Dienstag, 24. Mai 2011

Vulkansprechstunde: Grimsvötn

Aschewolke des Grimsvötn über der Wolkendecke. Photograph: Egill Adalsteinsson/EPA auf guardian.co.uk
Ein Jahr ist es in etwa her, daß der Ausbruch des Eyjafjallajökull den Flugverkehr in halb Europa lahmlegte. Damals bekam ich viele Fragen zum Thema Vulkanausbrüche, Island und den Gesundheitsgefahren, die mir dem Einatmen von Asche verbunden sind, sowohl von Lesern meines Blogs, Freunden und Familienmitgliedern, als auch von der schwedischen Zeitung und dem Radio.

Ich muß sagen, daß sich der Ausbruch des Eyjafjallajökull letztendlich als positiv für mich herausgestellt hat (mal abgesehen von kleineren Katastrophen am Rande), nicht zuletzt weil ich vom hiesigen Zentrum für Naturkatastrophenlehre 3 Monate Anstellung bekommen habe. Auch die generelle Verbesserung des Bewußtseins der Gesellschaft für die Verwundbarkeit der europäischen Industrienationen durch Vulkanausbrüche kann nur gut sein für die Forschung hier in meiner Arbeitsgruppe.

Nun aber zu Grimsvötn. Vorweg sei gesagt, daß man seit ein paar Monaten mit einem Ausbruch gerechnet hat, da die Erdbebenaktivität unter dem Vulkan deutlich darauf hingedeutet hat. Zudem ist Grimsvötn der aktivste Vulkan Islands mit Ausbrüchen in etwa alle 11 Jahre. Der letzte Ausbruch 2004 war etwas kleiner als der jetzige. Generell sind die Ausbrüche des Grimsvötn jedoch recht ähnlich. Der Vulkan liegt fast vollständig unter der Eiskappe des Vatnajökull, sodaß bei einem Ausbruch sehr viel Schmelzwasser entsteht, was zum einen zur Explosion des Magmas und damit zu starker Aschenetwicklung führt und zum anderen zur Entstehung von sogenannten jökullaups (Gletscherlauf), wenn das Schmelzwasser den Gletscher durchbricht und ins Umland abläuft. Da dort jedoch annähernd niemand wohnt, ist die Gefahr eher wirtschaftlicher Natur, da doch ein paar Straßen und Brücken im Weg sein können.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation im Zusammenhang mit dem momentanen Ausbruch entwickelt. Besorgniserregend ist sie jedenfalls nicht. Für Fragen stehe ich natürlich zur Verfügung.

Sonntag, 22. Mai 2011

Gestrandet in Småland

Manchmal gehen Pläne einfach nicht auf, weil etwas Unvorhergesehenes dazwischenkommt. Aber damit muß man sich einfach arrangieren.

Letzte Woche wollten wir uns 350 km südlich von hier mit unseren Kollegen aus Göttingen treffen, um Proben zu nehmen. Die Idee war einfach: Montag hinfahren (sind ca. 4,5 Stunden Fahrt), am Dienstag mit den Kollegen ins Gelände und Mittwoch nach dem Mittagessen zurück. Bis Mittwoch Morgen ging es auch alles wie geschmiert. Es war wirklich schön, unsere Kollegen/Freunde wiederzutreffen. Am Dienstag Abend waren wir sogar Heringe angeln.
Unsere Ausbeute: 75 Heringe.
Am Mittwoch wollten wir dann nach ein paar Stunden im Gelände den geordneten Rückzug antreten und wieder zurück nach Hause zu unseren hungrigen Katzen und zu bergeweise Arbeit. Leider kam es nicht dazu. Auf einem Feldweg, der an sich völlig ungefährlich aussah, setzten wir mit dem Auto kurz auf. Nach ca. 500 m ging dann plötzlich die Ölwarnlampe an. Mist! Glücklicherweise haben wir im gleichen Augenblick noch den Motor ausgemacht. Trotzdem: Mist!

