Dienstag, 10. November 2009

Die Schweinegrippe

Langsam ist sie auch in meiner Realität angekommen und ist nicht nur Teil von Nachrichtenmeldungen. Natürlich wurden hier schon vor Wochen Zettel aufgehängt mit Vorsichtsmaßnahmen. Überall stehen Desinfektionsmittelflaschen rum. Letzte Woche begann dann die erste Impfwelle der 1. Risikogruppe (Kinder mit ihren Eltern und Leute mit schweren chronischen Krankheiten). Trotzdem war Schweinegrippe eher ein running gag in Arbeitsgesprächen, wenn mal wieder jemand sich verschluckt hat.

Letzte Woche hatte ich dann ein Praktikum zu geben. Bei der Einführungsveranstaltung waren noch 5 Studenten da. Zum ersten Praktikumstermin am Mittwoch noch 3, von denen einer die ganze Zeit gehustet hat und am Donnerstag dann auch im Bett geblieben ist. Mittlerweile habe ch erfahren, daß die 3 die Schweinegrippe haben und ein weiterer der 5 Stundenten sie auch bekommen hat. Na mal sehen, wie das so weitergeht...

Montag, 9. November 2009

20 Jahre danach

Auch wenn ich mich sonst nicht sonderlich für Politik interessiere, muß ich heute mal eine Ausnahme machen. Schließlich gab es heute vor 20 Jahren das politische Ereignis, das mein Leben und das meiner Familie und vieler meiner Freunde auf lange Sicht hin für immer verändert hat: der Mauerfall. Ich war zwar damals gerade in die Schule gekommen, aber schon damals begriff ich, daß da etwas Besonderes geschehen war.

Im Nachhinein kann ich kaum ermessen, wie sich mein Leben entwickelt hätte, wenn die Mauer damals nicht gefallen wäre. Ganz sicher ist: Ich hätte wohl nicht studiert. Ich hätte bestimmt nicht "im Westen" studiert. Ich wäre ganz sicher nicht so weit gereist, wie ich das bisher schon getan habe. Und ich würde heute garantiert nicht in Schweden wohnen.

Ich kann nur spekulieren, daß sich mein Leben wohl "ganz normal" gestaltet hätte: Nach der 10. Klasse hätte ich wohl eine Lehre gemacht, gearbeitet, dann irgenwann geheiratet, einen Trabi gekauft, Kinder bekommen und in einer Wohnung im Plattenbau in meiner Heimatstadt gewohnt. Und das alles schon vor Jahren. In meinem Alter hätte ich wohl schon 2 Kinder im Kindergarten, würde wieder arbeiten und im Sommer an die Ostsee fahren. Diese Vision gründet sich natürlich darauf, wie ich es in meiner Kindheit beobachtet habe, und beinhaltet nicht die Option, das sich das Leben in der DDR weiterentwickelt hätte. Was ich beschrieben habe, ist das Leben der Generation meiner Eltern, die am 9. November 1989 28 und 30 Jahre alt waren.

Macht schon ziemlich nachdenklich, gerade weil dieses alternative Leben so greifbar und vorstellbar ist.

Cat Transfer - danach

Nun kommt endlich der Bericht zum Cat Transfer. Ich muß schon sagen, es war ein aufregendes Wochenende mit Martinsgansessen am Freitag und Familie besuchen am Samstag und definitiv zu wenig Zeit in Deutschland, von der mir auch noch 50 Minuten durch eine Streckensperrung auf der Zugfahrt von Hannover nach Göttingen gestohlen wurden. Nun ja, der eigentliche Zweck meiner Reise war ja der Cat Transfer, dem nach der rechtzeitigen Ankunft der Ergebnisser der Blutuntersuchung nichts mehr im Wege stand. Trotzdem war es eine aufregende Sache vor allem für Ginny und Leon, die keine großen Fans von Reisen sind.

