Sonntag, 28. August 2011

Es ist Apfelzeit!

Die Apfelernte hat begonnen. Leider gibt es nicht nur ein paar Äpfel bei uns, auch wenn momentan nur die Äpfel von zwei Bäumen reif sind. Ein Kollege hat mit am Wochenende ca 160 kg Fallobst abgenommen, um daraus Saft zu machen. Ich hatte auch ca. 30 kg bei der Mosterei. Abgesehen davon habe ich jetzt am Wochenende stundenlang im Garten und auf dem Sofa gesessen uns habe Äpfel für Apfelmus geschält. Kistenweise. Eimerweise. Außerdem hatte ich noch Lingon (Preiselbeeren), und dank kreativer Inspiration aus Dresden habe ich tatsächlich Lingon mit Rosmarin und Apfelmus mit Lingon hergestellt. Mit beidem bin ich sehr zufrieden. Mein Geburtstagsgeschenk, der WMF-Marmeladetrichter hat sich schon mehr als bewährt.
Mein Arbeitsplatz draußen auf der Wiese.
Einkochstation.

Ausbeute eines Wochenendes. Man beachte das zweifarbige Apfelmus vorn in der Mitte.

Islandbericht Teil 1: Laugavegur

Es ist an der Zeit, die Fotos und Berichte von unserer diesjärigen Islandreise zu posten. Fangen wir also mit der ersten Woche an, in der wir den Laugavegur gewandert sind. Der Laugavegur ist der wohl poupulärste Langsstreckenwanderweg Islands. Er führt von Landmannalaugar im Hochland über 55 km in vier Tagesetappen nach Thorsmörk an den Fuß des Eyjafjallajökull. Auf der Google Earth-Karte sieht man die GPS-Aufzeichnung unserer Route, sowie ein paar Ortsnamen, die ich nachgetragen habe. Also los geht's!
Unsere GPS-Aufzeichnung des Laugavegur.

Tag 1: Anreise & Etappe 1 von Landmannalaugar nach Hraftinnusker
Landmannalaugar wird im Sommer zweimal täglich von Bussen angefahren. Einen davon haben auch wir genommen. Die Fahrt dauert ca. 4 Stunden und führt von Reykjavik über die Ringstraße und anschließende Schotterstraßen am Vulkan Hekla vorbei nach Landmannalaugar. Unterwegs durchfährt der Bus ein paar Flüsse.
Hinter mir sieht man den zweitaktivsten Vulkan Islands: Hekla.
Blick aus dem Busfenster beim Durchfahren eines Flusses auf dem Weg nach Landmannalaugar.

In Landmannalaugar angekommen, registriert man sich kurz bei der Campingplatzrezeption für die Wanderung (aus Sicherheitsgründen, falls man verlorengeht), und dann geht die Wanderung auf dem Laugavegur auch schon los. Landmannalaugar ist übrigens ein beliebtes Touristenziel wegen einer heißen Quelle, die aus einem fast erkalteten Lavastrom aus Obsidian (vulkanisches Glas) entspringt, und wegen der bunten Farben der Berge. Der Grund für beide Phänomene ist vielen Touristen allerdings nicht bekannt: hier befindet man sich in einem der größten Vulkane Islands, Torfajökull (siehe Kreis auf der Google Earth-Karte). Die heißen Quellen und die bunten Gesteine sind Ausdruck der vulkanischen Aktivität. Außerdem sind sie natürlich wunderschön.
Hier geht es offiziell los: 12 km bis zum Ende der ersten Etappe unf 55 km bis zum Ziel.
Auf der Obsidianlava, über die der Anfang des Laugavegur führt.
Blick von der Obsidianlava auf die bunten Berge von Landmannalaugar.

Die ersten Kilometer des Weges sind nicht ohne, besonders wenn man einen 16 kg schweren Rucksack auf dem Rücken hat.
Eis und heiß: heiße Quellen entspringen hier und da.

