Mittwoch, 27. März 2013

How to be German... in Sweden - Teil 1

Eigentlich wollte ich schon eine Ewigkeit einen Post zu diesem Thema schreiben. Eine irische Freundin hat diese Webseite von einem deutschen Kollegen in Schottland geschickt bekommen, und mußte sie natürlich mit uns Deutschen hier auf Arbeit teilen. Die Seite beschreibt aus der Sicht eines in Deutschland lebenden Engländers 20 einfache Schritte, wie man Deutscher werden kann (also mental und verhaltensmäßig). Die Beschreibung ist herrlich clichébehaftet, aber wie so oft, haben Clichés ja auch einen wahren Kern. Deshalb erfreut sich diese Seite auch extremer Beliebtheit, und die Liste ist mittlerweile auf 25 angewachsen.
Doch an dieser Stelle, kommt bei mir die Frage auf: Wie deutsch bin ich denn noch nach dreieinhalb Jahren in Schweden? Dazu muß man sagen, daß einige der Punkte auf der Liste auch typisch für Schweden sind. Andererseits tendiert man als Auswanderer dazu, bestimmte clichéartige Eigenarten zu entwickeln. Also zur Liste:
  1. Trag immer deine Hausschuhe! Ich weiß nicht, was daran komisch ist. In Schweden zieht man (wie in Deutschland) immer die Straßenschuhe aus, wenn man in eine Wohnung kommt.
  2. Frühstücke lange! Aufgrund eines Mangels an Bäckern in diesem Land gibt es zum Sonntagsfrühstück leider nur Aufbackbrötchen, aber dafür auch mindestens 5 verschiedene selbst gemacht Marmeladen (ein Hobby, das sich erst hier ergeben hat). Die Schweden sind übrigens große Frühstücker. Meine Doktorandin kocht jeden Morgen ihren Haferschleim mit Früchten.
  3. Planung ist alles! Ja, Deutsche tendieren dazu, Dinge zu planen und zu optimieren. Dafür haben sie im Ausland den Ruf, gründlich, pünktlich und zuverlässig zu sein. Auch wenn ich dafür eine Menge Gegenbeispiele kenne, ist schon was dran am Cliché der deutschen Tugenden. In Schweden fällt das vor allem in der Werbung für Autos, Reifen und Maschinen auf. Ich sag nur: Das Auto!
  4. Für alles eine Versicherung! In Schweden kommt mir das Versicherungssystem unkomplizierter vor als in Deutschland. Vielleicht klingen aber auf schwedisch die Beschreibungen einfach weniger gefährlich und kompliziert.
  5. Sei immer passend gekleidet! Angeblich tragen Deutsche immer Outdoorklamotten, um für jedes Wetter gerüstet zu sein. Tatsache ist, daß Outdoorklamotten seit ein paar Jahren in Mode sind. In Schweden wie in Deutschland ist es ganz normal, mit Regenjacke herumzurennen. Deutsche erkennt man übrigens in Schweden wie auch überall sonst an Jack Wolfskin-Klamotten und Deuter-Rucksäcken. Übrigens ist passende Kleidung für Mädchen in Schweden bei Temperaturen über -15°C ein kaum erkennbarer Minirock.
  6. Sprich deutsch! Seit ich in Schweden lebe, nehmen mein Ausdrucksvermögen und mein Wortschatz der deutschen Sprache rapide ab. Und es fällt mir immer schwerer, es zu verbergen.
Hier ist Teil 2.

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