Dienstag, 30. April 2013

Grüße von der Nordseeküste

Statt Postkarte an dieser Stelle viele liebe Grüße von der deutschen Nordseeküste, wo sich über den 1. Mai eine ganze Reihe neuerdings 30jähriger Freunde von mir zum Feiern eingefunden haben. In der Schule hatte mein Klassenlehrer ja behauptet, wir hätten mit 30 keinen Kontakt mehr zueinander. Ätsch, denkste, Herr O!

Jedenfalls ist es schade, daß ich Donnerstag Nachmittag schon wieder auf Arbeit sein muß.

Samstag, 27. April 2013

Steuererklärung auf schwedisch

Es überrascht mich gerade etwas, daß ich tatsächlich noch nichts über die schwedische Steuererklärung geschrieben habe. Dabei ist sie wirklich eine der Kategorien, bei denen Schweden Deutschland echt noch was beibringen kann. Als ich noch in Deutschland lebte, war die Steuererklärung immer ein traumatisches Erlebnis, daß ich nur höchst widerwillig jedes Jahr aufs neue auf mich nahm. Ich denke, das muß ich an dieser Stelle nicht weiter erklären. Im Gegensatz dazu funktioniert die Steuererklärung in Schweden folgendermaßen:

 Mitte März bekommt man als Arbeitnehmer einen Brief vom Finanzamt/Einwohnermeldeamt. Dieser Brief enthält das Formular für die Steuererklärung (deklaration) sowie ein Heftchen mit genauen Erklärungen zu jedem Punkt im Formular. Freundlicherweise ist das Formular sogar schon ausgefüllt. Lohn, Lohnsteuer, Zinsen von Sparkonten, Altervorsorgeschnickschnack und von der Steuer absetzbare Handwerkerdienste stehen alle schon drin! Und die Summe, die man zurückbekommt, steht auch schon drunter. Wenn man zu diesem Zeitpunkt zufrieden ist, kann man das ganze abschicken. Dazu hat man folgende Möglichkeiten: SMS, Telefon, App, Brief, Internet und was weiß ich, wie noch. Falls man noch etwas ändern oder hinzufügen möchte, kann man dies natürlich online tun. Und so haben mich zwei Steuererklärungen inklusive Ausrechnen und Einfüllen meiner Fahrkosten zur Arbeit heute etwa 10 min gekostet. Manchmal ist es toll, in Schweden zu leben.

Samstag, 20. April 2013

Gestatten, unser Garten

Endlich, endlich! Seit vorgestern ist hier bei uns offiziell Frühling. Das heißt, die Durchschnittstemperatur liegt 7 Tage in Folge über dem Gefrierpunkt. Der Schnee im Garten ist aich schon fast weg, und vorgestern haben wir das erste Schneeglöckchen entdeckt.

Eine völlig neue Welt, einen Garten zu haben, der nicht unter einem halben Meter Schnee versteckt ist. Zwar haben wir den Garten damals im September bei der Hausbesichtigung sozusagen in seiner herbstlichen Pracht gesehen, aber seit wir am 3. Dezember eingezogen sind, lag immer Schnee.

Jetzt kann die Entdeckungsreise beginnen. Ich bin schon gespannt, was so alles zum Vorschein kommt. Natürlich geht jetzt auch die Gartenarbeit so richtig los. Heute haben wir erst einmal die ganzen Äste vom letzten Sturm eingesammelt und trockene Blumen und Laub zusammengeharkt. 

Es steht jetzt schon fest, daß wir keine Vollzeitgärtner werden wollen. Mit ein paar Beerenbüschen und unseren 5 Apfelbäumen haben wir bestimmt auch so eine Menge zutun. Ansonsten würde ich bloß noch gerne einen kleinen Kräutergarten anlegen. Ich werd mich gleich mal an die Recherche begeben, was man dafür alles beachten muß.

Mittwoch, 10. April 2013

Dienstreise nach Wien

alternativ könnte dieser Beitrag auch "Die 4. Dienstreise in 4 Monaten" oder auch "6 Fluege in 6 Tagen heissen."
 
Ja, es ging mal wieder auf Dienstreise, und ja, es ging mal wieder nach Wien. Das war, wenn ich mich recht entsinne, das 6. Mal, dass ich auf der EGU, der Tagung der europäischen geologischen Gesellschaft, war. Dieses Mal habe ich mir nur 3 Tage gegönnt, weil die Arbeit zu Hause sich ja leider nicht von allein erledigt. Wie letztes Jahr auch schon, hatte ich keinen Vortrag zu halten, sondern zwei Posterpräsentationen. Zudem habe ich mit drei Kollegen aus Oslo, Bruessel und Potsdam eine eigene Session mit Vorträgen und Postern organisiert und geleitet. Dieses Jahr ging das allerdings wesentlich entspannter vorstatten.
 
