Mittwoch, 31. Juli 2013

Abenteuergeschichte für meine Nichte



Hier etwas, das bestimmt meiner zweijährigen Nichte gefällt (Grüße an Chrilu):
 
Gestern Abend im Bett hörten wir seltsame Geräusche vom Dachboden über uns. Es war schon fast dunkel und ich kletterte ganz vorsichtig die Leiter nach oben. Oben war es ganz, ganz dunkel. Also leuchtete ich mit der Lampe von meinem Handy herum. Und tatsächlich hing da an einem der Dachbalken etwas kleines Flatterndes. Ich dachte natürlich: Ah, eine Fledermaus! Aber wie kommt die auf unseren Dachboden?  Die muß wieder raus in die Freiheit. 
 
Also haben wir uns Handschuhe und ein altes T-Shirt geholt und sind beide auf den Dachboden geklettert. Sofort flatterte die vermeintliche Fledermaus davon zum hinteren kleinen Fensterchen. Als ich mit der Lampe dorthin leuchtete, saßen da gleich zwei Fledermäuse. Allerdings zeigten ihre Köpfe nicht nach unten. Das waren also gar keine Fledermäuse, sondern Vögelchen, die auf den zweiten Blick aussahen wie Schwalben. 
 
Als wir näher kamen, blieben sie seltsamerweise einfach am Fensterrahmen sitzen. Wie waren sie nur reingekommen? Das Fensterchen geht nämlich gar nicht aufzumachen. So wie es aussah waren die beiden schon ein Weilchen hier und ziemlich schwach. Bei einem Flugversuch kam einer der beiden gar nicht weit,  sondern landete gleich auf der Hand.
 
Mittlerweile waren auch die Katzen neugierig geworden, und die Ginny stand schon mit drei Beinen auf dem Dachboden, während Leon hinter ihr auf der Leiter wartete. Nun passen Vögel und Katzen gar nicht zusammen. Deshalb mußte ich Ginny und Leon gleich wieder runterscheuchen.
 
Dann konnte die Rettung der Vögelchen endlich losgehen. Vorsichtig wurde erstmal der eine in das T-Shirt gewickelt. Dann hab ich das Vogelpäckchen nach unten ins Gästezimmer getragen und das Vögelchen wieder ausgewickelt. Zum Glück war er kräftig genug, um durch das Fenster in die Freiheit zu fliegen. Auch das andere Vögelchen haben wir so freigelassen, aber erst mußten wir noch ein Foto machen.
Übrigens haben wir dann hinterher rausgefunden, daß es gar keine Schwalben waren, sondern Mauersegler. Das sind schon echt schöne Vögel.

Besuch vom Discovery Channel

Die letzten zwei Tage auf Arbeit waren im wahrsten Sinne des Wortes ein Ausnahmezustand. Ein Team von Discovery Channel Kanada hat uns besucht, um einen Beitrag für eine Dokumentation über Vulkanausbrüche zu drehen. Entgegen meiner früheren Erfahrungen mit Kamerateams war es dieses Mal eher spannend und lustig. Also falls Ihr zufällig Ende August kanadisches Fernsehen guckt, könnt Ihr mich ja vielleicht im Hintergrund entdecken.

Sonntag, 28. Juli 2013

Exkursion zu Skandinaviens Rückgrat

Norwegen und Schweden teilen sich ein gemeinsames Gebirge, das sich die gesamte skandinavische Halbinsel entlang zieht, die sogenannten Skanden. Sie sind der Rest eines Gebirges, das vor 440 Millionen Jahren Nordamerika, Nordeuropa, Großbritannien und Grönland verbandt und kaledonisches Gebirge oder Kaledoniden genannt wird. Letzte Woche durften wir an einer Exkursion teilnehmen, die einmal quer durch die skandinavischen Kaledoniden führte. Aus Zeitmangel haben wir uns zwar nur den schwedischen Teil anschauen können, aber es war trotzdem sehr spannend.
 
Unter anderem ging es zu Skandinaviens größtem Meteoritenkrater, dann zu Europas ältestem Meteoritenkrater, zu Ozeangesteinen, die 100 km tief im Erdmantel versunken waren, dann wieder aufgetaucht und 400 km über die darunterliegenden Gesteine geschoben wurden
Wasserfall am Rande des Siljan-Meteoritenkraters, den man sogar aus dem Weltraum sehen kann (siehe Ortsangabe).
Aussicht auf den See Storsjön, an dessen südlichem Ende Europas ältester Meteoritenkrater liegt.
Die steinzeitlichen Felszeichnungen von Gösa wurden zufällig genau auf der Überschiebungsbahn einer Gesteinsdecke gemalt. Ob die Steinzeitleute das wohl gewußt haben? 
Auf dem Gipfel des Åreskutan, Schwedens Nummer 1 Skigebiets. Was heute 1470 m hoch ist, war mal 100 km tief im Erdmantel versunken.
Hier ist der Beweis: Katzen gab es schon vor mehr als 400 Millionen Jahren.

