Donnerstag, 17. Dezember 2009

Impressionen vom Weg zur Arbeit

Auf dem Weg zur Arbeit achtet man ja meistens nicht so sehr auf seine Umgebung. Doch mit ein wenig Schnee und Sonne lohnt es sich durchaus, hinzusehen.
Die 2 km bis zur Hauptstraße führen durch den verschneiten Winterwald.An der Hauptstraße gibt es ein paar hübsche Höfe mitten in der schwedischen Winteridylle.Außerdem gibt es auf der Strecke den ein oder anderen Blitzer. Doch in Schweden ist man so nett und warnt vorher.
Sonnenaufgang auf dem Weg zur Arbeit. Doch bald ist es hoffentlich wieder hell, wenn man morgens aufstehen muß.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Eingeschneit - Nachtrag

Hier zwei Photos vom Schnee ums Haus. Es sind etwa 40 cm und an einigen Stellen etwas mehr, wo es sich z.B. hinterm Haus gesammelt hat. Und heute und morgen Nacht solls wieder schneien.

Dienstag, 15. Dezember 2009

Eingeschneit

Es ist soweit: der erste richtige Schnee, der auch liegenbleibt, ist gefallen und fällt noch. Bis gestern lagen ums Haus noch etwa 2 cm, während in der Stadt nichts mehr vom Schnee von Sonntag übrig war. Doch über Nacht hat es ordentlich geschneit und zwar fast überall in Schweden. Und es schneit noch.

Heute morgen lagen ca. 20 cm ums Haus, sodaß ich mich erst einmal bis zur Garage vorkämpfen mußte. Nach etwas Schnee räumen vorm Garagentor ging es dann aber durch den herrlichen Pulverschnee bis auf die Straße. Die 2 km bis zur Hauptstraße waren noch nicht geräumt und damit sozusagen der Test, ob sich der Weg zur Arbeit als machbar erweisen würde. Aber Es ging alles gut, und auf der Hauptstraße war die Spur Richtung Uppsala geräumt.

Hier in der Stadt liegt nicht ganz so viel Schnee, vielleicht 15 bis 20 cm, während es auf dem Lande ums Haus jetzt schon 30 bis 40 cm sind. Und es schneit noch. Außerdem soll es die nächsten Tage zwar nicht mehr schneien, aber kalt bleiben, sodaß der Schnee bis Weihnachten liegenbleiben könnte. Die einzige Schwierigkeit für heute Abend könnte nur werden, wieder in die Garage zu kommen. Aber das ist eine überwindbare Herausforderung.

Sonntag, 13. Dezember 2009

Lucia

Der 13. Dezember ist in Schweden ein ganz besonderer Tag, vielleicht besonderer als Weihnachten, denn am 13. Dezember ist Lucia.

Wie ich im Schwedischkurs lernen durfte, war Lucia der Legende nach ein Mädchen, das im Sizilien des 4. Jahrhunderts lebte. Als sie heranwuchs, verlobte sie ihre Mutter mit einem Mann, doch Lucia wollte nicht heiraten. Als Christin bat sie Gott um Hilfe. Und als ihre Mutter nach schwerer Krankheit wieder gesund wurde, versprach die ihr, daß sie nicht heiraten müsse. Der Verlobte war darüber natürlich alles andere als erfreut und schwärzte Lucia beim Christen verfolgenden Kaiser Diocletian an, der Lucia einkerkerte und folterte. Lucia starb am 13. Dezember und wurde nachträglich heiliggesprochen. Da sie zu ihren Lebzeiten bekannt dafür gewesen war, sich um die Armen zu kümmern, erzählte man sich, daß sie mit Essen zu den Armen in den Kellerlöchern kam und daß sie, weil sie die Hände voller Essen hatte, sich die Kerzen auf den Kopf stellte.

Lucia als Fest wird in Schweden seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts gefeiert. Dabei gibt es einen Umzug, bei dem vorn die in weiß gekleidete Lucia mit einem Kerzenkranz auf dem Kopf geht, gefolgt von den sogenannten tärnor, Mädchen in weiß mit einer Kerze in der Hand. Dann folgen die stjärngossar (Sternenjungen) und schließlich diverse andere Figuren, z.B. pepperkaksgubbar (Pfefferkuchenjungen). Der luciatåg (Luciaumzug) singt in Kirchen und auf öffentlichen Plätzen typische Lieder.

Das Luciafest hat in der dunkelsten Zeit des Jahres die Bedeutung eines Lichterfests. Es gibt auch extra Luciaumzüge in Schulen und Firmen. Leider fiel Lucia dieses Jahr auf einen Sonntag, sodaß es hier am Institut keinen Umzug gab. Dafür habe ich mit Freunden ein wenig gewichtelt und es gab typische Weihnachtsgebäcke aus unseren Heimatländern.

Hier noch ein paar Links zum Thema Lucia:
Der Zeitungsartikel der Uppsalenser Zeitung über den Luciaumzug.
Der deutsche Wikipediaeintrag über das Luciafest.
Der schwedische Wikipediaeintrag zum Luciaumzug.

Eine schwedische Geburtstagsparty

Gestern waren wir auf einer richtigen schwedischen Geburtstagsparty eingeladen. Ein Freund aus dem SGU hat seinen 40. gefeiert und in großem Stil gefeiert. Er hatte einen ehemaligen Pfarrhof gemietet und es gab Rentierkalb aus seiner Heimat in Nordschweden.

