Samstag, 30. April 2011

Vi pratar fortfarande svenska

Man sollte meinen, nach knapp 20 Jahren Ausbildung (Grundschule + Gymnasium + Bachelor + Diplom + Doktor) hätte ich mal genug vom Lernen. Nach dem traditionellen Weltbild sollte man auch annehmen, daß man als Erwachsener eben irgendwann erwachsen ist und damit ausgelernt hat. Heutzutage gilt aber eher das Konzept des "Lebenslangen Lernens", was sich in Weiterbildungen, Umschulungen und Freizeitkursen äußert.

Als ich 2009 nach Schweden gezogen bin, war es selbstverständlich, daß ich schwedisch lernen würde. Deshalb habe ich auch 9 Monate lang zwei SFI-Kurse (Schwedisch für Einwandererkurs) der Kommune gemacht. Die zielen darauf ab, Neu-Schweden in der Gesellschaft zu integrieren und ihnen ein Maß an schwedisch beizubringen, daß es ihnen erlaubt, einen Job zu finden. Für Deutsche ist das allemal schaffbar. Für mich war der Zeitaufwand das größte Hindernis.


Nachdem ich im Juni letzten Jahres den letzten SFI-Kurs abgeschlossen habe, hatte ich wenig Gelegenheit, mein schwedisch weiter zu verbessern. Im Alltag habe ich eben hauptsächlich mit Nicht-Schweden zutun, die schwedisch auch nur als Fremdsprache gelernt haben.Nun gibt es seit einiger Zeit bei uns am Institut eine Sprachwissenschaftlerin namens Peggy, die das nicht-studentische Personal (alle Angestellten mit Doktor) auf Wunsch in der schwedischen Sprache unterrichtet. Bei meinen Kollegen mit permanenten Verträgen steht nämlich sogar im Vertrag, daß sie nach ein paar Jahren auf schwedisch Vorlesungen halten können müssen.


Da ich sowieso überlegt hatte, wie ich mein Schwedisch weiter verbessern kann, dachte ich mir, ich sollte es wenigstens mal mit Peggy versuchen. Mittlerweile hatte ich meine 4. Privatstunde mit Peggy. Das Gute ist, daß das während der Arbeitszeit stattfindet, statt wie beim SFI zweimal die Woche 2,5 Stunden nach der Arbeit. Das ist schon ein echter Vorteil. Früher oder später will Peggy mich in eine der Gruppen bei uns am Institut integrieren, aber momentan arbeitet sie mit mir an meinen Defiziten im Einzelunterricht. Eine Sache, an der wir gearbeitet haben, ist Prosodie. Das Wort war mir zuvor völlig fremd und bezeichnet die Sprachmelodie, die in der schwedischen Sprache besonders wichtig ist. Wenn Schweden sprechen, ist das sehr melodiös. Sie betonen einige Worte im Satz, sodaß es für uns schon ziemlich übertrieben klingt. Aber wenn man die Sprache wirklich lernen will, muß man eben auch die Sprachmelodie beherrschen.


Einzelunterricht mit Peggy scheint mich also mit meinem Schwedisch durchaus weiterzubringen. Es ist auch eine neue Erfahrung für mich, auf diese Art und Weise zu lernen, ziemlich intensiv. Aber solange es was bringt...

Osterwochenende im Schärengarten

Trotz Zeitmangels will ich kurz vom Osterausflug auf die Insel Utö berichten. Diese Insel liegt im Stockholmer Schärengarten und ist zufällig das Ziel einer Studentenexkursion, die ich mit einem Kollegen nächste Woche leite. Aufgrund von Umstrukturierungen brauchten wir ein wenig Vorbereitungszeit vor Ort. Das haben wir dann geschickterweise mit einem Osterausflug verbunden und gleich noch 6 Freunde mitgenommen. Außer uns waren noch gefühlte hunderte schwedische Familien mit auf der Fähre (zusammen mit deren Kindern, Hunden, Kaninchen und Katzen). Trotz nicht so guter Wetterprognosen hatten wir bombastisches Wetter mit Sonnenschein und Temperaturen an die 20°C, was an der Küste nicht so oft vorkommt zu dieser Jahreszeit.

Übernachtet haben wir im vandrarhem (Wandererheim), der Unterkunft, die wir auch nächste Woche für die Exkursion haben. Es handelt sich um ein 3stöckiges Haus mit renovierten Zimmern, modernen Küchen und Bädern, was über den für eine Herberge herben Übernachtungspreis von 400 SEK/Nacht hinwegtröstet.

