Sonntag, 3. Oktober 2010

Herbstaktivitäten -Teil 3

Und noch mehr Herbstaktivitäten. Irgendwie hat man im Herbst wirklich eine Menge zutun. Zum Beispiel:
  • Das Haus winterfest machen, also Pflanzen reinholen, eine zweite Fensterbank einbauen (sehr zur Freunde der Katzen), Fenster putzen (jedes Lux ist willkommen).
    Im Küchenfenster ist jetzt auch viel mehr Platz für sich sonnende Katzen
      • Holz hacken. Letztes Jahr haben wir das zwangsläufig im Dezember und Januar gemacht. Bei -15°C, 40 cm Schnee und 4 Stunden Sonne ist das keine schöneWochenendbeschäftigung. Dann schon lieber im Herbst damit fertigwerden.
      Der Holzschuppen macht seinem Namen gerade alle Ehre.
      • Und natürlich auch weiterhin Äpfel ernten und verwerten.
      Der Kompost. Auch eine Art der Verwertung, wenn auch eher eine langfristige.
      Die eher kurzfristige Verwertung von Äpfeln: Schwedischer Apfelkuchen (Äplekaka). Mehr so eine Art Gratin mit Butter und Mandeln, aber hauptsächlich mit Äpfeln.

        Nichtvegetarische Ohrringe

        Selbst erbeutet und zusammengebaut.

        Freitag, 1. Oktober 2010

        Hejdå 50-Öre!

        Ab heute gibt es in Schweden keine Öremünzen mehr. Öre sind die kleinere Einheit von Kronen, 100 Öre sind 1 Krone. Zwar werden sie virtuell weiter existieren, aber die letzte Öremünze, die kupferfarbene 50-Öremünze hat ab heute ihre Gültigkeit als Zahlungsmittel verloren. Fortan wird im Bargeldverkehr immer auf volle Kronen gerundet.
        Ein lustiges Video über eine einsame 50-Öremünze, die jetzt in Pension geht und nichts mehr zutun hat, sowie eine Reise durch die Zeit mit Infos wann man wieviel für 50 Öre kaufen konnte, gibts auf http://www.50oringenforsvinner.nu/ Übrigens gibt es in Zukunft neue 2-Kronenmünzen, sowie 200-Kronenscheine. Warum auch immer.

        Die ganze Aktion ist nur ein weiterer Schritt zur Abschaffung des Bargeldes generell. In Uppsala wurde in diesem Monat ürbigens dazu aufgerufen, bargeldlos zu leben. Das ist durchaus möglich hier. Hier die Website der Kampagne.

        Montag, 27. September 2010

        Apfelverwertung und andere Herbstaktivitäten

        Die Erntesaison ist in vollem Gange. Deshalb kommen hier mehr Fotos zu typischen Herbstaktivitäten, denen biedere Landschweden wie wir nach der Arbeit nachgehen und die sich zwangsläufig ergeben, wenn man einen Garten hat.
        • Ernten: bei uns geht es wie bereits erwähnt vor allem um Äpfel, die wir in vielerlei Weise verwerten (müssen). Ernten bedeutet Äpfel pflücken, vom Boden aufsammeln, waschen, sortieren, lagern.
        • Sofort genießen: das bedeutet, es wird gebacken und gegessen, was das Zeug hält.
        • Vordergrund: Berliner Apfelkuchen. Mitte: Muffins mit in Schnaps eingelegten Johannisbeeren. Hintergrund: klassischer Apfelkuchen. Rezepte wurden freundlicherweise aus Heidelberg zur Verfügung gestellt ;-)
         
        • Saften und Vergähren: Mit der endlosen Menge an Äpfeln kann man sehr gut auch Saft gewinnen. In Uppsala haben wir durch den Tipp eines Kollegen eine Mosterei ausfindig gemacht. Dorthin haben wir bisher bestimmt schon 100 kg Äpfel gebracht. Den Saft kann man mit oder ohne Konservierungsmittel bekommen und entsprechend als Saft lagern und trinken oder zur Produktion von Cider oder Wein verwenden. Selbstgemachter Saft schmeckt super. Und der Cider ist in Arbeit.
        Ginny neben einem von unseren Weinballons. Man kann die Ciderherstellung als Experiment betrachten aber auch eine Wissenschaft draus machen.
        • Einmachen, Trocknen und Konservieren: Im Laufe des Sommers und besonders jetzt im Herbst bleibt einem außer einfrieren nichts anderes übrig, als seine Ernte einzukochen, einzulegen und zu verarbeiten, wenn man seine geernteten Früchte auch im Winter genießen möchte. Wir haben zum einen verschiedene Liköre hergestellt, indem wir Früchte mit Zucker in Alkohol eingelegt haben, als auch Marmeladen und Mus eingekocht. Unsere Kräuter sowie die gesammelten Pilze haben wir zum Teil eingefroren. Die, die sich dafür geeignet haben, haben wir auch getrocknet.
        Unsere Liköre: Blaubeer, Blaubeer-Vanille, Johannisbeer, Johannisbeer-Anis-Minze und Preiselbeer.
        Unsere Marmeladen und natürlich Apfelmus: Heidelbeer-Johannisbeer, Rabarber-Ingwer, Stachelbeer, Stachelbeer-Melone, Preiselbeeren.

