Dienstag, 16. Februar 2010

Von fettis und semmlor

Zwar wird in Schweden kein Karneval gefeiert, aber ein paar Traditionen in Verbindung mit den eigentlichen Feiertagen, die dahinterstehen, gibt es schon. Die wichtigste, die mir bisher bekannt ist, wird heute gefeiert, denn heute ist fettisdagen oder auch fett tisdagen (fetter Dienstag), was in Deutschland wohl der Fastnacht entsprechen würde. Zum fettis wird nochmal richtig reingehauen, bevor man dann theoretisch bis Ostern fastet. Die Schweden halten es aber nicht so mit den religiösen Bräuchen, weshalb das Fasten meist ignoriert wird. Umso ernster nimmt man aber das mit dem Reinhauen. Zum fettis - und eigentlich nur dann - gibt es nämlich semmlor. Frei übersetzt, wären das Semmeln. Das stimmt aber nicht unbedingt mit der Realität überein. Leider konnte ich das Foto, was ich gestern von diesem Gebäck gemacht habe, nicht von der Kamera kriegen. Deshalb hier ein link, wo man sich anschauen kann, wie semmlor aussehen. Im Prinzip sind es runde Hefegebäcke mit Kardamom, die aufgeschnitten und mit ein wenig Marzipancreme und viel Schlagsahne gefüllt werden. Dann kommt der Deckel wieder drauf.

Da man es hier aus Gründen der Arbeitsmoral für wichtig hält, seine Angestellten mit derlei Köstlichkeiten zu versorgen, wurde gestern zum fika eine Wagenladung davon in der Gemeinschaftsküche abgeladen. Sehr lecker, kann ich nur sagen. Und: Gut, daß es die nur an einem Tag im Jahr gibt.

P.S.: In Schweden gibt es einige solche Tage, an denen der Verzehr einer bestimmten Köstlichkeit sozusagen staatlich verordnet wird. Ein Beispiel ist kanelbullardagen im Oktober, wo man die (übrigens auch sonst jederzeit verfügbaren aber dann sehr viel größeren) Zimtschnecken ist, die es auch bei jedem IKEA auf der Welt gibt. Solche Tage wurden natürlich eingeführt, um die Bäckereiindustrie zu unterstützen. Aber wenns schön macht...

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