Freitag, 31. Dezember 2010

2010 - der große Jahresrückblick

Wann, wenn nicht heute, ist die Zeit, einen kleinen Rückblick zu bloggen. Also auf geht's:

Januar
  • Silvester mit unserem Besuch aus Göttingen bei Freunden hier in Uppsala, ein würdiger Start.
  • Wintersport im schwedischen Winter.
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
  • Sommerzeit, Gartenzeit.
  • Besuch aus Basel.
  • Besuch aus Martfeld.
August
September
Oktober
November
Dezember
So, das war mein Jahr. Mit sera und hiergiltdiestfu kann ich da natürlich nicht mithalten, aber es war ein gutes, ruhiges Jahr - genau das, was ich mir gewünscht habe.

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Weihnachten in Deutschland - Bäuerchen, Bahnfahren & Bauchschmerzen

Weihnachten ist vorüber für dieses Jahr, und es war im Guten wie im Schlechten mal eine ganz neue Erfahrung.
Doch beginnen wir am Anfang. Am 21. gings mit einem Billigflug nach Berlin und zwar vom Flughafen Skavsta 100 km südwestlich von Stockholm und 170 km südlich von uns. Leider ging der Flug schon um 6:30, was eine schlaflose Nacht und eine Fahrt durch die verschneite, schwedische Pampa erforderte. Doch trotz einer halben Stunde Verspätung wegen erforderlicher Flugzeugenteisung war der Flug in Ordnung. Immerhin kann man bei dem Flugchaos in Deutschland dankbar sein, daß das Flugzeug überhaupt flog. In Berlin stellte dann die Fahrt mit der S-Bahn zum Bahnhof die erste echte Hürde dar. Zum Glück hatte ich einen großen Zeitpuffer bis zu meinem Zug, den habe ich aber dank Wartezeiten, Ausfällen und Zwangsumsteigen bis auf etwa 5 Minuten aufgebraucht. Da war ich dann glücklich, daß mein Zug nach Dresden pünktlich, warm und nicht mal besonders voll war. Zwischenfallsfreies Reisen ist schon was!

Dann kam der allerbeste Teil meines Weihnachtsurlaubs: 3,5 ganze Tage bei der Familie meiner Schwester, wo ich meine 2,5 Wochen alte Nichte kennenlernen durfte. Sie ist das süßeste und liebste Baby der Welt! Nicht nur ist sie sehr hübsch, sondern sie hat auch schon richtig Persönlichkeit, meistens großen Durst und ein noch größeres Kuschelbedürfnis. Die Tage vergingen wie in einer Zeitblase: man richtet seinen Rythmus voll am Baby aus und kriegt von der Außenwelt nichts mit. Auf jeden Fall verstehe ich jetzt, warum Leute mit Kindern kein anderes Thema kennen als ihre Kinder.
Stolze Tante mit schlafender Nichte. Das Copyright für dieses Foto und das Kind liegt bei Sera und hiergiltdiestfu.

Leider ging die Zeit inklusive Heiligabend viel zu schnell vorbei, und weiter gings mit der Bahn zu Eltern und Großeltern. Mal abgesehen davon, daß alle drei meiner Züge etwas Verspätung hatten, in dem einen nur zwei Wagons beheizt waren und ich beim Aussteigen die Tür nicht aufbekommen und deshalb 15 km weiterfahren mußte, war es doch noch erträglich, immerhin gings ja zum Gänsebraten und zur Familie. Abends gings dann zum alljährlichen Treffen mit meinen Schulfreunden in unsere Stammkneipe. Das war wie jedes Jahr toll, zumal ich einige von ihnen gut 1,5 Jahre nicht gesehen hatte.