        Samstag, 25. September 2010

        Apfelparty

        Eine Art, mit zu vielen Äpfeln umzugehen:
         Wer die verschlüsselten Teile entziffern kann, ist natürlich eingeladen.

        Freitag, 24. September 2010

        Äpfel

        Als ich im letzten Oktober aufs Land in ein kleines Häuschen mit Garten gezogen bin, ahnte ich nicht, was in diesem Herbst  auf uns zukommen würde. Selbst im Frühling, als die Apfelbäume in voller Blüte standen, war uns das Ausmaß dessen, was uns bevorstand, nicht klar.
        Ende März. Wir bescheniden unsere Bäume, die bestimmt seit Jahren keine Schere mehr gesehen haben.
        Der Garten Ende Mai.
        Wunderschön und unschuldig aussehend.
        Anfang Juni. Solche Blüten fallen ja auch oft wieder ab, wenn es regnet oder stürmt.
        Anfang Juli. Das Grauen beginnt sich abzuzeichnen.
        Mitte August. Trotz Trockenheit hängen noch fast alle Äpfel an den Bäumen.
        Anfang September. Sind sie nicht wunderschön? Und fast fertig.
        Jetzt haben wir den Salat: 7 (in Worten "sieben") Apfelbäume voller Äpfel sind ein starkes Stück, wenn man normalerweise in der Woche einen durchschnittlichen Apfelkonsum von maximal 5 Äpfeln hat.
        Ende September. Die Ernte kann losgehen.
        Jetzt aber mal ehrlich: Man eignet sich zwangsläufig ein neues Hobby an, wenn man einen Garten hat.  Abgesehen davon, daß es interessant ist, alte und teilweise sogar geschützte schwedische Apfelsorten  im Garten zu haben, ist es irgendwie auch schön, wenn man seine eigenen Äpfel ernten kann (muß). Aber es steckt schon eine Menge Arbeit dahinter, denn selbst wenn man sie nicht erntet, muß man sie doch vom Rasen aufsammeln, wenn letzterer nicht sterben soll. Und auch damit kann man Stunden verbringen.

        Da muß man schon einfallsreich sein, um so viele Äpfel zu verwerten.

        Schon wieder Politik

        Eigentlich interessiere ich mich ja so gar nicht für Politik. Wirklich nicht. Aber momentan ist der Ausgang der Wahl ein ziemlich viel diskutiertes Thema. Wie ich ja gestern bemerkte, ist die Wahlstatistik veröffentlicht worden. Diese ist sehr ausführlich mit Ergebnissen in Prozent und Zahlen für jedes einzelne Wahlbüro. So auch für unseres.

        Offensichtlich wohnen wir in einer ausländerfeindlichen Gegend, wie ich sie im letzten Post beschrieben habe. In unserem Wahllokal erhielt die Partei Sveriges Demokraterna 8,2% der Stimmen für den riksdag, 6,2% für das landsting und 7,8% für den Kommunalrat. Im Vergleich zum Wahlkreis Uppsala-Stadt (merke: hier wohnen sehr viele Ausländer, Hochgebildete etc.) ist das erschreckend viel. Dort erhieltenen Sveriges Demokraterna 3,9% für den riksdag, 3,0% für das landsting und 3,3% für den Kommunalrat und haben somit jedes Mal die 4%-Hürde nicht geschafft. Län- also bezirksweit haben sie es nur mit 4,6% für den riksdag geschafft. Da hat sich wohl die Landbevölkerung durchgesetzt.

        Die meisten Stimmen erhielten Sveriges Demokraterna übrigens in den Läns Skåne Nord und Ost (11,21%), Skåne West (10,06%) und Blekinge (9,81%) und in Skåne Süd (8,72%). Diese Läns liegen übrigens alle im äußersten Süden Schwedens. Ob das gute Ergebnis der Sveriges Demokraterna wohl daran liegt, daß die Partei ursprünglich aus Dänemark kommt?

        Die wenigsten Stimmen erhielt die Partei übrigens in Västerbotten-Län, dem zweitnördlichsten Län Schwedens. Dort gab es nur 2,73% der Stimmen.

        Das reicht jetzt aber auch mit Politik.