Donnerstag, 22. April 2010

Asche aus meinem Garten


Das ist eine elektronenmikroskopische Aufnahme eines Aschepartikels aus meinem Garten. Morgen hole ich die letzte Probe zum Analysieren ins Labor. Mal sehen, ob noch was gefallen ist.

Mittwoch, 21. April 2010

Radiointerview und Asche aus meinem Garten

Wer hätte ahnen können, welch weite Kreise dieser Vulkanausbruch noch zieht? Jedenfalls war heute an "normales Arbeiten" nicht zu denken. Zum einen analysieren wir hier seit gestern Abend die Staubproben aus der Umgebung auf ihren Aschegehalt.

Bisher sieht es so aus, als wäre hier in der Gegend nur sehr wenig Asche gefallen. Man muß in den Proben lange danach suchen. Das ist natürlich ein sehr gutes Ergebnis für die schwedische Bevölkerung, weshalb wir heute auch einigen Andrang von der Presse hatten.

Heute Morgen war ein Reporter vom Fernsehen da, der meinen Nicht-Chef interviewt hat, nachdem gestern schon jemand vom Wissenschaftsradio da war. Glücklicherweise hatte ich gleichzeitig einen Arzttermin. Doch heute Nachmittag gab es dann kein Erbarmen mehr. Eine Frau von Upplands-Radio wollte ein Interview mit mir, da ich im Gegensatz zu meinem Nicht-Chef schwedisch spreche.

Wie funktioniert also ein Radiointerview?
Zuerst wurde ich von der Dame am Telefon über die Themen befragt, die für das Interview relevant waren. Dann hat sie mit ihrem Chef gesprochen und mich dann informiert, daß ich tatsächlich an diesem Nachmittag mit in der Sendung dabei sein sollte. Aus Island würde gleichzeitig noch ein schwedischer Forscher mit interviewt. Ich sollte aber in das Radiostudio hier in Uppsala kommen und würde dann mit zur Sendung hinzugeschaltet.

Ich habe mich also pünktlich dort eingefunden und wurde von einem Techniker empfangen. Der hat mich in ein leeres Studio geführt, das Mikrophon eingestellt und mir Wasser gebracht. Alles andere wurde aus Stockholm gesteuert: Stimmtest, Hinweise, daß es gleich losgeht und so weiter. So ein Studio ist eigentlich auch nur ein schalldichter Raum mit einem runden Tisch mit Computer, Kopfhörern und Mikros.

Die Sendung selbst fing mit dem 10minütigen Interview über den Einfluß der Asche auf das Leben in Island und Schweden an. Der andere Forscher, der aus Island vom Telefon mit dabei war, hat eine Menge erzählt über die Situation vor Ort. Ich mußte zum Glück nur zu 2 Dingen etwas berichten: Was wir hier machen und welche Ergebnisse wir haben. Das ging alles sehr schnell. Dann ging es weiter mit dem nächsten Thema der Sendung und ich war schon wieder draußen.

Ich kann nur sagen, daß ich mir ein bißchen idiotisch vorkam mit diesen hochprofessionellen Moderatoren, die ich ja nie gesehen habe, weil sie in Stockholm saßen. Den anderen Forscher kannte ich zufällig von einer Tagung, aber ich durfte ja nicht mit ihm sprechen. Trotzdem kommt man sich blöd vor, wenn man sich in einer Sprache ausdrücken muß, die man noch nicht völlig fließend beherrscht. Da hat man nunmal nicht so viele Möglichkeiten. Radiointerviews zu geben, wird jedenfalls kein neues Hobby von mir werden. Zeitungsinterviews sind da leichter. Da werden die Antworten ja von den Reportern in grammatikalisch korrektes Schwedisch umgeschrieben.

Ich bin jetzt jedenfalls ziemlich erschöpft. Diese ganze Aufregung wegen der Presse wird langsam etwas lästig. Wir hatten unsere Publicity. Jetzt hoffen wir mal, daß wieder Normalität einkehrt. Meine normale Arbeit türmt sich jedenfalls auf meinem Schreibtisch.

Dienstag, 20. April 2010

Tremor in Katla?