Nun zum negativen Teil des Weihnachtsurlaubs. Leider habe ich seit dem 24. eine misteriöse Magen-Darm-Geschichte mit Bauchschmerzen und allem anderen, was so dazugehört, sodaß ich am Sonntag arg daran gezweifelt habe, daß ich meine Heimreise antreten konnte. Doch trotz allem habe ich mich dann am Nachmittag auf den Weg nach Berlin gemacht, wo ich in der Wohnung eines verreisten Bekannten übernachten wollte, bevor mein Flug am Montag früh zurück nach Schweden gehen sollte. Bis nach Halle war der Zug auch pünktlich und geheizt und auch der ICE hatte nur 15 Minuten Verspätung. Da konnte ich  trotz Bauchschmerzen verkraften, daß ich keinen Sitzplatz hatte und im kalten Einstiegsbereich stehen mußte. Doch hinter Bitterfeld begann die ganze Sache schiefzugehen. Wegen einer Weichenstörung stand der Zug 60 Minuten mitten in der Pampa. Erst dann entschied man sich, zurück nach Bitterfeld zu fahren, um auf einem anderen Gleis nach Berlin weiterzufahren. Dort kamen wir mit 85 Minuten an. Die Kollegin meines Bekannten war nach langem Warten mit dem Schlüssel der Wohnung zurück nach Potsdam gefahren und ich hatte einfach nicht die Kraft, noch dorthin zu fahren, um mir den Schlüssel zu holen, zurückzufahren und dann die Wohnung meines Bekannten zu suchen. Ist echt blöd gelaufen, aber ich war einfach nur krank und fertig. Deshalb habe ich mich einfach in den Flughafen-Express gesetzt und habe am Flughafen übernachtet. Mal abgesehen davon, daß ich für solche Aktionen eindeutig zu alt bin, habe ich immerhin fast 5 Stunden geschlafen und war am nächsten Morgen wenigstens gleich am Check-in.

Der Flug, sowie der anschließende Bus nach und der Zug von Stockholm waren pünktlich (oh Wunder!). Wenn man übermüdet ist, kann man auch eine Menge Zeit mit Schlafen überbrücken. Dann war ich einfach nur froh, zu Hause zu sein. Da erholt es sich doch am besten.

Das war also Weihnachten. Außer meiner Schwester, die die gleiche blöde Magen-Darm-Geschichte hatte, bin ich wohl die einzige, die über Weihnachten 2 kg abgenommen hat. Das war so nicht geplant.

Montag, 20. Dezember 2010

God Jul!

Ohne weitere Worte, aber mit lieben Grüßen.

P.S. Das Motiv habe ich am Fenster unserer "Bibliothek" fotografiert.

Sonntag, 19. Dezember 2010

Schnee Schnee Schnee

Wie im restlichen Europa auch gibt es hier wettertechnisch seit Tagen nichts anderes als Schnee. Doch anders als im restlichen Europa läßt es sich hier durchaus damit aushalten. Der Winterdienst funktioniert. Die Hauptstraßen sind stets freigeräumt, und die Nebenstraßen werden so geräumt, daß man auf einer festen Schneedecke fahren kann.


Für uns besteht das Problem eher im Freihalten des Fahrwegs von der Straße um das Haus herum zur Garage. Wenn wir mit dem Auto irgendwohin wollen, müssen wir schneeschieben. Doch da auf Arbeit momentan ohnehin nicht viel los ist, haben wir uns ab Donnerstag kurzerhand für Heimarbeit entschieden und uns einschneien lassen. Immerhin war der Kühlschrank voll und die Arbeit auf der transportablen Festplatte gespeichert.

Samstag haben wir uns dann das erste Mal mit Skiern zum Einkaufen ins Dorf begeben, und da man zwar auf der Straße skifahren kann, es im Wald aber viel schöner ist, ging es durch den Wald ins Dorf zum kleinen Einkaufsmarkt. Die gemessene Schneehöhe betrug auf dem Feld und im Wald übrigens kanpp über 40 cm.
Zur Mittagszeit unterwegs zum Einkaufen im Dorf.
Leider kann man sich auf diese Weise jedoch nicht für immer vor der Realität verstecken. Morgen geht es noch ein letztes Mal zur Arbeit, zum Einkaufen und kurz in die Stadt... und dann natürlich morgen Nacht zum Flughafen. Deshalb haben wir gerade in 1,5 Stunden wenigstens eine Seite des Fahrwegs freigeschippt. Laut Wetterbericht sollte nämlich für heute der Großteil des Schnees gefallen sein. Durch starken Wind war der Schnee etwas verdriftet, sodaß sich seit Donnerstag schon wieder zwischen 20 und 50 cm angesammelt hatten. Nun liegen die zumindest auf einer Hälfte des Fahrwegs auf mittlerweile über 1 m hohen Schneebergen am Rand. Ich bin fix und fertig und hoffe, daß Schneeschippen mein größtes Problem war, wenn ich am Dienstag hoffentlich ganz nach Plan in Dresden ankomme. Also Dauem drücken!
Zu dem Zeitpunkt lag noch mehr als eine Stunde schippen vor uns.

