Wie jedes Jahr liegt Schweden auch diesen Sommer vollständig verlassen da. Morgens auf dem Weg zur Arbeit sieht man kaum Autos. Es gibt keine Parkplatzprobleme. Auf Arbeit ist kaum jemand zu sehen, außer den Nicht-Schweden. Im Supermarkt ist es leer. In der Stadt gelten verkürzte Öffnungszeiten in den Geschäften. Manche Restaurants haben gleich ganz zugemacht für den Sommer. Selbst im Radio gibt es ein Ersatzprogramm. Termine für Klempner, Autoreparatur oder Routinearztbesuche sollte man überhaupt auf den Herbst verlegen. Schweden ist geschlossen. Zwischen Mittsommer und Mitte August geht hier gar nichts.
In dieser Zeit verschwinden die Schweden in ihre Sommerhäuser mitten im Wald und genießen 4 bis 6 Wochen semester (Ferien). Und auch man selbst kann sich dieser Verlangsamung des Lebens nicht völlig entziehen, zumal man aufgrund oben genannter Gegebenheiten teilweise gar nicht anders kann. Verleugnung oder dagegen Ankämpfen ist sinnlos, weshalb man schnell aufgibt und sich trotz Arbeit dem trägen Tempo des Lebens anpaßt.
Außerdem wäre es auch eine Schande, den schwedischen Sommer nicht zu genießen. Immerhin ist es warm. Die Tage sind lang. Alles ist grün und blüht. Die Seen sind warm. Es wäre eine Verschwedung, nicht so viel wie möglich davon in sich aufzunehmen, denn hier hat man immer im Hinterkopf, daß sich die Jahreszeiten wahnsinning schnell abwechseln. Der Winter steht vor der Tür und scheint subjektiv betrachtet die längste Jahreszeit zu sein.
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