Freitag, 20. April 2012

Jetzt bin ich Senior

Da hätte ich doch fast vergessen zu berichten, was sich diesen Monat in meinem Leben am dramatischsten verändert hat. In diesem Monat habe ich meine neue Stelle als Senior Lecturer (auf schwedisch universitetslektor) angetreten. Gerade habe ich, um eine Übersetzung auf deutsch zu finden, diese interessante Wikipediaseite gefunden. Für mich ist es gerade ein bißchen eine Überraschung, daß meine Stelle einer deutschen W2/C3-Professur enspricht. Da bin ich doch ein bißchen geplättet.

Das Wichtigste, was sich für mich mit dieser Stelle ändert, ist:
  1. Ich habe eine feste Stelle!!! Eine Luxussituation in der Wissenschaft (*nachHDrüberblinzel*).
  2. Theoretisch muß ich bis zu 70% meiner Arbeitszeit mit Lehre verbringen, wenn der Bedarf dazu da ist. Die übrigen 30% sind für Forschung und Verwaltungsaufgaben (Gremienarbeit zum Beispiel).
  3. Ich habe die ein oder andere Beförderungsstufe übersprungen. Meine nächste erreichbare Stufe ist dann nach dem schwedischen System die des Professors. Vorher muß ich aber noch ein paar Jahre Erfahrung sammeln und demnächst erstmal an meine Habilitation denken (in Schweden docent genannt).
  4. Außerdem, und daß ist nicht das Wichtigste, bedeutet diese Stelle natürlich eine Gehaltserhöhung und 31 Tage Urlaub.
Allerdings hatte ich ja eigentlich auch Projektgeld für meine eigene Stelle eingeworben. Das ermöglicht mir, mich zur Hälfte aus meiner Lektorenstelle freizukaufen. Das bedeutet, 50% meines Lohnes kommt aus meinem Projektgeld, und ich beschäftige mich in der Hälfte meiner Arbeitszeit mit meinem Forschungsprojekt. Das erlaubt mir natürlich nicht nur das zu tun, was ich der schwedischen Forschungsgemeinschaft versprochen habe und am liebsten tue - forschen -, sondern auch, mich langsam an meine Aufgaben in der Lehre heranzutasten. Einen Kurs vorzubereiten und dann auch zu halten, ist nämlich ein hartes Stück Arbeit.

Auf jeden Fall stellt meine neue Stelle eine ziemliche Herausforderung dar. Deshalb ist mein Ziel dieses Jahr auch, mich einzuarbeiten und klarzukommen. Mehr nicht. Das reicht.

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