Mittwoch, 17. Juli 2013

Sommerschweden

Wenn man mich fragt, was das Leben in Schweden am meisten bestimmt, so würde ich sagen: die Jahreszeiten. Natürlich hat auch Deutschland recht ausgeprägte Jahreszeiten. Das sollte ich in den 27 Jahren, die ich in Deutschland gelebt habe, mitbekommen haben. Doch der Unterschied zwischen Sommer und Winter ist hier in Schweden wesentlich krasser und eben so extrem, daß Schweden im Winter tatsächlich eine vollständig andere Welt ist als Schweden im Sommer.
Letzten Freitag beim Grillen mit Freunden am Mälaren.
Die Schweden selbst haben deshalb sogar eine eigene Bezeichnung für ihr Land im Sommer: sommarsverige (Sommerschweden), und dieses Wort beschreibt neben dem Wetter, der Vegetation und der Länge der Tage auch die Kultur, Ernährung, Verhalten und den Tagesablauf.

Ich habe ja bereits des Öfteren darüber berichtet, daß Schweden im Sommer so ziemlich lahmliegt, und das betrifft jeden Bereich des Lebens von der Arbeit bis zu Dienstleistungen. Selbst die Post trägt manche Wochen nur jeden zweiten Tag Briefe aus. Man sollte es einfach vergessen, irgendetwas repariert oder bearbeitet zu bekommen. Das führt nur zu Frust. Stattdessen muß man sich einfach auf einen sehr viel langsameren Takt des Alltagslebens einstellen, wenn man wie wir nicht 6 Wochen lang im Urlaub ist.

Nach fast 4 Jahren hier fange ich auch langsam an, die Schweden in ihrer Einstellung zum Sommer zu verstehen. Der Winter ist hier einfach die längste Jahreszeit. Nicht selten liegt 6 Monate lang Schnee. Dann gibt es jeweils Monate vor und nach dem Winter, in denen es noch oder schon zu kalt ist für die Vegetation, was letztendlich Mai bis September übrig läßt für Aktivitäten im Grünen und Mitte Juni bis Ende August für die Chance auf richtigen Sommer. Insofern kann ich die Sommersehnsucht und das Gefühl, der Sommer wäre zu kurz, sehr gut verstehen.

Hinzukommt die mentale Blockade, die alles betrifft, was mit Sommer zutun hat. Als Schwede hat man die Pflicht, den Sommer in vollen Zügen zu genießen, was beinhaltet, sich in sein Sommerhaus im Wald oder an der Küste zurückzuziehen, möglichst viel Sonne abzubekommen und mit den Kindern die 2monatigen Sommerferien zu genießen. 2 Wochen Urlaub, was bei uns schon viel ist, werden von meinen schwedischen Kollegen nicht mal ernstgenommen. 4 bis 6 Wochen sind normal. Diese totale Verweigerung der Wirklichkeit führt bei uns auf Arbeit dazu, daß nur noch Einwanderer in ihren Büros sitzen und zur Mittagspause alle zusammen aus allen Abteilungen an einen Tisch im Innenhof passen. Das ist mitunter sehr gemütlich und lustig. Letzten Freitag hatten wir uns mit drei Freunden zum Grillen am See verabredet. Letztendlich waren wir dann aber um die 20 sozial vernachlässigte Einwanderer, die sich zu einer spontanen Grillparty zusammenfanden :-)

Nun ja, man muß sommarsverige hinnehmen und das Beste daraus machen!

Sonntag, 14. Juli 2013

Bastelprojekt Vogelfütterstation


In einem Anflug von Kreativität habe ich gestern eine Vogelfütterstation für den Balkon und die  Unterhaltung der Katzen im Winter gebastelt. Die Idee habe ich beim ziellosen Surfen im Internet gefunden. Ein paar Holzreste, etwas Schnur, ein Korken und eine Flasche, sowie ein bißchen  Sägen, Bohren und Schrauben... Fertig ist die Fütterstation.

P.S.: Dies war übrigens mein 500. Post. Happy blogging, my Geoverse!

Mittwoch, 3. Juli 2013

Sommerurlaub Teil 4: Fischsaison beendet

Mit diesem Fang ist die Fischsaison für diesen Urlaub beendet. Heute war es nochmal eine richtig gute Ausbeute: 2 Steinbeißer und einiges an großen Dorschen und Seelachsen.

Auf dem Foto sieht man den Fang des letzten Mitternachssonnenangelns. Nach dem Abendessen sind wir rausgefahren. Jetzt ist es gerade 3, und wir sind mit Filettieren fertig und müssen noch die Filets einschweißen und einfrieren. Dann gehts endlich ins Bett. Man muß dazu sagen, daß man hier aufgrund der Mitternachtssonne ganz schnell den normalen Tag- und Nachtrhythmus verliert.

Trotzdem gute Nacht!