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Freitag, 27. Juni 2014

Mittsommerwochenende in Stavanger

Am letzten Wochenende waren wir  einmal mehr in Stavanger zu Besuch. Und das erste Mal überhaupt war das Wetter dort - bis auf den obligatorischen Sturm - besser als bei uns in Schweden. So konnten wir uns dem Wandern, Lachsangeln und dem Spazieren am Strand widmen und zudem noch einen runden Geburtstag nachfeiern. Dank norwegischer Erdbeeren, eichsfelder Rostbratwurst und sherryhaltiger Vorspeisen konnten wir es uns richtig gutgehen lassen. Und auch wenn in Norwegen Mittsommer nicht richtig gefeiert wird, habe ich zur Kompensation einen Blumenkranz geflochten.

Sonntag, 16. Februar 2014

Geologischer Kuchen 2.0

Vor einem Jahr habe ich das erste Mal für die Studenten in meinem Kartenanalysekurs einen Kuchen gebacken, um ihrem dreidimensionalen Denken auf die Sprünge zu helfen. Damals war der Kuchen der Abschluss des Kurses. Doch diesmal habe ich einen deutlich verbesserten Kuchen am dritten Tag mitgebracht und ihn gezielt benutzt, um Blockmodelle, Quer-, Parallel- und Schrägprofile zu erklären. Der Kuchen ist wie letztes Jahr auch schon sehr gut angekommen.  Die Klasse dieses Jahr ist aber wesentlich motivierter, sodass es noch mehr Spaß gemacht hat. Und ich glaube, der Kuchen hat den Studenten wirklich geholfen, dreidimensional zu denken. Nächstes Jahr gibt es auf jeden Fall wieder Kuchen. Und ich gebe mir Mühe, daß er noch geologischer wird.

P.S. Dieses Jahr habe ich Fertigbackmischungen für Zucker- und Zitronenkuchen für den Teig benutzt, den ich dann in Etappen mit Lebensmittelfarbe, Kakao und Safran eingefärbt und auf einem Backblech gebacken habe. Jede Kuchenlage habe ich dann abkühlen lassen und dann mit Nutella zusammengeklebt.

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Stuck, Schrotkugeln und Nobelpreisträger

Zum finalen Abschluss meines diesjährigen Führungskräftekurses war ich in der Woche vor Weihnachten zusammen mit den anderen Teilnehmern zum Abendessen bei unserer Unirektorin (in Deutschland entspricht das wohl der Unipräsidentin) eingeladen. Sowas passiert natürlich nicht bei der Rektorin zu Hause.  Dafür gibt es im Hauptgebäude der Uni eine Repräsentationswohnung, die mit antiken Möbeln, Stuck und Gemälden eingerichtet ist.

Die Rektorin muß wahrscheinlich öfter solche repräsentativen Abendessen abhalten, als ihr lieb ist, Smalltalk und Reden halten und wichtige und weniger wichtige Leute treffen. Meine Gruppe war diesen Monat jedenfalls nicht der Höhepunkt, denn der Gästebucheintrag auf der Seite vor der, auf der wir unterschrieben war von den diesjährigen Nobelpreisträgern, die am Freitag zuvor Uppsala besucht hatten.

Doch auch wenn wir nicht die wichtigsten Besucher waren, bekamen wir hervorragendes Essen. Zum Hauptgang gab es Wildente (inklusive Schrotkugel), was dem Geschmack aber keinen Abbruch tat.

Punkt 20 Uhr war der Ball, äh das Abendessen jedenfalls vorbei, und ich ließ mich von meiner blauen Kutsche abholen.

Dienstag, 24. Dezember 2013

Die Regeln des schwedischen Weihmachtsessens

Mittlerweile war ich schon auf diversen julbord (schwedischen Weihnachtsessen), doch es hat bis zu diesem Weihnachten gebraucht, um endlich herauszufinden, welche Regeln bei diesem traditionellen Festessen gelten.
Dies ist einer der 4 Tische, durch die man sich kämpfen kann/muß.
Wie man auf dem Bild gut erkennen kann, ist der Tisch mit den verschiedensten Gerichten voll beladen. Wie soll man sich da entscheiden? Zum Glück gibt es dafür Richtlinien, an die man sich halten kann, wenn man traditionsbewußt ist. Diese Richtlinien sehen 5 verschiedene Gänge vor:
  1. Der erste Gang besteht aus eingelegtem Hering in allen Varianten, zusammen mit Brot (süß oder Knäckebrot).
  2. Darauf folgt ein Gang mit geräuchertem, gebeiztem, gekochtem usw. Lachs, Lachpastete und halben gekochten Eiern mit Kaviar.
  3. Bei Gang Nummer 3 gibt es dann endlich was Substanzielles: Sülze, Pasteten, Würstchen, Roastbeef, Hirsch, geräuchertes Fleisch und Julschinken.
  4. Wer jetzt immer noch nicht genug hat, kann sich beim 4. Gang mit Weihnachtswürstchen, Auflauf, Omelette, Rippchen, Rotkohl und in Lauge gekochtem Trockenfisch (lutfisk) und Fleischbrühe mit eingetunktem Brot.
  5. Völlig fertig darf man sich beim 5. Gang endlich den süßen Dingen des Lebens widmen, dem Nachtisch. Der besteht typich schwedisch aus Reisbrei mit Schlagsahne (ris a la Malta), knuspriges Waffelgebäck, Bonbons und Pralinen, Käse und Cracker, sowie natürlich der obligatorische Kaffee.
Das julbord stammt aus ärmeren Zeiten, in denen die Bauern im Winter alles aufgefahren haben, was sie hatten. In Michel aus Lönneberga gibt es eine Szene, in der Michel die Armen des Dorfes zum julbord einlädt. Heutzutage ist ein solch überschwängliches Essen natürlich nicht mehr richtig mit unserem Lebenstil zu vereinbaren. Deshalb halte ich mich beim Arbeitsweihnachtsessen an die Sachen, die ich mag, zum Beispiel warmgeräucherten Lachs, geräucherte Entenbrust und Julschinken. Das macht es deutlich leichter, nach dem Essen, nicht als Kugel zurück auf Arbeit rollen zu müssen.

