Hui, mein Kopf brummt von so vielen Informationen (Ich sag nur "Wie stehst Du zu dimensionslosen Zeitschritten?"). Ich hab heute schon ungefähr 2,3 Millionen verschiedene Dinge gemacht und bekomme jetzt einfach nichts Neues mehr auf die Reihe. Deshalb kann ich genauso gut noch ein bißchen Zeit totschlagen und vom letzten Wochenende berichten, denn das darf auf keinen Fall unerwähnt bleiben.
Ich habe ja bereits erwähnt, daß wir auf eine Party eingeladen waren. Doch das war eben nicht irgendeine Party und zwar aus 2 Gründen:
1. Eingeladen hatten mein polnischer Kollege, seine Frau und meine englische Kollegin (deren Mitbewohnerin), da sie an dem Wochenende Besuch von 8 slowakischen Freunden hatten und ihnen ein paar unvergeßliche schwedische Erfahrungen verschaffen wollten. Mal abgesehen davon, daß auf slowakische Art fast ununterbrochen getrunken wurde, und das von Donnerstag bis Montag, war Samstag wohl der schwedischste Abend. Abgesehen von den bereits erwähnten Leuten waren, soweit ich das noch zusammenbekomme, 1 Kanadierin, 1 Spanierin, 1Franzose, mit uns 2 Deutsche, ein paar Leute, von denen ich die Nationalität nicht kenne, und ein Schwede da. Letzterer spielt wiederum eine entscheidende Rolle für Punkt 2.
2. Es war surströmmingspremmiär! Für alle Nicht-Schweden ist surströmming auch unter dem Namen Schwedenhappen bekannt. Diese nordschwedische "Delikatesse" bezeichnet im Prinzip Ostseehering, der seines Kopfes beraubt, aber noch immer im Vollbesitz seiner Innereien von Juni bis Mitte August in Dosen in Salzlake vergammelt. Die Dosen sind aufgrund der entstehenden Faulgase als Gefahrgut zu deklarieren. Man munkelt, daß es verboten sein soll, sie innerhalb geschlossener Ortschaften zu öffnen. Doch wenn man einen echten Nordschweden damit beauftragt, ist es ein kalulierbares Risiko. Auf jeden Fall muß man die Dose unter Wasser anstechen, denn sonst könnte es eine böse Überraschung geben, wenn der Druck entweicht.
Das Schlimmste an surströmming ist nämlich eindeutig der alles durchdringende, tödliche Geruch. Als wir die Wohnung, in der die Party stattfand betraten, schlug er uns schon entgegen. Anfangs haben wir uns gewundert, warum die Küchentür geschlossen war und den Gestank auf die Schuhe geschoben, die überall herumstanden. Doch als wir die Küchentür öffneten, gab es nach 0,3 Millisekunden keine andere Wahl mehr, als schnellstmöglich das Zimmer zu durchqueren und auf den Balkon zu flüchten, um dort wieder atmen zu können. Der Gestank ist einfach nur unbeschreiblich. Keine Beschreibung in Worten kann ihm auch nur ansatzweise gerecht werden.
Ich habe es aber nach einiger Zeit doch gewagt, mich an den Tisch zu setzen, um zu beobachten, was es mit der ganzen Sache auf sich hat. Das Ritual läuft also folgendermaßen ab: Man angele einen Fisch aus der Dose, lege ihn auf den Teller und "schlitze" ihm mit der Gabel den Bauch auf. Dann entferne man alles, was sich so an glibberigen Dingen im Inneren des Getiers findet, bis nur noch Haut und Filets übrig sind. Das lege man dann auf eine Scheibe tunnbröd, ein schwedisches Fladenbrot (dünn, weiß, gibt's in weich oder hart). Man füge etwas saure Sahne, rote Zwiebel und Pellkartoffel hinzu, rolle das ganze zusammen und beiße beherzt hinein.
Wer jetzt glaubt, ich habe mich von dem Gestank abschrecken lassen, der irrt. Nachdem ich das Procedere eine Weile beobachtet hatte, habe ich mir auch einen "Schwedendöner" gebaut. Aber ich habe mich an die Anfängerversion gehalten und bereits fertige Filets verwendet, genauer gesagt 1 Filet. Der erste Bissen wäre auch fast wieder auf dem gleichen Weg rausgekommen, auf dem er rein ging, aber im Laufe etwa einer halben Stunde habe ich es tatsächlich geschafft, alles aufzuessen. Der Geschmack ist in erster Linie salzig, dann erst fischig. Ich verbuche das als die ultimative schwedische Erfahrung, aber als eine, die ich nicht unbedingt wiederholen muß. Auf jeden Fall kann ich verstehen, warum man zu surströmming so viel Alkohol trinken muß ;-)
Der Abend war also wirklich sehr lustig. Slowaken sind ein sehr trinkfreudiges, lautes, unterhaltsames Völkchen, z.B. wenn sie auf polnisch Lieder über die Ukraine singen. Überhaupt wurde viel gesungen, u.a. "We are the world". Auf sowas kann man auch nur im Suff kommen! Im Vergleich dazu war der Rest des Wochenendes mit Pilze sammeln, Wohnung besichtigen (siehe gestern) und Ausruhen eher langweilig. Mal sehen, wie das nächste Wochenende wird; da bin ich zu einem inflyttningsfest eingeladen. Doch dazu später mehr.
