Dienstag, 31. März 2009

Alles hat ein Ende...

...und heute endet meine Zeit als Studentin. Nach 15 Semestern kontinuierlichen Eingeschriebenseins geht damit eine Ära zuende.

Student zu sein, bedeutet natürlich, einen bestimmten Status zu besitzen, und ist in den meisten Fällen auch mit einem gewissen Lebensstil verbunden. Beides hat Vor- und Nachteile. Für mich überwogen eindeutig die Vorteile. Ich war/bin gern Studentin, auch wenn einige Leute (vor allem solche, die nie studiert haben) behaupten, zu studieren sei keine "richtige Arbeit".

Aber irgendwann ist es an der Zeit, einen Schritt nach vorn zu tun und einen neuen Abschnitt im Leben zu beginnen. Auch wenn ich noch nicht weiß, wohin mich dieser Schritt führen wird, trete ich heute aus meinem Leben aus Studentin heraus.

Armes Baby!

Jetzt ist es so weit, mein Leon-Baby liegt gerade unter dem Messer der Tierärztin und wird seiner Männlichkeit beraubt. Hätte er nicht für immer so klein und unschuldig bleiben können, wie er aussieht? Dann bliebe ihm dieses grausame Schicksal erspart. In einer Stunde darf ich anrufen und fragen, ob er abgeholt werden darf. Er tut mir leid, aber mit seinen Pubertätsmarotten ist nicht klarzukommen. Da sind Ginny und ich uns einig.


Donnerstag, 26. März 2009

Wo der Weihnachtsmann die Post stempelt

Es ist wieder einmal Zeit für einen magischen Ort aus meinem Geoversum. Bei Durchforsten meiner Fotos bin ich in meinem Färöer-Ordner auf dieses Bild gestoßen. Ich habe keine Ahnung, wie der Berg heißt. Er erhebt sich auf der Insel Eysturøy nahe dem idyllischen Örtchen Gjógv.

2005 war ich zusammen mit einer Freundin und meinem Freund auf dem Weg nach Island für 2,5 Tage auf den Färöer Inseln gestrandet. Will man nämlich sein Auto mit nach Island nehmen, bleibt einem nur die Fähre von Dänemark nach Seydisfjördur in Island mit Aufenthalt auf den Färöern. Während der 2,5 Tage holt die Fähre weitere Pasagiere aus Norwegen ab, während alle anderen normalerweise Nebel und Regen auf diesen zu Dänemark zählenden Inseln ertragen müssen. Als wir früh am Morgen in der Hauptstadt Tórshavn ankamen, sah man vor Nebel die Hand vor Augen nicht. Wer hätte gedacht, daß es bis zum Mittag aufklaren würde und wir ein paar wundervolle sonnige Tage verbringen würden?

Die Färöer sind traumhaft schön im Sonnenschein mit den verschiedensten Vögeln, endemischen Schafen und Orchideen. Besonders beeindruckend ist aber die Weite und Leere der Landschaft und wie sich hier und da kleine, bunte Örtchen in die Fjorde schmiegen. Die Färinger selbst sind freundliche Leute. Man spürt sofort, daß dort jeder jeden kennt (Die Färöer haben insgesamt 48 000 Einwohner).

