Posts mit dem Label Drumherum werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Drumherum werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 29. Juli 2014

Blogpause

Nach fünfeinhalb Jahren und mehr als 500 Posts werde ich meinen Blog fürs Erste pausieren. Es ist zwar nicht so, daß ich nichts mehr zu berichten hätte, aber nach langen Tagen am Computer auf Arbeit mit zu vielen Emails, die ich beantworten muß aber nicht will, habe ich meistens keinerlei Lust, mich abends wieder an den Computer zu setzen. Ich hab mich die letzten Jahre bemüht, regelmäßig über mein Leben in Schweden zu berichten, um Freunde und Familie auf dem Laufenden zu halten. So ein Blog ist da ein wirklich wirkungsvolles Mittel zur Berichterstattung. Gleichzeitig ist die Kommunikation aber sehr einseitig. Als würde man im Gespräch immer nur von sich erzählen, ohne je zu fragen, wie es dem anderen geht. Und wenn ich sehe, daß die meisten Einträge kaum gelesen werden, dann fühlt sich es sich irgendwie sinnlos an, überhaupt zu schreiben. Jedenfalls habe ich derzeit einfach keine Lust, den Blog weiterzuschreiben. Also ist erst einmal und bis auf Weiteres Pause.

Sonntag, 18. Mai 2014

Gartennacht in Uppsala

Zur Zeit feiert ganz Uppsala den Geburtstag eines seinerberühmtesten Söhne, Karl von Linné, dem Begründer der systematischen Botanik. Zu diesem Anlaß gibt es über mehrere Wochen jede Menge Aktivitäten in Uppsalas Parks und botanischen Gärten, sowie in Linnés Landsitz Hammarby und in den Naturreservaten im Umland.
Ein Tulpenmeer im botanischen Garten. Im Hintergrund ein Stand vom Pflanzenflohmark und ein paar der Steine von Prinzessin Estelles eigenem "Berg".
Gestern waren wir bei schönstem Vorsommerwetter im botanischen Garten, haben die Blumenpracht genossen, Prinzessin Estelles "Berg" (einen imposanten Steingarten mit Pflanzen aus den Bergen Skandinaviens) bewundert, ein paar Pflanzen auf dem Flohmarkt erstanden und uns eine Vorführung zum Anlegen eines Steingartens angeschaut.

Trotz meiner eher amatörhaften Gärtnerkünste fühle ich mich jetzt auf jeden Fall etwas besser informiert, wie es mit meiner Steinmauer weitergehen soll.

Sonntag, 27. April 2014

Projekt Schattenecke - Teil 3

Ohne den riesigen Haufen Äste ist die Schattenecke gleich viel größer.
Auch das Projekt Schattenecke wurde zu Ostern weiter vorangetrieben. Zunächst mal haben wir einen ganzen Tag lang den riesigen Haufen mit Ästen verbrannt, der sich von der umgefallenen Birke und dem Baumschnitt des ganzen letzten Jahres aufgetürmt hatte. Zwischen dem 15. und 30. April darf man nämlich hier in Uppland, unserem Bundesland, seine Gartenabfälle verbrennen. Und das war wie gesagt bitter nötig.
Der alte Sandkasten muß weg!
Neben dem Ästehaufen mußte auch der alte Sandkasten weichen. Der stellte sich nach dem Auseinandernehmen als ziemlich marode heraus. Außerdem habe ich mit dem Spaten eine Menge Blumen mit dicken Wurzelballen aus der Erde in der Schattenecke ausgegraben und an den Rand der Fliederhecke versetzt. Dort in der Ecke herrschte irgendwie schon seit Jahren Wildwuchs. Also sprossen auch nicht zu wenige kleine Bäumchen und Unkraut, die da nix zu suchen hatten.
Endlich tabula rasa.
Zum Schluß war dann endlich der Boden geglättet und wir konnten Rasen aussähen. Zur Begrünung des Holzschuppens haben wir dann noch zwei immergrüne, stachellose Brombeeren gepflanzt, die noch auf ein Spalier warten.

April-Update

Puh, was für eine Funkstille im Blog und überhaupt. Ich hab ein ganz schlechtes Gewissen. Meine mangelnde Kommunikationswilligkeit kann ich nur mit zu viel Computerarbeit und zu viel Menschenkontakt auf Arbeit erklären. Abends und am Wochenende will ich dann einfach nur abschalten und nicht noch mehr am Computer sitzen oder noch mehr Kontakte pflegen. Ich weiß, daß ist furchtbar, zumal ich Freunde und Familie den Leuten auf Arbeit immer vorziehen würde. Ich entschuldige mich an dieser Stelle und bemühe mich um Besserung.

Ansonsten stand der April wohl im Zeichen des Aufholens. Alles, was ich in der Schlußphase des Antragschreibens liegengelassen habe, mußte ich ja früher oder später doch erledigen. Und so hatte ich eine Menge Meetings, der Untericht für die nächste Zeit wollte vorbereitet werden, meine Bachelor- und Masterstudenten wollten betreut werden usw. In den letzten 2 Wochen haben bei uns außerdem alle intensiv an den Vorbereitungen für die EGU-Tagung in Wien nächste Woche gearbeitet. Dieses Jahr fahre ich nur Dienstag bis Freitag morgen hin und hab eigentlich keinen eigenen Vortrag oder Poster. Ich organisiere wie schon in den letzten Jahren eine eigene Session mit. Außerdem stehe ich auf mehreren Studentenpostern mit drauf, was mich sehr stolz macht. Meine Austauschpraktikantin vom letzten Sommer kommt auch aus München. Sie hat übrigens für ihre Praktikumsarbeit einen Preis gewonnen! Juhu!