Anfangs hatten wir am ersten Tag durchaus schönes Wetter mit Wolken und Sonne, doch gegen Abend wurde es sehr windig, und beim Überqueren von immer mehr Schneefeldern gab es kaum Schutz. Das Ziel der ersten Etappe, Hraftinnusker, liegt auf 1100 m Höhe. Dort gibt es eine Schutzhütte, in der man auch übernachten kann, ein paar Plumpsklos und ein paar etwas geschützte Campingstellen. Durch den Wind waren wir ganz schön erledigt und mußten uns, nachdem wir das Zelt aufgebaut hatten, erstmal hinlegen. Normalerweise kann man von dort aus noch ein paar kleine Abstecher zu Eishöhlen machen, aber der Wind nahm stetig an Stärke zu und zu allem Überfluß zog auch noch Nebel auf. Da bleibt einem eigentlich nur: Abenbrot und dann früh schlafen.
Immer höher ging es über endlose Schneefelder, die von der Asche des Eyjafjallajökullausbruchs vom letzten Jahr ganz grau waren.


Tag 2: Etappe 2 von Hraftinnusker zum Álftavatn
Leider hatte sich am Morgen des zweiten Tages das Wetter noch verschlechtert. Zum Sturm kam noch Regen. Die Sicht war mehr als schlecht, aber was will man machen? Also packten wir unsere Sachen, bauten das Zelt ab und machten uns wieder auf den Weg.
Ein trauriges Bild am Morgen von Tag 2.
Vom zweiten Tag gibt es kaum Bilder, weil man zum einen nur sehr wenig sehen konnte und die Kamera nicht zu naß werden sollte. Wir haben nur eine ungefähre Ahnung davon, wie schön die Landschaft eigentlich ist, die wir durchwandert haben. Angeblich waren wir am Fuß eines Gletschers, den wir aber nicht gesehen haben. Es gab wieder viele Schneefelder und heiße Quellen, aber der Nebel wurde einfach nicht weniger. Teilweise hatten wir Schwierigkeiten, die nächste Wegmarkierung zu finden. Der Wind ließ ich nicht nach, was mir das Laufen extrem erschwerte. Mit meinem Rucksack hatte ich große Probleme, auf den Beinen zu bleiben. Es ging am einen oder anderen Abgrund vorbei, von dem ich mich nur mit Hilfe der Wanderstöcke wegstemmen konnte. Dadurch gab es auch keine Gelegenheit, anzuhalten und etwas zu essen oder zu trinken, was natürlich auch nicht gerade hilfreich ist. Durch den Wind sind auch eine unserer Regenhüllen für den Rucksack und zeitweise eine der Isomatten davongeflogen. Die andere mußten wir dann zur Sicherheit auch abmachen.
Eines der wenigen Fotos von Tag 2.
Auf den letzten Kilometern dieser Etappe ging es dann sehr steil bergab. Dort verläßt man den Torfajökull-Vulkan. Gleich darauf gilt es, den ersten Fluß der Wanderung zu überqueren. Da ich dazu kein Foto gemacht habe, erkläre ich Flußüberquerungen bei der nächsten Etappe. Glücklicherweise ging es auf den letzten 3 km nur über flaches Gelände bis zur Rettungshütte am Álftavatn, einem See. Der Campingplatz dort ist eigentlich sehr schön gelegen: mit einer grünen Wiese, an der ein Fluß vorbeifließt. Es gibt Toiletten mit Wasserspülung und man kann sogar seinen Müll wegwerfen.

Leider war die Aufgabe des Abends, Klamotten und Schlafsäcke mit Hilfe der Körperwärme so gut wie möglich zu trocknen. Zum Abendbrot gab's sogar 2 Packungen Fertignudelgericht (zum Frühstück nur eine) für uns beide, sowie eine Tasse Tee und eine Brausetablette.
Mmmmhhh lecker, Fertignudelgericht.
Tag 3: Etappe 3 von Álftavatn nach Emstrur
Entgegen der Wettervorhersage und unseren Erwartungen hatte sich am nächsten Morgen der Wind gelegt und es regnete nicht mehr, sodaß wir ein paar unserer Sachen trocknen konnten. Nach einem Schwätzchen mit einer Gruppe junger Holländer, die gerne wissen wollten, was geologisch eigentlich los ist in dem Gebiet, was man auf dem Laugavegur durchwandert, ging es dann wieder weiter.

