracht. Dort habe ich meine fast 4 Wochen alte, zuckersüße und total liebe Nichte kennengelernt und hab ausgiebig Zeit mit meiner anderen Nichte verbracht, die heute schon ihren dritten Geburtstag feiert. Es hat super viel Spaß gemacht, mit ihr Plätzchen zu backen und ein Pfefferkuchenhaus zu bauen. Heute Vormittag haben sie und ich auch einen Ausflug zum Tierladen gemacht und für Leon ein neues Bällchen gekauft. Dann hat sie heute Nachmittag die Kerzen auf ihrem Geburtstagskuchen ausgepustet. Sie ist echt schon wieder so groß.

Ich hoffe, meine Reise nimmt demnächst noch ein planmäßiges Ende und ich kann, wie meine Nichte es ausdrücken würde, heute wieder in meinem Schweden schlafen.

Sonntag, 10. November 2013

Dienstreise Nummer 9: Rånässchloß

Letzte Woche habe ich zum Abschluß meines Führungskräftekurses für zwei Tage das Rånässchloß östlich von Uppsala besucht. Mein Kurs ist jetzt so gut wie vorbei, und die zwei Tage handelten im Großen und Ganzen darum, welche Fortschritte wir gemacht haben und wie es weitergehen soll. 

Beim Nachrechnen wurde mir mit Schrecken bewußt, daß dies meine  9. Dienstreise dieses Jahr war, wenn man nur die zählt, wo ich nicht zu Hause übernachten konnte. Kein Wunder, daß ich zum faulen Packer und Reisemuffel werde. Obwohl, privat lasse ich mir das Reisen nicht verderben, ich habe nur zu wenig Zeit dazu. Ein frühzeitiger Vorsatz für 2014 an dieser Stelle: weniger Dienstreisen, mehr Urlaub. 

Mittwoch, 6. November 2013

Kopenhagenwochenende Nachtrag

Hier kommen noch ein paar fotogarfische Nachträge aus Kopenhagen, wo meine Freundin und ich nach dem Wellness noch ein bißchen sightseeing in der Stadt gemacht haben.

Sonntag, 3. November 2013

Belohnungswochenende in Kopenhagen

Dieses Wochenende bin ich mit einer Freundin in Kopenhagen zum Shopping und Wellness. Wir hatten vor einiger Zeit beschlossen, daß wir für das viele Unterrichten diesen Herbst eine Belohnung verdient haben. Leider ist Wellness in Schweden sehr teuer. Außerdem ist zum Beispiel in Schweden auch die Auswahl an Schuhläden inakzeptabel. Also beschlossen wir, das ganze nach Kopenhagen zu verlegen, wohin man von Uppsala aus mal eben für wenig Geld in einer Stunde fliegen kann. Außerdem kann man hier gut einkaufen, und Wellness ist viel billiger als in Schweden. Zudem hat meine Freundin während ihrer Doktorarbeit zwei Jahre hier gewohnt, sodaß ich einen Insidereinblick bekomme.

Geshoppt haben wir gestern jedenfalls schon mal. Als schwedisches Landei komme ich sonst nicht groß dazu. Nachher steht dann noch unsere Wellnessbehandlung an, bevor es heute Abend wieder nach Hause geht.

Sonntag, 25. August 2013

Island-Missionen erfüllt

Der schönste Berg Islands ist übrigens auch ein Teil einer Cadera. Diesmal waren wir oben... und davor, dahinter, daneben...
Die Island-Geländearbeit ist vorbei, und wir sind seit Donnerstag wieder zu Hause. Dank des fantastischen Wetters hatten wir kaum eine ruhige Minute. Wenn es nicht regnet, muß man halt raus. Das hat allerdings auch zur Planübererfüllung geführt, wir haben also mehr geschafft, als auf der To-do-Liste stand. Das ist doch mal ein echt tolles Gefühl!

Zurück zu Hause heißt es jetzt, sich langsam wieder auf den Alltag einzustellen. Nächste Woche fängt das Herbstsemester an, und ab übernächster Woche gilt es, fast Vollzeit zu unterrichten. Da werde ich mich mental doch hin und wieder auf einen einsamen sonnigen Berg in Island projezieren.
Hierhin kann ich mich ja an stressigen Tagen zurückträumen. Übrigens klingt das Laufen auf diesen Gesteinsscherben (von einem Ignimbrit), als würde man auf Katzenstreu laufen.

