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Freitag, 27. Juni 2014

Pimp my Keller

Mein Himmelfajrtsprojekt muß ich unbedingt noch loswerden: wir haben im vorderen Kellerraum den Boden renoviert. Die alte Farbe blätterte vor allem unter der Waschmaschine und entlang der Durchgangswege ziemlich stark ab. Mit dem Kärcher haben wir dann noch so viel Farbw wie möglich entfernt. Dann hab ich die Risse gespachtelt und drei Schichten Epoxyfarbe aufgetragen. Nach jeder Schicht hieß es mindestens 24 Stunden warten, und nach weiteren 7 Tagen durften dann die Waschmaschine und Co. wieder einziehen. Fertig.

Sonntag, 26. Januar 2014

Home office

Hin und wieder von zu Hause aus zu arbeiten, ist ein fester Vorsatz für dieses Jahr. 

Wenn man schon ein Arbeitszimmer zu Hause hat und die Möglichkeit von Seiten des Arbeitgebers besteht, ist Home office eine gute Gelegenheit, mal einigermaßen in Ruhe an wichtigen Sachen zu arbeiten. Bei mir kommen leider viel zu oft irgendwelche Meetings oder Unterricht dazwischen. Da kann ich natürlich nicht von zu Hause aus teilnehmen ;-) Aber die letzten beiden Freitage hatte ich mir extra für Home office freigehalten.
Zu Hause muß man im Gegensatz zur Arbeit das Büro natürlich mit anderen teilen. Und gelentlich mal ein Bällchen werfen.
Ein deutlicher Nachteil des Home office ist verständlicherweise, daß man sich die Arbeit mit nach Hause nimmt. Das war auch der Grund, warum ich nach dem Studium irgendwann aufgehört habe, zu Hause an meiner Doktorarbeit zu arbeiten und lieber am Wochenende in die Uni gefahren bin. Damals lag die Uni aber auch nur einen Katzensprung von meinem Zuhause entfernt, jetzt muß ich eine halbe Stunde Auto fahren.
 
Bleibt zu erwähnen, was es denn so Wichtiges gibt, daß man sich zu Hause in Ruhe und in letzter Zeit auch an den Wochenenden damit beschäftigen möchte. Derzeit gibt es zwei Dinge: Zum einen haben wir in der Woche vor Weihnachten endlich unseren Artikel in der Zeitschrift Nature Communications akzeptiert bekommen und waren im Prinzip über die Ferien damit beschäftigt, die entsprechenden Formalitäten für die Veröffentlichung fertigzumachen. Bei Nature gibt es offensichtlich keine Feiertage, und da bekommt man schonmal eine Deadline zwischen Weihnachten und Neujahr. Diesen Freitag Nachmittag kam dann die Druckvorlage unseres Artikels, den wir bitte innerhalb von 48 Stunden durchzusehen haben. In drei Stunden läuft die Deadline ab, und da hat man eben keine andere Wahl, als sich am Wochenende hinzusetzen. Das nimmt man auch in Kauf, denn eine Veröffentlichung in Nature oder auch den eher spezialisierteren Nature-Zeitschriften kann entscheidend für die Karriere sein.
Das andere Projekt, mit dem ich mich derzeit intensiv beschäftige, ist ein Antrag an den europäischen Forschungsrat, ERC. Ich hatte ja schon mal erklärt, daß man als Wissenschaftler selbst Geld für die eigene Forschung und nur allzu oft auch für seinen eigenen Lohn aufbringen muß. Ein ERC-Projekt zu bekommen, wäre besser als ein Lottogewinn. Da geht es um 1,5 Millionen Euro! Aber dementsprechend schwer ist es auch, mit dem Antrag erfolgreich zu sein. Die Deadline für dieses Jahr ist am 25. März. Bis dahin ist noch enorm viel zutun. Hoffentlich kann ich bis dahin noch ein paar mal von zu Hause aus arbeiten.

Dienstag, 31. Dezember 2013

Das war 2013!

Jetzt ist wohl im Allgemeinen die Zeit gekommen, auf das vergangene Jahr zurückzublicken und sich erinnern, was alles passiert ist.

Januar
Der Januar stand auf jeden Fall noch im Zeichen von Renovierung und Umzug, ein wahnsinniger Anstrengungsakt, dem ich im dunklen Winter niemandem empfehlen kann. Da kam auch die Dienstreise in die Slowakei nicht so passend, auch wenn es mir dort ansonsten sehr gut gefallen hat und ich gern nochmal privat hinfahren würde. Freizeittechnisch war also nicht viel los im Januar. Eine der positivsten Überraschungen war da noch die Entdeckung, daß wir eine beleuchtete Skiloipe in der Nachbarschaft haben, die auch prompt ein paar Freunde zu Besuch anlockte.