An unserem letzten Tag hatten wir noch eine besondere Mission. Die Mutter meiner Freundin sammelt Briefmarken, von denen es auf den Färöern sehr viele und sehr schöne gibt. Allerdings sind die Sets, die man in der Stadt kaufen kann, nicht gestempelt, was für den Philatelisten natürlich ein absolutes No-Go darstellt. Aus diesem Grund machten wir uns auf zur offiziellen Postzentrale der Färöer am Stadtrand von Tórshavn, wo die Briefmarken herausgegeben werden. Meine Freundin und ich fragten dort nach, ob es denn möglich sei, die Marken stempeln zu lassen oder ob man dort gestempelte Marken bekommen könnte. Obwohl gerade Mittagspause war, verwies man uns an den zuständigen Postmeister (welche Position er auch immer bekleidete), der dem Weihnachtsmann zum Verwechseln ähnlich sah. Er nahm uns mit in sein Büro, von dem aus man einen herrlichen Blick über den Hafen hatte, wo nach einiger Zeit auch unsere Fähre einlief. Dort angekommen, begann er, die Marken zu stempeln. Meine Freundin hatte vielleicht 3 oder 4 Sets mit jeweils etwa 20 Marken erstanden, die er nun einzeln, jeweils in Gruppen von 4 oder 6 (je nach Edition und Motiv) mit einer Pinzette herausnahm und stempelte. Aber nicht einfach so! Weit gefehlt! Er besaß über seinem Schreibtisch eine Kollektion aller Stempel der verschiedenen Postämter von jeder Insel und jedem Ort der Färöer. Jede Marke, zu der er uns jeweils die Motive erklärte (z.B. gab es welche mit weißen Raben, die nur auf der Insel Hestur (?) vorkamen), stempelte er mit dem dazugehörigen Stempel und einem anderen Datum. Einige Postämter waren zu der Zeit auch längst geschlossen, sodaß er die Stempel zurückdatierte. Nebenbei fragte er uns natürlich darüber aus, wer wir seien, wohin wir unterwegs wären, wie uns die Färöer gefallen haben, woher wir kämen etc. Bei der Antwort zur letzten Frage gab er sich mit "Deutschland" nicht zufrieden; er wollte es ganz genau wissen. Und siehe da, der Mann war mal in Göttingen gewesen. Er hatte auch mal in Deutschland studiert, hatte aber sein Studium abgebrochen und war zum Postwesen der Färöer gegangen. Dieses und andere Details seines Lebens (nicht allerdings, ob er tatsächlich der Weihnachtsmann ist) berichtete er uns während der 2 Stunden, in denen er die Briefmarken meiner Freundin stempelte.

Bei meiner Recherche zum Thema Färöer bei Wikipedia stieß ich überraschenderweise auf einen Artikel zu Postgeschichte und Briefmarken der Färöer. Offensichtlich ist das Postverk Føroya eine der kleinsten Postverwaltungen der Welt und berühmt für die Herausgabe besonders schöner Briefmarken, wie zum Beispiel diese hier links mit den versteinerten Trollen Risin und Kelligin nörlich der Insel Streymoy.
Außerdem gibt es einige Links zum Thema Philatelie der Färöer:
http://www.faroestamps.fo/
http://www.faroeartstamps.fo/
http://www.topoftheworld.nu/

Mittwoch, 25. März 2009

Back to winter

5 Tage nach dem offiziellen Frühlingsanfang könnte man meinen, wir seien zurück im Januar. Vor dem Fenster schneit es in schönster winterlicher Manier, sodaß es eine reine Freunde sein könnte, hätten wir nicht mittlerweile Ende März.
Ich weiß, daß ein solches Wetter nichts ungewöhnliches ist - immerhin haben wir letztes Jahr Ostereier im Schnee gesucht -, aber langsam könnte sich der Frühlich doch durchsetzen. Letzte Woche und am Samstag sah es doch schon ganz vielversprechend aus (links unten: Krokusse letzten Donnerstag; rechts unten: Leberblümchen im Wald letzten Montag; oben links: Busch vor meiner Haustür heute morgen!)

Dienstag, 24. März 2009

Back to work

Die Arbeit hat mich wieder. Zumindest scheint es so. Nach Wochen, in denen ich mich nur auf meine Disputation und den Spanisch-Kurs konzentrieren konnte, habe ich mich darangemacht, die Projekte aufzuarbeiten, die in der Zwischenzeit liegengeblieben sind.
So habe ich gestern einen Vortrag für eine Tagung im April vorbereitet. Heute habe ich mich dann einem Projekt zugewandt, das ich aus Zeitmangel nciht mehr in meine Diss einbauen konnte. Mit ein bißchen Abstand habe ich sogar neue Ideen und bin wesentlich motivierter, mich damit zu beschäftigen.
Jetzt nur die Motivation nicht gleich mit zu viel Arbeit ersticken! ;-)