Sonntag, 18. August 2013

Live aus Island: Auf der Jagd nach der verschollenen Caldera

Dienstag und Mittwoch waren der Mission dieser Geländekampagne gewidmet, die mir am meisten am Herzen gelegen hat. Wir waren ausgezogen, um eine verschollene  Caldera zu finden. Und das war ein echtes Abenteuer.
Doch fangen wir am Anfang an. "Was ist eigentlich eine Caldera?", mag sich der geneigte Leser fragen. Eine Caldera entsteht, wenn das Dach einer Magmakammmer in einem Vulkan einbricht und dabei ein riesiger Einsturzkessel entsteht. Oft entweicht dabei hoch explosives Magma in einem Ausbruch, dessen Eruptionssäule bis in die Stratosphäre reichen kann. Nach kurzer Zeit fällt die Eruptionssäule, die aus Lava, Gesteinsbrocken und vulkanischen Gasen besteht, wieder in sich zusammen und rast als Glutwolke über die Landschaft in der Umgebung des Vulkans. Wenn die Glutwolke dann abkühlt, entsteht ein Gestein, das Ignimbrit heißt. Bekannte Beispiele für Calderen sind übrigens Yellowstone in den USA, Santorin in Griechenland und Toba in Indonesien, deren Ausbruch fast die Menschheit ausgerottet hätte.
Zurück nach Island und zur Suche nach der verschollenen Caldera. Warum eigentlich verschollen? Nun, hier in den Ostfjorden gibt es eine ganze Reihe alter, toter und ziemlich stark erodierter Vulkane, die nebenbei noch eine der schönsten Landschaften Islands geformt haben. Die alten Vulkane sind meine Lieblingsforschungsobjekte, denn sie erlauben mir, zu sehen, wie Vulkane von innen aussehen. Alles, was man hier in den toten Vulkanen lernen kann, hilft, die aktiven Vulkane, die nur ein paar Stunden Autofahrt entfernt sind, zu verstehen. Momentan sind wir im Nordosten Islands, der nur wenig erforscht ist. Viele der Fjorde sind sogar nicht einmal mehr bewohnt, weil sie so abgelegen sind und das Leben hier so hart war. Die wenigen Menschen, die hier von der Schafzucht lebten, waren teilweise 6 Monate von der Außenwelt abgeschnitten. Heute gibt es nur noch zwei bewohnte Fjorde. In einem der beiden gibt es ein winziges Dorf, in das Touristen nur ein oder zwei Tage kommen, um Papageientaucher zu sehen und zu wandern. Von hier führt eine einzige mit Geländewagen zu befahrende Straße in die sogenannten "verlassenen Fjorde". Hier gibt es nur Ruinen von alten Bauernhöfen, ein paar Wanderwege und Schutzhütten. Die alten Vulkane zu untersuchen, bedarf es oft  einer Menge Lauferei und Kletterei. Und so ist es nicht völlig verwunderlich, daß es tatsächlich noch weiße Flecken auf der geologischen Karte gibt. Zum Beispiel entdeckten drei deutsche Diplomanden, die 1988 hier kartierten, eine bis zu 120 m dicke Schicht von Ignimbrit auf den Gipfeln mehrerer Berge. Doch wo dieser Ignimbrit herkam, war bis Dienstag dieser Woche ungeklärt. So riesig, wie der Ignimbrit heute noch ist - und es sind immerhin nur noch Reste davon auf den Bergen übrig -, muß es eine gigantische Eruption gegeben haben, bei der sich eine Caldera gebildet hat.
Das Problem bei der Suche ist, daß es so wahnsinnig schwer ist, in das Gebiet vorzustoßen, in dem man die Caldera vermuten könnte. Die drei Diplomanden von damals sind 7 Stunden bis in ihr Kartiergebiet gelaufen, haben dort ihr Zelt aufgebaut und in der Umgebung kartiert. Jede Woche sind sie einmal für 7 Stunden ins nächste Dorf drei Fjorde nach Norden gelaufen, haben Proviant gekauft und sind dann 7 Stunden über Berge und Täler zurück zu ihrem Gebiet gelaufen. Die Arbeit, die sie geleistet haben, ist für einen Zivilisationsmenschen von heute kaum in ihrem Wert abzuschätzen. Zum Glück sind aber auch die Bedingungen nicht mehr ganz so wie 1988.
Wie findet man also eine  verschollene  Caldera? Zur Vorbereitung habe ich mir schon vor Monaten alles an Informationen beschafft, die es über das Gebiet gibt. Ich habe mit dem Betreuer der drei Kartierer guten Kontakt, und wir haben viel darüber diskutiert, wo man denn suchen müßte. Google Earth ist übrigens unbezahlbar bei ei er solchen Suche. Auf jeden Fall konnte ich es dann gar nicht mehr erwarten, als wir endlich hier im Nordosten angekommen waren. Nur das Wetter mußte für 2 Tage gut sein!