Auf Arbeit war es also wie immer ziemlich anstrengend, aber wann ist es das nicht?! Als Kompensation habe ich mich zu Ostern und am Wochenende im Garten verausgabt. Jetzt im Frühling gibt es viel zutun, und ich habe zwischendurch natürlich Fotos gemacht, die ich in separaten Beiträgen posten will, um der Funkstille etwas entgegenzuwirken. Freut Euch auf mehr!

Donnerstag, 3. April 2014

Gran Canaria - Teil 2

So, wir sind wieder da! Also gibt es hier schnell die zweite Hälfte des Urlaubsberichtes zu Gran Canaria.

Tag 5: Heute soll es dann doch noch klappen mit dem Wandern und wir fahren hoch auf den Paß Cruz de Tejeda. Von dort aus geht es durch Wälder, vorbei an Obstplantagen, und steile Wanderwege vom Wahrzeichen Gran Canarias, dem Roque Nublo, vorbei hinab ins Dörfchen La Culata. Und weil es immer wieder hoch gehen muß, wenn man runtergegangen ist, dann auch wieder hoch. 13 km und einige hundert Höhenmeter später kommen wir im Nebel wieder oben auf dem Paß an. Eine schöne Wanderung für einen Sonntag. Zur Belohnung essen wir kanarische Tappas in einer Palmenoase unterhalb von Fataga. Als einzige Gäste bekamen wir vom holländischen Kellner auch eine Sonderbehandlung ;-)

Tag 6: Heute ist ein Rumfahrtag, in zweierlei Hinsicht: Zum einen geht es in Europas einzige Rumbrennerei nach Arucas, wo wir an einer Führung teilnehmen und die Palette der Spirituosen durchprobieren und kaufen können. Die Stadt Arucas selbst ist übrigens sehr hübsch! Mittagspause machen wir an der Nordküste auf einer Bank an der Mohle. Kurz vorm Einpacken werden wir leider von einer Welle unfreiwillig geduscht. Nur gut, daß es 25°C sind! Weiter geht's entlang der Nordküste nach Agaete, eine niedliche Stadt mit kleinem botanischen Garten und leckerem und billigen Kaffee im La Esquina. Dann ein Abstecher zur Küste, wo die Fähre nach Teneriffa ablegt. Die Fischrestaurants merken wir uns für den nächsten Tag. Dann geht die Umrundung der Insel (es ist ja ein Rumfahrtag) weiter entlang der Westküste über kurvige Straßen, ein halbes Auge auf imposante Gelogie gerichtet, um dann irgendwann wieder in Maspalomas anzukommen. Einmal rum eben!

Tag 7: Eine letzte Wanderung steht an: das Agaete-Tal. Wir starten mit einem Kaffee im La Esquina und beginnen gegen 10 die Wanderung, die uns über einen Pilgerpfad vorbei an Gärten und Stauseen hinauf auf das Tabadaba-Massiv führt. Wir laufen lange durch flechtenverhangene Nebenwälder und blicken irgendwann wieder auf den Ausgangspunkt ganz weit unter uns zurück. Die letzten Kilometer geht es leider nur noch steil bergab, aber dafür vorbei an ehemals von den Ureinwohnern geschaffenen Höhlen und sonnige Steilhänge voller Blumen. Nach etwa 17 km und 1300 Höhenmetern erreichen wir nach 7 Stunden wieder das Auto. Wir lassen uns ins Tal hinunterrollen, wo wir im La Esquina noch einen cafe con leche schlürfen. Dann geht's noch weiter runter an die Küste zum Fisch essen. Na wenn das mal kein würdiger Abschluß für einen letzten Urlaubstag war!

Tag 8: Packen, auschecken und ein letzter Einkauf, um uns mit Verpflegung für den Flug und Leckerlies für zu Hause einzudecken. Dann sitzen wir auch schon auf dem scheinbar endlosen Flug zurück nach Schweden. Nach einer Woche ist es komisch, daß im Flugzeug nur noch schwedisch gesprochen wird :-)

Fazit: Gran Canaria ist toll! Tolle Geologie. Tolles Essen. Frühling mit Blumen und Sonne ist wunderbar, wenn man um die Zeit aus Schweden kommt. Charterreisen sind anstrengend und zähren an der Erholung. Keine E-Mails lesen oder an Arbeit denken für eine Woche, unbezahlbar!

P.S.: Fotos kommen demnächst.

Samstag, 29. März 2014

Gran Canaria - Teil 1

Ein kleiner Bericht aus dem Urlaub auf Gran Canaria, wo wir für eine Woche mit TuiFly Nordic über ein Last Minute-Angebot Urlaub machen.
Pause im Schatten eines Löwenzahns.
Tag 1: Der Flug von Schweden ist laaang! Fünfeinhalb Stunden. Umso schöner ist es, wenn man endlich da ist, und es sind 20°C mehr als zu Hause. Die Unterkunft ist ein Bungalow ohne große Extras. Doch dank Mietwagen sind wir wohl eh nur zum Schlafen hier. Zum Abendessen gibt es kanarisches Essen: Schrumpelkartoffeln und Fisch bzw. Ziegenfleisch.

Tag 2: Nach einem frisch gepressten Fruchtsaft geht es auf eine Wanderung hoch in den Bergen. Herrliche Calderastrukturen überall! Und Blumen. Nur an die Sonne sind wir irgendwie noch nicht gewöhnt. Am späten Nachmittag sind wir fix und fertig zurück am Auto nach nur fast 6 Stunden wandern und 15 km. Zum Abschluß des Tages geht's noch in den Kakteengarten bei Aldea de San Nicolas.

