Manchmal gehen Pläne einfach nicht auf, weil etwas Unvorhergesehenes dazwischenkommt. Aber damit muß man sich einfach arrangieren.
Letzte Woche wollten wir uns 350 km südlich von hier mit unseren Kollegen aus Göttingen treffen, um Proben zu nehmen. Die Idee war einfach: Montag hinfahren (sind ca. 4,5 Stunden Fahrt), am Dienstag mit den Kollegen ins Gelände und Mittwoch nach dem Mittagessen zurück. Bis Mittwoch Morgen ging es auch alles wie geschmiert. Es war wirklich schön, unsere Kollegen/Freunde wiederzutreffen. Am Dienstag Abend waren wir sogar Heringe angeln.
Am Mittwoch wollten wir dann nach ein paar Stunden im Gelände den geordneten Rückzug antreten und wieder zurück nach Hause zu unseren hungrigen Katzen und zu bergeweise Arbeit. Leider kam es nicht dazu. Auf einem Feldweg, der an sich völlig ungefährlich aussah, setzten wir mit dem Auto kurz auf. Nach ca. 500 m ging dann plötzlich die Ölwarnlampe an. Mist! Glücklicherweise haben wir im gleichen Augenblick noch den Motor ausgemacht. Trotzdem: Mist!
Nach dem Aussteigen sahen wir auch die Ölspur, die wir auf dem Weg hinterlassen hatten, und ein Blick unters Auto zeigte ein eindeutiges Loch in der Ölwanne. Da stellt sich die Frage: Was tun in der schwedischen Pampa. Man kann es als Glück im Unglück bezeichnen, daß wir mit unseren Kollegen unterwegs waren, die auch noch ein paar Stundenten dabei hatten, die das Auto vom Weg aufs Feld schieben konnten. Dann sind wir zu dritt mit dem Göttinger Unibus los ins nächste "Dorf" (in Schweden bedeutet das Ansammlung von Häusern). Dort war auch nur eine Person zu sehen: ein Gabelstaplerfahrer, der fröhlich in der Sonne Gabelstapler fuhr. Gabelstaplermann war sehr nett und erklärte uns, nachdem ich auf schwedisch die Lage geschildert hatte, daß die nächste Werkstatt (verkstad) in etwa 20 km Entfernung läge. Das war natürlich eine suboptimale Lösung. Auf etwas mehr Nachfragen hin fiel Gabelstaplermann dann aber doch ein, daß im 10 km entfernten Ankarsrum eine Hinterhofwerkstatt wäre. Er rief sogar einen Freund an und fragte nach der Telefonnummer. Leider ging keiner ran.
Also gings los nach Ankarsrum, wo wir vor dem dortigen Supermarkt ein paar ältere Herren nach dem Weg zur Werkstatt fragten, die sich aber erstmal nicht erinnern konnten, daß es in Ankarsrum sowas überhaupt gäbe. Dann fiel einem aber doch noch ein, daß ja außerhalb hinter der Recyclingstation möglicherweise sowas zu finden sein könnte. Wir also los, und tatsächlich fanden wir die Hinterhofwerkstatt mit ca. 20 Schrottautos und - Fanfare! - mindestens 3 Abschleppautos auf dem Hof, auf denen Omars Bilbärgning (Autobergung) geschrieben stand.
Tatsächlich kam aus der professionell aussehenden Werkstatt mit Hebebühne ein Ölgetränkter Herr mittleren Alters, dem ich auf schwedisch unsere Geschichte erzählte. Der ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und erklärte sich bereit, uns mit dem Abschleppwagen zu folgen und sich die Sache anzuschauen, aber erst nachdem er seine Kaffeepause gehabt hätte (ich sag nur fika, das heilige Ritual der Schweden, man komme dem nicht in den Weg, wenn man etwas will). Nach 10 Minuten war er soweit und schraubte nur noch schnell das 4. Rad an seinen Abschleppjeep und losging's.
Auf dem notorischen Feldweg beim Auto angekommen, bockte er dann gekonnt das Vorderteil unseres Autos mit der Seilwinde hoch und machte alles zum Abschleppen bereit. Den Schaden besah er sich bei der Gelegenheit auch und stellte fest, daß bei Gußaluminium natürlich mit Schweißen nichts zu machen sei. Er wollte das Auto erstmal mitnehmen und bei ihm auf dem Hof schauen, ob er eine alte Ölwanne findet, die er drunterschrauben konnte, und mich dann 2 Stunden später wieder anrufen. Leider hat er keine gebrauchte Ölwanne gefunden, sondern mußte eine per Express bestellen, was jedoch bis zum nächsten Morgen dauern sollte.
Freundlicherweise haben uns unsere Kollegen noch einmal für eine Nacht beherbergt und verköstigt (sehr lecker verköstigt), bevor wir am nächsten Tag gegen 11 das Auto abgeholt haben. 4853 SEK ärmer durften wir uns dann endlich auf den Heimweg bzw. den Weg zur Arbeit machen. Bei mir auf Arbeit war nämlich zwischendurch die Luft am kochen. Für den nächsten Tag hatten wir eine kleine Tagung organisiert, meine Kollegin, die eine der Hauptorganisatoren war, war ernsthaft krank und überhaupt tendieren Deadlines zur Geselligkeit...
