Dienstag, 24. Dezember 2013

Die Regeln des schwedischen Weihmachtsessens

Mittlerweile war ich schon auf diversen julbord (schwedischen Weihnachtsessen), doch es hat bis zu diesem Weihnachten gebraucht, um endlich herauszufinden, welche Regeln bei diesem traditionellen Festessen gelten.
Dies ist einer der 4 Tische, durch die man sich kämpfen kann/muß.
Wie man auf dem Bild gut erkennen kann, ist der Tisch mit den verschiedensten Gerichten voll beladen. Wie soll man sich da entscheiden? Zum Glück gibt es dafür Richtlinien, an die man sich halten kann, wenn man traditionsbewußt ist. Diese Richtlinien sehen 5 verschiedene Gänge vor:
  1. Der erste Gang besteht aus eingelegtem Hering in allen Varianten, zusammen mit Brot (süß oder Knäckebrot).
  2. Darauf folgt ein Gang mit geräuchertem, gebeiztem, gekochtem usw. Lachs, Lachpastete und halben gekochten Eiern mit Kaviar.
  3. Bei Gang Nummer 3 gibt es dann endlich was Substanzielles: Sülze, Pasteten, Würstchen, Roastbeef, Hirsch, geräuchertes Fleisch und Julschinken.
  4. Wer jetzt immer noch nicht genug hat, kann sich beim 4. Gang mit Weihnachtswürstchen, Auflauf, Omelette, Rippchen, Rotkohl und in Lauge gekochtem Trockenfisch (lutfisk) und Fleischbrühe mit eingetunktem Brot.
  5. Völlig fertig darf man sich beim 5. Gang endlich den süßen Dingen des Lebens widmen, dem Nachtisch. Der besteht typich schwedisch aus Reisbrei mit Schlagsahne (ris a la Malta), knuspriges Waffelgebäck, Bonbons und Pralinen, Käse und Cracker, sowie natürlich der obligatorische Kaffee.
Das julbord stammt aus ärmeren Zeiten, in denen die Bauern im Winter alles aufgefahren haben, was sie hatten. In Michel aus Lönneberga gibt es eine Szene, in der Michel die Armen des Dorfes zum julbord einlädt. Heutzutage ist ein solch überschwängliches Essen natürlich nicht mehr richtig mit unserem Lebenstil zu vereinbaren. Deshalb halte ich mich beim Arbeitsweihnachtsessen an die Sachen, die ich mag, zum Beispiel warmgeräucherten Lachs, geräucherte Entenbrust und Julschinken. Das macht es deutlich leichter, nach dem Essen, nicht als Kugel zurück auf Arbeit rollen zu müssen.

Einige der Gerichte habe ich übrigens zu meinem Foodblog voracious silence verlinkt, solltet Ihr jetzt Appetit haben. Frohes Nachkochen!

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