Februar
Der Februar war so vollgepackt, daß ich gar nicht weiß, wie ich diesen Monat überstanden habe. Gleich zu Anfang ging es für einen Workshop nach Oslo und dann nur wenige Stunden danach zum 2tägigen Einstand meines Führungskräftekurses auf ein Schloß bei Knivsta. Die folgenden Wochen waren voll mit Unterricht inklusive geologischem Kuchen. So ganz nebenbei haben wir im heimischen Chaos noch am Eßzimmer gearbeitet, das nach der Küche die weitaus größte Renovierung nötig hatte.

März
Der März war dagegen beinahe ereignislos, auch wenn auf Arbeit eine Menge los war, inklusive Anträgen, Beitreuung und Meetings. Zu Hause ging es mit der Renovierung des Eßzimmers und des Flures weiter. Rein wettertechnisch ist mir der März noch deutlich in Erinnerung: es war konstant knitterkalt (-15°C) und supersonning, sodaß der Schnee langsam von der Sonne weggefressen wurde und wir in der Fensterbank angefangen haben, Chilisamen auszusähen.
Resorptionsstrukturen im Schnee.
April
Ostern ist hier in Schweden eigentlich immer etwas enttäuschend, da draußen noch immer alles tot und grau ist, nachdem der Schnee so langsam wegtaut. Umso mehr habe ich mich gefreut, wenigstens für ein Wochenende meine Familie in Dresden zu besuchen. Von dort ging es direkt (na ja, mit umsteigen) nach Wien zur alljährlichen Tagung, wenn auch diesmal nur für die Hälfte der Zeit. Und auch da war dieses Jahr noch nichts von Frühling zu sehen. Wieder zu Hause mußten wir noch bis in die zweite Aprilhälfte warten, bis endlich die ersten Frühblüher zum Vorschein kamen.

Mai
Über den 1. Mai war ich mit meinen Schulfreunden an der deutschen Nordseeküste, was wirklich schön war, aber wie immer viel zu kurz. In der darauf folgenden Woche war ich nämlich wieder einmal mit den Stundenten im stockholmer Schärengarten auf Exkursion. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, ganz zur Freude von Studenten und Lehrern. Wieder zu Hause war dann endlich der Frühling da. Die Katzen bekamen einen Freilaufbalkon und ich ein Kräuterbeet im noch immer etwas kahlen Garten. Am Samstag, den 18. Mai, haben wir dann endlich unsere Einweihungsparty gefeiert, zu der die meisten unserer hiesigen Freunde (sogar ein paar aus Oslo) gekommen sind. Bei fast vorsommerlichen Temperaturen haben wir das erste Mal im Garten gegrillt und drinnen Cocktails getrunken und Eurovision Song Contest geschaut. Rein wettertechnisch hat der Mai ansonsten keine Wünsche offengelassen: eine echte Frühlingsexplosion mit allem, was dazugehört.

Juni
Neben Mai ist Juni einer meiner Lieblingsmonate in Schweden. Dieses Jahr stand erstmal ein Wochenendbesuch in Stavanger an, bevor es dann ab Mittsommer in den Urlaub ging. Der führte uns und unsere Freunde ein paar tausend Kilometer nach Norden durch Schweden, Finnland und Norwegen zunächst nach Alta und dann an den Lyngenfjord zum Angeln. Sowohl zu Hause als auch bei 70°N war das Wetter einfach nur fantastisch. Ein Sommer, wie man ihn sich besser nicht wünschen kann.

Juli
Als es Anfang Juli aus dem Urlaub wieder zurückging, war der schwedische Sommer noch in vollem Gang. Bei langen Tagen und warmem Wetter machte selbst das Arbeiten Spaß, zumal der ganze Stress von Meetings im Sommer einfach ausfällt. Zu meinem Geburtstag waren wir dann auf Exkursion, um etwas mehr über Schwedens Geologie zu lernen. Die war gefolgt von einem kleinen Stresspeak, da wir auf Arbeit Besuch von einem Kamerateam von Discovery Channel hatten.

August
Der August stand hauptsächlich im Zeichen der Geländearbeit in Island. Neben einem Besuch auf dem Vulkan Hekla, hatten wir noch eine ganze Menge anderer Aufgaben zu erledigen. Unter anderem haben wir eine neue Caldera entdeckt und den schönsten Berg Islands bestiegen. Für mich war die Islandreise nicht zuletzt wegen des außergewöhnlich tollen Wetters der Höhepunkt des Jahres, wenn auch leider das Ende des Sommers.

