Freitag, 28. Februar 2014

Ruhm und Ehre und Wissenschaft - Teil 2

Nachdem ich mich nun ausführlich darüber ausgelassen habe, warum es Wissenschaftlern nicht um Ruhm und Ehre geht, möchte ich auf zwei Dinge zu sprechen kommen, die unter Wissenschaftlern doch so etwas wie Ruhm und Ehre mit sich bringen, oder besser gesagt Prestige: Forschungsgelder und das Veröffentlichen von Artikeln in bestimmten Zeitschriften.

Vor längerer Zeit hatte ich ja bereits erklärt, daß man als Wissenschaftler immer erst Geld für die eigene Forschung und oft auch für die eigene Stelle auftreiben muß, indem man Anträge auf Förderung schreibt. Es gibt verschiedene nationale und internationale Stiftungen und Forschungsgemeinschaften, die Gelder vergeben. Wenn man dann tatsächlich Förderung von einem der großen Forschungsfinanzierer bekommt, dann bedeutet das so etwas wie eine Kombination aus Lottogewinn, Goldmedallie und Bundesverdienstkreuz, wobei der Arbeitsaufwand in etwa mit dem für eine Goldmedallie vergleichbar ist. Einer von diesen Forschungsfinanzierern ist der Europäische Forschungsrat, und derzeit schreibe ich gerade einen Antrag für Forschungsgelder dorthin. Die Chancen sind extrem gering, und falls man bei der Beurteilung nicht Höchstnoten bekommt, wird man für ein oder zwei Jahre für weitere Anträge gesperrt, und dann ist man womöglich zu alt für diese Art der Förderung. Sehr riskant also die ganze Sache, aber falls man Erfolg hat, Lottogewinn/ Goldmedallie/Bundesverdienstkreuz.

Die zweite Art, in der Wissenschaft zu Prestige zu kommen, ist, in Zeitschriften wie Nature oder Science zu veröffentlichen. Die lehnen schonmal mehr als 99% aller eingereichten Manuskripte ab, ohne sie auch nur begutachten zu lassen. Wenn man doch durchkommt, bekommt man zwar nicht direkt Geld, aber es kann durchaus die Karriere verändern. Auf jeden Fall hat man bessere Chancen auf Jobs, Beförderungen, Forschungsförderung usw. Seit einigen Jahren gibt Nature außerdem eine Reihe von spezialisierteren Zeitschriften heraus, zum Beispiel Nature Physics oder Nature Geoscience. Auch wenn diese Zeitschriften natürlich nicht ganz an der Spitze stehen, so bringt es doch eine Menge Prestige mit sich, dort zu veröffentlichen, weil sie oftmals ein Vielfaches des Impakts normaler Zeitschriften haben. Wir haben diesen Monat übrigens einen Artikel in Nature Commnications veröffentlicht. Mal sehen, als wie karriereverändernd sich das noch herausstellen wird. Ohne diesen Artikel hätte ich bei meinem oben erwähnten Antrag jedenfalls kaum eine Chance.

Samstag, 22. Februar 2014

Ruhm und Ehre und Wissenschaft - Teil 1

Wissenschaftler (und wir reden hier von denen, die in der Grundlagenforschung, also der nicht angewandten Forschung tätig sind) werden in aller erster Linie von einer Sache angetrieben: Neugier. Sie sind an ihrem persönlichen Forschungsgebiet interessiert und gehen darin auf, immer neue, unbekannte Details zu entdecken. Denn das ist der Kern der Wissenschaft: mit jeder Antwort auf eine Frage ergeben sich immer wieder neue Fragen. Forschung hat also nie ein Ende. Den meisten wird das wohl ziemlich frustrierend vorkommen, nicht jedoch Wissenschaftlern. Für sie ist jede Antwort nur ein weiterer Schritt zu besserem Verständnis ihres Forschungsbereichs.

Der kritischen Leser wird aufgefallen sein, daß ich nicht einmal den gesellschaftlichen Nutzen der Forschung als Motivation genannt habe. Das liegt daran, daß sich kein Wissenschaftler anmaßen würde, jemals zu behaupten, daß seine Forschung DIE Antwort bringen wird. Zum Beispiel würde kein seriöser Wissenschaftler jemals sagen: Ich habe Krebs geheilt. Oder: Ich kann Erdbeben vorhersagen. Wer so etwas sagt, kann kein ernstzunehmender Wissenschaftler sein. Stattdessen wird man maximal hören: Meine Forsching trägt dazu bei, daß man vielleicht irgendwann Erdbeben vorhersagen kann. Und so sind die großen weltverbessernden Ziele für den Wissenschaftler nur dann von Belang, wenn er seine Forschung der Öffentlichkeit erklärt oder wenn er Forschungsgelder beantragt.

Bescheidenheit ist also Teil des Ehrenkodex eines Wissenschaftlers, wenn man das so sehen will. Man hat ja auch seinen Ruf gegenüber Kollegen zu wahren, die in der Praxis die Arbeit des anderen begutachten. Deshalb ist das Thema Ruhm und Ehre für Wissenschaftler schwierig.