Bezüglich der Frage, ob Katla jetzt auch ausbricht, da es auf dieser Website hieß, es wäre ein Tremor aufgezeichnet worden, habe ich mich gerade mit den Seismikern hier im Hause unterhalten. Also: In Katla gab es keinen Tremor. Katla ist seismisch gesehen momentan ungewöhnlich ruhig. Augenblicklich kündigt sich also nichts wegen einer Katlaeruption an. Hoffen wir das Beste.

Montag, 19. April 2010

Von gestrandeten Vulkanopfern und explodierenden Reifen

Es tut mir leid, wenn ich heute Vulkanfragen nur etwas langsam beantworte, aber ich habe letzte Nacht so gut wie nicht geschlafen. Gestern Nachmittag etwa 16:15 Uhr erhielt ich einen Anruf von einer Kollegin und Freundin, die die letzte Woche mit anderen Kollegen in Frankreich auf Exkursion war und dank des Flugchaos nicht wußte, wie sie zurückkommen soll. Sie sagte nur: "Wir sind bis Kopenhagen gekommen, vier von uns kommen aber von dort nicht nach Uppsala. Kannst Du uns in Malmö abholen?"

Was blieb mir anderes übrig, als mich ins Auto zu setzen und die 718 km runterzufahren. Unterwegs hatte ich viel Zeit, alle möglichen schwedischen Radiosender zu hören und mir zu überlegen, daß Südschweden ein ganz schön großes Land ist. Jemanden zu bitten, ihn von Uppsala in Mälmo abzuholen ist in etwa so, als würde man gemanden in Kiel bitten, jemanden in Würzburg abzuholen.

Ich kam jedenfalls kurz vor Mitternacht in Malmö an und fand vier völlig erschöpfte "Vulkanopfer" vor. Mit häufigem Fahrerwechsel kämpften wir uns durch die Nacht. Zum Schlafen kam man kaum. Es war einfach zu unbequem und zu eng. Gegen halb 8 war ich gerade dran, durch den Berufsverkehr in Stockholm zu fahren, als das Auto plötzlich immer lauter wird und zu vibrieren beginnt. Ich schiebe es einen Moment lang auf den Asphalt, bis das Auto zu hoppeln beginnt, und das ausgerechnet in einem Tunnel. Mit einiger Mühe bringe ich das Auto auf dem viel zu schmalen Randstreifen zum Stehen. Mein Beifahrer steigt aus und bestätigt "Der Reifen ist weg." Im Tunnel ist nichts zu machen, also tuckere ich, nach dem sich durch Zufall eine Lücke vor einem LKW auftut auf dem Tunnel heraus.

Davor gibt es auch nur einen autobreiten Randstreifen zwischen Straße und Böschung. Alle steigen auf der rechten Autoseite aus, und dann geht alles ganz schnell: Gepäck raus, Ersatzreifen raus, Warndreiecke, Neonwesten etc. aufstellen/anziehen und Reifen wechseln. Bin ich froh, daß ich nicht allein im Auto war, denn mit mir war in dem Moment aufgrund des Adrenalinschocks wenig anzufangen. Das ganze hat vielleicht 10 Minuten gedauert. Ich habe keine Ahnung!

Man fragt sich nur: Warum passiert sowas in der Rushhour, im Tunnel und ausgerechnet wenn man die Nacht sowieso schon nicht geschlafen hat? Murphy's Gesetz? Andererseits hätte es auch schlimmer ausgehen können, wenn wir statt 40 km/h 110 gefahren wären. Auf jeden Fall bin ich deshalb heute nur auf Zombi-Status. Ich bin aber weiterhin dran am Vulkangeschehen.

Ausbruch zuende?

Von mehreren Seiten hört man jetzt die Nachricht, daß der Ausbruch des Eyjafjallajökull jetzt abklinge oder gar zuende sei (z.B. die Times). Die Webcambilder zeigen auch eine deutlich kleinere und hellere Aschewolke. Die Vulkanologen vor Ort berichten auch von Lava, die jetzt aus der Ausbruchsspalte eruptiert wird.