September
Der September bringt mit dem Anfang des Herbstsemesters immer auch eine riesige Menge Arbeit mit sich. Die ersten zwei Wochen laufe ich generell Stundenten im Wald hinterher, was in der ersten Woche dieses Jahr noch OK war, denn der Sommer war kurzfristig zurück. Ab der zweiten Woche wurde es aber doch sehr herbstlich, was der Motivation der Studenten nicht gerade zuträglich ist. Die schöne Seite des Septembers ist, daß man es sich endlich wieder auch drinnen gemütlich machen kann und im Garten ernten kann, was über den Sommer gewachsen ist.

Oktober
Den diesjährigen Oktober verbinde ich in erster Linie mit Laubharken und Wintervorbereitungen. Und irgendwo war da auch noch Zeit für Kreativität, sowohl in meinem Führungskräftekurs, als auch zu Hause. Das Wetter war typisch für den Oktober. Bei einem Sturm fiel doch tatsächlich ein Baum in unserem Garten um und verfehlte nur knapp das Haus.

November
Der November ist generell mein am wenigsten geliebter Monat. Aber ein großer Teil der Lehre des Herbstes war vorbei und so beschlossen eine Freundin und ich, übers Wochenende nach Kopenhagen zu fahren, um zu shoppen und uns zu erholen. Außerdem fand noch die 2tägige Abschlußveranstaltung meines Kurses auf dem Rånäs-Schloß statt. Am zweiten Tag bekam ich dann die Nachricht, daß meine zweite Nichte das Licht der Welt erblickt hatte, was den Monat November dieses Jahr auf jeden Fall zu einem der vorderen Plätze verhilft. Mitte des Monats fand dann auf Arbeit noch ein populärwissenschaftliches Kolloquium zum 50. Jubiläum des Vulkanausbruchs, der die Insel Surtsey geschaffen hat, statt. Dort durfte ich auch einen Vortrag halten. Abgesehen davon habe ich dann in der zweiten Hälfte des Monats noch recht viel unterrichtet, was in dem Fall aber wirklich Spaß gemacht hat. Zum Schluß des Monats bin ich dann nach Deutschland zu meinem 12jährigen Klassentreffen gereist. Wow, ein ereignisreicher November!

Dezember
Vom Klassentreffen ging es dann weiter nach Dresden, wo ich meine neue Nichte kennenlernen durfte und mit meiner "alten" Nichte ihren 3. Geburtstag gefeiert habe. Trotz Sturm bin ich nach einer Woche wieder in Schweden angekommen, nur um in der Woche darauf wieder nach Deutschland zu reisen. Das zweite Mal ging es zur diamantenen Hochzeit meiner Großeltern. Ein echter Blitzbesuch übers Wochenende. Am Montag darauf war ich zum Abendessen bei der Unipräsidentin. Und dann war weihnachtsbedingt endlich frei! Ich kann Euch sagen, daß ich nach einem solch rasanten Jahr echt geschafft bin und mich über ein paar freie Tage gefreut habe.

2013 war also ein Jahr voller Ereignisse. Man könnte sagen, es war das Jahr der Kurzreisen und das Jahr, in dem unser Haus ein richtiges Heim geworden ist. Ein tolles Jahr, das wahnsinnig schnell vorbeiging und in dem es eindeutig zu wenig Zeit für Freizeit gab. Ein Jah, an das ich mich auf jeden Fall gern erinnern werde.

Mittwoch, 4. Dezember 2013

1 Jahr Hausbesitzer

Vor einem Jahr haben wir die Schlüssel zu unserem Haur bekommen und bei sonnigem -23 Grad und einem halben Meter Schnee mit dem Umzug begonnen.

Kaum zu glauben, daß wir schon wieder ein Jahr in unserem Haus wohnen.

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Achtung, Baum fällt!

Apropos ungemütlichesHerbstwetter: Heute stürmt es ganz schön und läßt die letzten Blätter durch die Luft wirbeln, was ganz schön ist, wenn ich hier von meinem Heimarbeitsplats nach draußen schaue. Gegen 10 heute morgen gab es allerding ein etwas beunruhigenderes Sturmgeräusch, das sich überraschenderweise als Resultat eines umgefallenen Baumes herausstellte.
Der Baum, eine Birke, stand auf unserer Grundstücksgrenze an der Straße zur örtlichen Grundschule. Vorher war die Birke etwa 10 m hoch, jetzt is sie in etwa 2,5 m abgebrochen, und der Rest ist in unseren Garten gefallen. Einer unserer Apfelbäume hat ein paar Äste dabei verloren. Dennoch war es Glück im Unglück, denn die Baumkrone hat unsere Südfassade mit Flur- und Wohnzimmerfenster nur um einen halben Meter verfehlt.
Da liegt er, der Baum, einmal quer über die Wiese südlich des Hauses. Fenster, Dachrinne und Fassade hat er knapp verfehlt.
Nun wissen wir nicht mal, ob der Baum uns oder der Kommune gehört. Jedenfalls kommt wohl demnächst das Baumräumkommando vorbei. Das hat heute bestimmt so einiges zutun.
Leon begutachtet aus dem Flurfenster den grausigen Anblick.

