Sonntag, 14. August 2011

2 Jahre Schweden

Als ich in Island war, habe ich doch glatt mein 2jähriges Schwedenjubiläum verpaßt. Deshalb an dieser Stelle eine Gedenksekunde. ...

Das zweite Jahr in einem neuen Land ist eindeutig weniger aufregend als das erste. Alles ist einigermaßen bekannt. Man ist mit den wesentlichen Überlebensregeln vertraut, findet sich im Alltag zurecht und weiß, wo es langgeht, solange sich alles in geregelten Bahnen bewegt. Das führt dazu, daß man im Gegensatz zu den ersten Monaten viel entspannter ist und nicht ständig in gleichem Maße auf der Hut sein muß. Mit anderen Worten: Man hat endlich auch mal genug Sicherheit, nach vorn zu schauen.

Natürlich bekommt man mit mehr und mehr Einblick auch einen Eindruck davon, was nicht so gut läuft und was einen nervt. Ein solches Beispiel ist die Bürokratie, die aber meiner Ansicht nach in Deutschland trotzdem sehr viel schlimmer ist, als in Schweden. Ich denke, es gibt keinen Ort der Welt, an dem man nicht nach einiger Zeit etwas auszusetzen findet. Entscheidend ist die Gesamtzufriedenheit des Lebens an einem Ort, und die ist für mich in Schweden auf jeden Fall größer als in Deutschland.

In meinem Blogeintrag zum ersten Jahr in Schweden hatte ich mir für das zweite Jahr vorgenommen, mein Schwedisch zu verbessern und Kontakt zu "richtigen" Schweden aufzunehmen. Ersteres habe ich dank Einzelunterricht auf  Arbeit ganz gut geschafft. Ich lerne zwar weiterhin, aber ich bin zufrieden mit meinem Fortschritt. Eine echte Freundschaft mit einem Schweden oder einer Schwedin habe ich jedoch noch nicht aufgebaut. Die einzigen Schweden, mit denen ich näheren Kontakt habe, kenne ich nach wie vor von der Arbeit, weshalb wir meistens englisch sprechen. Aber die Geländearbeit mit der neuen schwedischen Doktorandin in Island war schonmal ein Schritt in die richtige Richtung. Und für das dritte Jahr muß ja auch noch was zu tun bleiben.

Apropos drittes Jahr: Ich bin gespannt, was es so bringt.
Und wie schon nach meiner Ankunft und nach einem Jahr in Schweden kann ich auch nach zwei Jahren sagen: Ich lebe noch, es geht mir gut, Schweden ist schön!

Donnerstag, 11. August 2011

Zurück in Schweden

Seit Montag Nacht sind wir zurück in Schweden. Dienstag ging es dann gleich wieder auf Arbeit, wo natürlich ein Berg an Emails und Aufgaben wartete. Langsam komme ich dem Ziel, alles einigermaßen durchzuarbeiten und auch den Wäscheberg zu Hause abzutragen, näher. Wahrscheinlich wird ab nächster Woche alles wieder normal funktionieren, inklusive Anpassung an die mitteleuropäische Zeitzone.

Die Fotos von Island sind heruntergeladen, sodaß ich nach und nach ein paar davon mit Bericht posten kann.

Samstag, 6. August 2011

Live aus Island: Statusbericht

Es ist Freitag Abend, Zeit für einen kurzen Zwischenstand. Gestern früh haben wir meinen Chef zum Flughafen in Egilstadir gebracht, haben das Auto gewaschen, waren dann Essen einkaufen, sind auf einen Berg geklettert und habeb jeder ca. 30 kg Gesteinsproben wieder runter zum Auto geschleppt, sind dann die Papageientaucher besuchen gefahren, haben dann alle Proben in Tüten verpackt und mit Klebeband umwickelt. Heute haben wir dann alle Proben (schätzungsweise 300 kg) in Kartons verpackt und haben diese, nachdem wir den Vorrat des Dorfsupermarktes an Klebeband aufgekauft hatten, mit selbigem umwickelt und addressiert. Dann sind wir nach Egilstadir gefahren und haben die in 11 Kartons befindlichen Proben nach Reykjavik geschickt. Dann haben wir uns, da es eh geregnet hat, ins Schwimmbad begeben, um unsere geschundenen Muskeln in heißem Wasser zu entspannen. Dann haben wir einen dänischen Kollegen aus Reykjavik vom Flughafen abgeholt (da stand das Tourflugzeug von Iron Maiden) und sind zurück in unser Dorf am Ende Islands gefahren. Der dänische Kollege ist der hiesige Betreuer unserer schwedischen Doktorandin und wird mit uns ab morgen 2 Tage im Gelände verbringen, bevor es Montag zurück nach Hause geht.