Die Erklärung ist nicht unbedingt ein baldiges Ende des Ausbruchs, sondern daß sich die Art der Eruption geändert hat. Angeblich ist die Eruptionsspalte jetzt vom Schmelzwasser des Gletschers abgeschnitten, was sogenannte phreatomagmatische (= Magma + Wasser = Explosion) Ausbrüche unterbindet. Sollte also wieder Schmelzwasser eindringen, kann es zu neuen Explosionen und zur vermehrten Aschebildung kommen. Ein weiterer Grund könnte sein, daß der Gasgehalt des Magmas abnimmt, was sehr häufig vorkommt.

Es bleibt also abzuwarten, ob sich die Stärke der Eruption wirklich verringert oder nur die Art. Dem Ottonormalflieger wird es wohl schon reichen, wenn der Eyjafjalla keine Aschewolke mehr produziert.

Sonntag, 18. April 2010

Eyjafjallajökull und ich

Einmal abgesehen von der privaten Vulkansprechstunde hier im Blog, bei der ich natürlich gern auf Eure Fragen antworte (Wann passiert es schon mal, daß man als Forscher etwas zu berichten hat, was Nichtforscher interessiert?), bin ich seit Freitag auch beruflich vom Vulkanausbruch auf Island betroffen. Der Hintergrund ist folgender:

Hier in Uppsala gibt es eine sehr aktive Vulkanologengruppe, an der ich augenblicklich nur peripher beteiligt bin (aus Vertragsgründen). Bis auf 2 Doktorandinnen sind jedoch alle Mitglieder der Gruppe (und eben auch der Chef) diese Woche auf einer Exkursion in der Auvergne. Als das Flugchaos aufgrund der Aschewolke begann, wollten die Medien natürlich von den Forschern der Universität wissen, was da los ist in Island. Aus Gewohnheit rennen die Fernseh-, Radio- und Zeitungsleute immer erst zu den Mitarbeitern des seismischen Netzwerks bei uns im Haus, so z.B. nach den Erdbeben in Haiti, Chile usw. Diese können ihnen aber nicht besonders viel über einen Vulkanausbruch sagen, da ihre primäre Aufgabe die Überwachung von Erdbeben ist. In einem Telefongespräch mit meinem Nicht-Chef, dem Leiter der Vulkangruppe, der eben in Frankreich festsaß, bekam ich deshalb den Auftrag, eine Pressemitteilung im Namen der Vulkangruppe zu verfassen.

Also verfaßte ich mit Informationen, die ich telefonisch aus Frankreich bekam, eine Mitteilung, die dann eine Kollegin ins Schwedische übersetzte. Dabei ging es um die Gefahr durch das in der Asche enthaltene Flour. Die Mitteilung ging dann über die Pressefrau der Uni an die Krisenstelle der schwedischen Regierung und an die Presse, zusammen mit den Kontaktdaten meines Nicht-Chefs und meiner Wenigkeit.

Gestern Vormittag bekam ich dann einen Anruf von einer Reporterin einer der größten Tageszeitungen hier in Schweden Dagens Nyheter, die mich zu unserer Pressemitteilung interviewte. Heute Morgen wurde ich dann noch 2x angerufen, um von mir den neuesten Stand zu erfahren. So habe ich an diesem Wochenende also meine ersten drei Zeitungsinterviews auf schwedisch gehabt.

Es ist ein seltsames Gefühl, Auskünfte an die Presse zu erteilen, wenn es sich noch dazu um ein so wichtiges Thema handelt. Da lastet ganz schön viel Verantwortung auf einem. Ich bin ja nicht einmal Expertin für vulkanische Aschen, aber diesen Leuten reicht es mehr als aus, daß ich Vulkanologin bin (wenn ich auch gerade an etwas anderem arbeite) und auf Island gearbeitet habe. Ich bin trotzdem sehr vorsichtig gewesen mit meinen Aussagen. Wir wollen doch keine unbegründete Panik auslösen.

Hier ist übrigens der Link zu dem Zeitungsartikel, aktualisiert heute morgen.