Nach dem Aussteigen sahen wir auch die Ölspur, die wir auf dem Weg hinterlassen  hatten, und ein Blick unters Auto zeigte ein eindeutiges Loch in der Ölwanne. Da stellt sich die Frage: Was tun in der schwedischen Pampa. Man kann es als Glück im Unglück bezeichnen, daß wir mit unseren Kollegen unterwegs waren, die auch noch ein paar Stundenten dabei hatten, die das Auto vom Weg aufs Feld schieben konnten. Dann sind wir zu dritt mit dem Göttinger Unibus los ins nächste "Dorf" (in Schweden bedeutet das Ansammlung von Häusern). Dort war auch nur eine Person zu sehen: ein Gabelstaplerfahrer, der fröhlich in der Sonne Gabelstapler fuhr. Gabelstaplermann war sehr nett und erklärte uns, nachdem ich auf schwedisch die Lage geschildert hatte, daß die nächste Werkstatt (verkstad) in etwa 20 km Entfernung läge. Das war natürlich eine suboptimale Lösung. Auf etwas mehr Nachfragen hin fiel Gabelstaplermann dann aber doch ein, daß im 10 km entfernten Ankarsrum eine Hinterhofwerkstatt wäre. Er rief sogar einen Freund an und fragte nach der Telefonnummer. Leider ging keiner ran.

Also gings los nach Ankarsrum, wo wir vor dem dortigen Supermarkt ein paar ältere Herren nach dem Weg zur Werkstatt fragten, die sich aber erstmal nicht erinnern konnten, daß es in Ankarsrum sowas überhaupt gäbe. Dann fiel einem aber doch noch ein, daß ja außerhalb hinter der Recyclingstation möglicherweise sowas zu finden sein könnte. Wir also los, und tatsächlich fanden wir die Hinterhofwerkstatt mit ca. 20 Schrottautos und - Fanfare! - mindestens 3 Abschleppautos auf dem Hof, auf denen Omars Bilbärgning (Autobergung) geschrieben stand.

Tatsächlich kam aus der professionell aussehenden Werkstatt mit Hebebühne ein Ölgetränkter Herr mittleren Alters, dem ich auf schwedisch unsere Geschichte erzählte. Der ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und erklärte sich bereit, uns mit dem Abschleppwagen zu folgen und sich die Sache anzuschauen, aber erst nachdem er seine Kaffeepause gehabt hätte (ich sag nur fika, das heilige Ritual der Schweden, man komme dem nicht in den Weg, wenn man etwas will). Nach 10 Minuten war er soweit und schraubte nur noch schnell das 4. Rad an seinen Abschleppjeep und losging's.

Auf dem notorischen Feldweg beim Auto angekommen, bockte er dann gekonnt das Vorderteil unseres Autos mit der Seilwinde hoch und machte alles zum Abschleppen bereit. Den Schaden besah er sich bei der Gelegenheit auch und stellte fest, daß bei Gußaluminium natürlich mit Schweißen nichts zu machen sei. Er wollte das Auto erstmal mitnehmen und bei ihm auf dem Hof schauen, ob er eine alte Ölwanne findet, die er drunterschrauben konnte, und mich dann 2 Stunden später wieder anrufen. Leider hat er keine gebrauchte Ölwanne gefunden, sondern mußte eine per Express bestellen, was jedoch bis zum nächsten Morgen dauern sollte.

Freundlicherweise haben uns unsere Kollegen noch einmal für eine Nacht beherbergt und verköstigt (sehr lecker verköstigt), bevor wir am nächsten Tag gegen 11 das Auto abgeholt haben. 4853 SEK ärmer durften wir uns dann endlich auf den Heimweg bzw. den Weg zur Arbeit machen. Bei mir auf Arbeit war nämlich zwischendurch die Luft am kochen. Für den nächsten Tag hatten wir eine kleine Tagung organisiert, meine Kollegin, die eine der Hauptorganisatoren war, war ernsthaft krank und überhaupt tendieren Deadlines zur Geselligkeit...

Na ja, man könnte sagen, die Sache ist nochmal gut ausgegangen, bzw. hätte es schlimmer laufen können. Der Motor hätte kaputt gewesen sein können. Wir hätten allein auf weiter Flur ohne zweites Auto stranden können. Es hätte jemand zu Schaden kommen können... Letztendlich hatten wir Glück im Unglück, was mir auch der Bilbärgningsmann bestätigte.

