Sonntag, 3. November 2013

Belohnungswochenende in Kopenhagen

Dieses Wochenende bin ich mit einer Freundin in Kopenhagen zum Shopping und Wellness. Wir hatten vor einiger Zeit beschlossen, daß wir für das viele Unterrichten diesen Herbst eine Belohnung verdient haben. Leider ist Wellness in Schweden sehr teuer. Außerdem ist zum Beispiel in Schweden auch die Auswahl an Schuhläden inakzeptabel. Also beschlossen wir, das ganze nach Kopenhagen zu verlegen, wohin man von Uppsala aus mal eben für wenig Geld in einer Stunde fliegen kann. Außerdem kann man hier gut einkaufen, und Wellness ist viel billiger als in Schweden. Zudem hat meine Freundin während ihrer Doktorarbeit zwei Jahre hier gewohnt, sodaß ich einen Insidereinblick bekomme.

Geshoppt haben wir gestern jedenfalls schon mal. Als schwedisches Landei komme ich sonst nicht groß dazu. Nachher steht dann noch unsere Wellnessbehandlung an, bevor es heute Abend wieder nach Hause geht.

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Babyfische!

Unsere von den Nachbarn geerbten Fische haben Babies bekommen. Jetzt kann ich nicht mal mehr sagen, wieviele Haustiere wir haben.

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Achtung, Baum fällt!

Apropos ungemütlichesHerbstwetter: Heute stürmt es ganz schön und läßt die letzten Blätter durch die Luft wirbeln, was ganz schön ist, wenn ich hier von meinem Heimarbeitsplats nach draußen schaue. Gegen 10 heute morgen gab es allerding ein etwas beunruhigenderes Sturmgeräusch, das sich überraschenderweise als Resultat eines umgefallenen Baumes herausstellte.
Der Baum, eine Birke, stand auf unserer Grundstücksgrenze an der Straße zur örtlichen Grundschule. Vorher war die Birke etwa 10 m hoch, jetzt is sie in etwa 2,5 m abgebrochen, und der Rest ist in unseren Garten gefallen. Einer unserer Apfelbäume hat ein paar Äste dabei verloren. Dennoch war es Glück im Unglück, denn die Baumkrone hat unsere Südfassade mit Flur- und Wohnzimmerfenster nur um einen halben Meter verfehlt.
Da liegt er, der Baum, einmal quer über die Wiese südlich des Hauses. Fenster, Dachrinne und Fassade hat er knapp verfehlt.
Nun wissen wir nicht mal, ob der Baum uns oder der Kommune gehört. Jedenfalls kommt wohl demnächst das Baumräumkommando vorbei. Das hat heute bestimmt so einiges zutun.
Leon begutachtet aus dem Flurfenster den grausigen Anblick.

Endlich wieder stricken

Ein Gutes hat das ungemütliche Herbstwetter ja: es ist endlich wieder Zeit zum Stricken. Meine Schwester ist zur Zeit kaum zu stoppen. Und auch ich habe mich wieder an die Nadeln begeben. Mein neuestes Werk: superwarme Handschuhe aus isländischer Schafwolle nach einem Strickmuster von Drops.
Besonders schön finde ich den Mäusezähnchenrand.
Vielleicht wage ich mich jetzt ja mal an was Größeres als Handschuhe, Socken, Mützen und Schals.

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Kreativitätsworkshop

Letzte Woche war es mal wieder Zeit für meinen Kurs für Führungskompetenz, nur daß der Tag diesmal etwas anders aussah, bunter irgendwie.

Bisher wurde jedes Mal für ein paar Stunden ein Gastdozent eingeladen. Oft waren das berühmte Leute wie Autoren, Sportler oder wie diesmal eine Künstlerin. Als Nichtschwedin kannte ich bisher keinen davon, was aber nicht bedeutet, daß es nicht spannend für mich war, den Gästen zuzuhören,  zumal wir Kursteilnehmer auch schon drei Bücher von den Gastrednern geschenkt bekommen haben. Letzte Woche mit der Künstlerin ging es aber nicht ums Zuhören, sondern um praktisches Arbeiten mit Kreativität

Als wir morgens zum Kurs kamen, standen also Pinsel, Farben und eine riesige Leinwand bereit. Einige meiner Kolleginnen waren schockiert über die Idee, malen zu müssen, während ich mich heimlich freute. Zwar habe ich außer Wände und Vogelhäuschen in den letzten Jahren nichts bemalt oder gemalt, wenn man von Skizzen in meinen Geländenotizen und Kritzeleien mit meiner Nichte absieht, aber das Konzept des Malens mit Akrylfarben ist mir nicht fremd.

Ich hatte also großen Spaß bei diesem Workshop. Und auch meine skeptischen Kurskolleginnen waren am Ende begeistert und stolz. Ohne zu viel über das Ergebnis oder seine Interpretation zu philosophieren, kommen hier mein Bild und das große Gruppengemälde.
Mein Bild: Es stellte sich heraus, daß ich nicht wirklich in der Lage bin, abstrakt zu malen. Nun ja, es gibt jedenfalls für jedes Bildelement eine Interpretation, die ich Euch an dieser Stelle erspare.
Das Gesamtgemälde. Jedes einzelne ist übrigens in etwa A2-Format.

