Samstag, 17. November 2012

Quer durch Südafrika - Teil 5

Tagung und Exkursion
Der eigentliche Grund für die Südafrikareise war ja eigentlich eine Tagung zum Thema Geologie magmatischer Intrusionen, die etwa alle 2 Jahre immer an einem anderen Ort stattfindet. Ich wollte schon immer mal zu dieser Tagung, hatte aber nie das Geld und die Zeit. Dieses Mal mußte ich deshalb dabei sein. Und es hat sich echt gelohnt. Solche kleine Tagungen (mit etwa 45 Teilnehmern) sind die perfekte Gelegenheit, sich mit Experten auf dem Gebiet zu unterhalten und seine Forschung dem richtigen Publikum vorzustellen. Für mich hat sich die Teilnahme wirklich gelohnt. Ich konnte mich sogar sehr freundlich mit einem sehr Bekannten Amerikaner unterhalten, der schon einige kritische Gutachten zu meinen Artikeln geschrieben hat. Im Vorhinein war ich deshalb ziemlich nervös, was er so zu meinen Vorträgen und meinem Poster sagen würde. Aber es war wie gesagt sogar sehr nett, sich mit ihm zu unterhalten.

Die Exkursion zur Tagung führte in die Karoo-Halbwüste, wo wir uns sozusagen von unten nach oben durch eines der größten Sedimentbecken der Welt arbeiteten. Vor etwa 180 Millionen Jahren stieg hier eine riesige Menge heißen Gesteins aus dem Mantel auf und schuf eine sogenannte große magmatische Provinz (Large Igneous Province = LIP). Dabei drangen mehrere Millionen Kubikkilometer Magma nach oben durch die Erdkruste. Etwa die Hälfte davon blieb auf dem Weg in den Gesteinsschichten des Karoobeckens stecken. Die andere Hälfte schaffte es an die Oberfläche und eruptierte als riesige Flutbasalte, die damals nicht nur fast das gesamte Gebiet Südafrikas, sondern auch Teile Namibias und Botswanas mit einem mehr als 1,5 km dicken Lavapaket bedeckten. Seit damals wurde viel von den Laven und auch einiges vom Becken erodiert. Die Laven findet man fast nur noch in Lesotho und den Drakensbergen in Südafrika. Das steckengebliebene Magma sieht man dagegen überall in der Karoo als sogenannte Intrusionen, also das perfekte Ziel für die Exkursion. Mich interessierten dabei natürlich die Intrusionen, die nichts anderes sind als Transportkanäle für Magma und Magmakammern. Die kann man übrigens sogar vom Weltraum aus sehen. Wenn man sich Südafrika in Google Earth anschaut, sieht man jede Menge kreisförmige Strukturen. Das sind die Ränder von Intrusionen, die in etwa die Form von Untertassen haben, sogenannte saucer-shaped sills.
Der Golden Valley Sill von oben.
Geologenkaravane auf dem Weg zum Rand des Gold Valley Sills.
Zwei sills von der Seite gesehen bilden die Klippen.

Ein weiteres wichtiges Thema der Forschung an solchen LIPs ist, daß durch die Hitze des Magmas das organische Material in den Sedimenten in CO2 umgewandelt werden kann, was bei der riesigen Menge an Magma und Sediment einen globalen Effekt auf das Klima haben kann. Viele Massenaussterbeereignisse, zum Beispiel die Kreide-Tertiär-Grenze, an der die Dinosaurier ausstarben, werden heutzutage mit LIPs in Verbindung gebracht, nicht unbedingt mit Meteoriteneinschlägen.

Auf jeden Fall hat es sich gelohnt, die Tagung und Exkursion mitzumachen. Es steht zwar noch nicht fest, wo die nächste Tagung dieser Reihe stattfindet, aber ich hoffe wirklich, daß ich wieder dabeisein kann.

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