Einige der Gerichte habe ich übrigens zu meinem Foodblog voracious silence verlinkt, solltet Ihr jetzt Appetit haben. Frohes Nachkochen!

Montag, 16. Dezember 2013

Diamanten, Plätzchen und Harzkäse

Am Wochenende waren wir auf Blitzbesuch in Deutschland zur diamantenen Hochzeit meiner Großeltern. Für alle, die wie ich vor ein paar Wochen nicht wussten, was das ist: diamantene Hochzeit feiert man nach 60 Jahren Ehe. Wahnsinn! 

Das Wochenende war also sehr kurz und intensiv mit gerade genug Zeit, um unsere Harzkäse- und Kaffeevorräte aufzustocken und dann mit der Familie im Dorf meiner Großeltern bei Kaffee und Plätzchen (und Kuchen) und dann später beim Abendessen zu feiern. Es war schön, mal wieder etwas Zeit mit Verwandten zu verbringen, die schon Jahre nicht gesehen habe.

Sonntag Mittag saßen wir dann auch schon wieder im Flieger zurück nach Schweden. Für mich war das dieses Jahr übrigens mein 21. Flug (Verbindungsflüge einzeln gezählt). Das reicht wohl.

Mittwoch, 29. Mai 2013

Der einzig wahre Vulkankuchen

Für die Doktorfeier meiner Freundin, die letzte Woche über ein vulkanologisches Thema promoviert hat, haben meine Freunde und ich einen Vulkankuchen gebacken. Wenn man volcano cake googelt, findet man eine Menge Ideen. Auch auf youtube gibt es einen schier unglaublichen Schatz and Ideen rund um dieses Thema. Bei uns hat die Idee allein ausgereicht, um eine Flut von Emails über alle Möglichkeiten zu erzeugen. Letztendlich kam aber dabei folgender Kuchen heraus:
Dies ist der wahrscheinlich einzige Vulkankuchen, der auch wirklich von Vulkanologen gemacht wurde, und der aufgrund dessen vollständig wissenschaftlich korrekt ist. Er hatte unter anderem Lavaströme, einen Lavadom, eine Magmakammer, eine unter dem Vulkan liegende Schicht aus Sedimentgestein und Xenolithe.

Um den Kuchen ins rechte Licht zu rücken, gab es auf der Party sogar eine power point-Präsentation, die an die Verteidigungspräsentation angelehnt war und den Kuchen in einen wissenschaftlichen Kontext setzte. Das große Finale war dann, daß meine Freundin den Kuchen anschneiden und zusehen durfte, wie das Magma (Kirschsauce) aus der Magmakammer herauslief. Ganz nebenbei hat der Kuchen dann natürlich auch als Nachtisch gedient.

Montag, 1. April 2013

Påsk - Ostern auf schwedisch

Viele der schwedischen Feiertagstraditionen stammen aus dem deutschen Raum, zum Beispiel der Weihnachtsbaum. Auch die Ostertraditionen ähneln den deutschen. Doch es gibt da ein paar interessante Unterschiede, wenn es um das schwedische påsk im Vergleich zum deutschen Osterfest geht.

Hexen statt Hasen
Das Symbol des Osterhasen findet man hier höchstens in Form eines Lind-Schokoladenosterhasen. Der Hase ist als Ostersymbol eindeutig nicht so verbreitet in Schweden. Stattdessen fielen mir am Gründonnerstag die vielen als Hexe verkleideten Kinder auf, die mit Kopftuch und rot gemalten Wangen überall herumsprangen. Nach etwas Recherche habe ich herausgefunden, daß sich die Kinder als påstkärring oder Osterhexe verkleidet hatten. Angeblich gehen diese kleinen Hexen in ihrer Nachbarschaft ganz ähnlich wie beim amerikanischen Halloween von Tür zu Tür und bieten selbstgemalte Bilder gegen Süßigkeiten zum Tausch an.

Federn statt Blüten
Den typischen Anblick des deutschen Vorgartens mit blühenden Forsythienbüschen voller Plastikeier oder bemalter ausgeblasener Eierschalen sucht man in Schweden vergebens. Zum einen blüht hier noch rein gar nichts. Nicht einmal die Krokusse haben es geschafft dieses Jahr. Und statt Eierdeko sind die Spitzen der Büsche mit bunten Federn geschmückt. Was es damit auf sich hat, ist mir ein Rätsel. Als wir am Samstag bei unserem französichen Freund zum Kaffee waren, fragte ich kurzerhand seinen 9jährigen in Schweden aufgewachsenen Sohn. Der erklärte mir: Ist doch klar. Die Federn kommen von den Hühnern!
Godis, Påsköl und Påskmust
Natürlich gibt es auch in Schweden typische Spezialitäten, die es nur zu Ostern gibt. So sind zum Beispiel die Supermärkte gerade voll mit Ostersüßigkeiten: Marzipaneier, Schokoeier usw. Es gibt auch solche ungefähr straußeneigroßen bunten Pappeier aus zwei Hälften, die mit Süßigkeiten gefüllt sind. påsköl ist ein Bier und påskmust eine Art Faßbrause, die es beide nur zu Ostern gibt. Das traditionelle Osteressen ist übrigens wie in Deutschland auch Lamm.

