Samstag, 27. November 2010

Zu Besuch in der deutschen Botschaft

Letzte Woche waren wir in der deutschen Botschaft in Stockholm, um einen neuen Reisepass zubeantragen. Dies ist der einzige Ort in Schweden, an dem man in Schweden einen deutschen Reisepass mit Fingerabdrücken bekommen kann. Die Formalitäten, also die Papiere, die man benötigt, sind beinahe die gleichen wie in Deutschland: der alte Pass, die Geburtsurkunde, biometrische Passbilder. Hinzukommen die Abmeldebescheinigung aus Deutschland und die Meldebescheinigung in der entsprechende Kommune in Schweden (personbevis).

Die deutsche Botschaft in Stockholm liegt außerhalb der Innenstadt zwischen der japanischen Botschaft und dem schwedischen Fernsehen. Der Eingang wird von einem Wachmann hinter Panzerglas bewacht und führt durch einen Metalldetektoren und Stahltüren in einen Wartebereich vor 3 Schaltern. Dort kann man einen Passbildautomaten benutzen, der *Überraschung! Überraschung!* nur Bargeld akzeptiert. Sehr untypisch für Schweden, aber typisch deutsch.

Was dagegen nicht typisch deutsch ist, ist die Freundlichkeit der Beamtinnen hinter dem Glas der Schalter. Selbst wenn man nämlich nicht genau das richtige Formular des schwedischen Einwohnermeldeamts hat, können sie einfach dort anrufen und sich das richtige faxen lassen. Außerdem verschaffen sie einem in null komma nix einen vorläufigen Pass, wenn es eilig ist.

Außerdem ist es in Schweden übrigens möglich, sich seinen Pass nach Hause schicken zu lassen. Das ist, so wiet ich weiß, in Deutchalnd nicht möglich. Aber man stelle sich nur mal vor, man lebt in Haparanda (kurz vor der finnischen Grenze) und muß 1000 km nach Stockholm fahren, um seinen neuen Pass abzuholen.

Insgesamt haben wir dort vielleicht 2 Stunden mit Warten und am Schalter zugebracht. Es ist interessant, was für Leute man in der Botschaft trifft. Gemischte, schwedisch-deutsche Familien, die Pässe für ihre Kinder beantragen, deutsche ältere Herren, die fragen, was ihre mit einem Schweden verheiratete und bald geschiedene Tochter tun muß, um ihren Mädchennamen auf dem neuen Pass zu haben etc. In der Botschaft zu arbeiten ist also bestimmt ein spannender Job.

P.S.: Laut schwedischem Statistischen ZentralBüro waren 2009 genau 27527 Deutsche in Schweden registriert.

Dienstag, 23. November 2010

1980/2010 oder: Bin ich langsam zu alt für Mode?

Gerade komme ich von einem kurzen aber intensiven Shoppingtrip mit 3 Freundinnen in der Innenstadt Uppsalas zurück. Wir hatten eine Mission: Am Samstag gehen wir alle zu einer 80er-Jahre-Party! 
Abgesehen von Kindheitserinnerungen bietet sich als Quelle der Inspiration für die Kleidung natürlich Google an. Bei den Ergebnissen dort  fragt man sich durchaus, ob Leute vor 20 bis 30 Jahren wirklich so rumgelaufen sind. Wäre ich nicht selbst dabei gewesen, würde ich es nicht glauben. Allerdings sind die Bildergebnisse für Suchbegriffe wie "80er Mode Madonna" durchaus inspirierend. 
Was ist also typisch 80er? Hochtupierte Haare mit einer Menge Haarspray und Stirnband, Nietenhals- und armbänder, bis zur Unkenntlichkeit ausgeblichene Jeanshosen, -jacken, -westen, Strumphosen oder Leggins in allen erdenklichen Farben und Mustern, Stulpen, Glitzer und Blingbling, Kleider, die oben anliegend und unten fluffig sind, dicke Plastikbrillen, Farben, die mit neon- anfangen und auf pink, türkis, etc. enden.......