Donnerstag, 12. Mai 2011

Geologenkrankheit Borreliose

Bei der Menge an Zecken, die ich jedes Jahr im Gelände aufsammle, war es nur eine Frage der Zeit, bis es auch mich irgendwann trifft: Borreliose ist ein Bakterium, das durch einen Zeckenbiß übertragen werden kann. Eine nicht unbeträchtliche Anzahl meiner Kollegen hatte bereits Borreliose mit den verschiedensten Symptomen, unter anderem halbseitige Gesichtslähmung.

Meine besagte Zecke habe ich zu Ostern auf der Insel Utö aufgesammelt und habe sie am Ostersonntag am Haaransatz hinter meinem rechten Ohr entdeckt. So weit so gut, beobachtet tut man einen Zeckenbiß ja immer. Normalerweise juckt sowas bei mir wie ein Mückenstich wegen der Blutverdünner, die einem die Zecke verabreicht. Nicht so dieses Mal. Nach einer Woche begann zunächst der Lymphknoten unter dem Ohr anzuschwellen wie manchmal bei einer Erkältung. Dann wurde nach ein paar Tagen die Stelle, wo die Zecke gebissen hatte, druckempfindlich. Der Schmerz breitete sich nach hinten zu einem Lymphknoten aus, der neben der Wirbelsäule am Übergang zwischen Schädel und Hals sitzt und von dessen Existenz ich gar nicht wußte. Dieser Lyphknoten wurde dann innerhalb des letzten Wochenendes so an, daß ich eine richtig dicke Beule am Hinterkopf hatte, die irre wehgetan hat. Als Folge davon konnte ich mich nicht auf die Seite legen und den Kopf kaum drehen. Außerdem wurde mein Ohr dick, und zu allem Überfluß wurde die Haut in dem Bereich rot und begann zu jucken. Am Montag Morgen zeichnete sich auch der typische rote Ring in Form eines Ausschlags, der bis über meine Schläfe reichte, ab.

So schnell, wie sich die Symptome verschlechterten, blieb mir nichts anderes übrig, als am Montag in der vårdcentral (Polyklinik/Ärztehaus) anzurufen, sobald dort aufgemacht wurde. Nachdem ich die halbe Nacht darüber nachgedacht hatte, wie ich auf schwedisch meine Symptome erkläre, hatte ich Glück und habe gleich 2 Stunden später einen Termin bekommen. Über meine Erfahrung mit dem schwedischen Gesundheitssystem ein ander Mal mehr. Auf jeden Fall habe ich Penicillin bekommen, das ich jetzt für 9 Tage einnehmen muß. Die Symptome sind am Abklingen. Da habe ich wohl nochmal Glück gehabt, denn Borreliose kann zu chronischen Nervenschäden führen, wenn sie nicht rechtzeitig diagnostiziert und behandelt wird.

Sonntag, 8. Mai 2011

Wo Schweden moderner ist als Deutschland - Teil 2: Steuererklärung

Teil 2 der "Serie" darüber, warum Schweden moderner ist als Deutschland handelt von der Steuererklärung = stattdeklarering.
Zwischen dem 15. März und dem 15. April jeden Jahres bekommt jeder Erwerbstätige in Schweden seine Steuererklärung zugesandt. Diese enthält bereits alle Angaben des Arbeitgebers wie Einkommen und gezahlte Steuern. In unserem Län (Bundesland) zahlt man übrigens 31,7% Steuern. Steuerklassen gibt es in der Form nicht. Es macht also keinen Unterschied, ob man verheiratet ist, Kinder hat oder was in Deutschland sonst alles auf die Steuerklasse Einfluß hat. Lediglich bei hohen Einkünften zahlt man mehr Steuern. 
Hat man nichts weiter anzugeben, was dazu führen könnte, daß man mehr von den gezahlten Steuern zurückbekommt (Nebeneinkünfte aus Zinsen etc., Kredite, Dienstreisen, usw.), kann man seine Steuererklärung abschicken. Dazu kann man folgende Wege nutzen: 
  1. Man kann die Steuererklärung per Post an das skatteverket (Finanzamt/Einwohnermeldeamt) schicken oder sie vor Ort in den Briefkasten werfen.
  2. Man kann sich mit der mitgelieferten Verifikationsnummer online einloggen, dort seine Angaben ergänzen und bestätigen.
  3. Man kann seine Steuererklärung auf dem smartphone mit einer App erledigen.
  4. Man kann seine Steuer an der Telefonhotline erklären.
  5. Man kann eine SMS ans skatteverket schicken.
Im Vergleich zu Deutschland ist das Verfahren also wesentlich unkomplizierter. Ich habe dieses Jahr meine Kosten für den Weg zur Arbeit angegeben, da sie 900 SEK (ca. 90 €) überstiegen. Inklusive ausrechnen, was ich angebe, habe ich für meine Steuererklärung 5 Minuten gebraucht. In Deutschland habe ich Stunden gesessen, Belege geordnet, Belege kopiert, Belege gesucht, über Fachchinesisch in der Steuersoftware gerätselt, die Nerven meiner Mutter strapaziert und alles dann umständlich beim Finanzamt abgegeben. Da ist das schwedische System eine echte Erleichterung.