Der Wetterbericht fuer Dienstag und Mittwoch klang vielversprechend, also machten wir uns am Dienstag Morgen mit dem Geländewagen auf den Weg in den suedlichsten der verlassenen Fjorde. Nach zweieinhalb Stunden Fahrt stellten wir das Auto an der Schutzhuette ab, die Wanderern als Unterkuft dient. dann ging es zu Fuss weiter ein Tal hinauf, in dem es keine Pfade mehr gibt, immer auf den Berg zu, in dem ich die Caldera vermutete. Nach drei Stunden ständigem Bergaufgehen, dem Ueberqueren von drei Fluessen und einigem Gekletter mit schweren Rucksäcken, fanden wir einen Platz unterhalb des Berges, den wir uns anschauen wollten, an dem wir unser Zelt aufbauten. Dann ging esmit etwas leichterem Gepäck weiter hinauf an den Fuss des vermeindlichen Calderaberges. Und anderthalb Stunden später standen wir endlich vor ihr, der verschollenen Caldera!

Die Sonne stand schon ziemlich niedrig, aber es war trotzdem klar, dass dort einmal eine gewaltige Eruption stattgefunden hatte. Ich erspare Euch die Details, aber es war eindeutig der Ursprung des riesigen Ignimbrits, den die Diplomanden vor 25 Jahren gefunden hatten!

Gluecklich ueber die Entdeckung, ging es zurueck zum Zelt, wo es zur Feier des Tages ein leckeres Fertiggericht gab. Leider zogen ganz plötzlich Wolken auf, ein kalter Wind blies vom Berg herunter und es gan sogar einen Regenschauer. Es war also fraglich, ob wir unseren Plan, am nächsten Tag den Calderaberg von der anderen Seite zu untersuchen, am nächsten Tag in die Tat umsetzen konnten oder ob wir den gleichen Weg, den wir gekommen waren, wieder zuruekgehen mussten. Am nächsten Morgen, als ich die Zeltklappe aufmachte, war ich also auf alles gefasst - Nebel, Wolken? Doch zum Glueck schien die Sonne und kam langsam herum in unser Tal. Zum Fruehstueck gab es dann Instantcappucchino, den mein Chef uns in einem kleinen Ueberlebenspaket eingepackt hatte.
Ein leckerer Cappucchino an einem der schönsten Orte, an denen ich je gezeltet habe.
So gestärkt konnte es weiter gehen, mit komplettem Gepäck und einigen Gesteinsproben, die wir am Abend zuvor mitgenommen hatten. Es ging immer weiter nach oben und um den Calderaberg herum. Was mich nämlich immernoch wunderte, war die Grösse der Caldera. Denn ein so gewaltiger Ausbruch sollte eigentlich eine viel grössere Caldera hinterlassen. Erst nachdem wir am höchsten Punkt unserer Wanderung angekommen waren und den Berg fast völlig umrundet hatten, wurde klar, dass die Caldera tatsächlich viel grösser war als nur der eine Berg. Tatsächlich tronte ueber uns eine kilometerlange senkrechte Wand aus Ignimbrit, die wahrscheinlich das Calderainnere fuellte, bevor grosse Teile des Vulkans abgetragen wurden. Die nächsten Kilometer gingen wir ueber ausgedehnte Schneefelder unterhalb der Ignimbritwand entlang. Dabei dachte ich die ganze Zeit darueber nach, warum vor uns noch niemand diese riesige Caldera gefunden hatte. Wahrscheinlich liegt es daran, dass sie hoch oben ueber einer Hochfläche tront, von der aus man in etwa 5 bis 6 Stunden bis zur nächsten Strasse laufen laufen kann. Von der anderen Seite, also vom Fjord aus, ist die Caldera dagegen kaum zu sehen, weil sie so weit oben liegt.