Das war es mit Ostern aber für dieses Jahr auch schon wieder. Die Schulkinder haben zwar diese Woche noch Ferien, aber ich muß morgen wieder auf Arbeit.

Donnerstag, 21. März 2013

Märzupdate

Wenn ich abends nach Hause komme, denke ich oft, ich müßte doch mal wieder was bloggen. Als nächstes denke ich, daß es eigentlich nichts Spannendes zu berichten gibt. Es passiert zwar viel, aber eben nur auf Arbeit:
  • Letzte Woche habe ich mit Kollegen einen großen Antrag auf Forschungsgelder abgeschickt. Das war ein hartes Stück Arbeit mit langen Tagen. Aber hinterher waren wir alle verdientermaßen stolz auf uns.
  • Die Zeit der Bachelor- und Masterarbeiten hat angefangen. Ich betreue und zweitbetreue 4 Bachelor- und 2 Masterstudenten. Mit den Bachelorstudenten geht es morgen ins Gelände in die Nähe von Stockholm. Das wird ein Spaß bei -8 bis max. -4°C.
  • Heute habe ich nach mehreren Monaten Arbeit unserem Vorstand einen Plan vorgelegt, wie man die Platzprobleme unseres Instituts lösen kann. Der Plan wurde angenommen. Jetzt kann die Arbeit also richtig losgehen.
Zu Hause ist dagegen kaum was los:
  • Der tolle neue und besonders teure IKEA-Herd in unserer neuen Küche ist kaputt. Wenn wir Glück haben, können wir Ostern vielleicht wieder was backen. 
  • Das Eßzimmer wird als solches genutzt, auch wenn wir noch nicht ganz fertig sind und auch noch keine Lampe an der Decke hängt.
Wie gesagt, das alles ist kaum der Rede wert. Hoffentlich ist bald Frühling.

Donnerstag, 21. Februar 2013

Geologischer Kuchen

Gerade habe ich die letzte meiner 24 Unterrichtsstunden in Kartenanalyse für dieses Semester abgeschlossen. Zur Feier des Tages habe ich für die Studenten einen geologischen Kuchen gebacken.
Dieses Jahr hatte ich eine schwierige Klasse: 32 Stundenten, darunter sehr schlaue, sehr faule und vielleicht auch ein paar dumme. Auf jeden Fall habe ich alle Register gezogen, um sie zu motivieren, und alle pädagogischen Tricks angewendet, die ich kenne. Oft war ich nach einem Nachmittag unterricht ziemlich frustriert, weil mir nicht gelungen ist, den Studies zu vermitteln, wie toll Strukturgeologie ist.

Gestern gab es dann aber doch einen Durchbruch: In den letzten 6 Stunden lasse ich die Stundenten an Projekten arbeiten, die im Vergleich zu den anderen Übungen sehr schwer sind. Außerdem gebe ich ihnen nicht vor, mit welchen Methoden sie die Aufgaben lösen sollen. Ich glaube, die ersten beiden Stunden habe ich von allen 10 Gruppen nur gehört, daß sie feststecken, nicht wissen, was sie machen sollen, und Angst haben, etwas falsch zu machen. Diese Zaghaftigkeit und Unfähigkeit, selbstständig zu denken, ist ein generelles Problem. Nach den 2 Stunden, viel Hin- und Hergerenne zwischen den Gruppen kam dann aber der Durchbruch. Langsam zeichnete sich ab, daß man durch Probieren und Zerlegung des Problems in Teilprobleme doch ein ganzes Stück weit kommt. Heute haben die Stundenten dann nach 2 weiteren Stunden ihre Ergebnisse präsentiert. Ich bin echt stolz, wie weit sie gekommen sind. Ich hoffe, sie auch.

Zum würdigen Abschluß des Praktikums gab es dann Kuchen. Mein erster Versuch, eines geologischen Kuchens und eine lohnende pädagogische Übung, denn in meinem Praktikum geht es um 3D-Vorstellungsvermögen. Nächstes Jahr werde ich ganz sicher wieder einen Kuchen backen. Vielleicht versuche ich mich dann ja mal an einer schwierigeren geologischen Situation.

Freitag, 23. November 2012

Quer durch Südafrika - Fazit


Man kann es vielleicht zwischen den Zeilen meiner Posts zu unserer Südafrikareise lesen oder an den Fotos sehen, die ich jetzt bei allen Posts nachgetragen habe, aber diese Reise war wirklich unvergeßlich. Südafrika ist ein riesiges Land voller Kontraste. Unsere Reise führte uns von Johannesburg zum Ithala Game Reserve bei Louwsburg, zum Royal Natal und zum Giant's Castle Nationalpark in den Drakensbergen, nach Coffee Bay an der Wild Coast, nach Port Elizabeth und über Queenstown und Dordrecht in die Karoo-Halbwüste, um am Ende von Post Elizabeth die Heimflüge anzutreten. Laut Google Maps sind das etwa 3000 km Direktstrecke vor allem in den Provinzen Kwazulu-Natal und Eastern Cape.
Google Maps Link.
Wir haben die wahnsinnig schöne Natur der Nationalparks gesehen. Die Tiere und Pflanzen dort in freier Wildbahn zu sehen, ist einfach atemberaubend. Das Highlight dabei war ohne Frage der Besuch im Addo Elephant Park, wo die Elefanten wirklich zum Greifen nahe waren.
Nur ein Handyfoto, aber immerhin: so nah waren die Elefanten.
Noch ein Elefantenhandyfoto.
Außerdem war es fantastisch, im Oktober und November durch die grüne und blühende Landschaft zu wandern, Blumen zu sehen, die wir in Europa nur aus dem Gewächshaus im botanischen Garten kennen oder manchmal auch als Zimmerpflanze halten. Vor allem die Drakensberge mit ihren schroffen Bergen, den mehr als 15 verschiedenen Vegetationszonen und den Höhlenmalereien haben es mir angetan.