Ansonsten gilt bei einer solchen Tagung natuerlich "sehen und gesehen werden", sich ueber die Forschung anderer informieren, alte Freunde und Feinde treffen, sich inspirieren lassen und neue Kontakte knuepfen. Tagungen sind daher eine wichtige Sache fuer einen Forscher, aber kosten normalerweise eine Menge Energie, sodass ich ganz froh bin, dass ich dieses Jahr nur drei Tage dort war.
 
Jetzt gerade sitze ich am Flughafen in Wien und warte auf Flug Nr. 5 nach Berlin. Ach ja, 6 Fluege in 6 Tagen, wollte ich ja noch kurz erklären:
Stockholm-Köln
Köln-Dresden
Dresden-Duesseldorf
Duesseldorf-Wien
Wien-Berlin
Berlin-Stockholm
Freu ich mich auf die Katzen und das Haus und mein Bett!!!

Ein Wochenende in Dresden

Waren es wirklich schon wieder 9 Monate, seit ich das letzte Mal in Deutschland gewesen bin? Und 10 Monate, seit ich das letzte Mal meine kleine Nichte gesehen habe? Auf jeden Fall war es höchste Zeit fuer einen Besuch, wenn es auch leider nur ein kurzer war. Auf der Durchreise zur jährlichen Tagung der europäischen geowissenschaftlichen Vereinigung EGU in Wien wurde deshalb ein Wochenendstopp in Dresden eingelegt.
 
Meine Nichte ist, wenn das ueberhaupt möglich ist, noch suesser geworden. Es war so schön, sie und ihre Eltern wiederzusehen. Zum Glueck wird das nächste Wiedersehen nicht erst in 9 oder 10 Monaten stattfinden!

Montag, 1. April 2013

Påsk - Ostern auf schwedisch

Viele der schwedischen Feiertagstraditionen stammen aus dem deutschen Raum, zum Beispiel der Weihnachtsbaum. Auch die Ostertraditionen ähneln den deutschen. Doch es gibt da ein paar interessante Unterschiede, wenn es um das schwedische påsk im Vergleich zum deutschen Osterfest geht.

Hexen statt Hasen
Das Symbol des Osterhasen findet man hier höchstens in Form eines Lind-Schokoladenosterhasen. Der Hase ist als Ostersymbol eindeutig nicht so verbreitet in Schweden. Stattdessen fielen mir am Gründonnerstag die vielen als Hexe verkleideten Kinder auf, die mit Kopftuch und rot gemalten Wangen überall herumsprangen. Nach etwas Recherche habe ich herausgefunden, daß sich die Kinder als påstkärring oder Osterhexe verkleidet hatten. Angeblich gehen diese kleinen Hexen in ihrer Nachbarschaft ganz ähnlich wie beim amerikanischen Halloween von Tür zu Tür und bieten selbstgemalte Bilder gegen Süßigkeiten zum Tausch an.

Federn statt Blüten
Den typischen Anblick des deutschen Vorgartens mit blühenden Forsythienbüschen voller Plastikeier oder bemalter ausgeblasener Eierschalen sucht man in Schweden vergebens. Zum einen blüht hier noch rein gar nichts. Nicht einmal die Krokusse haben es geschafft dieses Jahr. Und statt Eierdeko sind die Spitzen der Büsche mit bunten Federn geschmückt. Was es damit auf sich hat, ist mir ein Rätsel. Als wir am Samstag bei unserem französichen Freund zum Kaffee waren, fragte ich kurzerhand seinen 9jährigen in Schweden aufgewachsenen Sohn. Der erklärte mir: Ist doch klar. Die Federn kommen von den Hühnern!
Godis, Påsköl und Påskmust
Natürlich gibt es auch in Schweden typische Spezialitäten, die es nur zu Ostern gibt. So sind zum Beispiel die Supermärkte gerade voll mit Ostersüßigkeiten: Marzipaneier, Schokoeier usw. Es gibt auch solche ungefähr straußeneigroßen bunten Pappeier aus zwei Hälften, die mit Süßigkeiten gefüllt sind. påsköl ist ein Bier und påskmust eine Art Faßbrause, die es beide nur zu Ostern gibt. Das traditionelle Osteressen ist übrigens wie in Deutschland auch Lamm.

Das war es mit Ostern aber für dieses Jahr auch schon wieder. Die Schulkinder haben zwar diese Woche noch Ferien, aber ich muß morgen wieder auf Arbeit.