Tag 3: Die Füße tun immer noch weh von gestern und die Nase hat Sonnenbrand. Wir entscheiden uns also für einen Tag in der Hauptstadt Las Palmas de Gran Canaria. Dort laufen wir durch die Straßen, schauen die hübschen Häuser an, besuchen das kanarische Museum und das Museum Elder, ein Wissenschaftsmuseum, sowie den Stadtstrand und die deutsche Bäckerei. Bevor es zurückgeht, schauen wir noch in den jardín canario, den riesigen botanischen Garten, im Nordosten der Insel. Zurück in Maspalomas ist sogar noch ein Strandspaziergang drin.

Tag 4: Eigentlich wollten wir wieder wandern und fahren hoch in die Berge. Doch es nieselt und die Einheimischen veranstalten eine Ralley auf den engen kurvigen Straßen. Also schauen wir uns das Bergdörfchen Tejeda an, kaufen Kuchen in der Dolceria und trinken cafe con leche. Dann winden wir uns die Kurvenstraßen auf der anderen Seite der Berge wieder hinunter und schauen uns noch ein Städchen an. Mehr ist wohl auch nicht drin an einem Samstag. Soll ja auch Urlaub bleiben.

Das war erstmal Teil 1.

Sonntag, 9. Februar 2014

Skiwochenende in Norwegen

Eine Sportart, die ich erst in Schweden för mich entdeckt habe, ist das Skilanglaufen. Bei unserer flachen Landschaft und den normalerweise großen Schneemengen ist Langlauf nun mal eine gute Möglichkeit im Winter etwas raus zu kommen und sich zu bewegen.
Einer der Berge auf der Skitour, vor denen ich kapituliert habe.
Letztes Wochenende waren wir dann das erste Mal außerhalb Schwedens skilaufen. Unsere Freunde aus Stavanger hatten uns für ein Wochenende eingeladen, weil sie zufällig gerade die Firmenskihütte zur Verfügung hatten. Die Hütte (eigentlich ein Apartment) liegt im südnorwegischen Sinnes Skigebiet in den Bergen und bietet eine gute Auswahl an Loipen und auch Abfahrtspisten.

Mir waren ehrlich gesagt schon die Langlaufloipen bergig genug. Da ich hier in Schweden nie Hügel habe, auf denen ich das Runterfahren üben kann, war die Strecke, die wir uns für den Samstag ausgesucht haben, schon eine ziemliche Herausforderung. Ich hab mir bei meinem ersten Sturz auch das Knie verdreht, was wirklich nicht schön war. Das Wetter hat sich mit Windstärken von 12 m/s auch eher von seiner unfreundlichen Seite gezeigt. Trotzdem war unsere 13 km Tour am Samstag toll, zumal es danach in der Hütte einen warmen Kamin, Sauna und leckeren aus Deutschland importierten Glühwein gab.
Auf der Rückfahrt an die Küste aus dem Autofenster.
Der Sonntag war leider warm und naß, sodaß wir uns wieder auf den Rückweg nach Stavanger gemacht haben. Da waren wir sogar noch am Strand spazieren. Das ist ein echter Vorteil von Norwegen: man hat sowohl die Berge als auch das Meer immer in der Nähe. Nur das Wetter ist bei uns normalerweise besser, wenn es hier auch seit einer Woche taut. Da hat sich das Skifahren in Norwegen doch echt mal gelohnt, falls es jetzt echt vorbei sein sollte mit dem Schnee.

Donnerstag, 30. Januar 2014

Jetzt fahrn wir übern See übern See...

Bisher hat sich der Winter noch nicht von seiner schneereichen Seite gezeigt. Zumindest reicht der Schnee nicht zum Skifahren im Wald oder auf dem Feld. Da muß man sich doch irgendwie anderweitig zu helfen wissen. Und wie schon im miesen Winter vor 2 Jahren heißt die Lösung: Skifahren auf dem See. Der ist spiegelblank und durchgefroren, sodass die 10 cm Schnee reichen, um daraus eine Loipe zu bauen, wenn man daneben eine Eislaufrunde freiräumt. Resultat: 4,5 km schönstes, bergfreies Langlaufen. Und am Sonntag sogar mit Sonne.
Das Häuschen vor der Sonne ist die auf dem See schwimmende Sauna, davor die Loipe.

Sonntag, 19. Januar 2014

Endlich Ski fahren!

In den letzten Tagen hat es endlich doch noch ein bisschen geschneit, sodass wir dieses Wochenende zum ersten Mal in diesem Winter auf unserer Jogging-/Skirunde Ski fahren konnten. Ein paar Zentimeter Schnee fehlen zwar noch zum großen Erlebnis, aber es war trotzdem schön.

Dienstag, 31. Dezember 2013

Das war 2013!

Jetzt ist wohl im Allgemeinen die Zeit gekommen, auf das vergangene Jahr zurückzublicken und sich erinnern, was alles passiert ist.

Januar
Der Januar stand auf jeden Fall noch im Zeichen von Renovierung und Umzug, ein wahnsinniger Anstrengungsakt, dem ich im dunklen Winter niemandem empfehlen kann. Da kam auch die Dienstreise in die Slowakei nicht so passend, auch wenn es mir dort ansonsten sehr gut gefallen hat und ich gern nochmal privat hinfahren würde. Freizeittechnisch war also nicht viel los im Januar. Eine der positivsten Überraschungen war da noch die Entdeckung, daß wir eine beleuchtete Skiloipe in der Nachbarschaft haben, die auch prompt ein paar Freunde zu Besuch anlockte.