Auch kulinarisch hat Südafrika so einiges zu bieten. Wo sonst kann man so lecker und sogar bezahlbar essen gehen. Der Service ist um einiges besser als in Schweden, und neben köstlichen Weinen gibt es auch so exotische Dinge wie Krokodil, Warzenschwein und Kudu, was ich alles nur empfehlen kann.
Voila! Carpaccio vom Warzenschwein, Krokodil und Springbock.

Springbockcarpaccio. Auch allein ein Wahnsinn!
Kudu, Warzenschwein und Springbock als Filets!
Noch eine Neuentdeckung für mich: Red Cappucchino mit Roibos.
Mein neues Motto.

Auf der anderen Seite ist Südafrika ein Land, in dem ein großer Teil der Bevölkerung in Lehmhütten mit Strohdach und ohne Strom oder fließend Wasser lebt, während der Lebensstandard in einigen Städten durchaus mit dem europäischen mithalten kann. Vielerorts, auch in den teuren und noblen Nationalparkunterkünften, sieht man, daß zwar alles pieksauber ist, aber seit Jahren nichts mehr repariert oder renoviert wurde. Auch im Gespräch mit unserem ersten Gastgeber, der zu den Buren (weißer Südafrikaner niederländischer Abstammung) gehört, haben wir erfahren, daß es momentan kaum Fortschritt auf irgendeinem Gebiet in Südafrika gibt. Besonders deutlich war das in Coffee Bay, wo es wirklich traurig und trostlos zuging, obwohl man dort touristisch bestimmt einiges auf die Beine stellen könnte.

So oder so haben wir nicht einmal die Hälfte des Landes gesehen. Ich würde gern wenigstens noch einmal hinreisen und mir Kapstadt und die Südküste entlang der sogenannten Gartenstraße anschauen. Vielleicht wird das ja irgendwann noch mal was.

Montag, 8. Oktober 2012

Dinos, Schnittchen & kaltes Rentier

Es ist Herbst, Zeit für die jährliche Herbstparty auf Arbeit. Dieses Jahr gab es am Nachmittag davor außerdem eine Infoveranstaltung, bei der der Institutsleiter, der neue Studentenaustauschkoordinator, die Chefin der Verwaltung usw. die Mitarbeiter über neue Entwicklungen informiert haben. Dann gab es Schnittchen im umgestalteten Foyer, in dem seit Neuestem ein Ichtyosaurusskelett hängt.
Das Ichtyosaurusskelett im Foyer des Instituts.
 Außerdem wurde die neu gestaltete Bibliothek mit einer Schnitzeljagd eingeweiht. Die Forschungsabteilungen zeigten zudem neu angeschafte Ausrüstung.


Die Abteilung Luft, Wasser und Landschaftslehre lassen einen Wetterbalon steigen.
Am Abend gab es dann ein 3-Gänge-Menu für die Angestellten im Gebäude von einer der Studentenverbindungen, eine gute Gelegenheit, sich mit Kollegen zu unterhalten, zumal das Essen auch ziemlich lange auf sich warten ließ. Zwischen Vorspeise und Hauptgang verging mindestens eine Stunde. Und leider war das Rentier auch noch kalt. Es ist aber auch schwierig, 110 Leuten gleichzeitig etwas Warmes vorzusetzen. Na ja, ich will mich nicht beklagen. Ein Herbstdinner auf Kosten des Arbeitgebers gibt es an deutschen Unis nicht.

Mittwoch, 1. August 2012

Die Bärenjagd ist eröffnet

Auch wenn der Sommer bisher eher zu wünschen übrig läßt, gibt es einen Lichtblick bei all dem Regen und den mittelmäßigen Temperaturen: dieses Jahr ist ein perfektes Bären-, äh Beerenjahr. Wir erinnern uns: auf schwedisch heißen Beeren bär. Es gibt momentan jede Menge riesengroße Blaubeeren im Wald. Außerdem sind im Garten die Johannisbeeren und die Stachelbeeren reif. Zum ersten Mal gibt es auch nennenswerte Mengen an Himbeeren, die in den letzten Jahren eigentlich immer vertrocknet sind. Einen Grund zum Meckern gibt's aber doch schon wieder, wenn auch mit Augenzwinkern: alles wird gleichzeitig reif! Also muß alles gleichzeitig geerntet und verarbeitet werden. 
Blaubeeren, Himbeeren, Stachelbeeren und Johannisbeeren und eine leicht genervt guckende Katze.
So haben wir auch jetzt schon einige Stunden im Wald und im Garten mit Beerenpflücken verbracht. Im Falle der Blaubeeren gibt es da zum Gluck ein sehr hilfreiches Instrument, das hier in Schweden in keiner Blaubeersaison fehlen darf: der bärplockare (Beerenpflücker), eine Art Kamm, mit dem man die Blaubeeren aus den Büschen kämmen kann, ohne die Beeren zu zerquetschen und der Pflanze dabei zu schaden. Damit geht das Ernten echt einigermaßen schnell. dann braucht man noch ein spezielles Sieb, um die Blätter auszusieben und schon hat man seine Blaubeeren geputzt.

In nächster Zeit gibt es also auch wieder das ein oder andere Kuchen- und Marmeladenrezept auf voracious silence, zum Beispiel:
Geburtstagskuchen mit Erdbeeren und Blaubeeren
Blaubeer-Johannisbeermarmelade
Waldbeermarmelade mit Blaubeeren, Walderdbeeren und Himbeeren
Stachelbeer-Johannisbeermarmelade
Pinke Sommerbeerenmuffins
Die Rezepte werden dann verlinkt, sobald sie fertiggepostet sind.