Wir sind also heute nach der Arbeit losgezogen, um im Second-Hand-Laden ein paar Sachen zu finden. Der war überraschend ergiebig. Hab ein schwarzes, durchaus tragbares Kleid mit Tüllunterrock erstanden, die anderen glitzernde Tops und sowas. Dann gings weiter in "richtige" Geschäfte, die heutige Mode verkaufen sollten. Erster Stopp war Glitter (sowas wie Bijou Brigit), ein Modeschmuckladen. Und da kann einen wirklich der Schlag treffen, wenn man nicht vorbereitet ist auf (wie der Name schon sagt) GLITTER. Dort gibt es wirlich nur Blingbling in allen Farben. Und das Größte: Alles, wirklich alles ist 80er-tauglich! Für die Party habe ich Plastikohrstecker, einen Haarreifen mit Stoffblume, eine 8fache Glitzerperlenkette und Spitzenhandschuhe erstanden. Schön und gut für ne Party, aber wer kauft solche Sachen im Ernst?! Offensichtlich gibt es genug Käufer, denn sonst würde sich so ein Laden ja nicht halten.

Nächster Stopp: Schuhladen. Alles voller 80er-tauglicher Schuhe mit goldenen Nieten! Aber zu teuer, um sie nur für eine Party zu kaufen. Ich komme aus dem Wundern nicht mehr raus, daß es wirklich Leute gibt, die sowas kaufen und sogar tragen.

Die nächsten 2 Stopps kann man gemeinsam abhandeln: Cubus und H&M, beides Klamottenläden voll mit 80er-tauglichen Klamotten. Dort haben wir vor allem nach Leggins und Stulpen gesucht. Und das ist absolut nicht schwer. Es gibt sie in allen Farben, selbst pink in verschiedenen Tönen,. Eine davon habe ich erworben, zusammen mit grauen Stulpen (wie zurückhaltend!). Trotzdem habe ich mich noch nicht an den Gedanken gewöhnt, daß es Leute gibt, die sowas tatsächlich tragen, ohne daß sie dafür bezahlt werden.

Fazit: Die Mode der 80er Jahre ist zurück in all ihrer Häßlichkeit. Die heutigen Träger sind wahrscheinlich zu jung, sich an die 80er zu erinnern, sonst könnte man ja vermuten, daß das Modebewußtsein sind insgesamt weiter- und nicht zurückentwickelt. Für mich ist es jedenfalls zu früh für ein Revival.

Freitag, 19. November 2010

101 Apfelkuchenvariationen

Nach der Apfelflut in diesem Herbst war Einfallsreichtum gefragt, um die Äpfel zu verwerten. Eine der köstlichsten Möglichkeiten ist natürlich ein Apfelkuchen. Glücklicherweise konnte ich diesen Herbst ganz viele verschiedene Rezepte für Apfelkuchen ausprobieren. Ich habe sie aus dem Internet, von Freunden, aus Kochbüchern, und aus Rezeptzeitschriften und Rezeptkarten, die man aus dem Supermarkt mitnehmen kann. Manche waren toll, andere würde ich nich nochmal backen. Hier ein paar Rezepte und meine Beurteilung.

Berliner Apfelkuchen

Für den Teig:
375 g Mehl
120 g Zucker
180 g Margarine
2 Eier
1 TL Backpulver

Für die Füllung:

1 l gesüßtes Apfelmus
75 g Rosinen
½ TL Zimt
4 EL Speisestärke

Teig zusammenkneten, bis er eine geschmeidige Kugel gibt. ½-1h im Kühlschrank ruhen lassen. 2/3 des Teiges dünn in der Form ausbreiten, am Rand richtig hochdrücken. Apfelmus mit Rosinen, Zimt und Speisestärke gut verrühren und in die Form füllen. Restlichen Teig als Gitter oder ausgestochene Decke auf den Kuchen legen. Mindestens 50 min bei 180°C in der Mitte des Ofens backen.
Berliner Apfelkuchen.

Dieses Rezept habe ich von meiner Freundin in Heidelberg. Wenn man dem Rezept folgt, ist es ein recht leicht zu backender Kuchen, der gut aussieht und lecker schmeckt. Der kritische Punkt ist lediglich die Dosierung der Speisestärke, damit die Apfelmusfüllung nicht zu flüssig wird. Lecker ist der Kuchen aber allemal.