Montag, 30. September 2013

Weintrauben und Hopfen

Es ist Herbst, und das bedeutet hier wie überall Erntezeit. Dabei ist es mitunter überraschend, was man hier auf 60°C Nord so alles ernten kann. 

Heute haben wir sowohl Hopfenblüten als auch fast zweieinhalb Kilo blaue Weintrauben in unserem Garten geerntet. Die Trauben wachsen an der Südfassade des Hauses und das Ergebnis eines fantastischen Sommers. 

Mal sehen, was wit mit dem Hopfen und den Trauben anfangen.

Sonntag, 29. September 2013

Einrichten für den gemütlichen Teil des Jahres

Jetzt wo die Tage rapide kürzer werden und es draußen ungemütlich wird, ist es an der Zeit, es sich drinnen extra gemütlich zu machen. Im Schwedischen gibt es das Wort mysig, was angenehm und gemütlich bedeutet. Es sich am Freitagabend mit Chips vor dem Fernseher gemütlich machen, nennt der Schwede fredagsmys. Sich an dunklen Herbsttagen drinnen einzukringeln bezeichnet er als höstmys.

Für mein höstmys habe ich heute neue Kissenbezüge genäht, nachdem ich endlich den perfekten Stoff passend zur Wohnzimmereinrichtung gefunden habe. Jetzt bin ich bereit für den Herbst. 

Samstag, 14. September 2013

Das ultimative Schweden-Vogelhäuschen

Nach Stunden und Tagen mühevoller Arbeit habe ich heute endlich mein erstes selbst gebautes Vogelhäuschen aufgestellt. Die Fütterungsstation ist vom Aussehen her unserem Haus nachempfunden und soll im Winter der Unterhaltung der Katzen dienen. Sowohl vom Wohnzimmerfenster als auch vom Balkon aus hat man gute Sicht auf die hoffentlich zahlreich dort speisenden Vögel. Aber auch ohne Vögel waren Ginny und Leon schon sehr interessiert an dem Häuschen, das da auf einmal auf einem Podest auftauchte.
Das Häuschen besteht aus Leimholz und ist mit Akryllack auf Wasserbasis lackiert.
Als Dachbelag habe ich einen Fußabtreter zurechtgeschnitten und mit der Unterseite nach oben aufs Dach genagelt.
Das Häuschen ist auf ein Brett geschraubt, das wiederum auf einem quadratischen Kantholz befestigt ist, der in einem dafür passenden Erdanker steckt.

Samstag, 3. August 2013

4 Jahre Schweden

Heute vor 4 Jahren bin ich nach Schweden gekommen! 
 
Gewöhnlich philosophiere ich ja zu meinem Jahrestagen immer, was sich seit dem Anfang und seit dem letzten Jubiläum so ereignet hat. Nach einem Jahr fühlte ich mich noch immer, als stände ich am Anfang. Nach zwei Jahren fand ich mich einigermaßen zurecht. Nach drei Jahren fühlte ich mich hier zu Hause. Was kann sich da nach einem weiteren Jahr schon noch getan haben?

Der wahrscheinlich größte Unterschied zum letzten Mal ist wohl, daß ich in meinem eigenen Haus sitze und blogge. Das ist schon ein riesiger Schritt. Und rein arbeitstechnisch habe ich mich recht gut eingefunden in meine Stelle, die seit letztem September ja auch teilweise eine Führungsrolle im Institut beinhaltet. Beides, das eigene Haus und meine Arbeit, hat irgendwie dazu geführt, daß ich näher als je zuvor am Eingang zur schwedischen Kultur stehe. 
 
Ich bilde mir ganz und gar nicht ein, daß ich tatsächlich einen echten Einblick habe. Bisher habe ich wirklich nur beobachtet. Ich kenne wenige Schweden privat, und es fehlt mir einfach an einem Hund oder Kind, um wirklich Kontakt aufnehmen zu können. Trotzdem habe ich im letzten Jahr noch einmal wahnsinnige Fortschritte beim schwedisch Sprechen gemacht. Ich kann jetzt richtig small talk halten. Vor einer halben Stunde habe ich doch tatsächlich mit unserer Nachbarin geredet, sie überredet unsere Katzen zu füttern und ihr beim Stachelbeeren pflücken geholfen. Das ist für mich ein Meilenstein der Kontaktaufnahme. Mittlerweile sind schwedische Konversationen um mich herum oder im Radio auch nicht mehr nur Hintergrundrauschen. 
 