Sieben.
Ein bißchen sortieren.


Fertig.

Montag, 30. Juli 2012

Hochzeitsmarathon - Teil 2

Nun also Teil 2 zur Marathonhochzeit - bevor alle Erinnerungen verblaßt sind und alle Kuchenkalorien wieder abtrainiert.
Am Samstagmorgen ging die Hochzeit glücklicherweise langsam in ihre nächste Runde. Dank Unterbringung auf der Burg Bodenstein konnten wir gemütlich frühstücken (inklusive Geburtstagstorte mit Nougat) und uns dann langsam anziehen.

Die kirchliche Trauung fand dann am frühen Nachmittag in der St. Antoniuskirche in Worbis statt. Das war nicht nur meine erste katholische Hochzeit, sondern auch mein erster katholischer Gottesdienst. Als unqualifizierte Beobachterin konnte ich manchmal nur bedingt folgen, wobei ich mich am besten an den Liedern des breitenworbiser Kirchchores orientieren. Nach Trauung, Segen, Kommunion, Kerze, Segenswünschen, Aufstehen, Knien und Hinsetzen zog dann ein strahlendes Brautpaar aus der Kirche aus, wo pünktlich auch die Sonne wieder strahlte.

Nach Glückwünschen von Familien, Bekannten und Freunden setzte sich eine Kolonne von Autos in Richtung Burg in Bewegung. Im Burghof wartete der Schützenverein des Bräutigams für Salutschüsse und der obligatorische Baumstamm zum Durchsägen. Als echter Nordmann und Nordfrau machte das Brautpaar dabei selbstverständlich eine super Figur. Beim folgenden Sektempfang mußte deshalb auch erst einmal eine Stärkung in Form von knusperwarmen Bretzeln her. Mmmmmhh...

Dann ging es auch schon zum Kaffeetrinken in den Burgsaal vorbei am üppigen Kuchenbuffet mit etwa 20 Torten neben der Hochzeitstorte. Da war es unmöglich, von allem zu probieren. Anschließend gab es für die Gäste verschiedene Aktivitäten zur Auswahl, während das Brautpaar draußen sein Hochzeitsfotoshooting absolvierte: Man konnte entweder eine Burgführung machen oder einem Orgelkonzert in der Burgkapelle beiwohnen. Wir hatten eine Extraaufgabe: In der gemütlichen Bibliothek der Burg durften wir die Gästefotos machen. Das war echt ein Spaß! Vor allem nachdem meine Freundin eine Reihe lustiger Cowbowhüte aus ihrem Zimmer hervorzauberte.
Das Abendessen war sehr lecker: 4 Gänge, darunter Hochzeitssuppe, Wachtel auf Salat, heimischer Hirschrollbraten mit thüringer Klößen und Rotkohl, sowie Erdbeeren mit Vanilleeis. Besonders der Hauptgang hat mir gefallen, wo der Hirsch doch aus dem Heimatdorf des Bräutigams kam.

Ansonsten war der Abend gesprenkelt mit schönen, kleinen Showeinlagen ohne peinliche Spiele. Mein Lieblingsbeitrag war eine Playbackaufführung des norwegischen Lieblingsliedes des Bräutigams durch seine und ihre Schwestern, dicht gefolgt vom mittelalterlichen Minnelied, das der Vater der Braut geschrieben und von der Familie der Braut aufgeführt wurde.

Alles in allem eine wahnsinnstolle Hochzeit mit viel Tradition  aber ohne Kitsch.

(P.S. Um das ganze mal zum Abschluß zu bringen: Wir sind am nächsten Tag nach dem Frühstück zu unseren Freunden in Hannover gefahren, wo wir abends noch mit einem gemeinsamen Studienfreund gegrillt haben. Am Montag haben wir dann einen Ausflug zum neuen Rathaus in Hannover gemacht, von wo aus wir einen grandiosen Ausblick über ganz Hannover hatten. Dann ging es mit dem Auto nach Berlin und von dort mit dem Flieger nach Schweden. Puh! Was für ein Wochenende!)

Sonntag, 22. Juli 2012

30 über Nacht

Man wird ja auch nicht jünger. Ich auch nicht. Und so hat auch mich die böse 3 eingeholt. Aber so schlimm ist das eigentlich nicht. Ich bin ganz zufrieden mit dem, was ich in den 30 Jahren erreicht habe. Da kann ich mich auch mit meinem Alter anfreunden.
Mein Geburtstagskuchen. Rezept gibt's demnächst auf voracioussilence.blogspot.com.
Ansonsten war heute ein schöner Tag: eine Homage an das schöne Landleben hier mit allem, was ich hier gern tue: Mitternachtscocktail, gemütlich frühstücken, wandern, Blaubeeren pflücken, Pilze (die ersten Pfifferlinge!) sammeln, Kuchen backen, spazieren gehen und lecker kochen.

Ach ja, und natürlich Geschenke auspacken. An dieser Stelle vielen Dank für die Glückwünsche und die Geschenke. Ich freu mich total!
Die Blaubeeren sind reif!!!
Wandern auf dem Upplandsleden.
Wandern am Siggeforasjön.

Samstag, 26. Mai 2012

Der Frühling, der ein Sommer war

Momentan hält es mich eigentlich kaum drinnen im Haus. Es ist einfach zu schön draußen im Garten. In den letzten 2 Wochen hat es vielleicht 2x geregnet. Die Sonne scheint jetzt fast 20 Stunden am Tag. Und es sind auch schon mal 20°C im Schatten. 
Hausfoto am 1. Mai 2012.
Am 26. Mai.
Und alles verändert sich so unglaublich schnell. Anfang Mai blühten gerade noch die Krokusse und die Tulpen schauten als Blätter aus dem braunen, toten Gras vom letzten Jahr. Jetzt ist alles grün und rot und gelb und weiß. Das Gras wuchert, sodaß man jede Woche mähen muß. Die Tulpen sind leider schon wieder am verblühen. Die Apfelbäume blühen, als wollten sie sich für die mittelmäßige Ernte des letztes Jahres entschuldigen. Und heute ist Premiere: die Rhabarbersaison wird eröffnet. Kuchenrezept gibts auf voracious silence.

