Weihnachten ist vorüber für dieses Jahr, und es war im Guten wie im Schlechten mal eine ganz neue Erfahrung.
Doch beginnen wir am Anfang. Am 21. gings mit einem Billigflug nach Berlin und zwar vom Flughafen Skavsta 100 km südwestlich von Stockholm und 170 km südlich von uns. Leider ging der Flug schon um 6:30, was eine schlaflose Nacht und eine Fahrt durch die verschneite, schwedische Pampa erforderte. Doch trotz einer halben Stunde Verspätung wegen erforderlicher Flugzeugenteisung war der Flug in Ordnung. Immerhin kann man bei dem Flugchaos in Deutschland dankbar sein, daß das Flugzeug überhaupt flog. In Berlin stellte dann die Fahrt mit der S-Bahn zum Bahnhof die erste echte Hürde dar. Zum Glück hatte ich einen großen Zeitpuffer bis zu meinem Zug, den habe ich aber dank Wartezeiten, Ausfällen und Zwangsumsteigen bis auf etwa 5 Minuten aufgebraucht. Da war ich dann glücklich, daß mein Zug nach Dresden pünktlich, warm und nicht mal besonders voll war. Zwischenfallsfreies Reisen ist schon was!
Dann kam der allerbeste Teil meines Weihnachtsurlaubs: 3,5 ganze Tage bei der Familie meiner Schwester, wo ich meine 2,5 Wochen alte Nichte kennenlernen durfte. Sie ist das süßeste und liebste Baby der Welt! Nicht nur ist sie sehr hübsch, sondern sie hat auch schon richtig Persönlichkeit, meistens großen Durst und ein noch größeres Kuschelbedürfnis. Die Tage vergingen wie in einer Zeitblase: man richtet seinen Rythmus voll am Baby aus und kriegt von der Außenwelt nichts mit. Auf jeden Fall verstehe ich jetzt, warum Leute mit Kindern kein anderes Thema kennen als ihre Kinder.
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| Stolze Tante mit schlafender Nichte. Das Copyright für dieses Foto und das Kind liegt bei Sera und hiergiltdiestfu. |
Leider ging die Zeit inklusive Heiligabend viel zu schnell vorbei, und weiter gings mit der Bahn zu Eltern und Großeltern. Mal abgesehen davon, daß alle drei meiner Züge etwas Verspätung hatten, in dem einen nur zwei Wagons beheizt waren und ich beim Aussteigen die Tür nicht aufbekommen und deshalb 15 km weiterfahren mußte, war es doch noch erträglich, immerhin gings ja zum Gänsebraten und zur Familie. Abends gings dann zum alljährlichen Treffen mit meinen Schulfreunden in unsere Stammkneipe. Das war wie jedes Jahr toll, zumal ich einige von ihnen gut 1,5 Jahre nicht gesehen hatte.
Nun zum negativen Teil des Weihnachtsurlaubs. Leider habe ich seit dem 24. eine misteriöse Magen-Darm-Geschichte mit Bauchschmerzen und allem anderen, was so dazugehört, sodaß ich am Sonntag arg daran gezweifelt habe, daß ich meine Heimreise antreten konnte. Doch trotz allem habe ich mich dann am Nachmittag auf den Weg nach Berlin gemacht, wo ich in der Wohnung eines verreisten Bekannten übernachten wollte, bevor mein Flug am Montag früh zurück nach Schweden gehen sollte. Bis nach Halle war der Zug auch pünktlich und geheizt und auch der ICE hatte nur 15 Minuten Verspätung. Da konnte ich trotz Bauchschmerzen verkraften, daß ich keinen Sitzplatz hatte und im kalten Einstiegsbereich stehen mußte. Doch hinter Bitterfeld begann die ganze Sache schiefzugehen. Wegen einer Weichenstörung stand der Zug 60 Minuten mitten in der Pampa. Erst dann entschied man sich, zurück nach Bitterfeld zu fahren, um auf einem anderen Gleis nach Berlin weiterzufahren. Dort kamen wir mit 85 Minuten an. Die Kollegin meines Bekannten war nach langem Warten mit dem Schlüssel der Wohnung zurück nach Potsdam gefahren und ich hatte einfach nicht die Kraft, noch dorthin zu fahren, um mir den Schlüssel zu holen, zurückzufahren und dann die Wohnung meines Bekannten zu suchen. Ist echt blöd gelaufen, aber ich war einfach nur krank und fertig. Deshalb habe ich mich einfach in den Flughafen-Express gesetzt und habe am Flughafen übernachtet. Mal abgesehen davon, daß ich für solche Aktionen eindeutig zu alt bin, habe ich immerhin fast 5 Stunden geschlafen und war am nächsten Morgen wenigstens gleich am Check-in.
Der Flug, sowie der anschließende Bus nach und der Zug von Stockholm waren pünktlich (oh Wunder!). Wenn man übermüdet ist, kann man auch eine Menge Zeit mit Schlafen überbrücken. Dann war ich einfach nur froh, zu Hause zu sein. Da erholt es sich doch am besten.
Das war also Weihnachten. Außer meiner Schwester, die die gleiche blöde Magen-Darm-Geschichte hatte, bin ich wohl die einzige, die über Weihnachten 2 kg abgenommen hat. Das war so nicht geplant.