So, mit etwas Abstand kann ich jetzt berichten, wie es am Montag gelaufen ist. Wie man wohl an meinen letzten Einträgen gesehen hat, war ich ganz schön aufgeregt. Deshalb bin ich eigentlich immer froh vor einem Vortrag, wenn es endlich so weit ist und das Warten ein Ende hat.
Um 13:00 war es dann auch endlich Zeit für meine 20minütige Probevorlesung. Der Raum war ziemlich voll mit Kollegen und der Kommission (etwa 8 Leute). Ich schätze, es waren vielleicht 40 oder 50 Leute da, nur leider keine echten Studenten. Die wären bei einer simulierten Probevorlesung echt nützlich gewesen. So mußte ich meine Fragen an das Publikum stellen, was nach ein paar Anlaufschwierigkeiten dann doch funktionierte. Dank der Aufregung war ich auch ein wenig schneller als geplant. Ich war etwa anderthalb Minuten zu früh fertig, aber das liegt schon noch im akzeptablen Bereich. Danach wurden etwa 10 Minuten Fragen zum Inhalt und zur Pädagogik der Vorlesung gestellt: Was ist die Bedeutung des Themas für das Fachgebiet? Welche Art von Übung halte ich zu der Vorlesung für sinnvoll? und so weiter. Ich denke, ich hab die Fragen recht gut beantwortet, auch wenn ich nicht erwartet hatte, daß so detailliert nach dem Inhalt gefragt wird. Irgendwie hat sich da mein brainwash-Pädagogikkurs doch ein bißchen ausgezahlt.
Danach war dann der zweite Bewerber auf die Stelle mit seiner Vorlesung dran. Da durfte ich natürlich nicht dabei sein. Deshalb kann ich auch nicht sagen, ob es für ihn gut oder schlecht gelaufen ist. Ich hab ihm ehrlich gesagt auch nichts Böses gewünscht. So wie ich ihn kenne, hätte ich auch gut mit ihm als neuem Lektor arbeiten können.
Für mich hieß es aber in dem Moment noch mal 30 Minuten warten, eine der magischen Pralinen einzuwerfen, die meine Freundin selbstgemacht und mir zu Weihnachten geschenkt hat (die Gelegenheit rechtfertigte das frühe Öffnen!) und tief durchzuatmen.
Forschungspräsentation und Interview sollten in einem anderen, recht kleinen Raum stattfinden. Als die Kommission, der Präfekt und die Gutachterin dann platzgenommen hatten, war der Raum auch ziemlich voll. Die Luft war schlecht wegen des Beamers und weil der Raum kein Fenster hat, aber daran ließ sich ja nichts ändern. Erstmal stellten sich alle Leute (außer mir natürlich) vor, bevor ich dann meinen 20minütigen zweiten Vortrag halten durfte. Das lief sehr gut. Ich war ziemlich genau im Zeitrahmen und hab alles gesagt, was ich mir zurechtgelegt hatte. Dann kamen natürlich die Fragen, vor denen ich im Vorhinein schon ziemliche Angst hatte. Ich hatte zwar von meinem einen Chef sehr nützliche Hinweise bekommen, was so gefragt werden könnte und daraufhin lange über potentielle Antworten nachgedacht, aber man weiß ja nie, was letztendlich gefragt wird. Was ich auf jeden Fall nicht erwartet hatte, war, daß die Leute so freundlich sein würden. Irgendwie hatte ich mir das eher wie ein Verhör vorgestellt. Wie das nach Prüfungen aber im allgemeinen so ist, konnte ich mich selbst kurz danach nicht mehr an alle Fragen und Antworten erinnern. Ich weiß noch, daß jede Frage so ziemlich drei Fragen in einer waren, was es natürlich nicht so einfach macht, beim Antworten die anderen Teilfragen zu vergessen. Auf jeden Fall wurde gefragt, warum ich denke, daß ich für die Stelle geeignet bin, wie mein Forschunsnetzwerk (nationale und internationale Zusammenarbeit) aussieht, wofür ich in der Wissenschaft am besten bekannt bin, worauf ich am stolzesten bin und wofür man mich in den nächsten 10 Jahren kennen wird, wie ich mir meine Lehrtätigkeit auf dem Fachgebiet vorstelle, welche Forschungsgelder ich ganz allein und welche ich mit Kollegen zusammen eingeworben habe. Es waren noch mehr Fragen, aber ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern. Die 25 Minuten gingen jedenfalls ziemlich schnell vorbei. Draußen saß, als ich rauskam, der andere Kandidat und wartete auf sein "Verhör".
Ich war jedenfalls zufrieden, wie es gelaufen ist. Ich hatte meine Vorträge gut geschafft, die Fragerunde ist gut gelaufen, und insgesamt kann ich wohl sagen, daß ich mein Bestes gegeben habe. Deshalb war ich am Montag Abend einfach nur froh, daß es vorbei war, auch wenn ich das Ergebnis erst am Dienstag erfahren sollte. Ich freute mich nach dem ganzen Streß auf Normalität und Ruhe.