Traditionsgemäß wird bei schwedischen Feiern sehr viel gesungen und getrunken. So gibt es neben dem Gabentisch auch einen Tisch mit hartem Alkohol und eine Liedtextsammlung, welche man ganz selbstverständlich auf seinem Platz unter dem Teller findet. Essen und Stimmung waren grandios.

Übrigens ist Alkohol auch ein sehr beliebtes Geburtstagsgeschenk in Schweden. Warum wohl?

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Flyttning - Teil 3

Um die ganze Sache endlich zuende zu bringen, hier nun der letzte Teil des Berichts ueber unseren Umzug:

Der eigentlich Umzug: Mittwoch bis Freitag

Am Mittwoch 18 Uhr war es nach dieser scheinbar endlosen Zeit des Renovierens und Packens so weit: Der Transporter konnte abgeholt und beladen werden. Ich möchte gar nicht so sehr ins Detail gehen. Wichtig ist nur: Es waren genug fleissige Helfer da*, die unzählige Kartons und Möbelteile unzählige Treppenstufen getragen haben. Es war ein echter Kraftakt von 3 Stunden. Ohne Euch Helfer hätten wir das nie geschafft. Tausend Dank!!! Ihr werdet immer bei uns willkommen sein.

Ich kann nicht sagen, wann wir fertig waren, aber bis auf einen Spiegel und 3 oder 4 Pflanzen war irgendwann alles im Auto. Tetris war nichts dagegen, kann ich Euch versichern. Ich bin froh, dass so gut wie alles reingepasst hat. Das war vorher unmöglich abzuschätzen. Uebrigens wollte ich mich auch noch bei denen bedanken, die uns Kisten zur Verfuegung gestellt haben. Die haben wir wirklich alle gebraucht.

Die letzte Nach in der leeren Wohnung auf dem Teppich zu schlafen war irgendwie nochmal seltsam. Das fuehlte sich dann nicht mehr wie zu Hause an. Deshalb mussten wir um 6 Uhr auch nicht mehr auf das Weckerklingeln warten. Ein letztes Mal Staubsaugen uns noch diverse Kleinigkeiten einsammeln, ein letztes Mal beim Edeka nebenan Brötchen und Proviant einkaufen. Nach einer so anstrengenden Woche ist man froh, wenn es endlich vorbei ist, auch wenn ich 5 einhalb Jahre sehr gern dort gewohnt habe.

Um kurz vor 9 ging es puenktlich los. Ab 9 haben wir dann natuerlich die Daumen gedrueckt fuer die laufende Verteidigung (hat sich ja auch gelohnt). Das Auto fuhr sich sehr gut fuer ein ssolch langes Vehikel uund in Anbetracht der Beladung, sodass wir am Nachmittag am Fährhafen von Travemuende ankamen. Ausser uns gab es auf der Fähre noch ein weiteres Passagierpärchen, ansonsten fuhr die Fähre nur fuer Fernfahrer. Das Essen war auch erstaunlich billig, und aufgrund des Mangels an Touristen konnten wir uns auch ein wenig in der Cafeteria ausruhen während der 7stuendigen Ueberfahrt. Um 0:15 Uhr haben wir dann auch puenktlich in Trelleborg angelegt.

Es folgte eine lange, dunkle Fahrt mit einigen Pausen zum Tanken und Fahrer wechseln. Insgesamt haben wir etwa 9 Stunden fuer die 770 km durch Schweden gebraucht. Als es hell wurde, waren wir dann auch puenktlich zum Berufsverkehr in Stockholm, was nach einer Nacht mit viel zu wenig Schlaf kein Spass ist. Doch wenigstens war das Wetter recht schön, als wir gegen 9:15 am Haus ankamen.

Seltsamerweise war die Muedigkeit dann fast weg. Wenigstens beschlossen wir, uns nicht gleich hinzulegen, sondern schon mal ein paar Sachen aus dem Auto zu laden. Zwischendurch habe ich noch ueber Skype mit meinen Kollegen kommuniziert, um herauszufinden, wann sie zum Helfen vorbeikommen können. Immerhin war es ein ganz normaler Arbeitstag. Da wir aber zur Mittagszeit schon fast alles ausgepackt hatten, war es gar nicht nötig, dass noch irgendjemand zum Helfen kommen musste. Wir haben letztendlich den ganzen Transporter zu zweit in 3 Stunden wieder ausgeräumt. Es ist unglaublich, wieviel schneller es geht, wenn man nicht 3 Etagen laufen muss und die Sachen nicht ganz sorgfälgtig stapeln muss.

Nach dem Entladen sind wir dann wieder zurueck nach Uppsala gefahren, um den Mietwagen abzugeben, unser Auto mitzunehmen, Essen einzukaufen und die Katzen wieder abzuholen. Fuer die armen Katzen war das vorerst die letzte Autofahrt, bis sie vielleicht irgendwann mal zum Tierarzt muessen. Sie sind jedenfalls keine grossen Fans des Reisens geworden.

Am Freitag haben wir dann noch das Bett und das Sofa aufgebaut, bevor wir dann endlich den Schlaf der Gerechten schlafen durften. Was fuer ein langer, langer Tag! Momentan möchte ich nie mehr umziehen, auch wenn alles nach Plan verlaufen ist.

* Die Geburt des ersten Kindes ist eine gute Entschuldigung, nicht beim Umziehen zu helfen. Glueckwunsch und alles, alles Gute nach Clausthal!

Montag, 7. Dezember 2009

Jo-Ho

Hier ein netter Artikel aus der FAZ, gespickt mit ein paar netten Clichés ueber Schweden. Ist schon etwas älter mittlerweile, aber immer noch lustig zu lesen: Holzboot-Liebe.