Samstag, 29. März 2014

Gran Canaria - Teil 1

Ein kleiner Bericht aus dem Urlaub auf Gran Canaria, wo wir für eine Woche mit TuiFly Nordic über ein Last Minute-Angebot Urlaub machen.
Pause im Schatten eines Löwenzahns.
Tag 1: Der Flug von Schweden ist laaang! Fünfeinhalb Stunden. Umso schöner ist es, wenn man endlich da ist, und es sind 20°C mehr als zu Hause. Die Unterkunft ist ein Bungalow ohne große Extras. Doch dank Mietwagen sind wir wohl eh nur zum Schlafen hier. Zum Abendessen gibt es kanarisches Essen: Schrumpelkartoffeln und Fisch bzw. Ziegenfleisch.

Tag 2: Nach einem frisch gepressten Fruchtsaft geht es auf eine Wanderung hoch in den Bergen. Herrliche Calderastrukturen überall! Und Blumen. Nur an die Sonne sind wir irgendwie noch nicht gewöhnt. Am späten Nachmittag sind wir fix und fertig zurück am Auto nach nur fast 6 Stunden wandern und 15 km. Zum Abschluß des Tages geht's noch in den Kakteengarten bei Aldea de San Nicolas.

Tag 3: Die Füße tun immer noch weh von gestern und die Nase hat Sonnenbrand. Wir entscheiden uns also für einen Tag in der Hauptstadt Las Palmas de Gran Canaria. Dort laufen wir durch die Straßen, schauen die hübschen Häuser an, besuchen das kanarische Museum und das Museum Elder, ein Wissenschaftsmuseum, sowie den Stadtstrand und die deutsche Bäckerei. Bevor es zurückgeht, schauen wir noch in den jardín canario, den riesigen botanischen Garten, im Nordosten der Insel. Zurück in Maspalomas ist sogar noch ein Strandspaziergang drin.

Tag 4: Eigentlich wollten wir wieder wandern und fahren hoch in die Berge. Doch es nieselt und die Einheimischen veranstalten eine Ralley auf den engen kurvigen Straßen. Also schauen wir uns das Bergdörfchen Tejeda an, kaufen Kuchen in der Dolceria und trinken cafe con leche. Dann winden wir uns die Kurvenstraßen auf der anderen Seite der Berge wieder hinunter und schauen uns noch ein Städchen an. Mehr ist wohl auch nicht drin an einem Samstag. Soll ja auch Urlaub bleiben.

Das war erstmal Teil 1.

Dienstag, 25. März 2014

Abgetaucht

In letzter Zeit war ich leider überhaupt nicht zugänglich oder mitteilsam. Mein Projektantrag hat einfach alles andere in meinem Leben zur Seite gedrängt, sodaß ich nur noch gestreßt war. Das Privatleben wurde einfach kurzerhand gestrichen, und auf Arbeit türmte sich alles, was nicht super akut war auf. Jeden Morgen war ich früher auf Arbeit, nur um mich für ein paar Stunden einzuschließen und mich vor Kollegen und Studenten zu verstecken und am Antrag zu arbeiten.

Doch nun ist endlich der Antrag eingereicht! Das blöde Einschicksystem hat mich gestern Abend um halb 9 irgendwann zum Wahnsinn getrieben. Mein Gehirn und die Formulare waren einfach nicht mehr kompatibel, auch wenn es sich größtenteils darum handelte, daß ich bestätigen muß, daß ich keine Experimente an Tieren oder Menschen durchführe und daß meine Forschung nicht zu teroristischen Zwecken mißbraucht werden kann. Irgendwann war jedenfalls nicht mehr weiterzukommen. Außerdem war der Brief, den ich vom Institutsleiter brauchte, auch noch nicht da. Da hab ich dann erstmal aufgehört. Heute ging es dann erstaunlicherweise an der Stelle, wo ich gestern steckengeblieben bin, weiter. Den Brief hatte ich Mittags auch unterschrieben und gestempelt. Und dann konnte ich endlich alles wegschicken. Was für eine Erleichterung!