Am Freitag war ich erstmal froh, meine beiden Raubtiere nach 3 Monaten wiederzusehen. Glücklicherweise hatten sie mich nicht vergessen. Mein Leon mußte das in der Nacht mit einer leidenschaftlichen Schmuseorgie beweisen. Meine Wohnung kam mir dagegen schon irgendwie fremd vor, auf jeden Fall kleiner, als ich sie in Erinnerung hatte, und natürlich irgendwie unheimelich. Doch wenigstens hatten die meisten meiner Pflanzen überlebt, und der Berg von Post war auch schnell durchgeschaut. Martinsgansessen war dann ein echter Höhepunkt. Ich sag nur: Freunde, tolles Essen (wenn jemand den ganzen Tag am Herd steht, schmeckt man das abends), Fotos, Neuigkeiten austauschen... Ach ja, in 3 Monaten passiert eine Menge, obwohl es war, als hätten wir letzte Woche erst zusammengesessen.

Nach einer zu kurzen Nacht gings dann zu den Eltern und weiter zu den Großeltern. Da gabs natürlich wieder eine Menge zu Essen, aber nach 3 Monaten Kloßentzug war das einfach wunderbar (auch wenn es am Abend vorher auch Klöße gab). Auch der Besuch ging zu schnell vorbei. Aber ich hab es mir nicht nehmen lassen, einen dm aufzusuchen. Warum gibt es in Schweden eigentlich keine Drogerien?

Abends hab ich dann die Sachen der Katzen gepackt, damit wir am nächsten Morgen auch pünktlich los konnten. 2 Stunden vor Abfahrt mußte ich dann kurzfristig aufstehen, um den Raubtieren ihre Beruhigungstabletten zu geben. Das ging zum Glüc problemlos. Bei der Abfahrt waren die beiden leider nicht wirklich eingeschlafen, wenn auch ziemlich neben sich stehend. Leon mußte deshalb auf der Autofahrt die ganze Zeit leise jammern. Doch das war nichts gegen sein übliches Geweine. Am Flughafen waren die Katzen und ich dann auch uns gestellt. Einchecken ging problemlos. Ich frage mich, ob die Katzenbeförderung von meinem Konto abgezogen wird. Eigentlich sollte ich am Schalter bezahlen, aber da hat keiner was gesagt. Katzen sind übrigens Sperrgepäck, zumindest die Katzenboxen. Aber beim Gepäckdurchleuchten mußte ich sie dann rausnehmen und hinter dem Scanner wieder in ihre Boxen setzen. Dabei haben sie sich vorbildlich verhalten. Dann mußte ich sie leider mit den Gepäckleuten gehen lassen, denn sie mußten im Bauch vom Flugzeug reisen, während ich im Passagierraum schlafen durfte und sogar ein Wasa bekommen habe.

Am Gepäckband hatte ich dann doch ziemliche Angst, daß sie einfach mit den Koffern rausgefahren kommen, denn das hätte einen etwa 1 m Sturz aufs Band bedeutet. Doch dann waren sie nicht da. Schon mit leichter Panik hab ich dann einen Sicherheitsmenschen gefragt. Der zeigte nur neben den Ausgang, und da standen sie. Die beiden waren wach und ziemlich ängstlich. Sie haben sich aber gefreut, mich zu sehen. Eigentlich hätten wir dann durch den Zoll gemußt wegen der Impfungen usw., aber der Zoll war zu. War ja Sonntag! Also gings direkt zum Ausgang, die Einreise war geglückt. Meine Kollegin kam uns dann mit meinem Auto abholen, und nach nicht mal 1 Stunde hatten sie es dann geschafft.

Wir waren im neuen Zuhause angekommen, und sie durften endlich aus den Boxen raus. Dann war erstmal Neugierde angesagt. Es gab ja eine Menge zu erkunden. Und abends im Bett wurde dann ganz viel geschmust. Meine armen, weit gereisten Katzen!

Donnerstag, 5. November 2009

Cat Transfer - davor

Morgen ist es soweit: der Cat Transfer beginnt, ein Unternehmen, das von langer Hand vorbereitet worden ist, aber immer noch nicht vollständig zum Erfolg verurteilt sein muß.

