Freitag, 27. Juni 2014

Mittsommerwochenende in Stavanger

Am letzten Wochenende waren wir  einmal mehr in Stavanger zu Besuch. Und das erste Mal überhaupt war das Wetter dort - bis auf den obligatorischen Sturm - besser als bei uns in Schweden. So konnten wir uns dem Wandern, Lachsangeln und dem Spazieren am Strand widmen und zudem noch einen runden Geburtstag nachfeiern. Dank norwegischer Erdbeeren, eichsfelder Rostbratwurst und sherryhaltiger Vorspeisen konnten wir es uns richtig gutgehen lassen. Und auch wenn in Norwegen Mittsommer nicht richtig gefeiert wird, habe ich zur Kompensation einen Blumenkranz geflochten.

Pimp my Keller

Mein Himmelfajrtsprojekt muß ich unbedingt noch loswerden: wir haben im vorderen Kellerraum den Boden renoviert. Die alte Farbe blätterte vor allem unter der Waschmaschine und entlang der Durchgangswege ziemlich stark ab. Mit dem Kärcher haben wir dann noch so viel Farbw wie möglich entfernt. Dann hab ich die Risse gespachtelt und drei Schichten Epoxyfarbe aufgetragen. Nach jeder Schicht hieß es mindestens 24 Stunden warten, und nach weiteren 7 Tagen durften dann die Waschmaschine und Co. wieder einziehen. Fertig.

Dienstag, 17. Juni 2014

Abstecher zur Himmelsscheibe

Auf dem Weg von der Hochzeit zum Flughafen haben wir am Sonntag noch einen Abstecher zum Himmelsscheibenmuseum in Nebra gemacht. Nebra liegt im Burgenland inmitten von Feldern und Hügeln und wäre wahrscheinlich immer noch ein verschlafenes Nest, wenn es nicht vor einigen Jahren archäologischen Weltruhm erlangt hätte.

Auf einem Berg in der Nähe wurde nämlich von Grabräubern eine Broncescheibe gegunden, die sich nach einigen Jahren auf dem Schwarzmarkt als der älteste astronomische Kalender der Menschheit herausstellte. Die Scheibe ist 3600 Jahre alt und zeigt Sonne, Mond und Sterne sowie Horizontbögen aus Gold.

Schon als die Himmelsscheibe gerade erst entdeckt war, habe ich ihre Entdeckungsgeschichte und die Deutung mit Spannung in National Geographic verfolgt. Das Museum eröffnete aber erst, als ich schon in Schweden wohnte. Also war das Museum ein schönes Ausflugsziel. Dort gibt es eine Ausstellung zur Fundgeschichte, zu den Rohstoffen der Scheibe, der Gesellschaft in der Bronzezeit und noch vieles mehr. Das Highlight ist wahrscheinlich die Vorführung zur Verwendung der Scheibe im Planetarium.

Mir hat unser Besuch im Himmelsscheibenmuseum sehr gefallen. Schade, daß wir nicht so viel Zeit hatten. Man kann dort locker mehrere Stunden verbringen.

Montag, 16. Juni 2014

Hochzeit auf dem Kyffhäuser

Am Wochenende haben zwei liebe Freunde von mir auf dem Kyffhäuser ihre Hochzeit gefeiert. Die Feier war wunderschön, mit ca. 75 Gästen genau die richtige Größe. Und so gut wie alle meine Freunde waren da (bis auf einen, der ausgerechnet am Tag der Hochzeit im Interesse der Nation in Mali gebraucht wurde!). Es war so schön, alle wiederzusehen und mit ihnen einen so besonderen Tag zu feiern. 

Danke für die Einladung! Alles Gute für die Zukunft! Ich vermisse Euch jetzt schon.

Freitag, 13. Juni 2014

Mein erster Doktorand - Teil 1

Nach all dem Gejammer will ich doch mal etwas Positives berichten, das sich diese Woche ereignet hat: am Montag ging endlich die Stellenausschreibung für meine erste eigene Doktorandenstelle online. Ab Herbst möchte ich einen Doktoranden einstellen, der sich mit Aufbau und Funktion von Magmatransportwegen beschäftigt.