Samstag, 17. April 2010

Neues von der Eruptionsfront

Vor einer halben Stunde habe ich den neuesten Bericht der Vulkanologen auf Island über eine Vulkan-Mailingliste erhalten. Da man in den Fernseh- und Internetnachrichten immer nur halbe Informationen bekommt, dachte ich, ich fasse die ungefilterten Meldungen mal zusammen. Als Quelle dient, wie gesagt, das isländische vulkanologische Institut.
  • Der Ausbruch findet momentan entlang einer etwa 2 km langen Spalte entlang des Kraterrandes der Eyjafjall-Caldera statt.
  • Die Stärke der Eruption war am ersten und zweiten Tag (14. und 15. April) etwa gleich, während am dritten Tag (heute) eine Schwankungen auftraten. Die Gesamtstärke der Eruption ist jedoch gleichbleibend.
  • Die Zusammensetzung des Magmas hat sich seit dem ersten, schwachen Aubruch verändert: Die momentan Eruptionsprodukte enthalten 11% mehr SiO2. Das bedeutet, daß die Lava zähflüssiger ist und deshalb Gase nicht so leicht entweichen können. Das macht den Ausbruch wiederum explosiver.
  • Es ist jetzt erwiesen, daß das Magma eine Menge Flour enthält, was wie ich gestern ja erklärt habe, gesundheitsgefährdend sein kann.
Soweit erst einmal die neuesten Neuigkeiten. Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Freitag, 16. April 2010

Vulkansprechstunde zwischen 8:00 and 9:00

Wenn man schon mal eine Vulkanologin kennt, dann sollte man sie auch fragen, wenn mal ein Vulkan ausbricht. Da ich heute mehrere Anfragen bezüglich der voraussichtlichen Dauer des Vulkanausbruchs des Eyjafjalla von Freunden und Familie bekommen habe, dachte ich, sollte ich hier etwas dazu schreiben.

Was ist da überhaupt los?
Am 20. März begann zwischen den beiden Vulkanen Katla und Eyjafjalla in Südisland eine kleine Eruption. Es gab ein paar kleine Lavafontänen und bis zum 12. April auch einige kleine Lavaströme. Das ganze war weniger gefährlich, sodaß Touristen mit Kleinflugzeugen und Hubschraubern über die Ausbruchsstelle fliegen konnten.

Ist das normal? Ist das gefährlich?
Solche sogenannten Spalteneruptionen kommen in Island öfter vor. Öfter bedeutet etwa einmal alle 100 Jahre. Sie können durchaus gefährlich werden, wenn sie wie zum Beispiel 1783-84 bei der Laki-Eruption große Landstriche von Lava bedeckt werden und große Mengen vulkanischer Gase ausgestoßen werden.

Was passiert jetzt und warum?
Am 14. April begann ein Ausbruch direkt am Rand des Eyjafjallavulkans. Das bedeutet, daß der Ausbruch jetzt in einem großen Vulkan mit einer Magmakammer in geringer Tiefe stattfindet. Diese Magmakammer enthält Magma mit der Zusammensetzung von Alkali-Olivinbasalt, weil der Vulkan in einer sehr jungen Spreizungszone liegt. Das bedeutet, daß sehr viele Alkalimetalle im Magma enthalten sind.

Dieses Magma ist explosiver als das, was in der Spalteneruption ausgebrochen ist. Außerdem bricht der Vulkan auch unter einem Gletscher aus, sodaß Lava mit Wasser in Kontakt kommt. Zusammensetzung und Wasser verursachen nun die Entstehung einer großen Aschewolke aus Wasserdampf, vulkanischen Aschen und größeren Partikeln und Gasen. Diese Wolke ist etwa 6 km hoch und wird mit den normalen Wettersystemen um den Globus verfrachtet und legt deshalb den Flugverkehr in Europa lahm.

Was ist das gefährliche an diesem Ausbruch?
Für die Isländer geht die augenblickliche Gefahr hauptsächlich von den Überflutungen durch das geschmolzene Gletschereis aus, die die Leute im Osten des Landes von schnellen Essenslieferungen abgeschnitten haben. Große Lavaströme wird es wohl nicht geben, maximal kleine.