Für den Rest lasse ich Bilder sprechen:
Schwedische Strandliegen, von Gletschern ausgeschrammt und von der schwedischen Sonne gewärmt.

Für den Touristen ist es eine schwedische Steininsel, für den Geologen ein El Dorado.


Such den Elch!!!


Angeln im Sonnenuntergang. Nur gefangen haben wir nichts. War wohl noch ein bißchen zu früh für die Fische.

Hier wird Wandern zum Klettererlebnis. Aber hier kommen ja auch nur Geologen hin, und unsere Studenten nächste Woche. Man beachte auch den von dem kleinen Teich aufsteigenden Nebel, ein Zeichen dafür, wie warm und windstill es war.
Bevor wir uns am Sonntag wieder auf den Rückweg begeben haben, lagen wir noch in der Sonne, haben Segelboote beobachtet, gelesen und gefaulenzt. So sollte ein Wochenendausflug sein.

Sonntag, 17. April 2011

Frühjahrsputz!

Der Frühling ist endlich da. Mehr als Krokusse hat er zwar im Garten noch nicht hervorgebracht, aber die Temperaturen sind mit 10-16°C hoch genug, um auch längere Zeit draußen bleiben zu können. Nach ein paar stressigen letzten Wochen habe ich mir deshalb am Freitag auch frei genommen, um endlich ein bißchen im Haus und Garten zu schaffen und das Gehirn zu entspannen.

Freitag habe ich deshalb alle meine Zimmerpflanzen rausgeschleppt (das sind eine ganze Menge, wie meine Umzugshelfer von vor 1,5 Jahren wissen), sie umgetopft, geduscht, gegossen und wieder reingeschleppt. Außerdem haben wir uns an die Rostbekämpfung am Auto gemacht. Ist halt auch nicht mehr das jüngste, und wenn es noch ein oder zwei Jahre hält, wäre das nicht schlecht. Reifen wurden bei der Gelegenheit auch gewechselt. Wollen wir hoffen, daß es nicht nochmal schneit.
Kampf dem Rost!

Großeinsatz an der Zimmerpflanzenfront.
Gestern habe ich mich dann an die Vollendung eines Projektes begeben, daß schon genauso lange in Arbeit ist, wie ich hier im Haus wohne: Die Treppe. Ich habe es endlich geschafft, die Zierblenden zu lackieren. Somit ist das Treppenhaus endgültig als abgeschlossen zu bezeichnen. Für ein Mietobjekt sehe ich nicht ein, noch mehr zu investieren.
Das erste Foto habe ich direkt nach dem Einzug gemacht. Man sieht noch, wie pekig die Wände waren, ganz zu schweigen vom häßlichen, grauen Linoleum, dem kackbraunen Frontflächen, den vorgeschraubten Leisten, die eine echte Gefahr dargestellt haben und der Garderobe mit dem Charm einer Bushaltestelle. Nachdem ich zuerst die Frontflächen in Cappucino-braun und dann in 2 Runden die Stufenflächen in apricot gestrichen hatte, habe ich mich endlich auch der Blenden angenommen. Die sind mit weißem Panellack nun nicht mehr so unansehnlich.

Mittwoch, 13. April 2011

Alles kommt in Wellen

So auch Streß, bzw. Arbeit. Auf jeden Fall  ist so eine Welle jetzt hoffentlich gerade vorübergezogen. Der Antrag auf Verlängerung meiner Stelle in einem neuen Projekt ist eingereicht und alle bis dahin zu erledigenden Dinge sind abgeschlossen. Jetzt kann ich mich wieder anderen und neuen Dingen zuwenden, denn die Entscheidung zu meinem Antrag wird erst im November gefällt.

Das heißt natürlich nicht, daß ich mich jetzt auf die faule Haut legen kann, aber ein bißchen durchatmen wird wohl gestattet sein. Wer weiß schon, wann die nächste Welle kommt?

Mittwoch, 6. April 2011

Beute!

Das ist die Beute meines heutigen Raubzuges im dm und zwei verschiedenen Supermärkten:
Ich denke, Vielfalt und Auswahl sind ausreichender Ausdruck meiner Bedürfnisse in Schweden.

Photographische Eindrücke: Wiener Innenstadt

Hier ein paar Schnappschüsse aus der Wiener Innenstadt:
U-Bahnstation Karlsplatz: schöner Jugendstilbau.

Café Karlsplatz gleich hinter der U-Bahnstation im gleichen Stil.

Der Karlsplatz.

Die Wiener Staatsoper.

Hotel Sacher. Vor dem Café Sacher ist leider gerade eine häßliche Baustelle.