Februar
Der Februar war so vollgepackt, daß ich gar nicht weiß, wie ich diesen Monat überstanden habe. Gleich zu Anfang ging es für einen Workshop nach Oslo und dann nur wenige Stunden danach zum 2tägigen Einstand meines Führungskräftekurses auf ein Schloß bei Knivsta. Die folgenden Wochen waren voll mit Unterricht inklusive geologischem Kuchen. So ganz nebenbei haben wir im heimischen Chaos noch am Eßzimmer gearbeitet, das nach der Küche die weitaus größte Renovierung nötig hatte.

März
Der März war dagegen beinahe ereignislos, auch wenn auf Arbeit eine Menge los war, inklusive Anträgen, Beitreuung und Meetings. Zu Hause ging es mit der Renovierung des Eßzimmers und des Flures weiter. Rein wettertechnisch ist mir der März noch deutlich in Erinnerung: es war konstant knitterkalt (-15°C) und supersonning, sodaß der Schnee langsam von der Sonne weggefressen wurde und wir in der Fensterbank angefangen haben, Chilisamen auszusähen.
Resorptionsstrukturen im Schnee.
April
Ostern ist hier in Schweden eigentlich immer etwas enttäuschend, da draußen noch immer alles tot und grau ist, nachdem der Schnee so langsam wegtaut. Umso mehr habe ich mich gefreut, wenigstens für ein Wochenende meine Familie in Dresden zu besuchen. Von dort ging es direkt (na ja, mit umsteigen) nach Wien zur alljährlichen Tagung, wenn auch diesmal nur für die Hälfte der Zeit. Und auch da war dieses Jahr noch nichts von Frühling zu sehen. Wieder zu Hause mußten wir noch bis in die zweite Aprilhälfte warten, bis endlich die ersten Frühblüher zum Vorschein kamen.

Mai
Über den 1. Mai war ich mit meinen Schulfreunden an der deutschen Nordseeküste, was wirklich schön war, aber wie immer viel zu kurz. In der darauf folgenden Woche war ich nämlich wieder einmal mit den Stundenten im stockholmer Schärengarten auf Exkursion. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, ganz zur Freude von Studenten und Lehrern. Wieder zu Hause war dann endlich der Frühling da. Die Katzen bekamen einen Freilaufbalkon und ich ein Kräuterbeet im noch immer etwas kahlen Garten. Am Samstag, den 18. Mai, haben wir dann endlich unsere Einweihungsparty gefeiert, zu der die meisten unserer hiesigen Freunde (sogar ein paar aus Oslo) gekommen sind. Bei fast vorsommerlichen Temperaturen haben wir das erste Mal im Garten gegrillt und drinnen Cocktails getrunken und Eurovision Song Contest geschaut. Rein wettertechnisch hat der Mai ansonsten keine Wünsche offengelassen: eine echte Frühlingsexplosion mit allem, was dazugehört.

Juni
Neben Mai ist Juni einer meiner Lieblingsmonate in Schweden. Dieses Jahr stand erstmal ein Wochenendbesuch in Stavanger an, bevor es dann ab Mittsommer in den Urlaub ging. Der führte uns und unsere Freunde ein paar tausend Kilometer nach Norden durch Schweden, Finnland und Norwegen zunächst nach Alta und dann an den Lyngenfjord zum Angeln. Sowohl zu Hause als auch bei 70°N war das Wetter einfach nur fantastisch. Ein Sommer, wie man ihn sich besser nicht wünschen kann.

Juli
Als es Anfang Juli aus dem Urlaub wieder zurückging, war der schwedische Sommer noch in vollem Gang. Bei langen Tagen und warmem Wetter machte selbst das Arbeiten Spaß, zumal der ganze Stress von Meetings im Sommer einfach ausfällt. Zu meinem Geburtstag waren wir dann auf Exkursion, um etwas mehr über Schwedens Geologie zu lernen. Die war gefolgt von einem kleinen Stresspeak, da wir auf Arbeit Besuch von einem Kamerateam von Discovery Channel hatten.

August
Der August stand hauptsächlich im Zeichen der Geländearbeit in Island. Neben einem Besuch auf dem Vulkan Hekla, hatten wir noch eine ganze Menge anderer Aufgaben zu erledigen. Unter anderem haben wir eine neue Caldera entdeckt und den schönsten Berg Islands bestiegen. Für mich war die Islandreise nicht zuletzt wegen des außergewöhnlich tollen Wetters der Höhepunkt des Jahres, wenn auch leider das Ende des Sommers.

September
Der September bringt mit dem Anfang des Herbstsemesters immer auch eine riesige Menge Arbeit mit sich. Die ersten zwei Wochen laufe ich generell Stundenten im Wald hinterher, was in der ersten Woche dieses Jahr noch OK war, denn der Sommer war kurzfristig zurück. Ab der zweiten Woche wurde es aber doch sehr herbstlich, was der Motivation der Studenten nicht gerade zuträglich ist. Die schöne Seite des Septembers ist, daß man es sich endlich wieder auch drinnen gemütlich machen kann und im Garten ernten kann, was über den Sommer gewachsen ist.

Oktober
Den diesjährigen Oktober verbinde ich in erster Linie mit Laubharken und Wintervorbereitungen. Und irgendwo war da auch noch Zeit für Kreativität, sowohl in meinem Führungskräftekurs, als auch zu Hause. Das Wetter war typisch für den Oktober. Bei einem Sturm fiel doch tatsächlich ein Baum in unserem Garten um und verfehlte nur knapp das Haus.

