Es überrascht mich gerade etwas, daß ich tatsächlich noch nichts über die schwedische Steuererklärung geschrieben habe. Dabei ist sie wirklich eine der Kategorien, bei denen Schweden Deutschland echt noch was beibringen kann. Als ich noch in Deutschland lebte, war die Steuererklärung immer ein traumatisches Erlebnis, daß ich nur höchst widerwillig jedes Jahr aufs neue auf mich nahm. Ich denke, das muß ich an dieser Stelle nicht weiter erklären. Im Gegensatz dazu funktioniert die Steuererklärung in Schweden folgendermaßen:
Mitte März bekommt man als Arbeitnehmer einen Brief vom Finanzamt/Einwohnermeldeamt. Dieser Brief enthält das Formular für die Steuererklärung (deklaration) sowie ein Heftchen mit genauen Erklärungen zu jedem Punkt im Formular. Freundlicherweise ist das Formular sogar schon ausgefüllt. Lohn, Lohnsteuer, Zinsen von Sparkonten, Altervorsorgeschnickschnack und von der Steuer absetzbare Handwerkerdienste stehen alle schon drin! Und die Summe, die man zurückbekommt, steht auch schon drunter. Wenn man zu diesem Zeitpunkt zufrieden ist, kann man das ganze abschicken. Dazu hat man folgende Möglichkeiten: SMS, Telefon, App, Brief, Internet und was weiß ich, wie noch. Falls man noch etwas ändern oder hinzufügen möchte, kann man dies natürlich online tun. Und so haben mich zwei Steuererklärungen inklusive Ausrechnen und Einfüllen meiner Fahrkosten zur Arbeit heute etwa 10 min gekostet. Manchmal ist es toll, in Schweden zu leben.
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