Ironischerweise kam um 15 Uhr eine E-Mail von der Förderorganisation, daß sie die Deadline für 2 Tage verlängert haben, weil das System zusammengebrochen ist. Mir ist das aber jetzt egal. Morgen geht es für eine Woche in den Urlaub nach Gran Canaria!

Montag, 17. März 2014

Katzenfernseher 2.0

Seitdem wir im Herbst von unseren alten Nachbarn vor deren Auszug ein Aquarium mit Neons und Platys geerbt hatten, war ich auf der Suche nach einem günstigen Unterschrank. Ein Aquarium steht auf Dauer einfach nicht auf einer normalen Komode. Neue Unterschränke erwiesen sich als sehr unerschwinglich, sodass ich begann, mich bei blocket.se, dem schwedischen Äquivalent von eBay, nach gebrauchten umzuschauen. Dort gibt es oft sogar ganze Sets aus gebrauchtem Aquarium mit dem passenden Unterschrank für wenig Geld. 

Im November fand ich dann ein sehr günstiges Eckaquarium mit Schrank, das wir aus einem Dorf nordwestlich von Uppsala mit dem Auto abholten. Mitte Dezember haben wir das Aquarium dann aufgestellt. Das alte Aquarium mußte dafür erst einmal in die andere Zimmerecke umziehen. Dann konnte das neue eingefahren werden, wie das im Jargon heißt. Als Boden haben wir hellen  Sand ausgewählt und mit Hilfe von Wurzeln und Pflanzen ein Südamerika-Becken eingerichtet. Nach ein paar Wochen durften dann die Fische aus dem alten Aquarium einziehen. 

Die Platys haben sich seit dem ziemlich doll vermehrt. Seit zwei Wochen haben wir zudem noch ein Pärchen Kakadu-Zwergbuntbarsche und vier Maronii, eine friedliche Buntbarschart auch aus Südamerika. Die Buntbarsche sind interessant zu beobachten, nicht nur für die Katzen. 
Nach dem Befüllen mit Sand war das Wasser für einige Tage sehr trübe.
Ein paar Tage später mit Wurzel, Steinen und ersten Pflanzen.
Noch später mit noch mehr Pflanzen erkennt man langsam, was es werden soll.
So sieht das Aquarium heute aus. Mehr Wurzeln und größere Pflanzen machen es dem Lebenraum in Südamerika ähnlicher. Die Kokosnußschalen dienen den Buntbarschen als Höhle.
Das Kakadu-Zwergbuntbarschweibchen. Das Männchen ist grau-schwarz gestreift mit prächtigen roten Flossen.
Einer von den vier Maronii. Entgegen ihres Rufes sind sie ziemlich neugierig und immer vorn dabei.

Samstag, 15. März 2014

Projekt Schattenecke - Teil 2

Obwohl der Frühling an diesem Wochenende zeitweise einen Rückschlag erlitten hat (es hat geschneit und gestürmt), gibt es doch ein paar Fortschritte im Projekt Schattenecke zu berichten: Der Stamm und die Äste der Birke, die im Herbst auf unser Grundstück gefallen ist, sind mittlerweile in handlicheren Größen im Holzschuppen gelagert. Außerdem hat die Westseite des Holzschuppens einen neuen Anstrich bekommen. Und das Gestrüpp (Flieder) an der Grundstücksgrenze nach Norden ist auf etwa 2 Meter Höhe begrenzt worden.

Sonntag, 9. März 2014

Projekt Schattenecke - Teil 1

Die Umgestaltung der Ecke neben dem Holzschuppen im Garten hat begonnen. Noch herrscht Chaos, aber der Beginn meiner neuen Natursteinmauer ist gemacht. Hoffentlich ist das Wetter nächstes Wochenende wieder schön, sodass es weitergehen kann.
Vorher: Der Blick an die nördliche Grundstücksgrenze zeigt bietet ein Bild von Gestrüpp. Mit dem Spaten links war ich zu dem Zeitpunkt gerade am Ausbuddeln des Stachelbeerbusches, der hier sehr unglücklich stand und jetzt ein freieres Plätzchen bekommen hat.
Einmal nach rechts gedreht vom vorherigen Bild aus, sieht man die Westseite des Holzschuppens, mehr Getrüpp, Baumschnitt und Steine, die wir in Vorbereitung für eine neue Mauer gesammelt haben.
Nachdem der Stachelbeerbusch weg war, habe ich eine viereckige Grube abgesteckt und ausgehoben. Dort soll die neue Mauer hin.
Nachdem die Grube wieder mit Kies verfüllt ist, können die ersten Steine gestapelt werden. Leider fehlen noch ein paar Kubikmeter.
Soweit also erstmal für dieses Wochenende.