Vielleicht wird Jahr 5 ja das Jahr der echten Kontaktaufnahme. Wer weiß? Ich bin gespannt.

Mittwoch, 31. Juli 2013

Abenteuergeschichte für meine Nichte



Hier etwas, das bestimmt meiner zweijährigen Nichte gefällt (Grüße an Chrilu):
 
Gestern Abend im Bett hörten wir seltsame Geräusche vom Dachboden über uns. Es war schon fast dunkel und ich kletterte ganz vorsichtig die Leiter nach oben. Oben war es ganz, ganz dunkel. Also leuchtete ich mit der Lampe von meinem Handy herum. Und tatsächlich hing da an einem der Dachbalken etwas kleines Flatterndes. Ich dachte natürlich: Ah, eine Fledermaus! Aber wie kommt die auf unseren Dachboden?  Die muß wieder raus in die Freiheit. 
 
Also haben wir uns Handschuhe und ein altes T-Shirt geholt und sind beide auf den Dachboden geklettert. Sofort flatterte die vermeintliche Fledermaus davon zum hinteren kleinen Fensterchen. Als ich mit der Lampe dorthin leuchtete, saßen da gleich zwei Fledermäuse. Allerdings zeigten ihre Köpfe nicht nach unten. Das waren also gar keine Fledermäuse, sondern Vögelchen, die auf den zweiten Blick aussahen wie Schwalben. 
 
Als wir näher kamen, blieben sie seltsamerweise einfach am Fensterrahmen sitzen. Wie waren sie nur reingekommen? Das Fensterchen geht nämlich gar nicht aufzumachen. So wie es aussah waren die beiden schon ein Weilchen hier und ziemlich schwach. Bei einem Flugversuch kam einer der beiden gar nicht weit,  sondern landete gleich auf der Hand.
 
Mittlerweile waren auch die Katzen neugierig geworden, und die Ginny stand schon mit drei Beinen auf dem Dachboden, während Leon hinter ihr auf der Leiter wartete. Nun passen Vögel und Katzen gar nicht zusammen. Deshalb mußte ich Ginny und Leon gleich wieder runterscheuchen.
 
Dann konnte die Rettung der Vögelchen endlich losgehen. Vorsichtig wurde erstmal der eine in das T-Shirt gewickelt. Dann hab ich das Vogelpäckchen nach unten ins Gästezimmer getragen und das Vögelchen wieder ausgewickelt. Zum Glück war er kräftig genug, um durch das Fenster in die Freiheit zu fliegen. Auch das andere Vögelchen haben wir so freigelassen, aber erst mußten wir noch ein Foto machen.
Übrigens haben wir dann hinterher rausgefunden, daß es gar keine Schwalben waren, sondern Mauersegler. Das sind schon echt schöne Vögel.

Dienstag, 21. Mai 2013

Grillfest

Am Samstag hatten wir zu unserer ersten Party im neuen Haus geladen. Aus psychologischen Gründen handelte es sich um ein Grillfest, nicht um eine Einweihungsparty. Trotzdem haben wir zwei Tage am Stück geputzt und aufgeräumt.
Zur Party selbst war es dann überraschenderweise plötzlich Sommer: Es war sonnig und warm, der Garten blühend und grün und der neue Grill ein Anziehungspunkt für unsere ca. 20 Gäste, die selbst aus Oslo gekommen waren. Cocktails und Burger fanden ebenfalls ihre Abnehmer, sodaß es ein fantastischer Abend wurde.

Jetzt wissen wir jedenfalls, daß das Haus auch partytauglich ist.

Sonntag, 12. Mai 2013

Mein Schwedengarten

Mit einem 1850 Quadratmeter großen Garten kann man eigentlich unendlich viel Zeit in Gartenarbeit investieren, ohne daß man auch nur das Unkraut in Schach halten kann oder den Rasen kurz hält. 
 
Im alten Haus waren das eigentlich so ziemlich die einzigen Prioritäten. Ein eigener Garten ist da ein bißchen was anderes. Da macht man die Arbeit ja schon für sich selbst. Außerdem rechnet sich angeblich jede Krone, die man in den Garten investiert, beim Verkauf fünffach. Beides sollte Motivation genug sein, um sich raus an die frische Luft zu begeben und die Hände schmutzig zu machen.
 