P.S.: Unsere Kamera ist vorgestern 200 m den Berg runtergerollt, konnte aber gefunden werden und funktioniert ohne erkennbare Schäden. Da sind mir echt mehrere Tonnen Steine vom Herzen gefallen.

Mittwoch, 3. August 2011

Live aus Island: Klagen über das Wetter

Nach anderthalb Wochen Island habe ich völlig vergessen, was Sommer ist. Stattdessen hoffe ich jeden Tag auf Wetter, daß es erlaubt nach draußen zu gehen und vielleicht einmal mit trockenen Füßen zurückzukommen. Doch gehen wir chronologisch vor.

Nach unserem Flug am 22. Juli haben wir uns mit einem Kollegen, der in den 80ern aus Deutschland nach Island gezogen ist und uns schon mehrfach im Gelände geführt hat, zu einer Besprechung getroffen. Dann haben wir uns Campinggas und eine Wanderkarte besorgt und unser Zelt auf dem Campingplatz in Reykjavik aufgeschlagen. Von dort sind wir am nächsten Morgen mit dem Bus nach Landmannalaugar gefahren, wo unsere 4tägige Wanderung nach Thorsmörk entlang des Laugarvegur startete. Das Wetter an diesem, ersten Tag war ganz in Ordnung mit Wolken und etwas Sonne, nur daß gegen Abend der Wind immer stärker wurde. Deshalb haben wir unser Zelt auch an der Berghütte extra sicher aufgestellt. Leider fing es in der Nacht zusätzlich auch noch zu regnen an. Am nächsten Morgen war ein echter Sturm daraus geworden, durch den wir uns die 12 km bis zum nächsten Etappenziel kämpfen mußten. Durch das Wetter haben wir leider nur wenig von der wunderschönen Landschaft gesehen. Stattdessen sind wir, sowie unsere Rucksäcke und auch unsere Schlafsäcke gehörig naß geworden. Am nächsten Etappenziel waren wir deshalb erstmal mit Zeltaufstellen bei Sturm und dann mit Schlafsäcketrocknen mit Hilfe der eigenen Körperwärme beschäftigt. Zu essen gab es übrigens Fertignudelgerichte, sowohl zum Abensessen als auch zum Frühstück, und Trockenfrüchte tagsüber. Am 3. Tag war das Wetter mit bedecktem Himmel und gelegentlichen Schauern dagegen wirklich annehmbar. Und der 4. Tag war sogar teilweise ein bißchen sonnig, bis wir am Nachmittag am Ende der Wanderung angekommen waren. Da der Wetterbericht aber auf Regen und Sturm stand, haben wir uns gegen einen zusätzlichen Rag Wandern entschieden und sind stattdessen mit dem Bus zurück nach Reykjavik gefahren.

Auf der Fahrt regnete es schon ordentlich, sodaß wir uns ein Gästehaus gesucht haben, statt zu zelten. Bei regnerischem und stürmischem Wetter haben wir dann 3 Tage in Reykjavik alle für uns interessanten Museen besucht und haben unsere müden Beine im Schwimmbad entspannt.

Am Freitag haben wir dann meinen Chef und unsere neue schwedische Doktorandin am Flughafen getroffen und sind zusammen nach Egilstadir in den Nordosten geflogen. Dort war es tatsächlich sonnig! Mit dem Mietwagen ging es dann nach Borgarfjördur eystri, um für die Doktorarbeit der Doktorandin Gesteinsproben zu sammeln. Bis Sonntag war außerdem unser isländisch-deutscher Auswandererkollege dabei, der hier in den 80ern seine Doktorarbeit über die Vulkane gemacht hat. Ab Samstag Abend hat sich leider das Wetter verschlechtert mit abwechselnd Niesel, Regen und Nebel, was uns nicht viele Optionen gibt, etwas zu tun. Morgen soll für den Rest unseres Aufenthaltes der einzige Tag mit gutem Wetter sein. Deshalb geht es auch schon 6:30  los.

Das ist also das Leid mit dem Wetter hier in Island. Ich verspreche, ich berichte auch noch ausführlich von anderen Dingen und stelle Fotos online, zum Beispiel von dem Abenteuer, als wir mit dem Jeep im Schlamm steckengeblieben sind.