Wichtiger ist die Aschewolke. Das Magma des Vulkans enthält zum Beispiel sehr viel Flour. Dieses ist schon in geringen Dosen extrem giftig. Bei der Lakieruption starben 80% der Schafe, und 50% der Kühe und Pferde auf Island, sodaß letztlich ein Drittel der Bevölkerung Islands starb. Auch im Rest Europas gab es nachgewiesenermaßen erhöhte Sterblichkeitsraten und kältere Sommer. Die Frage ist jetzt, wieviel Flour mit der Aschewolke verdriftet wird und tatsächlich in Europa ankommt. Weidetiere könnten vergiftet werden, wenn sie Gras fressen oder Wasser trinken, die von Asche verunreinigt sind.

Wie lange dauert der Ausbruch noch?
Augenblicklich nimmt die Stärke des Ausbruchs ja ab. Doch das bedeutet nicht, daß er zuende ist. Niemand kann sagen, wie lange er noch dauert. Es kann sich um Tage handeln, aber auch um Wochen oder Monate. Niemand kann das vorhersagen. Man wird auch erst kurz vor Ende der Eruption sehen, daß sie endet.

Kam der Ausbruch überraschend?
Nicht wirklich. Der Eyjafjalla-Vulkan ist schon seit Jahren im Visier der Geowissenschaftler und wird mit Satelliten, GPS, Seismometern und anderen Mitteln überwacht. Schon zweimal in den 90ern wäre es beinahe zu Ausbrüchen gekommen. Zumindest konnte nachgewiesen werden, daß Magma in den Vulkan aufstieg. Das Problem dabei ist nur, daß man nicht sagen kann, ob es zum Ausbruch kommt oder nicht. Eine Zuverlässige Warnung kann also kein Vulkanologe abgeben.

Fazit
Keine Panik! Man kann in einem Fall wie diesem absolut nichts machen. Ob Gefahren von der Asche ausgehen, kann man erst sagen, wenn man diese analysiert hat. Ich sammle gerade welche im Garten. Mal sehen, ob man sie sehen kann, denn eigentlich ist sie zu fein.

Wem es das alles noch nicht genug war, dem empfehle ich, mir Fragen zu schicken oder sich durch die folgenden Links zu ackern (Achtung: auf englisch und schwedisch!). Viel Spaß!

Neue Fotos der Aschewolke und der Schmelzwasserflut.
Bericht des isländischen Wetterdienstes über die erste Eruption.
Bericht des isländischen Wetterdienstes über die neue Eruption.
Eintrag über den Vulkan in der Datenbank der Smithsonian Institution.
Überblick über den Ausbruch in chronologischer Reihenfolge vom isländischen Vulkaninstitut.
Bericht der schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter.
Warnung des BBC für Leute mit Lungenproblemen.

Montag, 12. April 2010

Deutschlandrundreise - Der Rückblick

Im Rückblick auf die letzten 2 Wochen kann ich nur sagen, daß ich selten so viel von Deutschland gesehen habe in so kurzer Zeit, selbst als ich noch in Deutschland gewohnt habe. Das Bild zeigt nur eine grobe Berechnung mit Google Maps, die natürlich keine Beförderung mit dem Flugzeug einrechnet. Aber mit dem Auto wären es sage und schreibe 4698 km gewesen, die ich mit Flugzeug (insgesamt 3 Flüge), Bahn (inklusive ICE, RE, S-Bahn, Straßenbahn und Dampflock) und Auto (größtenteils als Dudis Beifahrerin) zurückgelegt habe. Irgendwie habe ich auch den Eindruck gewonnen, daß ich die meiste Zeit unterwegs war. Es ist erstaunlich, wie lange Zeit man wartet und wie lange man tatsächlich fährt.

Auf jeden Fall wollte ich noch Danke sagen an alle, die mir auf der Reise Gesellschaft geleistet haben und an alle, bei denen ich übernachten durfte. Es war schön, Euch wiederzusehen.

Jetzt bin ich froh, wieder zu Hause zu sein im Land der großen Distanzen und jeden Tag nur 50 km mit dem Auto fahren zu müssen.