November
Der November ist generell mein am wenigsten geliebter Monat. Aber ein großer Teil der Lehre des Herbstes war vorbei und so beschlossen eine Freundin und ich, übers Wochenende nach Kopenhagen zu fahren, um zu shoppen und uns zu erholen. Außerdem fand noch die 2tägige Abschlußveranstaltung meines Kurses auf dem Rånäs-Schloß statt. Am zweiten Tag bekam ich dann die Nachricht, daß meine zweite Nichte das Licht der Welt erblickt hatte, was den Monat November dieses Jahr auf jeden Fall zu einem der vorderen Plätze verhilft. Mitte des Monats fand dann auf Arbeit noch ein populärwissenschaftliches Kolloquium zum 50. Jubiläum des Vulkanausbruchs, der die Insel Surtsey geschaffen hat, statt. Dort durfte ich auch einen Vortrag halten. Abgesehen davon habe ich dann in der zweiten Hälfte des Monats noch recht viel unterrichtet, was in dem Fall aber wirklich Spaß gemacht hat. Zum Schluß des Monats bin ich dann nach Deutschland zu meinem 12jährigen Klassentreffen gereist. Wow, ein ereignisreicher November!

Dezember
Vom Klassentreffen ging es dann weiter nach Dresden, wo ich meine neue Nichte kennenlernen durfte und mit meiner "alten" Nichte ihren 3. Geburtstag gefeiert habe. Trotz Sturm bin ich nach einer Woche wieder in Schweden angekommen, nur um in der Woche darauf wieder nach Deutschland zu reisen. Das zweite Mal ging es zur diamantenen Hochzeit meiner Großeltern. Ein echter Blitzbesuch übers Wochenende. Am Montag darauf war ich zum Abendessen bei der Unipräsidentin. Und dann war weihnachtsbedingt endlich frei! Ich kann Euch sagen, daß ich nach einem solch rasanten Jahr echt geschafft bin und mich über ein paar freie Tage gefreut habe.

2013 war also ein Jahr voller Ereignisse. Man könnte sagen, es war das Jahr der Kurzreisen und das Jahr, in dem unser Haus ein richtiges Heim geworden ist. Ein tolles Jahr, das wahnsinnig schnell vorbeiging und in dem es eindeutig zu wenig Zeit für Freizeit gab. Ein Jah, an das ich mich auf jeden Fall gern erinnern werde.

Sonntag, 1. Dezember 2013

Jahrgangstreffen 12 Jahre nach dem Abitur

Gestern fand in einem kleinen Restaurant in meiner Heimatstadt ein Treffen meines Abiturjahrgangs statt, zu dem aber nur etwa ein Viertel gekommen sind. Trotzdem war es mal interessant herauszufinden, was aus allen so geworden ist.

Nach 12 Jahren gibt es natürlich einiges zu berichten in den Kategorien "mein Haus, mein Auto, meine Pferdepflegerin". Allerdings klangen die tatsächlichen Berichte eher nach "mein Beruf, meine Kinder, und ich wohne in Hannover". Die wenigsten haben tatsächlich die Berufe ergriffen, die sie damals im Jahrbuch als Berufswunsch angegeben haben. Einige haben schon richtig große Kinder, andere haben Tschibofilialen oder ein Priestergelübde. Einer war neulich im Fernsehen. Einer ist ein Aussteiger. Eine wohnt in den USA. Einer ist gerade wieder bei Mami eingezogen.

Es war sogar eine Lehrerin da, meine Klassenlehrerin in der 11. und 12. Klasse. Auf die hätte ich wirklich verzichten können.

Irgendwie hat mich im Vorhinein der Gedanke an so ein Jahrgangstreffen mental wieder zurückversetzt in die Schulzeit, in der man sich an der Meinung der Mitschüler mißt. Doch beim Treffen wurde mir klar, daß auch die anderen Falten bekommen haben und daß ich auf meiner Pferdepflegerinnenliste genau da bin, wo ich sein will.

Sonntag, 10. November 2013

Dienstreise Nummer 9: Rånässchloß

Letzte Woche habe ich zum Abschluß meines Führungskräftekurses für zwei Tage das Rånässchloß östlich von Uppsala besucht. Mein Kurs ist jetzt so gut wie vorbei, und die zwei Tage handelten im Großen und Ganzen darum, welche Fortschritte wir gemacht haben und wie es weitergehen soll. 

Beim Nachrechnen wurde mir mit Schrecken bewußt, daß dies meine  9. Dienstreise dieses Jahr war, wenn man nur die zählt, wo ich nicht zu Hause übernachten konnte. Kein Wunder, daß ich zum faulen Packer und Reisemuffel werde. Obwohl, privat lasse ich mir das Reisen nicht verderben, ich habe nur zu wenig Zeit dazu. Ein frühzeitiger Vorsatz für 2014 an dieser Stelle: weniger Dienstreisen, mehr Urlaub. 

Mittwoch, 6. November 2013

Kopenhagenwochenende Nachtrag

Hier kommen noch ein paar fotogarfische Nachträge aus Kopenhagen, wo meine Freundin und ich nach dem Wellness noch ein bißchen sightseeing in der Stadt gemacht haben.

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Kreativitätsworkshop

Letzte Woche war es mal wieder Zeit für meinen Kurs für Führungskompetenz, nur daß der Tag diesmal etwas anders aussah, bunter irgendwie.

