Diese Woche hat hier das Herbstsemester angefangen. Damit befindet sich die Welt wieder im Alltagszustand. Für mich bedeutet das in meinem neuen Job aber eine ganze Reihe von Neuerungen, die viel Arbeit und viel Verantwortung mit sich bringen.
Zunächst mal habe ich eine ganze Menge an Lehre von meinem Vorgänger geerbt. Momentan unterrichte ich in einem Kurs über Gesteine und Bodenkunde für die Bachelorstudenten des 2. und 3. Semesters. Dazu hatte ich am Dienstag einen ganzen Tag lang Vorlesung, sowie Donnerstag und Freitag jeweils eine eintägige Exkursion in die Nähe von Uppsala, wo die Studenten lernen sollen, Gesteine zu erkennen und Messungen zu machen. In den nächsten zwei Wochen fahre ich dann an jeweils 4 Tagen von 8 bis 16 Uhr mit der Hälfte der Studenten dorthin, damit sie in kleinen Gruppen lernen, eine geologische Karte anzufertigen.
Mitte Oktober sehe ich dann die selben Studenten nochmal für 12 Stunden Unterricht über Fernerkundung in den Geowissenschaften. Und im Dezember unterrichte ich dann nochmal 15 Stunden ein Praktikum im Tektonikkurs für die fortgeschrittenen Masterstudenten. Das ist im Prinzip alles machbar, und ich unterrichte auch gern. Beim ersten Mal ist das nur alles mit sehr viel Vorbereitung verbunden. Zum Beispiel rechnet man, daß jede Vorlesungsstunde 4 Stunden Vorbereitung erfordert.
Die Lehre im Gelände finde ich eigentlich besser, weil sie die praxisnaheste Erfahrung für einen Geowissenschaftenstudent überhaupt ist. Allerdings ist die Logistik vor allem beim ersten Mal eine Herausforderung. Für den jetzigen Kurs hatte mir mein Vorgänger Ende Juni eine eintägige Einführung in das Gelände gegeben und mir freundlicherweise auch das Material für die Studenten überlassen. Mitte August war ich dann nochmal einen Tag alleine unterwegs, um sicherzustellen, daß ich auch alles auf Anhieb finde. Das Gebiet ist auch eigentlich sehr interessant mit verschiedenen Eisenerzschichten, 2 Milliarden Jahre alten Vulkangesteinen und tollen Strukturen. Nur leider ist das für Anfänger alles viel zu kompliziert, weshalb es nächstes Jahr wahrscheinlich auch woanders hingeht.
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| Magnetische Eisenerzschicht. |
Diese Woche kam beides, meine neue Aufgabe und die Lehre zusammen, was mich sehr gestreßt hat. Das lag vor allem daran, daß beides zeitlich dummerweise recht stark kollidierte. Zum Beispiel konnte ich während meiner Vorlesung natürlich nicht zum ledningsgrupp-Treffen gehen. Und dann habe ich mir auch ständig Sorgen gemacht, daß mit der Lehre alles klappt. Diese Sorgen haben mich dann nachts beschäftigt, sodaß ich wach lag und total müde war, als der Wecker um 6 Uhr klingelte.
Nachdem ich diese erste Woche des Semesters überstanden habe, bin ich aber etwas beruhigter. In den nächsten zwei Wochen kollidiert meine Lehre zwar auch mit den diversen meetings, aber hin und wieder kann ich es so einrichten, daß ich hingehen kann. Und so habe ich hoffentlich etwas weniger selbstkreierten Stress und kann besser schlafen, was die Sicht auf die Dinge ja im Allgemeinen stark verbessert. Die nächsten Wochen und Monate werden dann zeigen, wie ich mit der neuen Verantwortung klarkomme.