Die dritte Etappe führt durch eine magische grüne Landschaft außerhalb der großen Vulkane. Hier gibt es langgestreckte Hügelketten, die durch Spalteneruptionen unter einem Gletscher entstanden sind. Teilweise sind sie mit Moos und Heide bewachsen, teilweise läuft man aber auch durch eine wüstenartige Landschaft auf schwarzer Vulkanasche. An diesem Tag gab es einige Flüsse zu queren. Die reißendsten waren zum Glück überbrückt. Doch durch zwei Flüsse mußte man zu Fuß. Dazu zieht man am besten seine Schuhe aus, bindet sie an den Rucksack, krempelt die Hose so weit wie möglich hoch und sucht sich die beste Stelle zur Querung aus. Das ist oft die breiteste und daher flachste Stelle. Sehr empfehlenswert sind Sandalen, da die Steine im Fluß spitz sein können. Stöcke helfen, die Balance zu halten. Das Wasser kann nämlich ganz schön reißend und tückisch sein, vor allem ist es aber sehr kalt, so kalt, daß es wehtut. Aber wenn man wieder rauskommt, fangen die Füße schön an, zu kribbeln.
Flußdurchquerung: kein Problem, wenn man weiß, wie es geht.
Nach der Hälfte der Strecke nähert man sich dem Myrdalsjökull, dem Gletscher, der über dem Vulkan Katla liegt. Hier und da liegen riesige Felsbrocken auf der sandigen Ebene, die durch Schmelzwasser vom Gletscher bei Vulkanausbrüchen transportiert worden sind.
Päuschen in der Vulkanwüste. Im Hintergrund Myrdaljökull.
Wenn einem die schwarze Wüste fast schon so vorkommt, als würde sie nie enden, kommt man zur Schutzhütte von Emstrur, die sich in einem winzigen Flußtal befindet. Hier ist plötzlich alles grün und voller Blumen, wie eine Art Oase. Der Campingplatz ist wunderschön mit zeltgroßen Wiesen gleich neben dem Flüßchen.
Tag 4: Etappe 4 von Emstrur nach Husadalur in Thorsmörk
Für den vierten Tag hatten wir von der Hüttenwärtin die Warnung bekommen, daß die Windrichtung wieder so sein sollte wie an dem Sturmtag. Glücklicherweise konnten wir aber unser Zelt noch in einigermaßen trockenem Zustand einpacken, und das Wetter hielt auch noch eine Weile. Diese Etappe führt ganz nahe am Vulkan Katla vorbei. Gleich zu Beginn wird man auf einer Infotafel vor den Gefahren eines Ausbruchs gewarnt. Im Falle eines solchen Feuern die Hüttenwarte Leuchtraketen ab, was zur sofortigen Evakuierung auffordert, denn in diesem Gebiet ist nicht nur mit Asche und giftigen vulkanischen Gasen zu rechnen, sondern auch mit gewaltigen Schmelzwasserfluten entlang der Flußtäler (Gletscherlauf) und mit Blitzeinschlägen durch elektrische Stürme. Äußerst beruhigend!
Warntafel mit Evakuierungsinformationen.
Die ersten Kilometer des Wanderweges an diesem Tag machen einen ziemlichen Umweg, weil man ein tief eingeschnittenes Gletschertal von einem Auslaßgletscher des Myrdaljökull überwinden muß. Zum Glück führt über diesen Fluß eine Brücke, den bei den reißenden Fluten hätte keiner eine Chance.
Da möchte man noch nicht mal den kleinen Zeh reinhalten.
Der Entujökull, ein Auslaßgletscher des Myrdaljökull.
Ganz nah an Katla.
Hat man das Gletschertal umgangen geht die Wanderung weiter Richtung Eyjafjallajökull. In Senken liegt überall blauschwarze Asche vom Ausbruch im letzten Jahr.
Überall liegt Asche vom Eyjafjallaausbruch.
Nach und nach wird es immer grüner. Es gibt kleine Büsche, Blümchen und sogar ein paar Bäume, je weiter man sich Thorsmörk, dem Ziel der Wanderung nähert. Kurz vor dem Ende gilt es noch einmal einen recht tiefen Fluß zu überqueren, der extra tückisch ist, da man das Wasser nicht durchsichtig ist. Wenn man beim Durchqueren auf die Wasseroberfläche schaut, kann einem ganz schön schwindlich werden. Deshalb sollte man lieber das Ufer im Auge behalten.
Der letzte zu Fuß zu überquerende Fluß der Wanderung.
Dann ist man tatsächlich im Tal von Thorsmörk nördlich des Eyjafjallajökull angekommen. Es geht nun durch eine fast alpin anmutende Landschaft mit Hangwiesen voller Blumen und Wald, bevor man zu einem der Camping- und Hüttendörfer kommt. Wir beendeten unsere Wanderung in Husadalur, wo es sogar Kaffee und Kuchen zu kaufen gab. Es ist ein tolles Gefühl, so eine Wanderung geschafft zu haben. Irgendwie kommt es einem vor, als wäre man Ewigkeiten unterwegs gewesen.