Bisher wurde jedes Mal für ein paar Stunden ein Gastdozent eingeladen. Oft waren das berühmte Leute wie Autoren, Sportler oder wie diesmal eine Künstlerin. Als Nichtschwedin kannte ich bisher keinen davon, was aber nicht bedeutet, daß es nicht spannend für mich war, den Gästen zuzuhören,  zumal wir Kursteilnehmer auch schon drei Bücher von den Gastrednern geschenkt bekommen haben. Letzte Woche mit der Künstlerin ging es aber nicht ums Zuhören, sondern um praktisches Arbeiten mit Kreativität

Als wir morgens zum Kurs kamen, standen also Pinsel, Farben und eine riesige Leinwand bereit. Einige meiner Kolleginnen waren schockiert über die Idee, malen zu müssen, während ich mich heimlich freute. Zwar habe ich außer Wände und Vogelhäuschen in den letzten Jahren nichts bemalt oder gemalt, wenn man von Skizzen in meinen Geländenotizen und Kritzeleien mit meiner Nichte absieht, aber das Konzept des Malens mit Akrylfarben ist mir nicht fremd.

Ich hatte also großen Spaß bei diesem Workshop. Und auch meine skeptischen Kurskolleginnen waren am Ende begeistert und stolz. Ohne zu viel über das Ergebnis oder seine Interpretation zu philosophieren, kommen hier mein Bild und das große Gruppengemälde.
Mein Bild: Es stellte sich heraus, daß ich nicht wirklich in der Lage bin, abstrakt zu malen. Nun ja, es gibt jedenfalls für jedes Bildelement eine Interpretation, die ich Euch an dieser Stelle erspare.
Das Gesamtgemälde. Jedes einzelne ist übrigens in etwa A2-Format.

Sonntag, 6. Oktober 2013

Woran man erkennt, daß ich nicht schwedisch bin

Nach mehr als 4 Jahren in Schweden habe ich so einiges über die schwedische Kultur gelernt, was aber nicht heißt, daß ich mich in allen Dingen angepaßt habe. Hier meine garantiert nicht vollständige Liste der  Dinge, die mich als Nichtschwedin kennzeichnen:
  1. Ich verweigere mich der fika-Tradition. Auch wenn es schön ist, sich mit einem Kaffee und einer Zimtschnecke (kanelbullar) ein Weilchen gemütlich hinzusetzen und mit Kollegen zu schnacken, kann ich mich einfach nicht zweimal am Tag für eine halbe Stunde und zu festen Zeiten von meiner Arbeit losreißen. Das sind teilweise die Zeiten, an denen ich am besten arbeiten kann. Vielleicht weil mich dann keiner stört, weil alle beim fika sind. Jedenfalls vergesse ich aber immernoch, daß alle anderem dem Diktat des fika unterworfen sind, und habe doch tatsächlich, impertinent wie ich bin versucht, um 10 Uhr einen Termin mit einer der Sekretärinnen auszumachen. Sowas von unschwedisch von mir!
  2. Ich trage habe ein Temperaturempfinden in meinen Beinen. Schwedische Mädchen scheinen an partieller Amnesie zu leiden, wenn sie morgens vor dem Kleiderschrank stehen. Jedenfalls vergessen sie sehr häufig, sich untenrum etwas anderes als Unterwäsche anzuziehen. Selbst bei Minusgraden müssen Strumpfhosen reichen. Bibber!
  3. Ich verbringe nicht jede mögliche Minute mit Sonnenbaden. Schweden sind ganz offensichtlich Sonnenanbeter und beginnen schon früh im Jahr damit, möglichst viel ihrer Haut, ungeschützt der Sonne auszusetzen. Schweden laufen, ohne sich zu schämen, mit einem fetten Sonnenbrand rum. Das Ziel ist, möglichst braun zu werden. Entsprechend sieht ihre Haut dann auch später aus. Ohne mich!
  4. Ich telefoniere nicht beim Autofahren. Schweden ist das einzige europäische Land, in dem es immernoch nicht verboten ist, beim Autofahren zu telefonieren oder SMS zu schreiben. Mal abgesehen davon, daß Schweden ohnehin lausige Autofahrer sind, verspüren sie offensichtlich den Drang, jemanden anzurufen oder jemandem zu texten, sobald sie den Zündschlüssel umdrehen. Und glaubt mir, man merkt deutlich, daß vor einem jemand fährt, der telefoniert.
  5. Ich schrecke nicht vor Konflikten zurück. Schweden sind in allen Fragen stets bemüht, einen Konsensus zu finden. Dafür wird schonmal stundenlang alles durchdiskutiert. Wenn sich dann eine mögliche Einigung abzeichnet, halten die, die grundsetzlich dagegen sind, den Mund. Keine sehr effektive Methode auf Dauer, wenn Ihr mich fragt.
  6. Für mich stehen Leistung und Effektivität im Vordergrund, während es für Schweden wichtiger ist, sich auf Arbeit wohlzufühlen und möglichst viele Pausen und Urlaub zu machen. Ein Beispiel: Meine schwedischen Studenten bekommen die Aufgabe, quer über eine Insel die Gesteine zu kartieren und um 13 Uhr ihre Ergebnisse zu zeigen. Gegen 12 sind die meisten etwa 500 m vor dem anderen Ufer der Insel. Doch statt die Sache durchzuziehen, machen sie erst einmal Mittagspause. Ich hab noch unzählige Beispiele dieser Sorte, will mich aber an dieser Stelle nicht zu sehr aufregen. Jedenfalls kommt die skandinavische Gelassenheit nicht von irgendwo. Manchmal sollte ich mir wohl ein Stück davon abschneiden.
OK, mehr Punkte fallen mir jetzt gerade nicht ein. Die Liste sollte auf keinen Fall so rüberkommen, daß ich von den Schweden genervt bin. Ich weiß es zu schätzen, wir gut wir es hier haben. Bestimmte Züge der Deutschen gehen mir wesentlich mehr auf die Nerven. Die Deutschen sind nur viel weiter weg.