Dieser Eintrag war erst mal Teil 1 zum Thema. Ich mußte erst einmal ein bißchen Hintergrundphilosophie zur Verfügung stellen, bevor es dann in Teil 2 um das konkrete Beispiel geht.

Katzenfernseher a.k.a. Vogelhäuschen

Im Herbst hatte ich ja in einer kreativen Phase ein Vogelhäuschen gebaut und es so angebracht, daß es die Katzen vom Balkon und vom Wohnzimmerfenster aus beobachten können. Jetzt kommen endlich auch mal ein paar Fotos vom Vogelhäuschen im Einsatz. Die primäre Funktion als Katzenunterhaltung ist ebenso gegeben wie der sekundäre Einsatzbereich der Meisenernährung.

Sonntag, 16. Februar 2014

Hej då Octavia! Hej hej Octavia!

Heute haben wir unser altes Auto gegen ein neues eingetauscht. Nun ja, nicht wirklich getauscht und nicht wirklich neu. Der Neue ist auch ein Octavia. Aber natürlich jünger, von 2008, und mit nur 68000 km. Gekauft haben wir ihn in Västerås, eine Stunde Fahrt von hier, von einem Gebrauchtwagenhändler, der unseren alten in Zahlung genommen hat. Der Händler hat auch gleich Ummeldung und Versicherung für uns geregelt. Das Kennzeichen behalten Autos in Schweden ja ihr Leben lang. Also war der Autotausch ziemlich einfach. Ist aber schon ein bisschen komisch, daß jetzt kein blaues Auto mehr vorm Haus steht, sondern ein graues. Und ein bisschen wehmütig wird einem auch. Gleichzeitig ist es aber auch schön, ein neues Auto zu haben.

Geologischer Kuchen 2.0

Vor einem Jahr habe ich das erste Mal für die Studenten in meinem Kartenanalysekurs einen Kuchen gebacken, um ihrem dreidimensionalen Denken auf die Sprünge zu helfen. Damals war der Kuchen der Abschluss des Kurses. Doch diesmal habe ich einen deutlich verbesserten Kuchen am dritten Tag mitgebracht und ihn gezielt benutzt, um Blockmodelle, Quer-, Parallel- und Schrägprofile zu erklären. Der Kuchen ist wie letztes Jahr auch schon sehr gut angekommen.  Die Klasse dieses Jahr ist aber wesentlich motivierter, sodass es noch mehr Spaß gemacht hat. Und ich glaube, der Kuchen hat den Studenten wirklich geholfen, dreidimensional zu denken. Nächstes Jahr gibt es auf jeden Fall wieder Kuchen. Und ich gebe mir Mühe, daß er noch geologischer wird.

P.S. Dieses Jahr habe ich Fertigbackmischungen für Zucker- und Zitronenkuchen für den Teig benutzt, den ich dann in Etappen mit Lebensmittelfarbe, Kakao und Safran eingefärbt und auf einem Backblech gebacken habe. Jede Kuchenlage habe ich dann abkühlen lassen und dann mit Nutella zusammengeklebt.

Sonntag, 9. Februar 2014

Skiwochenende in Norwegen

Eine Sportart, die ich erst in Schweden för mich entdeckt habe, ist das Skilanglaufen. Bei unserer flachen Landschaft und den normalerweise großen Schneemengen ist Langlauf nun mal eine gute Möglichkeit im Winter etwas raus zu kommen und sich zu bewegen.
Einer der Berge auf der Skitour, vor denen ich kapituliert habe.
Letztes Wochenende waren wir dann das erste Mal außerhalb Schwedens skilaufen. Unsere Freunde aus Stavanger hatten uns für ein Wochenende eingeladen, weil sie zufällig gerade die Firmenskihütte zur Verfügung hatten. Die Hütte (eigentlich ein Apartment) liegt im südnorwegischen Sinnes Skigebiet in den Bergen und bietet eine gute Auswahl an Loipen und auch Abfahrtspisten.

Mir waren ehrlich gesagt schon die Langlaufloipen bergig genug. Da ich hier in Schweden nie Hügel habe, auf denen ich das Runterfahren üben kann, war die Strecke, die wir uns für den Samstag ausgesucht haben, schon eine ziemliche Herausforderung. Ich hab mir bei meinem ersten Sturz auch das Knie verdreht, was wirklich nicht schön war. Das Wetter hat sich mit Windstärken von 12 m/s auch eher von seiner unfreundlichen Seite gezeigt. Trotzdem war unsere 13 km Tour am Samstag toll, zumal es danach in der Hütte einen warmen Kamin, Sauna und leckeren aus Deutschland importierten Glühwein gab.
Auf der Rückfahrt an die Küste aus dem Autofenster.
Der Sonntag war leider warm und naß, sodaß wir uns wieder auf den Rückweg nach Stavanger gemacht haben. Da waren wir sogar noch am Strand spazieren. Das ist ein echter Vorteil von Norwegen: man hat sowohl die Berge als auch das Meer immer in der Nähe. Nur das Wetter ist bei uns normalerweise besser, wenn es hier auch seit einer Woche taut. Da hat sich das Skifahren in Norwegen doch echt mal gelohnt, falls es jetzt echt vorbei sein sollte mit dem Schnee.