Donnerstag, 26. April 2012

Vienna calling

So, endlich finde ich ein klein wenig Zeit, mich aus Wien von der EGU-Tagung zu melden. Die EGU ist die grösste geowissenschaftliche Tagung Europas. Dieses Jahr sind mehr als 10000 Wissenschaftler gekommen, um an 5 Tagen ihre Forschung vorzustellen und sich mit Kollegen zu treffen. Wie schon im letzten Jahr und im Jahr davor, bin auch ich wieder mit dabei. Eine Reise nach Wien im Fruehling ist ja auch nicht das aller Schlimmste, was einem passieren kann.
Ich habe ja schon im letzten Jahr berichtet, wie so eine Tagung vor sich geht. Dieses Jahr ist insofern anders, als dass ich mit Freunden und Kollegen aus Deutschland, England, Norwegen, Frankreich und Belgien eine eigene Session geplant hatte. Dazu gehört, eine Beschreibung bei den Organisatoren einreicht. Wenn diese dann entscheiden, dass das Thema von Interesse ist, wird die Session im Programm der Tagung angeboten, und Teilnehmer können Beiträge fuer Vorträge und Poster fuer die Session einreichen. In unserem Fall waren das ziemlich viele Leute, sodass wir den gesamten Dienstag Vormittag Vorträge und dann am Nachmittag Posterpräsentationen hatten. Als Convenerin (Organisatorin einer Session) hatte ich in diesem Jahr keinen eigenen Vortrag, sondern ein Poster. Ausserdem durfte ich noch das Poster meiner Doktorandin und ein Poster meiner Arbeitsgruppe, das wir wegen einer kurzfristigen Absage aufgehangen haben, präsentieren. Das war ganz schön anstrengend, sodass ich so gut wie keine Zeit hatte, mir andere Poster anzuschauen.

An den anderen Tagen höre ich mir natuerlich Vortäge in anderen Sessions an, die mich interessieren. Am Montag habe ich so erfahren, dass der riesige Vulkan, der die Santorini-Inseln bildet und vor 3600 Jahren die minoische Kultur durch einen Ausbruch vernichtet hat, wieder Zeichen von Aktivität zeigt. Sehr besorgniserregend! Gestern war ich dann beim Vortrag von Deutschlands beruehmtestem Vulkanologen, dem "Grossvater der deutschen Vulkanologie", Hans-Ulrich Schmincke. Den kennt man sonst aus dem Fernsehen, wenn er ueber die Eifel oder die Kanaren berichtet.

So eine Tagung muss natuerlich auch mit der Zeit gehen, und so ist mir neben den EGU-Fähnchen an den Strassenbahnen vor allem das EGU-App aufgefallen, das anstelle eines Tagungsbandes das Programm und die Raumpläne der Tagung enthält. Noch gibt es zwar einen gedruckten Band mit Zeit und Namen der einzelnen Sessions, aber das App enthält auch den Titel der einzelnen Vorträge und Poster, eine Suchfunktion, einen verlinkten Raumplan und so weiter. Zudem ist mir zum ersten Mal untergekommen, dass jemand sein Poster mittels QR-Code auf seinem gedruckten Poster mit dem PDF verlinkt hatte. Sehr spitzfindig.

Abends geht es eigentlich immer mit Freunden und Kollegen irgendwo essen. Die österreichische Kueche ist ja bekannt fuer Deftiges und Suesses aller Art. Ansonsten kann ich mich nur ueber das wunderbare Wetter freuen. Hier ist der Fruehling wirklich in vollem Gange: Die Sonne scheint, es ist 20 Grad und alles blueht. Zu Hause in Schweden hatte es am Wochenende noch geschneit und wir hatten uns gefreut, dass die Krokusse bluehen und der Rhabarber langsam aus der Erde schaut. Aber dafuer haben wir dann eben nochmal Fruehling von vorn.

Sonntag, 25. März 2012

Heute ist Waffeltag (våffeldagen)!

Zumindest in Schweden ist der 25. März våffeldagen, der Waffeltag, an dem Schweden traditionellerweise Waffeln essen. In allen Läden gibt es schon Wochen vorher Waffeleisen zu kaufen. Letztes Jahr haben auch wir uns eines gegönnt. Und da man ja ein solches Gerät typischerweise leider nicht allzu oft einsetzt, mußte es heute ein Waffelfrühstück geben. Das Waffelrezept ist aus der Rezeptzeitung unseres Stammsupermarktes, die einmal monatlich erscheint. Dazu ist nur zu sagen, daß sowohl Pfannkuchen als auch Waffeln in Schweden normalerweise keinen Zucker enthalten und sowohl herzhaft oder auch süß gegessen werden, je nach Beilage.
Für 14 Waffeln im Waffeleisen
Zutaten
50 g Margarine oder Butter
2 Eier
300 g Weizenmehl
400 ml kaltes Mineralwasser mit Kohlensäure
3 TL Backpulver
1/2 TL Salz
Öl oder Butter zum Fetten des Waffeleisens
Zubereitung
1. Mehl und Wasser zu einem glatten Teig mischen.
2. Margarine/Butter schmelzen und etwas abkühlen lassen.
3. Eier trennen und das Eigelb, Salz, Backpulver, Salz und Margarine in den Teig mischen. Den Teig etwas ruhen lassen (bis zu 30 min).
4. Eiweiß steif schlagen und unter den Teig heben.
5. Waffeleisen fetten und heizen. Dann den Teig portionsweise zu Waffeln backen.
Als Beilage empfehlen sich Marmeladen, Honig, nach englischer Variante Zucker und Zitronensaft oder Schlagsahne, wenn man es süß mag, oder Kräuterfrischkäse, Schinken, verschiedene Dips etc. für ein deftiges Mahl.