Ich habe ja bereits erwähnt, daß wir auf eine Party eingeladen waren. Doch das war eben nicht irgendeine Party und zwar aus 2 Gründen:
1. Eingeladen hatten mein polnischer Kollege, seine Frau und meine englische Kollegin (deren Mitbewohnerin), da sie an dem Wochenende Besuch von 8 slowakischen Freunden hatten und ihnen ein paar unvergeßliche schwedische Erfahrungen verschaffen wollten. Mal abgesehen davon, daß auf slowakische Art fast ununterbrochen getrunken wurde, und das von Donnerstag bis Montag, war Samstag wohl der schwedischste Abend. Abgesehen von den bereits erwähnten Leuten waren, soweit ich das noch zusammenbekomme, 1 Kanadierin, 1 Spanierin, 1Franzose, mit uns 2 Deutsche, ein paar Leute, von denen ich die Nationalität nicht kenne, und ein Schwede da. Letzterer spielt wiederum eine entscheidende Rolle für Punkt 2.
2. Es war surströmmingspremmiär! Für alle Nicht-Schweden ist surströmming auch unter dem Namen Schwedenhappen bekannt. Diese nordschwedische "Delikatesse" bezeichnet im Prinzip Ostseehering, der seines Kopfes beraubt, aber noch immer im Vollbesitz seiner Innereien von Juni bis Mitte August in Dosen in Salzlake vergammelt. Die Dosen sind aufgrund der entstehenden Faulgase als Gefahrgut zu deklarieren. Man munkelt, daß es verboten sein soll, sie innerhalb geschlossener Ortschaften zu öffnen. Doch wenn man einen echten Nordschweden damit beauftragt, ist es ein kalulierbares Risiko. Auf jeden Fall muß man die Dose unter Wasser anstechen, denn sonst könnte es eine böse Überraschung geben, wenn der Druck entweicht.
Das Schlimmste an surströmming ist nämlich eindeutig der alles durchdringende, tödliche Geruch. Als wir die Wohnung, in der die Party stattfand betraten, schlug er uns schon entgegen. Anfangs haben wir uns gewundert, warum die Küchentür geschlossen war und den Gestank auf die Schuhe geschoben, die überall herumstanden. Doch als wir die Küchentür öffneten, gab es nach 0,3 Millisekunden keine andere Wahl mehr, als schnellstmöglich das Zimmer zu durchqueren und auf den Balkon zu flüchten, um dort wieder atmen zu können. Der Gestank ist einfach nur unbeschreiblich. Keine Beschreibung in Worten kann ihm auch nur ansatzweise gerecht werden.
Ich habe es aber nach einiger Zeit doch gewagt, mich an den Tisch zu setzen, um zu beobachten, was es mit der ganzen Sache auf sich hat. Das Ritual läuft also folgendermaßen ab: Man angele einen Fisch aus der Dose, lege ihn auf den Teller und "schlitze" ihm mit der Gabel den Bauch auf. Dann entferne man alles, was sich so an glibberigen Dingen im Inneren des Getiers findet, bis nur noch Haut und Filets übrig sind. Das lege man dann auf eine Scheibe tunnbröd, ein schwedisches Fladenbrot (dünn, weiß, gibt's in weich oder hart). Man füge etwas saure Sahne, rote Zwiebel und Pellkartoffel hinzu, rolle das ganze zusammen und beiße beherzt hinein.
Wer jetzt glaubt, ich habe mich von dem Gestank abschrecken lassen, der irrt. Nachdem ich das Procedere eine Weile beobachtet hatte, habe ich mir auch einen "Schwedendöner" gebaut. Aber ich habe mich an die Anfängerversion gehalten und bereits fertige Filets verwendet, genauer gesagt 1 Filet. Der erste Bissen wäre auch fast wieder auf dem gleichen Weg rausgekommen, auf dem er rein ging, aber im Laufe etwa einer halben Stunde habe ich es tatsächlich geschafft, alles aufzuessen. Der Geschmack ist in erster Linie salzig, dann erst fischig. Ich verbuche das als die ultimative schwedische Erfahrung, aber als eine, die ich nicht unbedingt wiederholen muß. Auf jeden Fall kann ich verstehen, warum man zu surströmming so viel Alkohol trinken muß ;-)
Der Abend war also wirklich sehr lustig. Slowaken sind ein sehr trinkfreudiges, lautes, unterhaltsames Völkchen, z.B. wenn sie auf polnisch Lieder über die Ukraine singen. Überhaupt wurde viel gesungen, u.a. "We are the world". Auf sowas kann man auch nur im Suff kommen! Im Vergleich dazu war der Rest des Wochenendes mit Pilze sammeln, Wohnung besichtigen (siehe gestern) und Ausruhen eher langweilig. Mal sehen, wie das nächste Wochenende wird; da bin ich zu einem inflyttningsfest eingeladen. Doch dazu später mehr.