Klassischer Apfelkuchen

Für den Teig:

500 g Mehl
80 g Zucker
100 g Margarine
1 Ei
1/4 l Milch
1 Prise Salz
1 Päckchen Trockenhefe
Für den Belag:
1-1,5 kg Äpfel
Zimtzucker
und/oder Rosinen
und/oder Streusel aus:
150 g Mehl
100 g Zucker
100 g Butter

Mehl und Hefe mischen und nach uund nach die anderen Zutaten verkneten. Teig zugedeckt an einem warmen Ort ½-1h gehen lassen. Teig dünn auf das Blech ausbreiten, am Rand etwas hochdrücken. Streusel am besten mit der Hand zusammenkneten, damit sie nicht zu klein werden. Äpfel schälen und  in Scheiben oder Stücke schneiden. Äpfel auf den Teig legen und mit Rosinen, Zimtzucker und/oder Streuseln belegen. Bei 180-200°C  in der Mitte des Ofens backen. Kann gut eingefroren werden

Klassischer Apfelkuchen, hier mit Streuseln.
Auch dieses Rezept habe ich aus Heidelberg. Ich habe sowohl die Variante mit Zimt und Zucker, als auch mit Streuseln ausprobiert. Wenn man den Hefeteig in der Brotbackmaschine gehen läßt, kann man die Teigmenge etwas reduzieren. Ein leckerer Kuchen, leicht zuzubereiten und je nach Geschmack abwandelbar.
  
Traditioneller Apfelkuchen aus Åmål
6 Äpfel
1 dl Mandeln
50 g Butter
1 EL Mehl
2 EL Milch
1 dl Zucker

Ofen auf 225°C vorheizen. Mandeln überbrühen und schälen, dann hacken. Äpfel schälen, entkernen und in Stücke schneiden. In eine eingefettete Auflaufform geben und für 5-10 min im Ofen backen. Butter in einem kleinen Topf schmelzen, Mehl, Milch, Mandeln und Zucker unterrühren. Alles über die Äpfel geben und zusammen für ca. 20 min backen, bis der Kuchen braun wird.

Das Rezept stammt aus einem schwedischen Kochbuch mit regionaler Küche. Das ganze Kuchen zu nennen, ist etwas gewagt, denn es gibt keinen Teig. Trotzdem ist das Ergebnis superlecker, wenn man es warm mit Vanillesauce oder Eis ißt.
Kein richtiger Kuchen, aber allemal lecker: der Apfelkuchen aus Åmål.
Apfelkuchen mit Zitrone und Kardamom

Für den Teig:
125 g Butter oder Margarine
1,5 dl Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
geriebene Schale einer Zitrone
2 Eier
2,5 dl Mehl
1/2 Päckchen Backpulver
2 EL Milch

Für den Belag:
4 mittelgroße Äpfel
1 TL Kardamom

Ofen auf 175°C vorheizen. Springform einfetten. Butter schmelzen und abkühlen lassen. Zucker, Vanillezucker und Zitronenschale einrühren. Ei zugeben. Mit Backpulver vermischtes Mehl  und die Milch unterrühren. Teig in die Form geben. Äpfel in dünne Spalten schneiden und in den Teig stecken. Kardamom und etwas Zucker über die Äpfel streuen. Im unteren Teil des Ofens 30-35 min backen.

Das Rezept habe ich aus einer kleinen Broschüre mit Herbstrezepten aus unserem Stammsupermarkt. Ein leckerer Kuchen mit viel Teig und einen extravaganten Pfiff durch Zitronenschale Kardamom. Leider verschwinden die Äpfel beim Backen im Teig. Dadurch sieht er oben aus wie ein Zuckerkuchen. Das fand ich ein bißchen enttäuschend und hab deshalb kein Foto gemacht. Vielleicht sollte man die Apfelstücke etwas breiter halten, damit sie nicht versinken.

Apfel-Buttermilch-Kuchen

180 g Zucker
2 Eier
2 Eiweiß
500 ml Buttermilch
200 g Weizenmehl
200 g Weizenvollkornmehl
1 Päckchen Backpulver
5 Äpfel
1 Päckchen Vanillezucker
Zimt
Rosinen

Eier, Eiweiß, Zucker und Vanillezucker schaumig schlagen. Nach und nach Mehl und Backpulver, sowie Buttermilch unterrühren. Teig auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben, mit Apfelstücken, Zimt und Rosinen belegen. Bei 180°C 25-30 min backen.