Da sich das Wetter dann doch rapide verschlechterte, beschlossen wir, noch an diesem Tag nach Reykjavik zurückzufahren, statt noch ein paar Tage in Thorsmörk zu bleiben. Aus Thorsmörk fährt im Sommer zweimal täglich ein Bus nach Reykjavik. Dieser muß wirklich einen Fluß nach dem anderen durchqueren, weshalb nicht viele Leute mit dem Auto dorthin fahren. Mietwagen sind sind übrigens bei Flußdurchquerungen nicht versichert.
Der Bus zurück nach Reykjavik.
Am Fuß des Eyjafjallajökull. Und das Wetter animiert wirklich nicht mehr zum Wandern.
Fazit
Die Laugavegurwanderung ist zu recht eine der beliebtesten Wanderungen Islands. Sie ist größtenteils nicht allzu anspruchsvoll, auch wenn einige Abschnitte trittsicherheit uns Schwindelfreihet voraussetzen. Das Wetter ist der größte Unsicherheitsfaktor. Der Sturm am zweiten Tag war nur ein kleiner Vorgeschmack von dem, was möglich ist. Und man befindet sich wirklich größtenteils außerhalb der Zivilisation. Insgesamt besteht aber der größte Reiz des Laugavegur in seinem Abwechslungsreichtum der Landschaft: gelb-orange-rot-grüne Berge und weißgraue Schneefelder mit dampfenden Quellen in Landmannalaugar, mittelerdeartige grüne Hügel, schwarze Aschewüsten, reißende Flüsse, blauschimmernde Gletscher, Lavafelder, Heide, Wälder und Wiesen.

Für mich war die Wanderung auf dem Laugavegur ein unvergeßliches Erlebnis.

Sonntag, 14. August 2011

2 Jahre Schweden

Als ich in Island war, habe ich doch glatt mein 2jähriges Schwedenjubiläum verpaßt. Deshalb an dieser Stelle eine Gedenksekunde. ...

Das zweite Jahr in einem neuen Land ist eindeutig weniger aufregend als das erste. Alles ist einigermaßen bekannt. Man ist mit den wesentlichen Überlebensregeln vertraut, findet sich im Alltag zurecht und weiß, wo es langgeht, solange sich alles in geregelten Bahnen bewegt. Das führt dazu, daß man im Gegensatz zu den ersten Monaten viel entspannter ist und nicht ständig in gleichem Maße auf der Hut sein muß. Mit anderen Worten: Man hat endlich auch mal genug Sicherheit, nach vorn zu schauen.

