Mittwoch, 30. November 2011

Novemberdepression? Keine Zeit!

Der November ist ja mit Abstand der trostloseste Monat in Schweden. Während hier normalerweise sehr oft schönes Wetter ist (jedenfalls öfter als in Göttingen), ist der November generell bedeckt, regnerisch, stürmisch und zu allem Überfluß dunkel. Jetzt Ende November geht die Sonne schon 14:55 unter. Und vor dem 1. Advent, wenn alle Schweden ihre Lichterdeko aufhängen, und dem ersten Schnee ist es wirklich unglaublich dunkel. Da wundert es nicht, daß einen generell alle vor dem November warnen. Dieser Monat ist prädestiniert für jahreszeitlich bedingte Depressionen.

Doch dieses Jahr hatte ich einfach keine Zeit, überhaupt über so etwas nachzudenken. Viel zu viel zutun. Außerdem hat mir ein Kollege einen guten Rat gegeben, als ich ihn eines regnerischen Montag Morgens an der Kaffeemaschine traf: Mach Deine Laune nicht vom Wetter abhänging.  
Da hat er wohl recht.

Orkanwochenende in Stavanger

Häuser am Hafen von Stavanger.
Am Wochenende waren wir für einen Blitzbesuch bei unseren besten göttinger Freunden im norwegischen Stavanger. Von Uppsala ist das sozusagen um die Ecke. Und wir mußten uns ja auch davon überzeugen, daß es unseren Freunden in Erdölcity gutgeht und sie sich dort auch zu Hause fühlen. Leider zeigte sich da Wetter von seiner stürmischen Seite: ein Orkan fegte von der Küste über Skandinavien und hat Flugzeuge, Häuser und uns ganz schön durchgepustet. Da mußten wir uns dann aufs Schlechtwetterprogramm verlegen. Das ließ aber keine Wünsche offen: Ölmuseum, Stadtspaziergang, Inselhopping und strom watching am Strand. Auch die Verpflegung war exzellent: Shrimps, Lachs und Quarkkuchen Stavanger Art.... Lecker! Ich hoffe, ein paar der Rezepte, wird es demnächst auf voracious silence geben.
Eingang zum Ölmuseum.
Frage: Was machen Norweger bei Orkan? Antwort: Sie fahren an den Strand. Das sorgt dann schon mal für Verkehrsstaus in der Pampa.
Die berühmte Altstadt von Stavanger. Zu dieser Jahreszeit niedlich und ganz für uns.
Auf dem Turmberg in Stavanger mit Blick auf den Hafen und die Altstadt.
Das Ölmuseum am Stavanger Hafen.


Wir kommen auf jeden Fall wieder, und dann ziehen wir das Gutwetterprogramm durch!

Mittwoch, 16. November 2011

Marathonwoche - Teil 3

Eingang zur Messe.
Schwedens höchstes Gebäude.
Tag 3 der Marathonwoche ist im Gange. Gerade warte ich auf den  Zug von Upplands Väsby nach Uppsala. Ich bin auf dem Weg zurück vom ersten Tag einer 2tägigen Messe über Gesellschaftsicherheit (samhällssäkerhet) in Kista, einem Vortort von Stockholm. Ich besuche diese Messe in meiner Funktion als Kommunikationsbauftragte des Zentrums für Naturkatastrophenforschung. Es ist schon recht interessant zu sehen, welche Behörden, Universiteten und Firmen mit Sicherheitsfragen im Krisenfall zutun haben. Andererseits brennt wie gesagt auf Arbeit die Luft, sodaß ich mich nach meiner Pflichtzeit am Poster des Katastrophenzentrums auf den Rückweg begeben habe. Das heißt, ich treffe hoffentlich gegen 16 Uhr auf Arbeit ein, um dort in der Schlußphase des Artikelschreibens und -abschickens behilflich zu sein. Morgen muß ich dann nochmal zur Messe nach Stockholm. Was für eine Woche!
Beim Warten auf den Zug.