Doch gerade jetzt im Frühling gibt es unglaublich viel zutun, zumal die vorherigen Besitzer auch nicht wirklich mehr gemacht haben, als Rasenmähen. So haben wir letztes Wochenende Apfelbäume und Büsche beschnitten und Frühblüher verpflanzt. Da fällt ganz schön viel Holz an, das man ja weder in den Biomüll werfen darf, noch kompostieren kann. Wahrscheinlich läuft das auf ein Feuerchen hinaus. Dieses Wochenende war dann neben dem Balkon noch das Bezähmen der Himbeeren an der Tagesordnung. Die sollen ja auch in Reih und Glied wachsen.
Zwei Reihen Himbeeren aus den dahinter befindlichen Johannisbeerbüschen extrahiert. Vielleicht reichts ja zum Naschen.
Ach ja, zum Thema Garten als Investition und so: Mir selbst fehlt es an Zeit und Motivation, wirklich etwas Grandioses mit dem Garten anzufangen. Ich bin an sich schon zufrieden, daß das meiste der Fläche Rasen ist. Manche Leute planen da richtig mit Konzept und über Jahre hinweg, wie sie den Garten entwickeln wollen. Das zahlt sich beim Verkauf auch bestimmt aus. Mein einziges Konzept ist allerdings: mit wenig Arbeit alles in Ordnung halten. 

Dazu gehört leider trotzdem etwas Planung und etwas mehr Arbeit. Zum Beispiel ist der Kompost unseres Gartens bisher in der äußersten Ecke angesiedelt und an sich nur ein Haufen aus Ästen und gammligen Äpfeln vom letzten Herbst. Das geht so nicht, sagt sich der ordentlich deutsche Gartenbesitzer. Ein vernünftiger Kompost muß her, was die Biotonne überflüssig machen würde und so übers Jahr auch mal 445 Kronen (ca. 50 €) sparen kann, zumal der Haushaltsbiomüll die Tonne nie mehr als zu einem Viertel füllt. Nach etwas Einlesen in die Materie und viel Sägen und Schrauben haben wir jetzt einen wundervollen Kompost, ein Wunderwerk deutscher Ingenieurskunst und garantiert ordenlich rechteckig.
Alter Kompost im Hintergrund, neuer Kompost im Vordergrund. Es ist eine eindeutige Verbesserung festzustellen.

Terrasse/Balkon goes Katzenfreigehege

Ginny bei der ersten Begehung. Dabei ist das Netz noch nicht mal komplett fertig angebracht.
Unser Haus hat einen ca. 18 Quadratmeter großen und zu 2/3 überdachten Balkon auf der Ostseite, den man vom Eßzimmer aus betreten kann. Der Balkon ist also ideal, um dort morgens in der Sonne zu frühstücken oder abends im Sommer den Schatten zu genießen. Allerdings liegt er mit etwa 1,5 m über dem Erdboden zu niedrig, um unsere indoor-Raubtiere vom outdoor-Dasein abzuhalten. Nachdem ich gestern die Holzplanken geölt hatte, haben wir deshalb heute ein Katzennetz angebracht, daß unseren Monstern des Zugang zum Balkon ermöglicht, ohne daß sie abhauen.
Schnüffeln ist doch das Größte!
Endlich können jetzt auch Pflanzen und Menschen mit nach draußen. Herrlich! Und die Katzen sind begeistert. Eine ganze, große Welt der Gerüche tut sich auf. 


Fehlen eigentlich nur noch Gartenmöbel für Mensch und Tier, aber die kommen schon noch.

Samstag, 20. April 2013

Gestatten, unser Garten

Endlich, endlich! Seit vorgestern ist hier bei uns offiziell Frühling. Das heißt, die Durchschnittstemperatur liegt 7 Tage in Folge über dem Gefrierpunkt. Der Schnee im Garten ist aich schon fast weg, und vorgestern haben wir das erste Schneeglöckchen entdeckt.

Eine völlig neue Welt, einen Garten zu haben, der nicht unter einem halben Meter Schnee versteckt ist. Zwar haben wir den Garten damals im September bei der Hausbesichtigung sozusagen in seiner herbstlichen Pracht gesehen, aber seit wir am 3. Dezember eingezogen sind, lag immer Schnee.

Jetzt kann die Entdeckungsreise beginnen. Ich bin schon gespannt, was so alles zum Vorschein kommt. Natürlich geht jetzt auch die Gartenarbeit so richtig los. Heute haben wir erst einmal die ganzen Äste vom letzten Sturm eingesammelt und trockene Blumen und Laub zusammengeharkt. 

Es steht jetzt schon fest, daß wir keine Vollzeitgärtner werden wollen. Mit ein paar Beerenbüschen und unseren 5 Apfelbäumen haben wir bestimmt auch so eine Menge zutun. Ansonsten würde ich bloß noch gerne einen kleinen Kräutergarten anlegen. Ich werd mich gleich mal an die Recherche begeben, was man dafür alles beachten muß.