Montag, 30. September 2013

Berufsbedingte Schizophrenie

Neulich hatte ich in einer Sitzung der Institutsleitung ein seltsames Erlebnis. Eine Delegation der Fakultätsleitung, die sich mit Wissenschaftskommunikation beschäftigt, will im Oktober unser Institut besuchen. Zu diesem Anlass sollen sich Repräsentanten verschiedener Gruppen und Abteilungen finden, die die Delegation treffen und ihre Fragen beantworten. Ich hatte mich von meinem Abteilungsleiter breitschlagen lassen, unsere Abteilung zu vertreten, weil ich einen ganz guten Überblick über unsere Forschung habe. Im besagtem Meeting ging jedenfalls unser Institutsleiter die Namen durch, die ihm bisher als Repräsentanten vorgeschlagen worden waren. Außer mir stand nur der Leiter des Kommunikationsrates und der Austauschbeauftragte auf der Liste. Daraufhin meinte die Chefin unserer Administration nur, daß es doch wichtig wäre, wenn auch jemand dabei wäre, der die Forschung vertreten könnte. Da mußte ich dann erstmal protestieren. Ich bin schließlich in erster Linie Forscherin. Auch der Institutsleiter und die Abteilungsleiter haben für mich Partei ergriffen, zumal sie ja auch im gleichen Boot sitzen.

Auf jeden Fall hat mich die ganze Sache zum Nachdenken über die schizophrene Rollenverteilung in meinem Berufsfeld gebracht. Offiziell bin ich 60% meiner Arbeitszeit Forscherin, 20% Lehrerin und 20% Stellvertreterin des Institutsleiters, was Räume und Hausmeisterdienste angeht. Ich spiele also täglich drei verschiedene Rollen, in denen ich mich unterschiedlich wohlfühle. Meine Forscherrolle ist die natürlichste für mich. Das bin wirklich ich, auch außerhalb der Arbeitszeit. Meine Lehrerrolle habe ich mittlerweile auch ganz gut im Griff. Es macht mir mehr und mehr Freude, anderen etwas beizubringen und Studenten in ihrer Entwicklung zu betreuen. Meine neueste Rolle in der Institutsleitung hat mir sozusagen über Nacht Verantwortung für fünf Angestellte, ein größeres Budget und strategische Entscheidungen, die das ganze Institut betreffen verschafft. Es hat fast ein Jahr gedauert, bis ich mich in dieser Rolle einigermaßen daheim gefühlt habe. Nach einem Jahr mit allen drei Rollen simultan wachse ich jedenfalls langsam wieder zu einer Person zusammen.

Nichtsdestotrotz ist es so, daß die meisten in ihrem Arbeitsalltag wahrscheinlich immer nur eine Person sein müssen. Die Chefin der Administration ist wahrscheinlich immer nur in ihrer Rolle als Chefin der Administration unterwegs. Ich habe keine Ahnung, ob es in anderen Berufen eine vergleichbare Schizophrenie gibt.

Wahrscheinlich fühlen sich die meisten nur wie gespaltene Persönlichkeiten, wenn sie im Beruf und im Privatleben verschiedene Rollen spielen, Angestellter und Elternteil zum Beispiel. Das ist bei mir eher nicht der Fall, da ich mein "Forscherego" immer mit nach Hause nehme. Meine Lehrer- und meine Chefsrolle lasse ich dagegen auf Arbeit und vermeide wenn möglich, mich von ihnen am Wochenende stören zu lassen.

Puh, das ist ganz schön philisophisch geworden. Würde  mich aber schon interessieren, ob Ihr auch gespaltene Persönlichkeiten seid.

Mittwoch, 31. Juli 2013

Abenteuergeschichte für meine Nichte



Hier etwas, das bestimmt meiner zweijährigen Nichte gefällt (Grüße an Chrilu):
 
Gestern Abend im Bett hörten wir seltsame Geräusche vom Dachboden über uns. Es war schon fast dunkel und ich kletterte ganz vorsichtig die Leiter nach oben. Oben war es ganz, ganz dunkel. Also leuchtete ich mit der Lampe von meinem Handy herum. Und tatsächlich hing da an einem der Dachbalken etwas kleines Flatterndes. Ich dachte natürlich: Ah, eine Fledermaus! Aber wie kommt die auf unseren Dachboden?  Die muß wieder raus in die Freiheit. 
 
Also haben wir uns Handschuhe und ein altes T-Shirt geholt und sind beide auf den Dachboden geklettert. Sofort flatterte die vermeintliche Fledermaus davon zum hinteren kleinen Fensterchen. Als ich mit der Lampe dorthin leuchtete, saßen da gleich zwei Fledermäuse. Allerdings zeigten ihre Köpfe nicht nach unten. Das waren also gar keine Fledermäuse, sondern Vögelchen, die auf den zweiten Blick aussahen wie Schwalben. 
 
Als wir näher kamen, blieben sie seltsamerweise einfach am Fensterrahmen sitzen. Wie waren sie nur reingekommen? Das Fensterchen geht nämlich gar nicht aufzumachen. So wie es aussah waren die beiden schon ein Weilchen hier und ziemlich schwach. Bei einem Flugversuch kam einer der beiden gar nicht weit,  sondern landete gleich auf der Hand.
 