Leider enden Abenteuer wie dieses nie auf dem Höhepunkt der Entdeckung. Im wirklichen Leben muss man immer noch stundenlang ueber Schneefelder, durch eiskalte Fluesse, Klippen hinunter, durch sumpfige Wiesen und eiskalte Fluesse laufen - und die Fluesse unterhalb der Schneefelder sind so kalt, dass einem schon nach wenigen Schritten Fuesse und Beine so wehtun, dass man am liebsten schnell ans andere Ufer rennen möchte. Doch weil die Wasserströmung so stark ist, darf man sich nur ganz langsam und Schritt fuer Schritt vortasten. Erst wenn die Fuesse wieder trocken sind und in warmen Socken und Wanderschuhen stecken und zu kribbeln beginnen, denkt man, dass sich der Schmerz fast gelohnt hat.
Fuesse trocknen vor dem Abstieg ins Tal.
Insgesamt haben wir an den zwei Tagen fast 2000 Höhenmeter bergauf und mehr als 31 km zu Fuss durch die weglose Wildnis zurueckgelegt. Zur Belohnung gab es eine bisher unentdeckte Caldera. Wenn man bedenkt, dass die meisten Vulkane der Welt bekannt sind, ist es eine einmalige Erfahrung, eine solche Entdeckung zu machen. Diese ist also wahrscheinlich meine erste und letzte selbst entdeckte Caldera!

Mittwoch, 14. August 2013

Live aus Island: Bezwingung der Hekla

Die erste Mission bei dieser Geländekampagne war es, ein paar Proben von Hekla, Islands zweitaktivstem Vulkan zu holen. Hekla ist ein unberechenbares Biest, das in der Vergangenheit schon mal einen Großteil der landwirtschaftlichen Produktionsfläche Islands zerstört hat. Im Durchschnitt bricht sie alle 10 Jahre aus, zuletzt 2000 und davor 1991, und 1980/81. Das Problem dabei ist, daß Hekla vor einem Ausbruch keinerlei Anzeichen gibt, wie andere Vulkane das Monate oder sogar Jahre vor einem Ausbruch tun. Bei Hekla beträgt die Vorwarnzeit, wenn man Pech hat, 20 min!

Ein Problem, das damit zusammenhängt, ist, daß niemand weiß, wo die Magmakammmer unter Hekla liegt und wie groß sie ist. Das können Geophysiker normalerweise mit Hilfe von Erdbeben und Geodäten mit Hilfe der Verformung der Vulkanoberfläche bestimmen, aber bei Hekla funktioniert das offenbar nicht. Deshalb haben wir den Auftrag bekommen, Proben zu nehmen, mit deren Hilfe unsere Kollegen bestimmen können, in welcher Tiefe zum Beispiel in der Lava enthaltene Kristalle gewachsen sind und ob das in einer großen oder mehreren kleinen Magmakammmern passiert ist. Die Methode heißt Thermobarometrie, und durcbgeführt wird sie von Petrologen. Das Ergebnis können dann Geodäten und Geophysiker benutzen, um ihre Daten zu interpretieren. Das führt dann im Idealfall dazu, daß die Vorwarnzeit für eine Heklaeruption länger wird.

Und da sag mal noch einer, Wissenschaftler machen nichts Nützliches! 

Das Foto zeigt mich beim Probennehmen auf der Lava von 1980. Im Hintergrund sieht man einen der Krater und vielleicht sogar die Lava von 2000.