Donnerstag, 21. März 2013

Märzupdate

Wenn ich abends nach Hause komme, denke ich oft, ich müßte doch mal wieder was bloggen. Als nächstes denke ich, daß es eigentlich nichts Spannendes zu berichten gibt. Es passiert zwar viel, aber eben nur auf Arbeit:
  • Letzte Woche habe ich mit Kollegen einen großen Antrag auf Forschungsgelder abgeschickt. Das war ein hartes Stück Arbeit mit langen Tagen. Aber hinterher waren wir alle verdientermaßen stolz auf uns.
  • Die Zeit der Bachelor- und Masterarbeiten hat angefangen. Ich betreue und zweitbetreue 4 Bachelor- und 2 Masterstudenten. Mit den Bachelorstudenten geht es morgen ins Gelände in die Nähe von Stockholm. Das wird ein Spaß bei -8 bis max. -4°C.
  • Heute habe ich nach mehreren Monaten Arbeit unserem Vorstand einen Plan vorgelegt, wie man die Platzprobleme unseres Instituts lösen kann. Der Plan wurde angenommen. Jetzt kann die Arbeit also richtig losgehen.
Zu Hause ist dagegen kaum was los:
  • Der tolle neue und besonders teure IKEA-Herd in unserer neuen Küche ist kaputt. Wenn wir Glück haben, können wir Ostern vielleicht wieder was backen. 
  • Das Eßzimmer wird als solches genutzt, auch wenn wir noch nicht ganz fertig sind und auch noch keine Lampe an der Decke hängt.
Wie gesagt, das alles ist kaum der Rede wert. Hoffentlich ist bald Frühling.

Dienstag, 5. März 2013

Eßzimmer Stand 4. März

Das Wochenende ist wieder für Renovierungen draufgegangen, und es gibt Fortschritte zu verbuchen. Samstag haben wir fertig tapeziert und das erste mal die Decke gestrichen, was schon einen riesigen Unterschied gemacht hat.
Fertig tapeziert und die Decke ein erstes Mal gestrichen. Übrigens hat das Eßzimmer ein Nord- und ein Ostfenster, sowie eine Tür zur Küche, eine zum Wohnzimmer und eine nach draußen auf die überdachte Terrasse auf der Ostseite.
Am Sonntag haben wir die Decke dann ein zweites Mal gestrichen. Dann waren auch die Wände dran: der Großteil ist weiß geworden, aber die Ecke, wo die Panele hinkommen (die ehemals böse Ecke), und meine zukünftige Sandwand (wo ich meine Sandsammlung ausstellen will) sind grau.
Hier ein Blick auf die böse Ecke und aus dem Nordfenster auf unsere Garage.
Ein Teil meiner Sandwand und der Durchgang zum Wohnzimmer. Ach ja, es gibt übrigens noch einen Einbauschrank rechts für Gläser und einen begehbaren Einbauschrank links auf dem Bild.

Montag, 4. März 2013

3 Monate Hausbesitzer

Gestern war unser 3monatiges Hauskaufjubiläum. Noch immer sind nicht alle Räume eingeräumt. Der Keller ist voller alter Küchenteile von der Renovierung. Flur und Eßzimmer stehen noch voller Werkzeuge, und es gibt noch einiges zutun:
  • Das Eßzimmer muß fertig werden.
  • Das Arbeitszimmer braucht einen Schreibtisch mit Katzenparadies.
  • In der Küche fehlen noch Lampen unter den Hängeschränken und einige Kleinigkeiten.
  • Wir müssen noch jede Menge Müll loswerden.
  • Der Keller ist ein großes Schlachtfeld.
Aber wenigstens fühlt es sich an wie Zuhause.

Donnerstag, 28. Februar 2013

Eßzimmer: Stand 28. Februar

Man beachte den neuen Schichtenmix aus alter Tapete, Spachtelmasse, Glasfasertapete und Papiertapete. Hier fehlt noch Farbe und Panele.
So sieht das Eßzimmer momentan aus, bevor es am Wochenende weitergeht. Hier die Checkliste der erledigten Aufgaben:
  • alte Tapete runtergerissen und mit Tapenentferner entfernt, was abging
  • alten (prä-70er) Wasserschaden in der Zimmerecke zur Küche entdeckt und entschieden: wir brauchen Panele
  • gespachtelt, gespachtelt, gespachtelt (ca. 3 l Spachtelmasse)
  • geschliffen, geschliffen, geschliffen (das Haus ist immernoch voller Staub überall)
  • die alten Risse in der bösen Zimmerecke mit Glasfaser überklebt
  • die wirklich rauen und viel gespachtelten Wände, wie die böse Wand und den Schornstein mit Glasfaserfilz tapeziert
  • angefangen, die Wände mit Papiertapete zu tapezieren
Ja, das ist noch einiges zutun. Mal sehen, wo wir nach dem Wochenende stehen.