Na ja, man könnte sagen, die Sache ist nochmal gut ausgegangen, bzw. hätte es schlimmer laufen können. Der Motor hätte kaputt gewesen sein können. Wir hätten allein auf weiter Flur ohne zweites Auto stranden können. Es hätte jemand zu Schaden kommen können... Letztendlich hatten wir Glück im Unglück, was mir auch der Bilbärgningsmann bestätigte.
Letzte Woche wollten wir uns 350 km südlich von hier mit unseren Kollegen aus Göttingen treffen, um Proben zu nehmen. Die Idee war einfach: Montag hinfahren (sind ca. 4,5 Stunden Fahrt), am Dienstag mit den Kollegen ins Gelände und Mittwoch nach dem Mittagessen zurück. Bis Mittwoch Morgen ging es auch alles wie geschmiert. Es war wirklich schön, unsere Kollegen/Freunde wiederzutreffen. Am Dienstag Abend waren wir sogar Heringe angeln.
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| Unsere Ausbeute: 75 Heringe. |
Nach dem Aussteigen sahen wir auch die Ölspur, die wir auf dem Weg hinterlassen hatten, und ein Blick unters Auto zeigte ein eindeutiges Loch in der Ölwanne. Da stellt sich die Frage: Was tun in der schwedischen Pampa. Man kann es als Glück im Unglück bezeichnen, daß wir mit unseren Kollegen unterwegs waren, die auch noch ein paar Stundenten dabei hatten, die das Auto vom Weg aufs Feld schieben konnten. Dann sind wir zu dritt mit dem Göttinger Unibus los ins nächste "Dorf" (in Schweden bedeutet das Ansammlung von Häusern). Dort war auch nur eine Person zu sehen: ein Gabelstaplerfahrer, der fröhlich in der Sonne Gabelstapler fuhr. Gabelstaplermann war sehr nett und erklärte uns, nachdem ich auf schwedisch die Lage geschildert hatte, daß die nächste Werkstatt (verkstad) in etwa 20 km Entfernung läge. Das war natürlich eine suboptimale Lösung. Auf etwas mehr Nachfragen hin fiel Gabelstaplermann dann aber doch ein, daß im 10 km entfernten Ankarsrum eine Hinterhofwerkstatt wäre. Er rief sogar einen Freund an und fragte nach der Telefonnummer. Leider ging keiner ran.
Also gings los nach Ankarsrum, wo wir vor dem dortigen Supermarkt ein paar ältere Herren nach dem Weg zur Werkstatt fragten, die sich aber erstmal nicht erinnern konnten, daß es in Ankarsrum sowas überhaupt gäbe. Dann fiel einem aber doch noch ein, daß ja außerhalb hinter der Recyclingstation möglicherweise sowas zu finden sein könnte. Wir also los, und tatsächlich fanden wir die Hinterhofwerkstatt mit ca. 20 Schrottautos und - Fanfare! - mindestens 3 Abschleppautos auf dem Hof, auf denen Omars Bilbärgning (Autobergung) geschrieben stand.
Tatsächlich kam aus der professionell aussehenden Werkstatt mit Hebebühne ein Ölgetränkter Herr mittleren Alters, dem ich auf schwedisch unsere Geschichte erzählte. Der ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und erklärte sich bereit, uns mit dem Abschleppwagen zu folgen und sich die Sache anzuschauen, aber erst nachdem er seine Kaffeepause gehabt hätte (ich sag nur fika, das heilige Ritual der Schweden, man komme dem nicht in den Weg, wenn man etwas will). Nach 10 Minuten war er soweit und schraubte nur noch schnell das 4. Rad an seinen Abschleppjeep und losging's.
Auf dem notorischen Feldweg beim Auto angekommen, bockte er dann gekonnt das Vorderteil unseres Autos mit der Seilwinde hoch und machte alles zum Abschleppen bereit. Den Schaden besah er sich bei der Gelegenheit auch und stellte fest, daß bei Gußaluminium natürlich mit Schweißen nichts zu machen sei. Er wollte das Auto erstmal mitnehmen und bei ihm auf dem Hof schauen, ob er eine alte Ölwanne findet, die er drunterschrauben konnte, und mich dann 2 Stunden später wieder anrufen. Leider hat er keine gebrauchte Ölwanne gefunden, sondern mußte eine per Express bestellen, was jedoch bis zum nächsten Morgen dauern sollte.
Freundlicherweise haben uns unsere Kollegen noch einmal für eine Nacht beherbergt und verköstigt (sehr lecker verköstigt), bevor wir am nächsten Tag gegen 11 das Auto abgeholt haben. 4853 SEK ärmer durften wir uns dann endlich auf den Heimweg bzw. den Weg zur Arbeit machen. Bei mir auf Arbeit war nämlich zwischendurch die Luft am kochen. Für den nächsten Tag hatten wir eine kleine Tagung organisiert, meine Kollegin, die eine der Hauptorganisatoren war, war ernsthaft krank und überhaupt tendieren Deadlines zur Geselligkeit...
Na ja, man könnte sagen, die Sache ist nochmal gut ausgegangen, bzw. hätte es schlimmer laufen können. Der Motor hätte kaputt gewesen sein können. Wir hätten allein auf weiter Flur ohne zweites Auto stranden können. Es hätte jemand zu Schaden kommen können... Letztendlich hatten wir Glück im Unglück, was mir auch der Bilbärgningsmann bestätigte.

Abenteuerlich!
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