Wo Schweden moderner ist als Deutschland - Teil 1: TÜV

Ich habe ja schon mehrfach berichtet, wie transparent die schwedische Gesellschaft dank Personennummer und Autokennzeichen ist. Das ist mitunter etwas beängstigend. Manchmal hat es aber auch deutliche Vorteile im Vergleich zum deutschen System, wenn es um Service geht. Es folgen ein paar Beispiele.

1. TÜV = bilprovningen
Der TÜV ist in Schweden für jedes Auto einmal pro Jahr fällig und beinhaltet wie in Deutschland auch eine allgemeine Kontrolle des Fahrzeugs inklusive Abgasmessung. Die Untersuchung sollte in den letzten 3 Monaten des Kontrolljahres stattfinden, d.h. im Falle meines Autos zwischen Februar und Mai. Im Januar kommt bereits ein Brief mit einem vorgeschlagenen Termin, den man aber nicht akzeptieren muß. Stattdessen kann man einfach auf die Homepage der bilprovning gehen und sich dort mit seinem Autokennzeichen und der Personennummer einloggen. Dann sieht man alle Details zu seinem Auto, auch wann es zum TÜV muß. Zudem kann man einen TÜV-Termin buchen, indem man eine TÜV-Station seiner Wahl auswählt und sich die freien Termine im gewünschten Zeitraum anzeigen läßt. An diesen Termin kann man sich im Voraus per SMS und/oder Email erinnern lassen. 
Dieses Jahr war es leider schwer, einen Termin im festgelegten Zeitrahmen zu bekommen. Doch dafür gibt es die Option der Warteliste. Man wählt einen Tag aus, an dem man auf der Warteliste stehen möchte, am besten einen, an dem nur wenige andere mit einem warten, daß ein anderer seinen Termin absagt. Das habe ich z.B. an einem Freitag für den darauf folgenden Montag gemacht. Am Samstag kam dann eine SMS, die sagte: "Am Montag um 13:30 ist ein Termin frei geworden. Antworte mit dem Wort "buchen" auf diese SMS, und der Termin gehört Dir." Das hab ich gemacht, und schwups kam eine SMS "Du hast am Montag um 13:30 einen Termin zum TÜV."
Vor Ort geht dann alles genauso unkompliziert weiter: Man parkt sein Auto vor einem der Tore mit den darüberhängenden Anzeigetafeln, meldet sich auf dem Touchscreen im Empfangsraum mit seinem Autokennzeichen an, setzt sich wieder ins Auto und wartet, daß das Kennzeichen auf einer der Anzeigetafeln erscheint, sodaß man reinfahren kann. Bei der Untersuchung kann man dabeibleiben, kostenlosen Kaffee trinken und Fragen stellen, wenn man möchte.
Unser Auto ist dieses Mal leider nicht durchgekommen, weil die hinteren Bremsen ungleich stark sind. Am nächsten Donnerstag haben wir aber einen Werkstatt-Termin, bei dem das behoben wird, und dann gehts nochmal zur Nachkontrolle beim TÜV. Übrigens kostet der reguläre TÜV nur 300 SEK (ca. 30 €), die Nachkontrolle dann nur noch 200 SEK. Da tut es nicht ganz so weh, wenn man durchfällt.