Montag, 13. Dezember 2010

Lucia

Heute ist Lucia, das Lichterfest in Schweden. Hier auf Arbeit gab es zu diesem Anlaß eine Darbietung eines Studentenchores gefolgt von Kaffee, lussebullar, pepparkakor und glögg für Stundenten und Angestellte. Normalerweise sind Luciafeierlichkeiten vor Sonnenaufgang. Aber da die meisten Wissenschaftler erst gegen 9 anfangen zu arbeiten, wurde das ganze eben in einen andunkelbaren Raum verlegt. Schön haben sie gesungen. 
 
Das fällt dann natürlich auch alles unter arbetsglädje (Arbeitsfreude), dem Bestreben, daß sich Angestellte wohlfühlen. Dieses Jahr gab es übrigens für alle Angestellten ein Weihnachtsgeschenk in Form eines Universalgutscheins. Wenn das nicht froh macht!
 
Die Hintergründe zum Lucia-Fest gibt es im Eintrag des letzten Jahres zu lesen.
 
P.S. Happy Namenstag, kleine Nichte.

Sonntag, 12. Dezember 2010

Start der Wintersportsaison

Zwar ist der Winter schon seit mehr als einem Monat nach Mittelschweden gekommen, doch endlich können wir ihn auch richtig genießen. Die Skier frisch gewachst, ging es heute auf Tour um unseren bevorzugten Bade-, Wander-, Beerenpflück- und Pilzsammelsee. Bei ca. -10°C und Sonnenschein und auf von Schneemobilen ausgefahrenen Spuren herrschten perfekte Bedingungen.

Nicht einmal hingefallen heute :-)

Die Mittagssonne steht so hoch, wie es momentan nur geht. Hinter den Bäumen blinkt sie auf dem zugefrorenen See.

Samstag, 11. Dezember 2010

Julbord


Jetzt kurz vor Weihnachten ist in Schweden wieder die Zeit des julbord (Weihnachtstisch) gekommen. Das bedeutet, daß man mit seinen Arbeitskollegen, in seinem Heimatort und mit seinen Vereinen etc. gemeinsam essen geht. Meine Abteilung geht jedes Jahr nach Gamla Uppsala in das Restaurant Odins Borg, ein sehr rustikales Etablisment. Wie bereits schon letztes Jahr berichtet, gibt es zu Beginn glögg (Glühwein) gefolgt von einem Buffé mit schwedischen Weihnachtsspezialitäten, die  größtenteils nicht vegetarierfreundlich sind. Völlig unschwedischerweise gibt es danach sogar Desert in Form von Kuchen, roter Grütze mit Weihnachtsgewürzen und Reisbrei.  Zu trinken gibt es julmust (Weihnachtsmost), ein Faßbrause-artiges Getränk. Yummie!

Dienstag, 7. Dezember 2010

Nichts ist mehr wie es war

Wer hätte gedacht, daß sich so vieles ändert, bevor ich wieder zurückkomme nach Schweden? Mal abgesehen davon, daß mittlerweile fast alle meine Kollegen in unseren neuen Flur umgezogen sind und eine gute Freundin hier seit Freitag ihren Doktor hat, hat sich noch eine sehr weltbewegende und lebensverändernde Sache ergeben, die ich erfahren habe, als wir gestern Vormittag auf der Fähre von Puttgarden nach Dänemark waren:

Am Sonntag, den 5. Dezember 2010, wurde meine Nichte Christina Lucia geboren! Ein 3260 g schweres und 48 cm langes Baby, auf das ich mich schon lange gefreut habe.
Das erste Foto aus der Bildergalerie des St. Josephstifts.
Herzlichen Glückwunsch zur Geburt Eurer Tochter! Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Christina! Ich freu mich schon, Dich in 2 Wochen kennenzulernen.

Montag, 6. Dezember 2010

Fossilien und andere Altlasten

Der Besuch in Göttingen ist vorbei, und es gab eine Menge Dinge, die dort zu erledigen waren. Ein Grund, warum wir gerade jetzt nach Göttingen gereist sind, war das Alumnitreffen der Geologie, das umgangssprachlich auch "Fossilientreffen" genannt wird. 189 "Fossile" waren da und haben bei deftiger Hausmannskost ausgetauscht, was denn in den letzten Jahren und Jahrzenten passiert ist. Besonders habe ich mich gefreut, daß sehr viele Leute aus meinem Semester da waren. Manche von ihnen hatte ich seit Jahren nicht gesehen, zumal meine Kommilitonen nicht nur über Deutschland, sondern auch die Schweiz und Dänemark verteilt sind. Außerdem war es natürlich auch schön, alte Kollegen in Göttingen zu besuchen.