Montag, 23. März 2009

Frühjahrsputz

Man hält es kaum für möglich, aber ich habe es doch tatsächlich geschafft, ein ganzes Wochenende nicht zur Uni zu fahren. Und bis auf die Tatsache, daß ich zu Hause kein Internet habe, war es leichter als erwartet.
Abgelenkt habe ich mich mit einem kleinen Frühjahrsputz, denn immerhin schien am Samstag sogar mal die Sonne. Größtest Projekt dieses Wochenendes war das Umtopfen meiner immer noch zahlreichen Zimmerpflanzen auf meinem Balkon. Das verursacht bei mir immer ein enormes Chaos in der ganzen Wohnung durch das ständige Raus- und Reintragen von Pflanzen, Töpfen, Erde... Schlimmer sieht da nur noch der Balkon aus, auf dem ich auch gleich hätte Rasen aussähen können bei der vielen Erde, die auf dem Boden gelandet ist. Das wär mal was: eine 6 Quadratmeter große Wiese mit Katzengras. Ginny und Leon wären begeistert!
Nachdem ich die Umtopfaktion hinter mich gebracht hatte (es macht ja auch Spaß, aber nach ein paar Stunden verläßt mich die Motivation), mußte ich mich erst einmal ausruhen. Doch im Laufe des Wochenendes habe ich noch Staub gesaugt, das Bad geputzt, den Abwach erledigt, Küche und Bad gewischt und die Wohnung aufgeräumt. Ich weiß, das interessiert außer mir niemanden, aber zum Aufbau meines Egos möchte ich es mal erwähnt haben.
Ansonsten habe ich viel auf dem Sofa rumgelegen, ferngesehen und gelesen. Gestern habe ich endlich Tales of Beedle the Bard gelesen. Für Harry Potter Fans eine interessante und kurzweilige Lektüre. Mal sehen, was ich als nächstes lese. Immerhin habe ich ja angeblich sooo viel Zeit jetzt ;-)

Donnerstag, 19. März 2009

Geschafft!

Ich hab´s geschafft. Nachdem ich gestern zu tot war, um noch irgendetwas hier reinzuschreiben, nun eine kurze Zusammenfassung der gestrigen Ereignisse.

Trotz Semesterferien waren etwa 40 Leute anwesend (in unserer Fakultät schon beträchtlich). Eine Disputation ist schließlich öffentlich für alle mit Diplom. Der Vortrag lief sehr gut, auch wenn ich 4 Minuten schneller war als geplant. Dann ging es an die Fragerunde, und die war wirklich hammerhart. Hinterher haben mir viele gesagt, daß sie das Niveau etwas unfair fanden im Vergleich zu dem, was andere gefragt werden. Tatsächlich drehten sich viele Fragen um Themen, die selbst in der Wissenschaft noch nicht völlig verstanden und daher debattiert werden. Wie auch immer, ich denke, ich habe mich trotzdem ganz gut geschlagen.

Als ich dann rausging habe ich erstmal bemerkt, daß die Kommission mich ungefähr 60 Minuten in der Mangel hatte. Nach ca 10minütiger Beratung verkündeten sie dann auch das Ergebnis: auf die Arbeit wie auch auf die Verteidigung selbst gab es jeweils Magna cum laude. Diese Note halten viele meiner Kollegen und Freunde zwar für unfair, aber ich tröste mich damit, daß es immerhin ein "sehr gut" und laut Wikipedia eine "besonders anzuerkennende Leistung" ist und daß ich diese bei zwei sehr kritischen Gutachtern errungen habe. Für meine Arbeit war wohl sogar auch "summa cum laude" diskutiert worden.

Auf jeden Fall gab´s dann Sekt und Brötchen (ein Lob an meine Catering-Chefinnen), um bei mir fuhr das System runter. Ich war auf einmal so geschafft, daß ich nur noch schlafen wollte. Und das habe ich auch den Rest des Tages getan. Heute bin ich wieder einigermaßen auf der Höhe, und kann mich wieder meinem Leben widmen.

Übrigens: Man darf mich jetzt Frau Doktor nennen (ich bestehe aber nicht darauf), nur ich darf mich nicht selbst so bezeichnen. Zeugnis und offizielle Verleihung der Doktorwürde ist am 8. Mai mit allen zugehörigen Zeremonien (bei Gelegenheit mehr dazu).