Sonntag, 11. April 2010

Home sweet Chaos

Dieser Beitrag könnte auch heißen: "Ich hasse es, wenn ein Plan nicht funktioniert!"

Nach der Tagung in Frankfurt ging es gestern Abend endlich zurück nach Schweden. Leider erst um 19:50, denn aufgrund arktischer Temperaturen im Hörsaal während der Tagung und subtropischen, aber windigen Wetters draußen und aggressiver Osterviren (Wink nach Heidelberg und Martfeld) hatte mein Imunsystem kapituliert. Wenigstens habe ich nur Schnupfen und Kopfschmerzen, was allerdings genug ist, um einem einen Frühlingstag in Frankfurt zu vermiesen.

Nun ja, der Flug war jedenfalls für 19:50 angesetzt und sollte 21:30 in Stockholm landen. Dort hatten Freunde, die morgens nach Frankreich geflogen waren unser Auto auf dem Parkplatz zurückgelassen und den (leider einzigen) Schlüssel bei der Gepäckaufbewahrung hinterlegt, welche jedoch schon 22:00 schließt. Umso schlimmer war es, daß der Flugkapitän nach überpünktlichem Boarding mitteilte, daß die Maschine aufgrund hohen Verkehrsaufkommens auf dem Flughafen erst mit etwas Verspätung starten durfte! Gemeinheit! Aber was will man machen?

So landeten wir letztlich mit 30 Minuten Verspätung um 22 Uhr in Stockholm. Da half leider auch kein Sprint zur Gepäckaufbewahrung mehr. Da sich auch der Anrufbeantworter der Firma nicht erweichen ließ, blieben nur 2 Optionen: bis 6 Uhr auf dem Flughafen bleiben oder anderweitig nach Hause fahren und das Auto am nächsten Tag abholen. Da die armen, hungrigen Katzen und das eigene Bett ja zu Hause warteten, war die Wahl leichter. Also ging es mit dem Bus nach Uppsala, wo uns freundlicherweise ein Freund erwartete. Sein Auto durften wir uns dann bis zum nächsten Tag ausborgen. Danke Arnaud!!!

Die armen Katzen waren natürlich heilfroh, daß wir wieder zu Hause waren. In der Zwischenzeit hatten sie den Vorratsschrank aufgemacht (in dem sich kein Katzenfutter befindet) und versucht, sich von Knäckebrot und Quinoa zu ernähren. Mit wenig mehr Erfolg, als daß beides über den Küchenfußboden verteilt war. Ansonsten haben sie die Zeit allein jedoch gut überstanden und nur noch ein kleines bißchen Unordnung gemacht.

Nachdem wir dann nach einer kurzen Nacht das Auto am Flughafen abgeholt und unserem Freund seines wieder zurückgegeben hatten, bleibt heute noch die Aufgabe, daß Haus wieder auf Vordermann zu bringen. Vielleicht bleibt ja auch noch Zeit, den Garten zu erkunden, der unter dem Schnee zum Vorschein gekommen ist.

Dienstag, 6. April 2010

Deutschlandrundreise - Teil 2

Meine Rundreise durch Deutschland ist nun bald zuende. Heute Abend geht es nach Frankfurt. Momentan sitze ich aber am Computer meiner Freundin in Heidelberg. Hier ist es wie immer frühlingshafter als irgendwo sonst in Deutschland um diese Jahreszeit. Nach einem Wochenende mit Wetter, bei dem der April seinem Namen wieder einmal alle Ehre gemacht hat, kann ich ein bißchen Sonne brauchen.
Von Freitag bis Montag war ich mit Freunden in Gerolstein, inklusive Ausflügen nach Bitburg und Trier. Wenn ich wieder zu Hause bin, werde ich auch mal Fotos hochladen. Jetzt sei nur gesagt, daß es ein sehr schönes Wochenende war, auch wenn wir mit einer stinkenden Dampflock von Gerolstein zurück nach Köln (schon wieder Köln!) fahren mußten. Doch letztlich sind wir doch noch in Heidelberg angekommen. Mal sehen, was der Tag noch bringt bis heute Abend.