Mittlerweile waren auch die Katzen neugierig geworden, und die Ginny stand schon mit drei Beinen auf dem Dachboden, während Leon hinter ihr auf der Leiter wartete. Nun passen Vögel und Katzen gar nicht zusammen. Deshalb mußte ich Ginny und Leon gleich wieder runterscheuchen.
 
Dann konnte die Rettung der Vögelchen endlich losgehen. Vorsichtig wurde erstmal der eine in das T-Shirt gewickelt. Dann hab ich das Vogelpäckchen nach unten ins Gästezimmer getragen und das Vögelchen wieder ausgewickelt. Zum Glück war er kräftig genug, um durch das Fenster in die Freiheit zu fliegen. Auch das andere Vögelchen haben wir so freigelassen, aber erst mußten wir noch ein Foto machen.
Übrigens haben wir dann hinterher rausgefunden, daß es gar keine Schwalben waren, sondern Mauersegler. Das sind schon echt schöne Vögel.

Dienstag, 30. April 2013

Grüße von der Nordseeküste

Statt Postkarte an dieser Stelle viele liebe Grüße von der deutschen Nordseeküste, wo sich über den 1. Mai eine ganze Reihe neuerdings 30jähriger Freunde von mir zum Feiern eingefunden haben. In der Schule hatte mein Klassenlehrer ja behauptet, wir hätten mit 30 keinen Kontakt mehr zueinander. Ätsch, denkste, Herr O!

Jedenfalls ist es schade, daß ich Donnerstag Nachmittag schon wieder auf Arbeit sein muß.

Samstag, 26. Januar 2013

Lichtspur

Letztes Wochenende haben wir eine Entdeckung gemacht. Nachdem wir hin und wieder Leute mit Skiern am Haus vorbeilaufen gesehen hatten, sind wir auf einem Erkundungsspaziergang auf eine Langlaufloipe gestoßen, die hinter der Schule, also sozusagen hinter unserem Nachbarhaus, entlanggeht. Und das Beste: die Loipe ist im Dunkeln beleuchtet. Auf schwedisch heißt sowas elljusspår (Elektrolichtspur).

Letzten Sonntag, als es dann überraschenderweise mal nicht -20°C waren, haben wir die Loipe dann ausprobiert: 2,5 km mit überraschend vielen Hügeln und verteilt auf zwei Runden. Eine positive Überraschung!

Montag, 21. Januar 2013

Positives übers Umziehen

Beim Rumsurfen habe ich neulich diese Seite entdeckt, die - man lese und staune - die positiven Seiten des Umziehens diskutiert. Ich persönlich verliere ja beim Umziehen meinen ansonsten unzerstörbaren Optimismus und wünsche mir jedes Mal danach, nie wieder umziehen zu müssen. Aber vielleicht kann ich mich ja mit den "positiven Sseiten des Umziehens" umstimmen - nicht daß ich in nächster Zeit irgendwohin ziehen wollen würde!

Also hier die Punkte und meine persönliche Erfahrung bei diesem Umzug:
  1. Organisation - in einem neuen Zuhause kann man alles von Anfang an neu organisieren: Ja, das stimmt wohl zumindest im Prinzip. Im neuen Haus habe ich zum Beispiel ein Näh- und Bastelzimmer, sodaß meine Bastelaktionen nicht mehr im Wohnzimmer oder am Küchentisch stattfinden und all mein Material in einem Regal Platz gefunden hat. Außerdem sind die Bücher jetzt an logischeren Stellen verteilt: Kochbücher in der Küche, Reiseführer und Bildbände im Wohnzimmer und Fotohobbybücher zum Beispiel im zukünftigen Arbeitszimmer.
  2. Das Wiederfinden lang verschollener Dinge: Spontan fällt mir nur meine Regenhose ein, die ich vor 2 Jahren für immer verloren geglaubt habe, und die doch tatsächlich in meiner Komode war. Also hab ich jetzt eben zwei Regenhosen. Aber es sind bestimmt noch andere Dinge wieder aufgetaucht, die mir jetzt nicht einfallen.
  3. Alles ist sauber: Nun ja, noch ist nicht alles sauber. Dafür gibt es noch zu viele Baustellen. Aber die Motivation, meine neue Küche, das tolle Bad und das gemütliche Wohnzimmer zu putzen sind erheblich höher als im alten Haus. Früher oder später wird also alles hoffentlich sauber sein.
  4. Ein Neuanfang: OK, das neue Haus ist nur 2 km vom alten entfernt, aber trotzdem sind wir in eine neue Umgebung und sozusagen ein neues Umfeld gezogen, denn vorher haben wir sozusagen im Wald gewohnt. Es gab eigentlich außer der Kirche nichts. Wir hatten eigentlich nichts mit unseren Nachbarn zutun. Jetzt wohnen wir im Zentrum des richtigen Dorfes und können von den Annehmlichkeiten der Zivilisation profitieren und vielleicht sogar ein paar Nachbarn kennenlernen.
  5. Zeit zum Ausmisten: Ja, ein Umzug ist eine perfekte Gelegenheit zum Aussortieren und Wegwerfen. Wenn man allerdings nur einen Katzensprung weit wegzieht, kommt dieser Aspekt ein bißchen zu kurz. Ich hab lediglich ein paar alte Klamotten aussortiert, die ich aber noch in die Altkleidersammlung geben muß.
  6. Zeit für ein Upgrade: Wenn der Umzug eines gebracht hat, dann ein Upgrade: größeres, schöneres Haus mit bequemerer Heizung, neuem Bad und jetzt auch neuer Küche!
Vielleicht kann ich dem Umziehen ja doch noch was abgewinnen... aber erst einmal nur für diesen Umzug und für die nächsten paar Jahre.