Alles begann vor ca. 5 Monaten. Ich erinnere mich selbst kaum noch. Auf jeden Fall war es, als ich schon wußte, daß ich nach Schweden gehe. Damals habe ich mich ziemlich bald kundig gemacht, was erforderlich ist, damit meine Fellmonster auch nach Schweden einwandern dürfen. Also wurden sie zum ersten Mal gegen Tollwut geimpft, gechipt und zu richtigen EU-Bürgern gemacht. Dann nach einem Monat wurde die 2. Tollwutimpfung durchgeführt. In der Zwischenzeit bin ich nach Schweden gezogen und habe meine Babies seitdem nicht wiedergesehen.

Nun sind seit letzter Woche die vorgeschriebenen 120 Tage seit der letzten Impfung um, sodaß die Antikörperzahl getestet werden konnte. Außerdem gabs eine Entwurmungstablette. Jetzt warten wir nur noch auf die offizielle, schriftliche Zusage vom Labor, daß die Antikörperzahl stimmt. Laut telefonischer Auskunft von der Tierärztin sieht es positiv aus. Aber wir brauchen natürlich den Brief. Also bitte Daumen drücken nah und fern, damit am Sonntag zwei kleine Raubtiere auf große Reise gehen können und nicht in 3 Wochen mit dem Auto fahren müssen.

Mal ganz abgesehen von dieser Mission freue ich mich unglaublich, nach so langer Zeit endlich wieder nach Deutschland zu kommen. Das werden sehr intensive 43,5 Stunden, aber ich werde sie genießen!

3 månader Sverige

3 Monate Schweden, ja, so lange bin ich schon wieder hier. Es ist kaum zu glauben, wie die Zeit vergeht und was sich in den 3 Monaten alles getan hat:
  • Ich bin von der unbezahlten Gastwissenschaftlerlin, zur stundenweise bezahlten Arbeitskraft zur richtigen Mitarbeiterin "befördert" worden.
  • Nachdem ich im August bei Kollegen zu Gast war, habe ich im September zur Zwischenmiete gewohnt, um ab Oktober ein eigenes Haus zu mieten.
  • Ich bin von einer reinen Fahrradfahrerin über das Stadium des täglichen Überlandbusreisens zur Autobesitzerin geworden.
  • Ich bin aus dem Gästebüro erst diese Woche in mein eigenes Büro umgezogen und habe seit gestern sogar Telefon.
  • Von Schwedisch-einigermaßen-verstehen-aber-nicht-wissen-was-ich-antworten-soll, bin ich mittlerweile zu ziemlich-gut-verstehen-und-holprige-Konversationen-führen-können fortgeschritten.
  • Die schönen Sommertage mit Sonnenschein bis 10 Uhr abends sind leider Schnee und Dämmerung ab 3 Uhr nachmittags gewichen.
Gut, mehr fällt mir gerade nicht ein. Das sind ja doch ganz beachtliche Fortschritte (bis auf den letzten Punkt). Ich bin aber nach wie vor sehr zufrieden, hierhergekommen zu sein. Natürlich gibt es noch so einige Baustellen (nicht zuletzt das Bad), aber die sind in Arbeit. Diesen Monat habe ich Großes vor (umziehen und Cat Transfer). Und mein Ziel ist, daß bis Ende des Jahres so etwas wie Normalität eingekehrt ist. Das ist doch ein guter Vorsatz.


Dienstag, 3. November 2009

Ein irgendwie guter Tag irgendwie

Obwohl ich wegen meiner Lehrverpflichtung augenblicklich eine Menge zutun habe, war heute irgendwie ein guter Tag. Auf eine seltsame Weise haben sich heute gleich mehrere Dinge in Bewegung gesetzt bzw. gelöst, die mich schon länger wurmen. Aus Zeitmangel nur eine Liste:
  • Heute habe ich dank meines Vermieters endlich eine Werkstatt gefunden, die mir den Zahnriemen repariert und dann für 100 € weniger als die, die ich angerufen hatte.
  • Ich bin heute in mein eigenes Büro gezogen. Nichts mehr mit Gästebüro. Jetzt hab ich mein Privatbüro gleich neben der Küche.
  • Der Computer für mich ist auch bestellt und sollte innerhalb der nächsten 10 Tage eintreffen.
  • Heute wurde nach einer Woche Stillstand endlich wieder am Bad gearbeitet.
  • Mein Vermieter hat eingesehen, daß es geringfügig unannehmlich ist für mich, kein Badezimmer zu haben. Deshalb gibt er mir für nächsten Monat eine Mietminderung von 150 €.
Na wenn das mal nichts ist. So, jetzt muß ich aber noch ein bißchen Vorbereitung machen für meine Übung morgen. Strain analysis. Ich bitte um gedrückte Daumen.

