Mittwoch, 6. April 2011

Grüße aus Wien

Heute melde ich mich mal aus dem Süden, nämlich, wie der Titel vermuten läßt, aus Wien. Ich bin diese Woche hier auf einer Konferenz der europäischen Vereinigung für Geowissenschaften EGU. Das ist die größte geowissenschaftliche Tagung in Europa mit ein paar tausend Teilnehmern. Die letzten Jahre war die EGU-Tagung immer in Wien, sodaß ich 2006 und 2009 schon mal hier war. Von meinen Kollegen aus Uppsala sind auch einige hier, sodaß ich mir mit 4 Leuten ein Appartment teile.

Nachdem wir am Sonntag angereist sind, war Montag der stressigste Tag der ganzen Tagung für mich: 35 min S- und U-Bahnanreise, Registrierung, dann den ganzen Tag in einer Session (eine Folge von Vorträgen zu einem Thema) sitzen, dort beim Moderieren aushelfen (chair woman nennt sich das auf neudeutsch), einen Vortrag halten (hab jede Menge Resonanz bekommen, wie zu erwarten war bei einem provokativen Vortrag), dann in der Postersession (eine Ausstellung von Postern, die jeweils visuell Wissenschaft vorstellen) Nachwuchsposter beurteilt (das war eine Premiere für mich) und dann mit Kollegen aus der Session essen gegangen. Nach einem Tag von 5:30 bis 23:30 war ich entsprechend erledigt.

Gestern habe ich daher größtenteils im Zombiemodus verbracht, zumal meine Mitbewohner, die an dem Tag ausschlafen hätten können, ab 6 Uhr frühstücken mußten. Die Stunde Schlaf hat mir dann gefehlt. Trotzdem war ich pünktlich 8:30 im ersten Vortrag. Dann ab der ersten Kaffeepause hab ich an meinen mitgebrachten Aufgaben gearbeitet (Deadlines werden leider nicht verschoben, nur weil man verreist ist.) und mit einem Kollegen/Freund aus alten Zeiten in Göttingen Kaffee getrunken. Die miserable Internetverbindung hat für letzte dann über Mittagre Aktivität Zeit eingeräumt (hoffnungslose Überlastung ist gar kein Ausdruck). Mittags war ich dann in einem sogenannten business meeting, an dem das beste die belegten Brötchen waren. Danach gings weiter mit einer Projektantragbesprechung. Danach Vortrag vom Erzfeind, Suche nach Internetverbindung und weiterhin arbeiten. Zum Abschluß gab es dann wieder eine Postersession, diesmal eine, auf der auch ich ein Poster als Koauthorin hatte. Dann Abendessen mit meinen Kollegen/Mitbewohnern und meinem Koauthoren/Freund/Kollegen.

Heute habe ich mir einen freien Tag verordnet, weil ich einfach fertig bin und seit Montag Abend Kopfschmerzen habe. Man merkt es, glaub ich, auch an meinem eher aufzählungshaften Bericht, daß so eine Tagung schon ziemlich anstrengend ist: ständig von einem Event zum anderen, Vorträge, Meetings, Poster, etc. Da bleibt wenig Zeit zum Atmen. Deshalb bin ich heute im Appartment geblieben, um in Ruhe unaufschiebbare Aufgaben zu erledigen (ich sag ja: die Deadlines). Ansonsten werde ich nachher aber zur Belohnung ein bißchen einkaufen gehen. Ich freu mich auf dm und Sachen, die man in Schweden nicht kaufen kann.

Überhaupt ist Österreich, wenn man aus Schweden kommt, fast das gleiche wie Deutschland. Besonders genieße ich Kaffee, der wie Kaffee schmeckt (mmmmmh... Wiener Melange), und Backwaren, die schmecken, wie sie schmecken sollen (richtiges Brot!!!). Und natürlich ist es eine ziemliche Umstellung, daß es hier schon Frühling ist. Ich bin ganz hin und weg: kein Schnee! Stattdessen Blumen.

So, das war's erstmal mit meinem Bericht aus Wien. Wie gesagt, nachher geht's zum Einkaufen. Ansonsten ist morgen wieder volles Programm, genau wie Freitag, wo ich außerdem ein Poster präsentieren muß, bevor es gegen 17 Uhr wieder nach Schweden geht.

Vielleicht finde ich ja nochmal ein paar Minuten, um ein Update zu bloggen. Bis dahin: Viele Grüße!

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