Marathonwoche - Teil 2

Wie Marathonwochen das so an sich haben, habe ich es gestern nicht geschafft vom 2. Tag zu berichten. Alle meine Pläne wurden durcheinandergeworfen. Eigentlich sollte ich ja 6 Stunden lang ein Praktikum unterrichten. Aber es stellte sich heraus, daß der Helfer des Systemadministrators trotz mehrerer Nachfragen die benötigte Software nicht auf den Rechnern im Computerkabinett installiert hatte. Also wurde mein Praktikum abgesagt, was leider eine Menge Scherereien nach sich zieht. Mein Chef ist zwar 2 Stunden eingesprungen, aber ich muß jetzt einen oder mehrere neue Termine finden, die den Stundenten passen und an denen der Raum frei ist. Außerdem sollte gestern in der ersten Unterrichtsstunde ein Mentor hospitieren, mit dem ich seit Wochen einen Termin ausgemacht habe. Das ist meine letzte Aufgabe für den Pädagogikkurs. Nun muß ich alles umplanen.

Jedenfalls hatte ich gestern ausreichend Zeit, meinen wissenschaftlichen Aufgaben nachzugehen, das heißt momentan, daß ich an einem Artikel über den Vulkanausbruch auf El Hierro arbeite. Das ganze ist sehr dringend und hat mir in den letzten Wochen schon unzählige Überstunden eingebracht. Ich verspreche, ich liefere hier demnächst noch einen genaueren Bericht dazu ab, wenn der Artikel abgeschickt ist. Das sollte in den nächsten Tegen, vielleicht sogar heute, geschehen. Jedenfalls hoffe ich, daß es heute nicht schon wieder in solchen Stress ausartet wie gestern, wo ich mich dann um 19 Uhr ausgeklinkt habe, um nach Hause zu fahren.

Montag, 14. November 2011

Marathonwoche Teil 1

Gerade bin ich auf dem Weg nach Oslo mit Norwegian airline. Erfreulicherweise gibt es w-lan an Bord. Nicht so erfreulicherweise haben wir 25 min Verspätung. Mal sehen, wie sich der Tag so entwickelt.

So, auf dem Rückweg. Mein Meeting mit Vulkanologen aus Norwegen,Dänemark, Schweden und Island war definitiv erfolgreich und sehr konstruktiv. So konstruktiv, daß wir jetzt (19:00) schon zurückfliegen Das heißt, wir haben umgebucht, was uns 2,5 Stunden eher nach Hause bringt.

Zu Hause und im Bett mit reichlich Verspätung dank Zwischenstopp beim Chef. Jetzt (23:40) wird geschlafen. Morgen geht der Marathon weiter.

Donnerstag, 3. November 2011

Einstellungssache - Teil 3

3,148 Millionen schwedische Kronen. Das ist die Summe dessen, was mir der schwedische Wissenschaftsrat heute genehmigt hat, und zwar von 2012 bis 2015. Ich habe jede Krone bewilligt bekommen, die ich beantragt hatte. Das ist wirklich ein Riesenerfolg! Nächste Woche habe ich ein Treffen mit meinem Chef, um die genaue Zusammensetzung meines Arbeitsvertrages auszuhandeln.

Ansonsten weiß ich gerade nicht so richtig, wo mir der Kopf steht. Aufgrund der momentanen Eruption vor der Insel El Hierro habe ich zusätzlich zu meinen anderen tausend Aufgaben noch mit Presse und Proben zutun, da mein anderer Chef gerade auf El Hierro ist. Das bedeutet jede Menge Aufregung, was ja irgendwie schon cool ist, aber auch eine Menge Überstunden und die auch am Wochenende. Dabei bin ich seit 1. November nicht mal angestellt. Gestern und heute hatte ich dann auch noch meine zwei letzten Tage beim Pädagogikkurs, was natürlich noch zusätzlich Stunden meiner Arbeitszeit in Anspruch genommen hat.

Es tut mir ja leid, daß ich hier in letzter Zeit nur über meinen Streß jammere, aber irgendwie wird es nicht besser, sondern immer mehr. Und wenn ich dann abends zu Hause bin, habe ich verständlicherweise keine Lust auf gar nichts mehr. Ich hoffe, ich komme nächste Woche mal ein bißchen zu Rande, denn in der Woche danach wird erst recht die Hölle losbrechen.

Ich freu mich schon auf Ende November und Anfang Dezember, wenn es wenigstens übers Wochenende mal raus geht zu Freunden und Familie. Aber Ich glaube, Weihnachten werde ich einfach komplett durchschlafen, hoffentlich eingeschneit bis zum Obergeschoß.