Fast hätte ich es vergessen, aber heute ist doch tatsächlich mein 3jähriges Schwedenjubiläum! Es ist kaum zu glauben, daß schon so viel Zeit vergangen ist, seit ich damals mit meinem großen Rucksack, Laptop und Handgepäck in Uppsala ankam und am Institut erst einmal vor verschlossenen Türen stand. Damals war mir eine Stelle für 1 Jahr angeboten worden. Ich wußte weder, wo ich an dem Abend schlafen würde, noch ob ich in dem Jahr Geld für eine weitere Anstellung auftreiben könnte. Das war schon ein echt großes Abenteuer, vielleicht das Abenteuer meines Lebens, und das will schon was heißen!
Heute, 3 Jahre später, bin ich immer noch hier. Laut Auswanderersendungen im Fernsehen kann man ja nach einem Jahr behaupten, es geschafft zu haben. Und ich würde schon behaupten, daß das Abenteuer Auswandern geschafft ist. Aus dem Abenteuer ist Alltag geworden, aus dem fremden Land zu Hause. Ich spreche mittlerweile fließend schwedisch. Wir wissen, wo und wie wir Dinge des täglichen Lebens bekommen. Und im großen und ganzen kommen wir gut zurecht.
Ansonsten heißt das aber nicht, daß sich so gar nichts mehr tut. Vor einem Jahr wußte ich nicht, wie es Ende August mit meiner Stelle weitergehen würde. Heute habe ich eine feste Stelle und ein 4jähriges Forschungsprojekt. Wir sehen uns nach einem Haus um. Und ich versuche, mit meinen neuen Pflichten als Lektorin klarzukommen. Das Leben ist also durchaus noch aufregend, wenn auch aus anderen Gründen. Bin gespannt, was sich in Jahr 4 so alles tut.
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