Sonntag, 26. Februar 2012

Apfelciderproduktion

Gestern haben wir endlich unseren letzten Cider der Herbstäpfel von 2011 abgefüllt. Nach 5 Monaten ist der Cider jetzt fast fertig. Grund genug, mal zu berichten, wie man eigentlich Cider herstellt.

Zubehör
Weinbalon
Gummistopfen mit Loch
Gärröhrchen
Schlauch
Trichter
Flaschen
Kronkorken
Verkorker
lebensmittelsicheres Desinfektionsmittel
Refraktometer zur Zuckerbestimmung

Zutaten
Apfelsaft ohne Konservierungsmittel
Weinhefe, z.B. Burgunder
Zucker
Zubereitung
1. Wir lassen unseren Apfelsaft aus eigenen Äpfeln in einer Mosterei pressen. Dort bekommen wir den Saft unserer eigenen Äpfel ohne irgendwelche Zusatzstoffe. Für einen 20 l Weinbalon braucht man, wie der Name schon sagt, 20 l Apfelsaft, welchen man in den Balon füllt. Mit Hilfe eines Refraktometers kann man den Zuckergehalt des Saftes bestimmen, was wichtig ist, wenn man später den Alkoholgehalt des Ciders zu kontrollieren.
2. Als nächstes stellt man einen Gärstarter aus Hefe - wir verwenden Trockenhefe - und einem Glas Apfelsaft her. Beides mischt man zusammen und läßt es einige Stunden (mindestens 3) stehen, bis die Gärung beginnt (das ganze wird schaumig und "wächst").
3. Den Gärstarter gibt man dann zum Saft und verschließt den Weinbalon mit einem Stopfen und setzt ein Gärröhrchen auf den Stopfen. Das Gärröhrchen füllt man vorher mit Wasser, damit die Gärgase raus- aber keine Luft reinkommen kann.
4. Jetzt heißt es warten und die Gärung beobachten. Am besten wäre es, den Weinbalon in einem Raum mit gleichmäßiger Temperatur zu platzieren. Die Hefe setzt den Zucker im Apfelsaft in Alkohol um. Dabei wird Kohlendioxid freigesetzt, das aus dem Gärröhrchen blubbert. Wenn das Blubbern aufhört, heißt das, daß kein Zucker mehr im Saft ist.
5. Je nach gewünschtem Alkoholgehalt (Alkhol ist auch ein Konservierungsmittel für den Cider) gibt man schrittweise noch Zucker zu. Man sollte nich zu viel Zucker auf einmal zugeben, weil das Stress für die Hefe bedeutet. Die Menge hängt vom ursprünglichen Zuckergehalt des Apfelsaftes ab (dafür das Refraktometer). Wir haben verschiedene Weinbalons angesetzt mit unterschiedlichen Hefen. Die meisten haben wir dann so weit nachgezuckert, daß der finale Alkoholgehalt 8% beträgt. Der Cider, den wir gestern abgefüllt haben, hat einen Alkoholgehalt von 10%.
6. Die Gärung erreicht ihren Höhepunkt meist nach 2-3 Tagen und dauert einige Wochen bis zu 2 Monaten. Das hängt auch etwas von der Raumtemperatur ab. Im Allgemeinen schadet es nicht, den Weinbalon noch etwas länger stehenzulassen. 
7. Mit dem Abfüllen sollte man warten, bis sich fast alle Trübstoffe am Boden des Weinbalons abgesetzt haben.

Abfüllen
Beim Abfüllen ist Sauberkeit von größter Wichtigkeit. Bei uns hat sich folgendes Verfahren bewährt:
1. Bierflaschen gründlich reinigen. Die Etiketten lassen sich am besten nach einem Schnellwaschgang ohne Trocknen in der Spülmaschine entfernen. Dann noch von innen und außen gründlich putzen.
2. Eine Lösung aus Wasser und lebensmittelsicherem Desinfektionsmittel herstellen. Die Flaschen damit füllen und 5 min einwirken lassen. Dann die Flaschen entleeren und gründlich ausspülen. Dann den letzten Rest Wasser ausschütten.
3. Den Schlauch ebenfalls gründlich ausspülen und desinfizieren.
4. Den Weinbalon auf den Tisch oder einen Stuhl stellen. Die Flaschen auf dem Boden aufreihen. Mit dem Schlauch die Flüssigkeit aus dem Balon ansaugen und die Flaschen bis einige cm unter dem Rand befüllen. Dabei darauf achten, daß das Schlauchende oberhalb des Bodensatzes bleibt.
5. In jede Flasche etwas Zucker füllen: ca. 4 g auf eine 0,33l Flasche und bis zu 8 g auf eine 0,5l Flasche. Dieser Zucker sorgt nach dem Verkorken dafür, daß die Hefe noch einmal zu arbeiten anfängt und Kohlensäure produziert.
6. Die Flaschen verkorken, von außen abwischen und beschriften.
7. Dann können die Flaschen z.B. im Keller für mindestens 1 Monat gelagert werden. Die Flaschen sollten noch 2-3 mal gedreht werden, damit sich der Zucker ordentlich auflöst.