Der Stephansdom, leider noch immer etwas verhüllt wegen Umbaus. Der restaurierte Teil der Fassade sieht aber sehr schön aus.

Grüße aus Wien

Heute melde ich mich mal aus dem Süden, nämlich, wie der Titel vermuten läßt, aus Wien. Ich bin diese Woche hier auf einer Konferenz der europäischen Vereinigung für Geowissenschaften EGU. Das ist die größte geowissenschaftliche Tagung in Europa mit ein paar tausend Teilnehmern. Die letzten Jahre war die EGU-Tagung immer in Wien, sodaß ich 2006 und 2009 schon mal hier war. Von meinen Kollegen aus Uppsala sind auch einige hier, sodaß ich mir mit 4 Leuten ein Appartment teile.

Nachdem wir am Sonntag angereist sind, war Montag der stressigste Tag der ganzen Tagung für mich: 35 min S- und U-Bahnanreise, Registrierung, dann den ganzen Tag in einer Session (eine Folge von Vorträgen zu einem Thema) sitzen, dort beim Moderieren aushelfen (chair woman nennt sich das auf neudeutsch), einen Vortrag halten (hab jede Menge Resonanz bekommen, wie zu erwarten war bei einem provokativen Vortrag), dann in der Postersession (eine Ausstellung von Postern, die jeweils visuell Wissenschaft vorstellen) Nachwuchsposter beurteilt (das war eine Premiere für mich) und dann mit Kollegen aus der Session essen gegangen. Nach einem Tag von 5:30 bis 23:30 war ich entsprechend erledigt.

Gestern habe ich daher größtenteils im Zombiemodus verbracht, zumal meine Mitbewohner, die an dem Tag ausschlafen hätten können, ab 6 Uhr frühstücken mußten. Die Stunde Schlaf hat mir dann gefehlt. Trotzdem war ich pünktlich 8:30 im ersten Vortrag. Dann ab der ersten Kaffeepause hab ich an meinen mitgebrachten Aufgaben gearbeitet (Deadlines werden leider nicht verschoben, nur weil man verreist ist.) und mit einem Kollegen/Freund aus alten Zeiten in Göttingen Kaffee getrunken. Die miserable Internetverbindung hat für letzte dann über Mittagre Aktivität Zeit eingeräumt (hoffnungslose Überlastung ist gar kein Ausdruck). Mittags war ich dann in einem sogenannten business meeting, an dem das beste die belegten Brötchen waren. Danach gings weiter mit einer Projektantragbesprechung. Danach Vortrag vom Erzfeind, Suche nach Internetverbindung und weiterhin arbeiten. Zum Abschluß gab es dann wieder eine Postersession, diesmal eine, auf der auch ich ein Poster als Koauthorin hatte. Dann Abendessen mit meinen Kollegen/Mitbewohnern und meinem Koauthoren/Freund/Kollegen.

Heute habe ich mir einen freien Tag verordnet, weil ich einfach fertig bin und seit Montag Abend Kopfschmerzen habe. Man merkt es, glaub ich, auch an meinem eher aufzählungshaften Bericht, daß so eine Tagung schon ziemlich anstrengend ist: ständig von einem Event zum anderen, Vorträge, Meetings, Poster, etc. Da bleibt wenig Zeit zum Atmen. Deshalb bin ich heute im Appartment geblieben, um in Ruhe unaufschiebbare Aufgaben zu erledigen (ich sag ja: die Deadlines). Ansonsten werde ich nachher aber zur Belohnung ein bißchen einkaufen gehen. Ich freu mich auf dm und Sachen, die man in Schweden nicht kaufen kann.

Überhaupt ist Österreich, wenn man aus Schweden kommt, fast das gleiche wie Deutschland. Besonders genieße ich Kaffee, der wie Kaffee schmeckt (mmmmmh... Wiener Melange), und Backwaren, die schmecken, wie sie schmecken sollen (richtiges Brot!!!). Und natürlich ist es eine ziemliche Umstellung, daß es hier schon Frühling ist. Ich bin ganz hin und weg: kein Schnee! Stattdessen Blumen.

So, das war's erstmal mit meinem Bericht aus Wien. Wie gesagt, nachher geht's zum Einkaufen. Ansonsten ist morgen wieder volles Programm, genau wie Freitag, wo ich außerdem ein Poster präsentieren muß, bevor es gegen 17 Uhr wieder nach Schweden geht.

Vielleicht finde ich ja nochmal ein paar Minuten, um ein Update zu bloggen. Bis dahin: Viele Grüße!