Sonntag, 1. November 2009

House doctoring

Hier noch ein kleines Update darüber, was sich im Haus so alles getan hat in der Zwischenzeit.

Letztes Wochenende haben wir die Küche gestrichen. Die alte Tapete war zwar mal schön (in ihrer Jugend), aber leider hatte der Vormieter auch eine Menge Löcher darin hinterlassen. Die wurden schön zugespachtelt und geschliffen, bevor es ans Malern ging. Die Decke hatte auch einen neuen Anstrich in weiß verdient, doch für die Wände haben wir uns im Baumarkt Farbe mischen lassen. Aus dem Bild sieht sie gelber aus, als sie wirklich ist. Mir gefällt das Ergebnis jedenfalls sehr gut, auch wenn ich arge Bedenken hatte, als ich den Eimer mit der Farbe aufgemacht habe und mich ein freundliches Textmarkergelb anlächelte. In trocken war es dann aber wieder so, wie ich die Farbe haben wollte. Auf jeden Fall sieht die Küche jetzt wesentlich gemütlicher aus, wo man nicht mehr von weißen Küchenmöbeln, weiß-meliertem Boden, weißer Decke und weiß-gemusterten Wänden erschlagen wird. Fehlt nur noch ein bißchen Deko in grün oder Kontrastfarbe, aber das kommt nach dem Umzug.

Außerdem haben wir ein Holzregal gebaut im Eingangsbereich, damit man dort ein paar Kisten Feuerholz lagern kann. Zudem hat es noch den netten Nebeneffekt, daß man sich draufsetzen oder es als Taschenablage verwenden kann. Jetzt muß ich mir nur noch überlegen, in welcher Farbe ich es streiche. Momentan ist es helles unbehandeltes Holz, und es steht in einem Raum mit mittenbraunen Holzpanelen an Wänden und Decke. Der Boden ist braun mit Korkmuster. Für Vorschläge wäre ich sehr dankbar.

Zudem gibt es noch ein paar weitere Bauprojekte, die noch vorm Umzug abgeschlossen werden sollen. Dazu zählt das Wohnzimmer. Nachdem ich ein paar Stellen an den weißen Wänden ausgebessert hatte, erwies sich die Wand als doch nicht mehr so weiß. Also muß ich da nochmal streichen. Aber das sind ja zum Glück nur 3 Wände, die auch nur einmal gestrichen werden müssen.
Dann bin ich dabei, die Treppe zu renovieren, was sich als mehrphasiges Projekt gestaltet. Doch ich will es abgeschlossen haben, bevor die Katzen da sind, um ihre Haare auf frischem Lack zu verewigen. Außerdem bin ich nicht sicher, ob sie Verständnis dafür aufbringen würden, einen Tag lang nur jede 2. Treppenstufe zu benutzen.
Außerdem ist das Bad noch immer nicht fertig. Wegen Krankheit des Handwerkers hat sich seit mehr als einer Woche nichts mehr getan. Das heißt, ich dusche weiterhin auf Arbeit und kann die Waschmaschine nicht benutzen. Meine Reizschwelle, was das Thema Bad angeht, ist mittlerweile auf einem Tiefpunkt angelangt. Die Entwicklung diesbezüglich ist proportional zur Menge sauberer Kleidung in meinem Schrank.
Ansonsten gibt es nur noch ein größeres Projekt, was noch sehr bald fertiggestellt werden muß: Wir brauchen eine Katzenfluchtverhinderungsundwärmeinhaushaltetür zwischen dem Eingangsbereich/Garderobe und dem Flur. Das sollte am besten in der neuen Woche geschehen, denn ab Freitag ist Cat Transfer angesagt, wenn alles gutgeht.