Weitere Beispiele, warum Schweden moderner ist als Deutschland, folgen in Kürze hier.

Samstag, 7. Mai 2011

Neues von der Insel

Die letzten 5 Tage waren wir zurück auf der Insel Utö, diesmal mit 12 Studenten zu besagtem Geländekurs. Leider hat mein Chef einen Hang dazu, alles so zu machen, wie es immer gemacht wurde, sodaß wir den Transport vollständig mit öffentlichen Verkehrsmitteln erledigen mußten. Das bedeutet: Mit dem Privatauto in die Stadt fahren, es auf dem Institutsparkplatz abstellen, mit sämtlichem Gepäck die 20 Minuten zum Bahnhof laufen, den Zug zum Stockholmer Hauptbahnhof nehmen, dann die S-Bahn nach Västerhaninge, dann den Bus nach Årsta Brygga und schließlich die Fähre zur Insel Utö. Auf dem Rückweg waren wir sogar gezwungen auf halber Strecke von der S-Bahn in die U-Bahn zu wechseln, was inklusive Zugverspätung zu einer Gesamtreisezeit von 4,5 Stunden für eine Strecke geführt hat (und das für vielleicht 130 km). Ich hasse öffentliche Verkehrsmittel. So, nun ist dem Frust Genüge getan, und ich berichte von der Exkursion.

Wie ja bereits zu Ostern erwähnt, teile ich mir mit einem Kollegen die Verantwortung für diesen Kurs, auch wenn mein Chef offiziell der Kurskoordinator ist. Aufgrund von Umstrukurierungen haben mein Kollege und ich den Kurs dieses Jahr völlig überarbeitet, weshalb wir ja auch Ostern für 3 Tage auf der Insel waren. Die Überarbeitungen waren ein voller Erfolg. Die Resonanz der Studenten war sehr positiv, sodaß wir wirklich zufrieden sein können.

Geologie ist manchmal auch von künstlerischem Wert.
Abgesehen davon waren die Studenten auch sehr motiviert und fleißig und haben sich nicht mal durch das teilweise lausige Wetter von ihrer guten Laune abbringen lassen. Das Wetter war nämlich der größte Minuspunkt der ganzen Veranstaltung. Nachdem es Montag mit etwas Sonne, Wolken und nur wenig Wind absolut keinen Grund zur Klage gab, begann der Dienstag Morgen zur Überraschung aller mit einem Schneesturm! Am Abend hatte der Wetterbericht noch nichts davon gesagt. Leider schneeregnete und stürmte es den ganzen Dienstag, und auch am Mittwoch änderte sich das Wetter lediglich zu starken Schauern mit gelegentlichem Hagel. Deshalb waren wir Mittwoch auch gezwungen, nach einem halben Tag draußen, einige Übungen nach drinnen zu verlegen. Zum Glück gibt es im Utö Vandrarhem eine große Küche, in der alle Platz hatten und wo wir allabendlich unsere Treffen abhalten konnten, um Daten zu plotten und Karten zu zeichnen. Zum Glück besserte sich das Wetter am Donnerstag zu Wolken und später sogar etwas Sonne und Freitag sogar zu Sonne (und ziemlich viel Wind) bei maximal 7°C, was uns die Arbeit wesentlich erleichtert hat. Das Problem mit den schwedischen Küstenfelsen ist nämlich, daß sie aufgrund der ganzen Flechten, die auf ihnen wachsen, sehr glatt werden, wenn sie naß sind. Das kann dann schnell gefährlich werden. Zum Glück gab es außer einem angeschlagenen Ellbogen und ein paar blauen Flecken keine ernsthaften Verletzungen.


Äußerst motivierte Studenten hier noch mit relativ trockenen Unterlagen. Das hat sich bald darauf geändert.
Mein Resume der letzten Woche ist also: Ich bin sehr zufrieden damit, wie der Kurs gelaufen ist. Am Wetter konnte man nichts ändern, aber die Planung ist aufgegangen. Die Studenten waren super, sodaß es wirklich Spaß gemacht hat, die Woche mit ihnen auf der Insel zu verbringen. Und: öffentliche Verkehrsmittel sind und bleiben Mist!