Natürlich bekommt man mit mehr und mehr Einblick auch einen Eindruck davon, was nicht so gut läuft und was einen nervt. Ein solches Beispiel ist die Bürokratie, die aber meiner Ansicht nach in Deutschland trotzdem sehr viel schlimmer ist, als in Schweden. Ich denke, es gibt keinen Ort der Welt, an dem man nicht nach einiger Zeit etwas auszusetzen findet. Entscheidend ist die Gesamtzufriedenheit des Lebens an einem Ort, und die ist für mich in Schweden auf jeden Fall größer als in Deutschland.

In meinem Blogeintrag zum ersten Jahr in Schweden hatte ich mir für das zweite Jahr vorgenommen, mein Schwedisch zu verbessern und Kontakt zu "richtigen" Schweden aufzunehmen. Ersteres habe ich dank Einzelunterricht auf  Arbeit ganz gut geschafft. Ich lerne zwar weiterhin, aber ich bin zufrieden mit meinem Fortschritt. Eine echte Freundschaft mit einem Schweden oder einer Schwedin habe ich jedoch noch nicht aufgebaut. Die einzigen Schweden, mit denen ich näheren Kontakt habe, kenne ich nach wie vor von der Arbeit, weshalb wir meistens englisch sprechen. Aber die Geländearbeit mit der neuen schwedischen Doktorandin in Island war schonmal ein Schritt in die richtige Richtung. Und für das dritte Jahr muß ja auch noch was zu tun bleiben.

Apropos drittes Jahr: Ich bin gespannt, was es so bringt.
Und wie schon nach meiner Ankunft und nach einem Jahr in Schweden kann ich auch nach zwei Jahren sagen: Ich lebe noch, es geht mir gut, Schweden ist schön!

Donnerstag, 11. August 2011

Zurück in Schweden

Seit Montag Nacht sind wir zurück in Schweden. Dienstag ging es dann gleich wieder auf Arbeit, wo natürlich ein Berg an Emails und Aufgaben wartete. Langsam komme ich dem Ziel, alles einigermaßen durchzuarbeiten und auch den Wäscheberg zu Hause abzutragen, näher. Wahrscheinlich wird ab nächster Woche alles wieder normal funktionieren, inklusive Anpassung an die mitteleuropäische Zeitzone.

Die Fotos von Island sind heruntergeladen, sodaß ich nach und nach ein paar davon mit Bericht posten kann.

Samstag, 6. August 2011

Live aus Island: Statusbericht

Es ist Freitag Abend, Zeit für einen kurzen Zwischenstand. Gestern früh haben wir meinen Chef zum Flughafen in Egilstadir gebracht, haben das Auto gewaschen, waren dann Essen einkaufen, sind auf einen Berg geklettert und habeb jeder ca. 30 kg Gesteinsproben wieder runter zum Auto geschleppt, sind dann die Papageientaucher besuchen gefahren, haben dann alle Proben in Tüten verpackt und mit Klebeband umwickelt. Heute haben wir dann alle Proben (schätzungsweise 300 kg) in Kartons verpackt und haben diese, nachdem wir den Vorrat des Dorfsupermarktes an Klebeband aufgekauft hatten, mit selbigem umwickelt und addressiert. Dann sind wir nach Egilstadir gefahren und haben die in 11 Kartons befindlichen Proben nach Reykjavik geschickt. Dann haben wir uns, da es eh geregnet hat, ins Schwimmbad begeben, um unsere geschundenen Muskeln in heißem Wasser zu entspannen. Dann haben wir einen dänischen Kollegen aus Reykjavik vom Flughafen abgeholt (da stand das Tourflugzeug von Iron Maiden) und sind zurück in unser Dorf am Ende Islands gefahren. Der dänische Kollege ist der hiesige Betreuer unserer schwedischen Doktorandin und wird mit uns ab morgen 2 Tage im Gelände verbringen, bevor es Montag zurück nach Hause geht.

P.S.: Unsere Kamera ist vorgestern 200 m den Berg runtergerollt, konnte aber gefunden werden und funktioniert ohne erkennbare Schäden. Da sind mir echt mehrere Tonnen Steine vom Herzen gefallen.

