Nachdem ich vor etwa einem Jahr mit Studenten aus Franfurt und dem finnländischen Turku auf Exkursion auf den Ålandinseln war, hat mich ein Ort, den ich damals gesehen habe, nicht mehr losgelassen: eine Stelle an der Küste der kleinen Insel Åva, die im Prinzip genau das zeigt, was ich in den letzten Jahren untersucht habe. Nachdem ich meinen Chef überredet hatte, mir die ganze Sache zu finanzieren, war ich diese Woche für ein paar Tage dort, um alles in Ruhe und im Detail zu untersuchen.
Leider ist es trotz einer lächerlichen Luftliniendistanz von 220 km benötigt man einen ganzen Tag, um an diesen wunderbaren Ort zu kommen:
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| Der Åva-Ringkomplex macht seinem Namen, wie man sieht, alle Ehre. |
Man muß insgesamt mindestens drei Fährverbindungen in Kauf nehmen, die sich leider nicht gerade logistisch lückenlos aufeinander abstimmen lassen. So hat man auf der Hin- und Rückfahrt einige Stunden zu überbrücken, zum Beispiel mit Sightseeing:
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| Das Schloß Kastellholm aus der Zeit Gustaf Vasas, der auch das Schiff Vasa bauen lies. |
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| Freilichtmuseum Jan Karls Gården, eine größere Version von Disa Gården in Uppsala. |
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| Die Festung Bomarsund, die im 19. Jahrhundert gesprengt wurde. |
Doch kommen wir zurück zum eigentlichen Gegenstand dieser Reise: Geologie. Der Aufschluß (ein Ort, an dem die Gesteine des Untergrundes zu Tage treten), den ich untersucht habe, befand sich an der Küste der Insel Åva und sieht so aus:
Wir sehen also dunkle Brocken in rotem Gestein, in Kombination äußerst interessant für mich, da es sich hier um das Dach einer erkalteten, 1,8 Milliarden Jahre alten Magmakammer handelt. Die Arbeit im Gelände umfaßte ein mühsames Sichdurchsgebüschundüberhügelkämpfen, bis man an der Küste ankam, und dann neben Beobachtungen und Messungen, das akribische Aufnehmen des Aufschlusses. Während das früher alles per Hand skizziert wurde, ist es für die digitale Auswertung zu Hause heute notwendig, alles zu fotografieren. Und zwar nicht irgendwie, sondern systematisch und gerastert. Dazu muß man mit Kreide ein Gitter auf die Oberfläche des Aufschlusses machen. Das ist leider sehr zeitaufwändig und erfordert ständiges Hinknien und wieder aufstehen. Bei 700 Quadratmetern, die wir kartiert haben, sind das bestimmt über 1000 Kniebeuge. Und genauso hat es sich auch angefühlt. Meine Güte, hatte ich Muskelkater!!!
Da bleibt einem abends nicht mehr viel Energie, um noch die Landschaft zu genießen oder zu angeln (beides haben wir gemacht).







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