Mittwoch, 15. August
Sehr viel ist zu diesem Tag eigentlich nicht zu sagen: Wir haben die Katzen in die Pension gebracht und sind dann 18 Uhr losgefahren. Unser Ziel, das Städtchen Jokkmokk in Lappland, ist von uns 997 km und laut Routenplaner 12 Stunden 30 Minuten entfernt.
Donnerstag, 16. August
Nach etwa 3 Stunden Schlaf irgendwo auf einem Rastplatz ging es am Morgen weiter nach Norden. Und im strahlenden Sonnenschein sieht man auch die interessanten Dinge etlang des Weges, zum Beispiel den Wasserfall Storforsen oder den Polarkreis, den ich zu dieser Gelegenheit zum ersten Mal überschritten habe.
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| Storforsen. Da bekommt man schon einen Eindruck, wieviel Wasser so aus den Bergen herunterkommt. |
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| Der Polarkreis liegt - man glaubt es kaum - auf einem Rastplatz. Vielleicht ist der Rastplatz auch nur da, weil da der Polarkreis durchgeht. Wer weiß... |
Gegen 11 waren wir dann in Jokkmokk, von wo wir zunächst den Bus nach Porjus genommen haben. Von da aus ging es dann weiter in die Berge nach Ritsem, was schon recht nahe an der norwegischen Grenze liegt. Diese zweite Busfahrt dauerte etwa 2,5 Stunden. Insgesamt kostet dieser Bustransport etwa 25 € pro Person, was es aber wert ist, zumal man einen großen Teil durch den Stora Sjöfallet-Nationalpark und immer entlang eines riesigen Stausees fährt. Der Stausee ist der vielleicht größte in Schweden und besitzt 17 Staustufen bis zur Ostseeküste hinunter. Damit deckt er 9% der Stromversorgung Schwedens. Andererseits bedeckt er auch ein Tal, daß früher Weidegrund für Rentiere war, weshalb das eigentliche Stauseegebiet auch aus dem Laponia-Weltnaturerbe und dem Nationalpark ausgegliedert ist.
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| Unser Bus in Jokkmokk. |
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| Warten auf den Bus in Porjus. |
Gegen 17:30 setzte uns der Bus in der Nähe von Ritsem am Bootsanleger der MS Storlule ab, mit der wir über den See zum Start des Wanderweges übersetzen wollten. Außer uns stiegen auch noch etwa 15 andere Wanderer aus, unter anderem eine Gruppe von 3 Schweden aus Stockholm in meinem Alter, mit denen wir uns auch schon in Porjus unterhalten hatten. Direkt am Anleger angekommen, gab es schon mal eine schlechte Nachricht: Die MS Storlule war kaputt, den Transport sollte stattdessen ein Anwohner mit einem kleinen Boot übernehmen. Letzteres transportierte aber maximal 10 Personen. Also wurden erst einmal alle, die eine Alternativroute auf den ersten Etappen laufen wollten übergesetzt. Dazu gehörten auch die 3 Schweden. Wir warteten so lange am Ufer in der Sonne. Ich wußte nicht, daß es da oben so warm werden kann. An diesem Nachmittag waren es bestimmt 25°C und kein Lüftchen wehte.
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| Ersatzboot. |
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| Am Ufer. Da hinten soll's losgehen. |
Etwa 40 Minuten später war das Boot zurück und wir durften uns auf die grandiose Fahrt über den spiegelglatten See begeben. Die Überfahrt schlug übrigens mit etwa 28 € pro Person zu Buche.
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| Die Überfahrt. Immer Richtung Akkamassiv, in dessen Nähe der Wanderweg losgeht. |
Endlich, gut 25 Stunden, nachdem wir zu Hause aufgebrochen waren, kamen wir am Start des Wanderweges an und konnten im letzten Sonnenschein loslaufen. Die ersten Kilometer des Wegen führen durch einen Birkenwald, in dem es fast mehr Pilze als Birken gibt. Obwohl wir einen langsamen Start hatten verglichen mit den anderen Leuten auf unserem Boot, kamen wir doch noch wesentlich weiter als sie: In den zweieinhalb Stunden vor dem Dunkelwerden schafften wir noch 8,5 km. Unser Zelt bauten wir dann an einem Bach am Fuße des Akkamassivs auf. Aufgrund von zu vielen Mücken begnügten wir uns mit einem kalten Abendessen und konnten dann erschöpft einschlafen. Der Anfang war geschafft.