Mittwoch, 3. August 2011

Live aus Island: Klagen über das Wetter

Nach anderthalb Wochen Island habe ich völlig vergessen, was Sommer ist. Stattdessen hoffe ich jeden Tag auf Wetter, daß es erlaubt nach draußen zu gehen und vielleicht einmal mit trockenen Füßen zurückzukommen. Doch gehen wir chronologisch vor.

Nach unserem Flug am 22. Juli haben wir uns mit einem Kollegen, der in den 80ern aus Deutschland nach Island gezogen ist und uns schon mehrfach im Gelände geführt hat, zu einer Besprechung getroffen. Dann haben wir uns Campinggas und eine Wanderkarte besorgt und unser Zelt auf dem Campingplatz in Reykjavik aufgeschlagen. Von dort sind wir am nächsten Morgen mit dem Bus nach Landmannalaugar gefahren, wo unsere 4tägige Wanderung nach Thorsmörk entlang des Laugarvegur startete. Das Wetter an diesem, ersten Tag war ganz in Ordnung mit Wolken und etwas Sonne, nur daß gegen Abend der Wind immer stärker wurde. Deshalb haben wir unser Zelt auch an der Berghütte extra sicher aufgestellt. Leider fing es in der Nacht zusätzlich auch noch zu regnen an. Am nächsten Morgen war ein echter Sturm daraus geworden, durch den wir uns die 12 km bis zum nächsten Etappenziel kämpfen mußten. Durch das Wetter haben wir leider nur wenig von der wunderschönen Landschaft gesehen. Stattdessen sind wir, sowie unsere Rucksäcke und auch unsere Schlafsäcke gehörig naß geworden. Am nächsten Etappenziel waren wir deshalb erstmal mit Zeltaufstellen bei Sturm und dann mit Schlafsäcketrocknen mit Hilfe der eigenen Körperwärme beschäftigt. Zu essen gab es übrigens Fertignudelgerichte, sowohl zum Abensessen als auch zum Frühstück, und Trockenfrüchte tagsüber. Am 3. Tag war das Wetter mit bedecktem Himmel und gelegentlichen Schauern dagegen wirklich annehmbar. Und der 4. Tag war sogar teilweise ein bißchen sonnig, bis wir am Nachmittag am Ende der Wanderung angekommen waren. Da der Wetterbericht aber auf Regen und Sturm stand, haben wir uns gegen einen zusätzlichen Rag Wandern entschieden und sind stattdessen mit dem Bus zurück nach Reykjavik gefahren.

Auf der Fahrt regnete es schon ordentlich, sodaß wir uns ein Gästehaus gesucht haben, statt zu zelten. Bei regnerischem und stürmischem Wetter haben wir dann 3 Tage in Reykjavik alle für uns interessanten Museen besucht und haben unsere müden Beine im Schwimmbad entspannt.

Am Freitag haben wir dann meinen Chef und unsere neue schwedische Doktorandin am Flughafen getroffen und sind zusammen nach Egilstadir in den Nordosten geflogen. Dort war es tatsächlich sonnig! Mit dem Mietwagen ging es dann nach Borgarfjördur eystri, um für die Doktorarbeit der Doktorandin Gesteinsproben zu sammeln. Bis Sonntag war außerdem unser isländisch-deutscher Auswandererkollege dabei, der hier in den 80ern seine Doktorarbeit über die Vulkane gemacht hat. Ab Samstag Abend hat sich leider das Wetter verschlechtert mit abwechselnd Niesel, Regen und Nebel, was uns nicht viele Optionen gibt, etwas zu tun. Morgen soll für den Rest unseres Aufenthaltes der einzige Tag mit gutem Wetter sein. Deshalb geht es auch schon 6:30  los.

Das ist also das Leid mit dem Wetter hier in Island. Ich verspreche, ich berichte auch noch ausführlich von anderen Dingen und stelle Fotos online, zum Beispiel von dem Abenteuer, als wir mit dem Jeep im Schlamm steckengeblieben sind.