Endlich Frühling!

Dieses Wochenende hat es sich zum ersten Mal in diesem Jahr wie Frühling angefühlt. Bei Sonne und 10°C konnte mich auch mein Antrag nicht drinnen halten. Dieses Jahr gibt es wieder viel zu tun im Garten. Ein paar große und mittlere Projekte stehen an, zum Beispiel eine Umgestaltung der Ecke neben dem Holzschuppen in eine gemütliche, schattige Sitzecke. Ein Anfang ist gemacht, aber eigentlich war es einfach mal schön, rauszukommen und das erste Grün zu sehen.

Freitag, 28. Februar 2014

Ruhm und Ehre und Wissenschaft - Teil 2

Nachdem ich mich nun ausführlich darüber ausgelassen habe, warum es Wissenschaftlern nicht um Ruhm und Ehre geht, möchte ich auf zwei Dinge zu sprechen kommen, die unter Wissenschaftlern doch so etwas wie Ruhm und Ehre mit sich bringen, oder besser gesagt Prestige: Forschungsgelder und das Veröffentlichen von Artikeln in bestimmten Zeitschriften.

Vor längerer Zeit hatte ich ja bereits erklärt, daß man als Wissenschaftler immer erst Geld für die eigene Forschung und oft auch für die eigene Stelle auftreiben muß, indem man Anträge auf Förderung schreibt. Es gibt verschiedene nationale und internationale Stiftungen und Forschungsgemeinschaften, die Gelder vergeben. Wenn man dann tatsächlich Förderung von einem der großen Forschungsfinanzierer bekommt, dann bedeutet das so etwas wie eine Kombination aus Lottogewinn, Goldmedallie und Bundesverdienstkreuz, wobei der Arbeitsaufwand in etwa mit dem für eine Goldmedallie vergleichbar ist. Einer von diesen Forschungsfinanzierern ist der Europäische Forschungsrat, und derzeit schreibe ich gerade einen Antrag für Forschungsgelder dorthin. Die Chancen sind extrem gering, und falls man bei der Beurteilung nicht Höchstnoten bekommt, wird man für ein oder zwei Jahre für weitere Anträge gesperrt, und dann ist man womöglich zu alt für diese Art der Förderung. Sehr riskant also die ganze Sache, aber falls man Erfolg hat, Lottogewinn/ Goldmedallie/Bundesverdienstkreuz.

Die zweite Art, in der Wissenschaft zu Prestige zu kommen, ist, in Zeitschriften wie Nature oder Science zu veröffentlichen. Die lehnen schonmal mehr als 99% aller eingereichten Manuskripte ab, ohne sie auch nur begutachten zu lassen. Wenn man doch durchkommt, bekommt man zwar nicht direkt Geld, aber es kann durchaus die Karriere verändern. Auf jeden Fall hat man bessere Chancen auf Jobs, Beförderungen, Forschungsförderung usw. Seit einigen Jahren gibt Nature außerdem eine Reihe von spezialisierteren Zeitschriften heraus, zum Beispiel Nature Physics oder Nature Geoscience. Auch wenn diese Zeitschriften natürlich nicht ganz an der Spitze stehen, so bringt es doch eine Menge Prestige mit sich, dort zu veröffentlichen, weil sie oftmals ein Vielfaches des Impakts normaler Zeitschriften haben. Wir haben diesen Monat übrigens einen Artikel in Nature Commnications veröffentlicht. Mal sehen, als wie karriereverändernd sich das noch herausstellen wird. Ohne diesen Artikel hätte ich bei meinem oben erwähnten Antrag jedenfalls kaum eine Chance.