Ein sehr einfach zuzubereitendes Rezept von chefkoch.de. Das einzig Verwirrende ist, daß der Teig sehr flüssig ist. Doch ein hoher Backpapierrand hilft.Ein wirklich leckerer Kuchen ohne Butter. Gut zu transportieren.
Apfel-Buttermilch-Kuchen

Herzhafte Apfelmuffins mit Sonnenblumenkernen

25 g frische Hefe
300 ml lauwarmes Wasser
50 ml flüssige Margarine
50 g Roggenflocken
50 g Weizenkleie
50 g Sonnenblumenkerne
50 g Leinsamen
1 TL Salz
1 Apfel
50 ml Sirup (oder Honig)
330 g Weizenmehl

Hefe mit Wasser, Margarine, Roggenflocken, Weizenkleie, Sonnenblumenkerne, Leinsamen und Salz verrühren. 10 min gehen lassen. Apfel in Stückchen, sowie Sirup und Mehl zugeben und 5 min mit der Knetmaschine kneten. Teig 30 min gehen lassen.In 12 Muffinformen geben. Weitere 30 min gehen lassen. Ofen auf 225°C einstellen. Oberfläche der Muffins mit Wasser einpinseln. 15 min backen.

Das Rezept stammt aus dem Supermarkt, wo ein hin und wieder Rezeptkärtchen zum mitnehmen gibt. Leider habe ich etwas anderes unter der Bezeichnung Muffin erwartet. Ich wollte ein süßes Gebäck. Wenn man dem Rezept folgt, sind die Muffins eher herzhaft. Aber dem kann mit einem Belag aus Äpfeln, Zimt und Zucker abgeholfen werden.
Fazit
Es war schön, so viele verschiedene Rezepte zu einem Thema auszuprobieren. Perfekt ist mir beim 1. Mal leider keines gelungen, aber für ein 2. Mal lohnen sich fast alle Rezepte. Wahrscheinlich werde ich  als nächstes den Buttermilchkuchen noch mal machen.

Sonntag, 14. November 2010

Ein Sonntag zum Abhängen

Was soll man nur mit einem Sonntag anfangen, an dem es draußen ungemütliches Schneematsch-Regenwetter ist? Richtig, man macht es sich drinnen gemütlich, vorzugsweise in der Nähe (oder besser auf) der Heizung. Nirgendwo sonst kann man so schön abhängen.
Leon beim Mittagsschläfchen auf dem Meisenbeobachtungskissen im Küchenfenster.

Ginny auf der Heizung in der Bibliothek. Sieht ein bißchen aus wie der Knotenknut von Tabu mit den langen Beinen.

Mittwoch, 10. November 2010

Nachtrag: Schneesturm

Der erste richtige Schnee, und ich hab schon genug davon. Ich sag nur 25 cm rund ums Haus, wo es nicht verweht wurde, und kniehoch in der Einfahrt, wo der Räumdienst alles von der Straße hingeschoben hat. Wir haben heute Morgen 1,5 Stunden Schnee geschippt, und es ist ein nasser, schwerer Schnee der an der Schaufel haftet.

In Uppsala ist zwischen gestern Abend 6 Uhr und heute Morgen der Busverkehr ausgefallen. Die U-Bahn nach Stockholm wurde streckenweise eingestellt. Und auf dem Weg zur Arbeit lag einer der Busse verlassen halb im Straßengraben.

Ich kann es kaum erwarten, daß wieder Frühling ist!

Dienstag, 9. November 2010

Schneesturm

Der Winter ist zurück! Seit heute Vormittag zieht ein Schneestrum über uns. Folglich sind wir früher nach Hause gefahren, haben sogar Schwedischkurs und Yoga ausfallen lassen, nur um sicher anzukommen. Und tatsächlich hat die Fahrt doppelt so lange gedauert, und das Auto hats kaum in die Garage geschaft.

Die Zeit des Schneeschaufelns ist wieder da. Juhu!