Sonntag, 6. Oktober 2013

Woran man erkennt, daß ich nicht schwedisch bin

Nach mehr als 4 Jahren in Schweden habe ich so einiges über die schwedische Kultur gelernt, was aber nicht heißt, daß ich mich in allen Dingen angepaßt habe. Hier meine garantiert nicht vollständige Liste der  Dinge, die mich als Nichtschwedin kennzeichnen:
  1. Ich verweigere mich der fika-Tradition. Auch wenn es schön ist, sich mit einem Kaffee und einer Zimtschnecke (kanelbullar) ein Weilchen gemütlich hinzusetzen und mit Kollegen zu schnacken, kann ich mich einfach nicht zweimal am Tag für eine halbe Stunde und zu festen Zeiten von meiner Arbeit losreißen. Das sind teilweise die Zeiten, an denen ich am besten arbeiten kann. Vielleicht weil mich dann keiner stört, weil alle beim fika sind. Jedenfalls vergesse ich aber immernoch, daß alle anderem dem Diktat des fika unterworfen sind, und habe doch tatsächlich, impertinent wie ich bin versucht, um 10 Uhr einen Termin mit einer der Sekretärinnen auszumachen. Sowas von unschwedisch von mir!
  2. Ich trage habe ein Temperaturempfinden in meinen Beinen. Schwedische Mädchen scheinen an partieller Amnesie zu leiden, wenn sie morgens vor dem Kleiderschrank stehen. Jedenfalls vergessen sie sehr häufig, sich untenrum etwas anderes als Unterwäsche anzuziehen. Selbst bei Minusgraden müssen Strumpfhosen reichen. Bibber!
  3. Ich verbringe nicht jede mögliche Minute mit Sonnenbaden. Schweden sind ganz offensichtlich Sonnenanbeter und beginnen schon früh im Jahr damit, möglichst viel ihrer Haut, ungeschützt der Sonne auszusetzen. Schweden laufen, ohne sich zu schämen, mit einem fetten Sonnenbrand rum. Das Ziel ist, möglichst braun zu werden. Entsprechend sieht ihre Haut dann auch später aus. Ohne mich!
  4. Ich telefoniere nicht beim Autofahren. Schweden ist das einzige europäische Land, in dem es immernoch nicht verboten ist, beim Autofahren zu telefonieren oder SMS zu schreiben. Mal abgesehen davon, daß Schweden ohnehin lausige Autofahrer sind, verspüren sie offensichtlich den Drang, jemanden anzurufen oder jemandem zu texten, sobald sie den Zündschlüssel umdrehen. Und glaubt mir, man merkt deutlich, daß vor einem jemand fährt, der telefoniert.
  5. Ich schrecke nicht vor Konflikten zurück. Schweden sind in allen Fragen stets bemüht, einen Konsensus zu finden. Dafür wird schonmal stundenlang alles durchdiskutiert. Wenn sich dann eine mögliche Einigung abzeichnet, halten die, die grundsetzlich dagegen sind, den Mund. Keine sehr effektive Methode auf Dauer, wenn Ihr mich fragt.
  6. Für mich stehen Leistung und Effektivität im Vordergrund, während es für Schweden wichtiger ist, sich auf Arbeit wohlzufühlen und möglichst viele Pausen und Urlaub zu machen. Ein Beispiel: Meine schwedischen Studenten bekommen die Aufgabe, quer über eine Insel die Gesteine zu kartieren und um 13 Uhr ihre Ergebnisse zu zeigen. Gegen 12 sind die meisten etwa 500 m vor dem anderen Ufer der Insel. Doch statt die Sache durchzuziehen, machen sie erst einmal Mittagspause. Ich hab noch unzählige Beispiele dieser Sorte, will mich aber an dieser Stelle nicht zu sehr aufregen. Jedenfalls kommt die skandinavische Gelassenheit nicht von irgendwo. Manchmal sollte ich mir wohl ein Stück davon abschneiden.
OK, mehr Punkte fallen mir jetzt gerade nicht ein. Die Liste sollte auf keinen Fall so rüberkommen, daß ich von den Schweden genervt bin. Ich weiß es zu schätzen, wir gut wir es hier haben. Bestimmte Züge der Deutschen gehen mir wesentlich mehr auf die Nerven. Die Deutschen sind nur viel weiter weg.

Eichhörnchenfütterstation

Um im Winter zur allgemeinen Katzenunterhaltung beizutragen, haben wir eine Eichhörnchenfütterstation gebaut, die wir in den nächsten Tagen an einem der vielen großen Bäume im Garten anbringen wollen. Die Anleitung für die Fütterstation kommt von dieser Website, wo man sich sehr viele Gedanken über die Bedürfnisse der kleinen Puschel gemacht hat. So gibt es eine Plexiglasscheibe, durch die Nüsse leicht gesehen werden können, eine nicht zu schwere Klappe, die Hörnchen hochheben, sich aber nicht darin einklemmen kann, Wasserablauf, eine kleine Plattform zum Sitzen und Knabbern. Bevor die Fütterstation aufgehängt wird, habe ich sie heute nochmal mit Leinöl eingerieben, um das Holz auf ungiftige Weise zu schützen. Heute Morgen war auch ein Eichhörnchen im Garten unterwegs. Ich hoffe nur, daß es sich auch willkommen fühlt, wenn die Fütterstation erst hängt.
Ja, der Herbst ist da. Zeit, alles für den Winter vorzubereiten.