Mittwoch, 23. September 2009

Ein laaanger Tag mit Exkursion und SFI

Heute (Ich schreibe hier aus der Mittwochsperspektive mit leichten Übergängen zum Donnerstag) war wieder einmal ein sehr anstrengender Tag, extrem anstrengend, weil lang. Heute morgen um 8 ging es auf Exkursion in die Gegend um die berühmte Dannemora Mine im Bergslagen-Gebiet. Einer der hiesigen Doktoranden hatte die Exkursion für Mitglieder meiner Abteilung und des SGU (den schwedischen geologischen Dienst/Amt, mein Deutsch versagt momentan im Angesicht der Menge an Englisch und Schwedisch um mich herum, also des survey auf neudeutsch) organisiert. Ich dachte, es wäre eine gute Gelegenheit, ein bißchen von der lokalen Geologie mitzubekommen, wenn ich schon mal hier bin. Und es war eine gute Idee: Das Wetter war phänomenal schön. Die Geologie ist beeindruckend mit metamorphen und mehrfach deformierten Vulkaniten und Sedimenten, die vor 1.89 Mrd Jahren eruptiert bzw. abgelagert wurden und nachträglich mineralisiert wurden. Ich wünschte wieder mal, ich hätte eine Kamera hier.

Wie versprochen waren wir um 17 Uhr zurück am Institut, wo ich mich aufs Fahrrad geschwungen habe, um eine halbe Stunde später an der Schwedischschule anzukommen. Ich hatte es nicht mal geschafft, meinen verbliebenen Apfel zu essen. Es folgte eine Stunde Einweisung in das Internetprogramm, in dem man einen Teil des Kurses zu absolvieren hat. Der Kurs svenska för invandrare (SFI) C soll bis Ende Februar dauern. Er besteht aus Unterricht vor Ort 2x die Woche für 2,5 h mit der Lehrerin. Der Kurs wird von der Kommune bezahlt, wir kriegen also alles gestellt. Sogar die Bücher bekommen wir geliehen. Der 2. Teil des Kurses besteht darin, daß man online Aufgaben löst (Leseverstehen, schreiben, Grammatik, Vokabeln, Sprechübungen, die man aufnehmen muß). Kurs C hat 7 Teile. Am Ende jedes Teils muß man eine längere Hausaufgabe mit mehreren Teilaufgaben an eine Lehrerin schicken, die in Malmö sitzt und die Hausaufgabe bewertet. Hat man einen Teil bestanden, kann man den nächsten angehen. Am Ende kann man die Prüfung für den C-Kurs machen. Man kann den online-Teil so schnell durchlaufen, wie man möchte, was gut ist, denn der Unterricht war für mich sehr langweilig. Da ich 2 Jahre norwegisch gelernt habe, verstehe ich schwedisch einigermaßen. Ich kann es nur nicht sprechen. In meinem Kurs sind aber vorwiegend Nichteuropäer, was es für sie zusätzlich schwierig macht. Nur ein Beispiel: Nach der Stunde fragte der junge Mann hinter mir, ob die Lehrerin nicht mal erklären könnte, was der Buchstabe "a" mit den 2 Pünktchen drüber bedeutet...

Nun ja, nach Unterrichtsschluß bin ich dann schon halb verhungert in die Innenstadt geradelt, wo sich einige der Exkursionsteilnehmer bei einem Italiener zum Essen verabredet hatten. Ich war dank des Kurses schon eine dreiviertel Stunde zu spät. Die anderen bekamen gerade ihre bestellten Gerichte. Doch erstmal hat es ewig gedauert, bis uns der Kellner bemerkt hat, um mir die Karte zu bringen, und dann hat er auch noch vergessen, meine Bestellung aufzunehmen. Ich war kurz vorm Hungertod, als wir endlich seine Aufmerksamkeit erregen konnten. Das Essen war sehr gut, das Ambiente auch, die Preise gehoben aber in Ordnung. Trotzdem werde ich da freiwillig nicht nochmal hingehen. Mit mir ist nicht zu scherzen, wenn ich hungrig bin!

Dann bin ich jedenfalls doch noch in die Septemberwohnung geradelt - mit kurzem Umweg übers Institut, um zu sehen, ob das Paket von meinen Eltern angekommen war. Leider nicht ;-( Na ja, ich bin dann verständlicherweise totmüde ins Bett gefallen und habe mir den Luxus gegönnt, heute bis 9 auszuschlafen. Puh!

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