Zwar bin ich schon Zweit- und Drittbetreuering von drei Doktoranden, die wahrscheinlich nächstes Jahr verteidigen werden, aber um irgendwann befördert zu werden und um meine eigene Forschung voranzutreiben, brauche ich einen eigenen Doktoranden. Die Schwierigkeit liegt darin, daß man in Schweden eine volle Finanzierung für 4 Jahre vorweisen muß, bevor man die Stelle auch nur ausschreiben darf. Das hat natürlich den Vorteil, daß ein Doktorand eine sichere Anstellung hat. Nicht wie in Deutschland, wo viele erst nur kurze Verträge ohne Garantie auf Verlängerung bekommen. Für mich als angehende Betreuerin ist ein Doktorand aber dadurch eine riesige Investition, zumal Doktorandenlöhne in Schweden viel höher sind als in Deutschland. Ich habe also vor der Ausschreibung ein Budget gemacht und es meinem Abteilungsleiter und der Sekretärin vorgelegt, die beide ihr OK geben mussten. Dann brauchte ich noch eine Stellenanzeige in schwedisch und englisch, die von der Personalabteilung geprüft wurde, bevor sie am Montag auf der Uni homepage veröffentlicht wurde.

Die Bewerbungsfrist endet am 31. August. Bis dahin möchte ich viele qualifizierte Bewerber anlocken. Wenn ihr also jemanden kennt, der interessiert ist, soll er sich auf meiner professionellen Homepage (mein name und dann .com) informieren.

Vorferienpanik

Diese Woche war der reinste Horror. Da in Schweden nächste Woche die Sommerferien losgehen und sich das ganze Land kollektiv in ihre Ferienhäuser zurückzieht, ist auf Arbeit eine derartige Geschäftigkeit ausgebrochen, daß es kaum auszuhalten ist.

Zum einen haben letzte Woche die Bachelorstudenten des 6. Semesters ihre Arbeiten verteidigt und sind jetzt erstmal fertig. Ich hatte dieses Jahr drei Bachelorstudenten zu betreuen. Zum Glück waren die fleißig und  verhältnismäßig pflegeleicht. Mein einer Masterstudent hat sich heute von mir verabschiedet und mir zum Abschied ein Tonkrokodil von den Ureinwohnern seines Heimatlandes Brasilien geschenkt. :-)

Ansonsten war diese Woche sozusagen der Höhepunkt der Betriebsamkeit. Alle versuchen noch au die letzte Minute ein Meeting reinzuquetschen, bevor keiner mehr da ist. Am Montag hatte ich 5 Meetings! Und ich erwähne lieber gar nicht, mit was für Mist ich mich da teilweise auseinandersetzen muß.

Am Dienstag war ich den ganzen Tag auf einem Lehrertreffen, bei dem jetzt nach Semesterende die Organisation des Bachelorstudienganges in den Geowissenschaften diskutiert wurde. Da gibt's eine Menge zu tun.

Gestern am Mittwoch war ich den ganzen Tag auf einem Weiterbildungstreffen mit der Gruppe technischer Angestellter, für die ich verantwortlich bin. Auf einem Anwesen am See 10 km südlich von Uppsala haben wir vormittsags etwas über Kommunikation von einer Privatdozentin, die ich zu diesem Zweck engagiert hatte, gelernt. Dazu hatten wir einen Nebenflügel des Anwesens als Konferenzräume. Dann haben wir am See auf der Veranda Mittag gegessen und dann hab ich die Nachmittagsunterhaltung, auch als Gruppendiskussion bekannt, geleitet. Technisches Personal zu unterrichten ist schon ziemlich anders als Studenten etwas beizubringen.

Heute war ich dann ziemlich beschäftigt, meine angesammelten Emails zu beantworten. Dann habe ich den neuen Vertrag des Instituts mit dem Café, das wir im Eingangsbereich haben, verhandelt, einem Angestellten in der Probezeit mitgeteilt, daß er nicht übernommen wird und drei Gewerkschaftsvertrefer getroffen, um sie von Umstrukturierungen, die das Institut im Herbst durchführen will, zu informieren.

Wenn ich das alles so lese und drüber nachdenke, muß sagen: Was für eine furchtbare Woche! Was für furchtbar langweilige Aufgaben ich da doch habe! Und ich habe so gut wie nichts für meine eigene Forschung gemacht. Diese Woche war zwar nicht der Normalfall, aber so kann das nicht weitergehen. Ich bin so froh, daß jetzt Ruhe einkehrt auf Arbeit. Endlich kann ich mal in Ruhe forschen.