Unsere Ciderproduktion ist mittlerweile in ihren 2. Jahrgang eingetreten, und wir haben im Vergleich zum ersten Mal natürlich auch dazugelernt und das Verfahren verfeinert. Zum Beispiel haben wir mit verschiedenen Apfelsorten und Hefearten experimentiert, und festgestellt, daß beides einen großen Einfluß auf das Ergebnis hat. Unser derzeitiger Favorit ist Champagnerhefe.

Cider selber zu machen ist ein langwieriges und teilweise zeitintensives Hobby. Die Anschaffungskosten sind überschaubar, zumal man die Teile jedes Mal wiederverwenden kann. Ansonsten beschränken sich die Kosten auf Saft, Hefe, Zucker und Kronkorken. Damit kommen wir auf etwa 30 bis 50 cent pro 0,5 l Flasche. Der Zeiteinsatz ist schwer abzuschätzen, am längsten dauert wohl das Abfüllen.

Und das ist ja für diese Saison erstmal geschafft. Im Keller ruhen jetzt ca. 50 l Apfelcider und warten auf warme Tage.

Freitag, 6. Januar 2012

Schwedenupdate im neuen Jahr

Zwar gibt es hier im dunklen, schwedischen Wald nicht wirklich etwas Neues, aber mitunter vergißt man ja, die alltäglichen Befindlichkeiten zu berichten, wenn man gefragt wird, was es so gibt. Hier also ein kleines Update des Alltäglichen.

Die Feiertage haben wir dieses Mal hier in Schweden verbracht und es einfach mal ruhig angehen lassen. Nach dem Streß der letzten Monate hatte ich das wirklich dringen nötig. Heilig Abend und Silvester waren wir bei Freunden, die seit August Nachwuchs haben. Entsprechend ging es ruhig zu, was aber nicht reichliches Essen ausschloß. Zu Weihnachten gab es typisch polnische Spezialitäten, zum Beispiel Borscht. Für mich das erste Mal, der/die/das Borscht. Silvester gab es dann italienische Speisen, da kann man ja nichts falsch machen. Neujahr ging es dann wie im letzten Jahr auch schon zu meinem Chef zum Mittagessen, wo entsprechend fränkischer Tradition Sauerkraut und Würstchen auf den Tisch kamen. Sauerkraut zu Neujahr zu essen, bringt angeblich Geldsegen für das neue Jahr.
Borscht mit pilzgefüllten Teigtaschen.

Ansonsten wurde nicht wenig gearbeitet, was irgendwie ganz schön war, da fast niemand auf Arbeit war. Endlich konnte ich mich mal den Dingen widmen, für die ich sonst zu wenig Zeit habe. Und überhaupt ist es manchmal ganz schön, mal einen Moment innezuhalten und zu überlegen, was denn in den nächsten Monaten so anliegt und wohin es denn gehen soll.

Dazu gibt es natürlich die ein oder andere Sache, die schon geplant sind für 2012. Nächste Woche bin ich erstmal für eine Konferenz in Reykjavik. Ich hab zwar nicht so richtig Lust zu verreisen momentan, und schon gar nicht an einen Ort, an dem es dunkel und naß und kalt ist, aber in dem Fall geht es um networking, vom Chef verordnet. In der dritten Januarwoche beginnt dann ein Kurs über die Betreuung von Doktoranden für mich, der ein paar Tage im Januar und dann hin und wieder im Februar, März und Mai stattfindet. Ende Januar und Mitte Februar unterrichte ich dann einen Kurs in geologischer Kartenanalyse. Den muß ich demnächst auch erstmal richtig vorbereiten. Dank dieses Kurses fällt leider auch unser geplanter Thailandurlaub ins Wasser. Dabei würd ich so gern Urlaub machen und die Sonne sehen. Bis auf eine Woche Urlaub in Island und ein paar einzelne Tage, als der Besuch aus Dresden da war und als wir übers Wochenende in Stavanger und Dresden waren, gabs 2011 keinen Urlaub. Mal sehen, was sich dann 2012 so an Urlaub einrichten läßt. Urlaubsreif bin ich jetzt schon. Abgesehen davon geht es im März nach Deutschland. Vor Ostern findet in Kiel eine Tagung statt, bei dem wohl auch einige Kollegen aus Göttingen sein werden. Apropos Tagung: Im April ist dann auch wieder die EGU in Wien. Diesmal muß ich unbedingt einen Kaiserschmarrn essen. Und dann heiraten im Juli unsere besten Göttingen/Stavanger-Freunde. Da muß ich mich langsam mal auf Kleidsuche begeben.

Vieles ist aber auch noch ungeplant, vor allem was meine Stelle angeht. Da bisher alle im Urlaub waren, hat sich da nicht nichts getan. Na ja, das Leben in Schweden wird ab nächste Woche schon wieder losgehen. Diese Woche ist jedenfalls schon wieder vorbei, weil morgen Feiertag ist, nein, nicht Knut, sondern der 13. Tag nach Weihnachten. Am 20., dem Namenstag von Knut, werden hier in Schweden traditionell die Weihnachtsbeleuchtung und der -schmuck entfernt. Frei ist deshalb nicht.

Noch was: Neujahrsvorsätze. Die fallen dieses Jahr bescheiden aus. Vor allem aber: so weitermachen wie bisher und mit allem Neuen klarkommen.

Sonntag, 18. Dezember 2011

Lucia

Mit etwas Verspätung kommen hier ein paar Eindrücke vom diesjährigen Lucia-Fest hier in Schweden. Dieses Mal lasse ich den Chor der Upplands Nation (einer Studentenverbindung) für mich sprechen. Ansonsten gibt es hier Hintergründe und hier meinen Erfahrungsbericht zu Lucia letztes Jahr.
Lussekatter und lussebullar. Das Rezept gibts hier.
Zum Luciafika gab es pepperkaka mit alkoholfreiem glögg, Rosinen und Mandeln.