Mittwoch, 3. November 2010

Warum es cool ist, Forscher zu sein

Ich habe öfter den Eindruck, daß die meisten Leute (und selbst Familie und Freunde) eigentlich keine Ahnung haben, was man eigentlich so macht als Wissenschaftler. Die meisten haben wahrscheinlich ein Clichébild im Kopf, das von Fernsehserien geprägt ist. Man denke an Doc Brown (Zurück in die Zukunft), Bruce Banner alias Hulk oder diverse andere, leicht verschrobene Kittelträger, die in Laboren leben. Vielleicht ist es eine Eigenheit der Wissenschaftler, in anderen Welten zu leben und deshalb nicht mit "normalen" Leuten über ihre Arbeit zu reden. Viele Wissenschaftler sind dazu auch gar nicht in der Lage, denn sie sprechen eine andere Sprache, das sogenannte Fachchinesisch. Deshalb ist es an der Zeit, daß ich mal erkläre, was Wissenschaftler eigentlich so machen.

Natürlich gibt es ganz verschiedene Wissenschaftler in vielen unterschiedlichen Fachgebieten, aber gemeinsam haben sie Folgendes: Sie untersuchen Dinge und Prozesse, um sie besser zu verstehen. Dazu müssen sie erst einmal wissen, was bereits über ihren Forschungsgegenstand oder ihr Gebiet bekannt ist. Damit kommen wir zur 1. Hauptbeschäftigung eines Forschers: Recherche. Das bedeutet in erster Linie lesen, lesen, lesen.

Wenn man mit dem bekannten Wissen vertraut ist, fällt einem auf, daß es viele Dinge gibt, die man nicht weiß. Jetzt stellt sich dem Forscher also die Aufgabe, Fragen zu beantworten, auf die noch keiner eine Antwort gefunden hat. Zu diesem Zweck macht der Wissenschaftler Versuche, Experimente und Beobachtungen. Diese sind in den Methoden natürlich sehr vielfältig. Manchen geht es auch darum, neue Methoden zu entwickeln und alte zu verbessern. Das könnte man als das eigentliche Forschen bezeichnen, die 2. Hauptaufgabe des Wissenschaftlers.

Aus seinen Beobachtungen leitet der Wissenschaftler dann möglichst die Antwort auf die Frage ab, die er untersucht. Manchmal auch nur eine Teilantwort. Oder zufällig die Antwort auf eine ganz andere Frage. Meistens jedoch ergeben sich aus den neuen Erkenntnissen eine ganze Reihe neuer Fragen, die dann wieder erforscht werden können.

Die gewonnenen Erkenntnisse nützen dem Wissenschaftler wenig, wenn er sie nicht der Weltöffentlichkeit, bzw. seinen Kollegen, mitteilt. Das geschieht durch die Präsentation der Erkenntnisse auf einer wissenschaftlichen Tagung in Form eines Vortrags oder Posters. Weil aber natürlich nicht die ganze Welt anwesend sein wird, muß ein Wissenschaftler seine Forschungsergebnisse als Artikel (auf neudeutsch Paper) in einer Fachzeitschrift veröffentlichen. Veröffentlichen ist also die 3. Aufgabe des Wissenschaftlers. Das ist allerdings nicht so einfach, denn vor dem Drucken wird das Manuskript von anderen Experten auf dem gleichen Gebiet begutachtet im sogenannten peer review Verfahren. Das Manuskript muß dann anhand der Gutachten verbessert werden, falls es nicht abgelehnt wird. Oftmals wird das Können eines Forschers an der Anzahl und Qualität seiner Publikationen gemessen, was ein recht zweischneidiges Thema sein kann. Ich sage nur Quantität statt Qualität.

Die 4. Aufgabe des Wissenschaftlers ist es, Geld für seine Forschung zu beschaffen. Das ist eine Besonderheit des Wissenschaftlerberufs: Man bekommt seine Arbeitsvoraussetzungen nicht vom Arbeitgeber gestellt. Geld gibt es stattdessen von Forschungsgemeinschaften, der Industrie und Stiftungen, an die man Anträge mit Forschungsvorhaben richten muß. Die Erfolgsquote ist dabei recht klein. 10% sind schon gut, was bei dem Zeitaufwand des Schreibens von Anträgen ziemlich frustrierend ist.

Für Forscher an Universitäten ergeben sich noch ein paar andere Aufgaben, die man mit dem Wort Lehre zusammenfassen kann. Das beinhaltet das Halten von Vorlesungen und Praktika, sowie die Betreuung von Studenten.

Das ist also der Alltag des Wissenschaftlers. Wenn das mal nicht cool ist! Oder?