Februarupdate

Der Monat ist schon wieder rum. Wie konnte das passieren? Er hat doch gerade erst angefangen. Ja, für mich war der Februar ein ganz schön voller Monat. Dienstreisen nach Oslo und Knivsta, 24 Stunden Unterricht, meine administrativen Pflichten... Irgendwie blieb da wenig Zeit für Privatleben. Trotzdem habe ich mich durchgesetzt, und wir haben angefangen, das Eßzimmer zu renovieren. Die letzten 2 Wochenenden sowie einige Abende sind schon dafür draufgegangen. Dieses Wochenende steht auch wieder im Zeichen des Renovierens. Ich mache mir keine Illusionen, daß das Eßzimmer wirklich fertig wird, aber es wäre doch schön, einem Ende näherzukommen.

Hier auf jeden Fall mal ein Eindruck von den Anfängen der "archäologischen Ausgrabung" im Eßzimmer:

Montag, 21. Januar 2013

Positives übers Umziehen

Beim Rumsurfen habe ich neulich diese Seite entdeckt, die - man lese und staune - die positiven Seiten des Umziehens diskutiert. Ich persönlich verliere ja beim Umziehen meinen ansonsten unzerstörbaren Optimismus und wünsche mir jedes Mal danach, nie wieder umziehen zu müssen. Aber vielleicht kann ich mich ja mit den "positiven Sseiten des Umziehens" umstimmen - nicht daß ich in nächster Zeit irgendwohin ziehen wollen würde!

Also hier die Punkte und meine persönliche Erfahrung bei diesem Umzug:
  1. Organisation - in einem neuen Zuhause kann man alles von Anfang an neu organisieren: Ja, das stimmt wohl zumindest im Prinzip. Im neuen Haus habe ich zum Beispiel ein Näh- und Bastelzimmer, sodaß meine Bastelaktionen nicht mehr im Wohnzimmer oder am Küchentisch stattfinden und all mein Material in einem Regal Platz gefunden hat. Außerdem sind die Bücher jetzt an logischeren Stellen verteilt: Kochbücher in der Küche, Reiseführer und Bildbände im Wohnzimmer und Fotohobbybücher zum Beispiel im zukünftigen Arbeitszimmer.
  2. Das Wiederfinden lang verschollener Dinge: Spontan fällt mir nur meine Regenhose ein, die ich vor 2 Jahren für immer verloren geglaubt habe, und die doch tatsächlich in meiner Komode war. Also hab ich jetzt eben zwei Regenhosen. Aber es sind bestimmt noch andere Dinge wieder aufgetaucht, die mir jetzt nicht einfallen.
  3. Alles ist sauber: Nun ja, noch ist nicht alles sauber. Dafür gibt es noch zu viele Baustellen. Aber die Motivation, meine neue Küche, das tolle Bad und das gemütliche Wohnzimmer zu putzen sind erheblich höher als im alten Haus. Früher oder später wird also alles hoffentlich sauber sein.
  4. Ein Neuanfang: OK, das neue Haus ist nur 2 km vom alten entfernt, aber trotzdem sind wir in eine neue Umgebung und sozusagen ein neues Umfeld gezogen, denn vorher haben wir sozusagen im Wald gewohnt. Es gab eigentlich außer der Kirche nichts. Wir hatten eigentlich nichts mit unseren Nachbarn zutun. Jetzt wohnen wir im Zentrum des richtigen Dorfes und können von den Annehmlichkeiten der Zivilisation profitieren und vielleicht sogar ein paar Nachbarn kennenlernen.
  5. Zeit zum Ausmisten: Ja, ein Umzug ist eine perfekte Gelegenheit zum Aussortieren und Wegwerfen. Wenn man allerdings nur einen Katzensprung weit wegzieht, kommt dieser Aspekt ein bißchen zu kurz. Ich hab lediglich ein paar alte Klamotten aussortiert, die ich aber noch in die Altkleidersammlung geben muß.
  6. Zeit für ein Upgrade: Wenn der Umzug eines gebracht hat, dann ein Upgrade: größeres, schöneres Haus mit bequemerer Heizung, neuem Bad und jetzt auch neuer Küche!
Vielleicht kann ich dem Umziehen ja doch noch was abgewinnen... aber erst einmal nur für diesen Umzug und für die nächsten paar Jahre.