Abgesehen vom obligatorischen Besuch bei der Familie war ein anderer wichtiger Grund, mit dem Auto nach Deutschland zu fahren, daß wir noch so einiges in unserem alten Büro stehen hatten. Und so haben wir gestern Nachmittag alles ausgeräumt und in den Skoda geladen. Nur gut, daß wir einen Kombi haben!

Und natürlich haben wir auch noch ein paar Defizite des schwedischen Lebens kompensiert, z.B. mit einer Fleischdiät und dem Erwerb von Kaffeepads, Hallorenkugeln etc. Das war wirklich echt schön, mal wieder in Deutschland zu sein.

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Gesellschaftsstudien beim Shopping

Heute war ich hier in Göttingen in der Innenstadt einkaufen. Göttingen ist zwar eine kleine Stadt, aber ich mochte schon immer die kleinen Gassen mit winzigen Läden, von denen man sich fragt, wie sie sich überhaupt halten können. Trotz Kälte und Schnee war die Stadt voller Menschen. Das Gänseliesel ist vom Weihnachtmarkt umringt, und die Leute schlürfen fröhlich Glühwein. Heute Abend hole auch ich mir meinen alljährlichen Becher und nehme eine Tasse mit der JAhreszahl 2010 drauf (übrigens dann die 10. in meiner Sammlung) mit.

Auch ich habe mich einem nostalgischen Stadtbummel ergeben, war bei meinem alten Friseur, im ein oder anderen Geschäft und hab einen Cappucchino neben der Johanniskirche getrunken. Bis auf die normale Fluktuation von Imbissen (der Trend geht eindeutig zu gesundem Slowfood und weg von Fastfood) und die Eröffnung eines großen Thalia Buchladens ist die Innenstadt noch genau so, wie ich sie in Erinnerung habe.

Als ich im Karstadt war hat mir außerdem eine alte Dame entrüstet mitgeteilt, daß sie denkt, daß die kleinen Wollknäule viel zu teuer sind. Das würde einem in Schweden, glaube ich, nicht passieren. Dort sprechen einen Fremde auf keinen Fall an.

Ein Freund von mir aus Frankreich war übrigens im Sommer hier und hat sich das Gänseliesel angeschaut, in der besten Eisdiele der Stadt (Claudio) ein Eis gegessen und dem Glockenspiel gegenüber gelauscht. Er bestätigt, daß Göttingen durchaus eine Reise wert ist.

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Im exotischen Süden

Augenblicklich befinde ich mich im warmen Süden. Warm ist natürlich relativ, denn zu Hause waren es letzte Nacht -25°C. Da ist es in Göttingen mit -9°C geradezu angenehm warm. Nach 15,5 Stunden und etwa 1300 km Autofahrt sind wir gestern Abend wohlbehalten angekommen.
 
Auf der Fahrt fallen einem dann schon mal ein paar ungewohnte Dinge auf. Zum Beispiel:
  • Je weiter man nach Süden kommt, umso aggressiver werden die Autofahrer.
  • In Deutschland kommt man nicht gerade gut mit Schneefall klar, der in Schweden eigentlich jeden kalt läßt.
  • An die Verkehrsdichte auf deutschen Autobahnen und in deutschen Städten muß man sich erst wieder gewöhnen.
  • Benzin wird nach Süden auch exorbitant teurer. In Schweden kostet der Liter 95 Oktan 12,6 SEK (ca. 1,30 €). Hier haben wir heute für 1,429 € den Liter getankt.
  • Es ist ein schönes Gefühl, wenn man in eine Stadt zurückkommt, in der man die Kassiererin erkennt, wenn man kurz in den real huscht, um eine Zahnbürste zu kaufen.
Heute ging es dann auf der alten Arbeit erstmal daran, alle alten Kollegen und Freunde zu besuchen, Neuigkeiten auszutauschen und sich darüber zu wundern, wie vertraut doch alles noch ist. Die Erkenntnis bisher: In Göttingen ist noch alles beim Alten - im Guten wie im Schlechten.