Dienstag mußte ich dann leider extra früh zur Arbeit erscheinen, um Studenten bei einer Kursevaluation im Computerraum zu beaufsichtigen. Aber welcher Student kommt in der Woche vor Weihnachten um 8:15 zur Uni, um eine Evaluation auszufüllen, die er auch zu jedem anderen Zeitpunkt zu Hause ausfüllen kann? Also war niemand da und ich hab dann um etwa halb 9 die Email von der Kommission gelesen: Ich bin in ihrer Stellenbesetzungsempfehlung auf Platz 1!
Wie gehts jetzt weiter? Nun erstmal wurde dieses Ergebnis gestern an alle Bewerber geschickt. Die haben eine 3wöchige Beschwerdefrist. Danach, so denn keine begründete Beschwerde eingegangen ist, wird mir die Stelle offiziell von Seiten der Uni angeboten. Ich kann noch ein wenig über Startförderung und Gehalt verhandeln, und dann wird der Arbeitsvertrag fertiggemacht und unterschrieben. Doch jetzt passiert erstmal nichts. Es ist Weihnachten. Niemand ist auf Arbeit. Stille. Erholung. Und Nachdenken über meine Strategie für die Zukunft.
Für mich hieß es aber in dem Moment noch mal 30 Minuten warten, eine der magischen Pralinen einzuwerfen, die meine Freundin selbstgemacht und mir zu Weihnachten geschenkt hat (die Gelegenheit rechtfertigte das frühe Öffnen!) und tief durchzuatmen.
Forschungspräsentation und Interview sollten in einem anderen, recht kleinen Raum stattfinden. Als die Kommission, der Präfekt und die Gutachterin dann platzgenommen hatten, war der Raum auch ziemlich voll. Die Luft war schlecht wegen des Beamers und weil der Raum kein Fenster hat, aber daran ließ sich ja nichts ändern. Erstmal stellten sich alle Leute (außer mir natürlich) vor, bevor ich dann meinen 20minütigen zweiten Vortrag halten durfte. Das lief sehr gut. Ich war ziemlich genau im Zeitrahmen und hab alles gesagt, was ich mir zurechtgelegt hatte. Dann kamen natürlich die Fragen, vor denen ich im Vorhinein schon ziemliche Angst hatte. Ich hatte zwar von meinem einen Chef sehr nützliche Hinweise bekommen, was so gefragt werden könnte und daraufhin lange über potentielle Antworten nachgedacht, aber man weiß ja nie, was letztendlich gefragt wird. Was ich auf jeden Fall nicht erwartet hatte, war, daß die Leute so freundlich sein würden. Irgendwie hatte ich mir das eher wie ein Verhör vorgestellt. Wie das nach Prüfungen aber im allgemeinen so ist, konnte ich mich selbst kurz danach nicht mehr an alle Fragen und Antworten erinnern. Ich weiß noch, daß jede Frage so ziemlich drei Fragen in einer waren, was es natürlich nicht so einfach macht, beim Antworten die anderen Teilfragen zu vergessen. Auf jeden Fall wurde gefragt, warum ich denke, daß ich für die Stelle geeignet bin, wie mein Forschunsnetzwerk (nationale und internationale Zusammenarbeit) aussieht, wofür ich in der Wissenschaft am besten bekannt bin, worauf ich am stolzesten bin und wofür man mich in den nächsten 10 Jahren kennen wird, wie ich mir meine Lehrtätigkeit auf dem Fachgebiet vorstelle, welche Forschungsgelder ich ganz allein und welche ich mit Kollegen zusammen eingeworben habe. Es waren noch mehr Fragen, aber ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern. Die 25 Minuten gingen jedenfalls ziemlich schnell vorbei. Draußen saß, als ich rauskam, der andere Kandidat und wartete auf sein "Verhör".
Ich war jedenfalls zufrieden, wie es gelaufen ist. Ich hatte meine Vorträge gut geschafft, die Fragerunde ist gut gelaufen, und insgesamt kann ich wohl sagen, daß ich mein Bestes gegeben habe. Deshalb war ich am Montag Abend einfach nur froh, daß es vorbei war, auch wenn ich das Ergebnis erst am Dienstag erfahren sollte. Ich freute mich nach dem ganzen Streß auf Normalität und Ruhe.
Dienstag mußte ich dann leider extra früh zur Arbeit erscheinen, um Studenten bei einer Kursevaluation im Computerraum zu beaufsichtigen. Aber welcher Student kommt in der Woche vor Weihnachten um 8:15 zur Uni, um eine Evaluation auszufüllen, die er auch zu jedem anderen Zeitpunkt zu Hause ausfüllen kann? Also war niemand da und ich hab dann um etwa halb 9 die Email von der Kommission gelesen: Ich bin in ihrer Stellenbesetzungsempfehlung auf Platz 1!
Wie gehts jetzt weiter? Nun erstmal wurde dieses Ergebnis gestern an alle Bewerber geschickt. Die haben eine 3wöchige Beschwerdefrist. Danach, so denn keine begründete Beschwerde eingegangen ist, wird mir die Stelle offiziell von Seiten der Uni angeboten. Ich kann noch ein wenig über Startförderung und Gehalt verhandeln, und dann wird der Arbeitsvertrag fertiggemacht und unterschrieben. Doch jetzt passiert erstmal nichts. Es ist Weihnachten. Niemand ist auf Arbeit. Stille. Erholung. Und Nachdenken über meine Strategie für die Zukunft.






